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Soll ich gehen oder nicht?

malibu

Mitglied
Hallo,

diesen Herbst soll ich mein drittes Studium anfangen.
Seitdem ich klein bin will ich immer hier weg, es hat dann damit angefangen, dass ich mit 18 endlich ausgezogen bin, allerdings nur 25km weg von meinem alten zuhause. In den folgenden Jahren bin ich dann fünf mal umgezogen, aber immer im Umkreis von 30km.
Ich habe einen Studienplatz bekommen, der mich eigentlich interessiert, ich darf immerhin nicht noch mal abbrechen und er ist wieder in dem besagten Umkreis.
Aber ich halte es hier einfach nicht mehr aus, ich habe das Gefühl, dass ich den ganzen alten Scheiß, der mich belastet, immer mit mir mit trage weil ich in der Umgebung hier immer wieder mit dem Ganzen konfrontiert werde.
Ich hätte noch die Möglichkeit, einen Studienplatz weiter weg wahr zu nehmen, dafür hab ich mich zwar beworben und somit auch interessiert, aber der aktuelle ist wahrscheinlich interessanter. Jedoch habe ich die Hoffnung, dass ich an einem anderen Ort endlich mein Leben sortiert bekomme und raus aus diesem Wust komme, ich schaffe das nämlich so nicht mehr und ich bin hier eh zu nichts in der Lage.
Was soll ich nun machen, hier bleiben, unglücklich sein aber was cooles studieren oder weg gehen, die Altlasten zurück lassen, endlich einen Neuanfang starten, dafür aber nur das zweitrangige Studium wählen? 🙁
 
Ich weiß ja nicht was in deiner bisherigem Leben vorgefallen ist und was dich belastet. Aber Du solltest eins bedenken, egal wohin Du gehst, Du nimmst dich und deine Altlasten immer mit. Vielleicht wäre es besser hier zu bleiben und die Dinge vor Ort zu klären.
 
Ich weiß nicht, ob sich solche Dinge klären lassen.
Ich bin Borderliner und bekomme somit mein Leben eh nicht auf die Reihe, die Leute hier haben meinen ganzen ausbildungstechnischen Abstieg ja schon mit bekommen, denken aber, ich sei faul und unfähig, da sie ja nichts von meiner Krankheit wissen (auch nicht meine Eltern). Ich fühl mich hier einfach wie eine niedere Person, jeder weiß bescheid, und überall wo ich hier in der Umgebung hin gehe, habe ich dieses erdrückende Gefühl.
Zudem nutzen mich die Leute hier total aus, wissen, dass ich nicht nein sagen kann und dass ich zuverlässig bin, wenn ich eine Zusage gebe.
Den größten Teil meiner Freunde habe ich auch verloren, und die wenigen, die noch da sind, will ich gar nicht mehr sehen. Das Negative klebt wie Pech an allem.
Ich weiß gar nicht wie ich es in Worte beschreiben soll damit man weiß, warum ich so denke, wahrscheinlich liest sich jetzt alles wieder total nichtig an, aber hier möchte ich mich am liebsten den ganzen Tag in der Wohnung verkriechen und ich fühle mich wie ein Versager, der Drang ein neues Leben zu beginnen ist einfach so groß.
 
Ich kann gut verstehen das Du ein anderes Leben willst, Aber das wirst Du durch einen Umzug nicht ereichen. Machst Du eine Therapie? wenn nicht würde ich mal darüber nachdenken. Ohne Hilfe wirst Du es kaum schaffen Und warum redest Du nicht mit deinen Eltern über deine Probleme?
 
Hab leider noch keinen Therapieplatz bekommen, die Wartelisten sind ewig lang und von manchen Therapeuten hört man dann auch nichts mehr, mittlerweile fehlt mir auch die Kraft dazu, mich darum zu kümmern.
Die ganze Krankheitsgeschichte brach stark mit 14 durch( Essprobleme und Selbstverletzung hauptsächlich), aber ich konnte da nie mit meinen Eltern drüber sprechen, da fehlt iwie die Vertrauensbasis. Und jetzt, 11 Jahre später, muss ich da auch nicht mehr mit ankommen. Ist halt nur schwierig, weil sie so bestimmte Sachen nicht verstehen.
Meine Hoffnung ist auch wenn ich weg gehe, dass ich mich nicht mehr so sehr verstellen muss. Der erneute Studienabbruch ist mir so unangenehm, das könnte ich an einem anderen Ort vielleicht etwas in den Hintergrund rücken lassen.
Eigentlich fühle ich mich auch noch gar nicht bereit, wieder ein Studium zu beginnen, aber es wird aufgrund meines Alters einfach mal Zeit.
 
Dich weiter um einen Therapieplatz zu kümmern, dazu fehlt dir die Kraft. Mit deinen Eltern willst Du nicht reden, weil Du glaubst, sie verstehen dich nicht. Wie siehts mit Freunden oder anderen Vertrauenspersonen aus? Du fühlst dich nicht genug für das Studium. Und jetzt? Wie soll es deiner Meinung nach weiter gehen?
 
Nur mein Freund weiss davon, ist aber auch total überfordert damit und ist deswegen auch keine Anlaufstelle. Also bin ich was das angeht auf mich alleine gestellt.
Ich weiß auch nicht, wie das weiter gehen soll, ich weiß nur, dass ich nun mal ein Studium durchziehen muss weil meine Eltern mir sonst auch irgendwann den Vogel zeigen und alle anderen noch mehr denken, dass ich stinkfaul bin.
 
Du solltest auf jeden Fall mit deinen Eltern reden. Mach ihnen klar, das krank bist und deshalb nicht so kannst wiw Du und sie es möchten. Unternimm was. Sonst bleibst Du ewig in diesem Kreislauf gefanfen und Du verzweifelst immer mehr.
 

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