Ehrlich gesagt, habe ich diese Sache nie richtig aufgearbeitet (wenn das denn geht?). Ich denke immer noch daran und habe oft Schuldgefühle deswegen. Es belastet mich nach wie vor. Das Problem ist, dass ich bisher mit niemandem wirklich darüber gesprochen habe. Es war mir einfach zu peinlich und ich wusste nicht, wie ich das Thema überhaupt ansprechen sollte.
Es gibt da noch etwas, das mich belastet. Ich habe Schwierigkeiten, bei meinem Freund zum Höhepunkt zu kommen. Manchmal frage ich mich, ob das vielleicht mit diesem Erlebnis aus der Vergangenheit zusammenhängen könnte? Es ist schwer für mich einzuschätzen, ob da wirklich eine Verbindung besteht oder ob ich mir das nur einrede. Aber die Tatsache, dass ich darüber nachdenke, zeigt wohl, dass mich die Sache unterbewusst mehr beschäftigt, als ich wahrhaben wollte.
Diese Geschichte belastet dich, deshalb wäre es gut, dich einem Psychotherapeuten anzuvertrauen und das aufzuarbeiten.
Ein Zusammenhang zum ausbleibenden Orgasmus ist ebenfalls nicht unwahrscheinlich.
Du hast aus einer Notlage heraus diesem Geschäft zugestimmt, damit jedoch nicht zugestimmt, dass deine Grenzen überschritten werden.
Doch, ab einem gewissen Punkt wurde das eine Vergewaltigung. Auch, wenn du dich nicht gewehrt hast, dich das nicht trautest.
Auch wenn die Männer dich dann gehen ließen.
Auch, wenn das aufgrund der Umstände vor Gericht schwierig werden würde.
Dir wurde etwas aufgezwungen, was du nicht wolltest. Deine Seele leidet.
Die Schuldgefühle sind typisch.
Noch etwas, das mir Sorgen macht: Bei dieser Erfahrung in der Vergangenheit kam es zu sexuellen Aktivitäten, die über das hinausgehen, was ich jetzt mit meinem Freund mache. Zum Beispiel habe ich bei meinem jetzigen Freund lange gewartet, bis ich ohne Kondom mit ihm Sex hatte. Wenn er erfährt, dass ich das damals in dieser Situation "erlaubt" habe, könnte ihn das sehr verwirren oder sogar verletzen?
Ich habe Angst, dass er nicht verstehen wird, warum ich damals zu bestimmten Dingen bereit war, die ich jetzt ablehne oder erst nach langer Zeit zugelassen habe. Es fällt mir schwer zu erklären, warum ich in dieser Situation nichts gesagt und zugestimmt habe. Die Umstände waren so anders ...
Du musst das weder ihm noch hier erklären. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig und ein empathischer Mensch wird sich einfühlen können und verstehen.
Wir alle treffen manchmal Entscheidungen, die wir später bereuen. Und selbst wenn diese Erfahrung anders, positiv verlaufen wäre:
es ist Vergangenheit.
Niemand muss seine komplette Vergangenheit offenlegen.
Die Erfahrung und viele Geschichten hier und in andeen Foren zeigen, dass es nicht sinnvoll ist, eine Beziehung unnötig mit sexuellen Details zu belasten. Manche Partner fragen nach Dingen, mit denen sie nicht umgehen können.
Es mag wünschenswert sein über alles reden zu können, die Realität zeigt, das dem sehr häufig nicht so ist.
Es ist auch dem Partner gegenüber unfair ihn zu belasten, um das eigene Gewissen zu entlasten.
So manche Beziehung würde nicht mehr existieren, wenn jeder die sexuelle Vergangenheit des anderen kennen würde.
Nicht, weil diese 'schlimm' war!
Sondern weil nicht damit umgegangen werden kann.
Menschliche Defizite.
Welchen Sinn sollte es ergeben, deine Beziehung zu gefährden, deinen Partner zu belasten mit einem Detail aus der Vergangenheit?
Falls du eine Therapie machst kannst du im Rahmen dieser auch erarbeiten, was und wie du gegenüber deinem Partner erwähnen möchtest. Eine 'halbe Wahrheit' ist da völlig ausreichend und in Ordnung:
Sexuellen Übergriff erlebt, über Details möchtest du nicht sprechen.