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Sinn der Schule

  • Starter*in Starter*in Halflife1995
  • Datum Start Datum Start
Ehrlich gesagt... ich bin der Meinung, dass mir das, was ich in der Grundschule und in den ersten 2 Jahren auf dem Gymi gelernt hab, im Großen und Ganzen für´s Leben reicht.

Lesen, schreiben, Grundrechenarten und bissl Englisch - mehr braucht´s nicht... und das, was ich im Beruf brauche, das hab ich nicht in der Schule gelernt, sondern später in Ausbildung und Studium.

Der ganze (sorry!) Müll, den sie mir erfolglos versucht haben, in den Kopf zu stopfen... (Algebra - sorry, aber wozu muss man mit BUCHSTABEN rechnen, gibt doch genug Zahlen!, Chemie - wer braucht das "Periodensystem der Elemente"?, Musik - was bringt es mir, den sog. Quintenzirkel zu kennen?, Latein - wer braucht tote Sprachen? Dann doch lieber Gälisch, das würde mir wenigstens bei der Lektüre von Diana Gabaldon´s Highland-Saga helfen!)

Ich geb dem TE absolut recht -
auf was man bei einem Vertrag alles achten soll?? Was für Rechte ich dort habe????.......
- Dinge des täglichen Lebens, etwa auch, wie man sein Geld anlegen kann, Grundlagen des deutschen Rechtswesens, Fertigkeiten wie kochen und backen und auch Kenntnisse über gesunde Ernährung (jaaa, auch für Jungs!) - DAS sollte einem die Schule vermitteln!
 
@ Weidebirke

Ah okay, ich habe mich bei deinem Beitrag etwas verlesen. *g* Du schriebst das mit den Zusatzaufgaben ja auch schon vorher. 😛

Was bzw. wo genau unterrichtest du eigentlich? 😱 - Wenn wir jetzt schon eine Fachdiskussion führen, wäre das vielleicht doch interessant zu wissen.

Ich bin ja momentan nur Sprachassistent in einer französischen Schule. Normalerweise studiere ich Englisch und Französisch auf Grund- und Mittelstufenlehramt. Habe demzufolge auch noch den Grundschulbereich bei mir mit drin (MAU, SAU, SKAU). 😀

Okay, bei den Zusatzaufgaben muss ich dir Recht geben. Erstens muss man die mit planen und auch direkt die Lösungen parat haben. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, den jeweiligen Schüler bloß den Erwartungshorizont zu geben. Würdigt man ihre Extraarbeit damit genügend? Wenn man aber die Zusatzaufgaben im Plenum bespricht, ist es wiederum für die "nicht-so-Schnellen" langweilig/frustrierend/motivierend."Der gute Schüler wird jetzt zum Exempel für die Klasse erhoben.Er kann alles und bekommt auch noch Zusatzaufgaben!"

@ Acromantula

Ja, okay, dass manches vielleicht unnütz anmutet, würde ich gar nicht mal abstreiten. Es kommt aber auch immer noch darauf an, was jemand beruflich machen möchte.Für jemanden, der im naturwissenschaftlichen Sektor arbeiten möchte, machen Mathe, Physik,Chemie und Bio dann schon mehr Sinn, als z.B. für mich, die zwei Fremdsprachen hat. 😀

Auf der anderen Seite finde ich es natürlich auch essenziell, dass man mal lebenspraktische Themen auf den Tisch bringt, wie z.B. Überweisungen ausfüllen, Verträge, wie man sich im Berufsleben durchschlägt (also Kommunikationsstrategien usw.). Es ist auch wirklich bedauerlich, dass viele Aspekte nur am Rande abgehandelt werden.

Ich habe in Mathe zwar mal %- und Zinsrechnung gemacht, aber das ist auf einem sooo hochtrabenden Niveau behandelt worden, dass ich das kaum richtig verstanden habe und entsprechend bloß Vierer und Fünfer hatte. 😱 An der Stelle gilt es wirklich einzuwerfen: warum behandelt man es nicht so, dass es den alltagspraktischen Zweck erfüllt?

Wobei ich aber schon sagen muss, dass ich es übertrieben finde, nur die Grundschule und die Orientierungsstufe (Klasse 5 und 6) als essenziell zu bezeichnen. 😕 Es ist ja nun nicht so, dass man danach überhaupt nichts Gescheites mehr macht. Was ist z.B. mit den Fremdsprachen?! Also ich konnte mich nach der fünften und sechsten Klasse noch nicht flüssig in Wort und Schrift äußern. Was ist mit Erörterungen schreiben in Deutsch? Das macht man in der fünften und sechsten Klasse auch noch nicht so, weil die Grundsteine zum Argumentieren noch nicht so richtig gelegt sind. Genausowenig wie Literaturanalyse, Humangenetik, Philosophie, Psychologie, Ethik usw. Viele dieser Felder werden erst in den höheren Klassen adäquat genug behandelt. Ich behaupte mal, dass viele Schüler in der Orientierungsstufe mit so "hochgestochenen" Themen Probleme hätten.

Ferner zielt die Schule ja auch darauf ab, das Denken, Argumentieren, Schreiben usw. "auszubilden". Das werden einige von euch jetzt als sehr idealistisch von meiner Seite aus interpretieren; aber ich finde jetzt nicht, dass an mir die Schulinhalte spurlos vorbeigegangen sind. 😉 Wobei mir an sich das "richtig gute Schreiben" mein Vater beigebracht hat. Ich kenne bei weitem niemanden, der ohne Abitur und Studienabschluss sooooo gut schreiben kann wie er. (aber das ist ein Aspekt - ich würde an sich schon dafür stimmen, dass eine gute Schulbildung unerlässlich ist heutzutage).

Ich würde auf jeden Fall den Philosophie-, Fremdsprachen- und Literaturunterricht im Nachhinein betrachtet, nicht mehr missen wollen. 😱 Und nein, ich bin kein Streber und auch niemand, der NUR VERGEISTIGT ist. Aber Unterricht kann tatsächlich auch "Bock bringen", wenn man motiviert ist und gute Lehrer hat. :mad:
Vor allem fand ich auch immer die Debatten in Ethik und Philosophie total gut. Und die Unterrichtsgespräche später über die Romane, Dramen und Gedichte habe ich geliebt wie sonst nichts. (vielleicht bin ich da wirklich ein Extremfall, aber ich würde rein auf den Unterricht bezogen schon sagen, dass ich gerne zur Schule gegangen bin). Ich hatte wirklich richtig gute Lehrer zum Teil. Und mit meinem Deutschlehrer, der leider 2005 in meiner Abiturzeit verstarb, war ich auch privat in Kontakt. :wein:
 
Ich geb dem TE absolut recht - - Dinge des täglichen Lebens, etwa auch, wie man sein Geld anlegen kann, Grundlagen des deutschen Rechtswesens, Fertigkeiten wie kochen und backen und auch Kenntnisse über gesunde Ernährung (jaaa, auch für Jungs!) - DAS sollte einem die Schule vermitteln!

Bei dem letzten Absatz deckt sich unsere Meinung. 😉 Das sollte man schon mal dazu fügen, finde ich.
 
Wobei mir an sich das "richtig gute Schreiben" mein Vater beigebracht hat. Ich kenne bei weitem niemanden, der ohne Abitur und Studienabschluss sooooo gut schreiben kann wie er. (aber das ist ein Aspekt - ich würde an sich schon dafür stimmen, dass eine gute Schulbildung unerlässlich ist heutzutage).

Mein Vater hat mir auch das Lesen und Schreiben beigebracht. 😀

Ich war damals (Jahrgang 1974) leider eine der geplagten Schüler, bei denen man meinte, ihnen das Lesen mit Hilfe der sog. "Ganzwort-Methode" besser beibringen zu können. (Ganzwortmethode)

Mein Vater sah mein Lesebuch, schlug die Hände über dem Kopf zusammen - und dann hat er die Buchstaben von A - Z und die Umlaute auf Pappkärtchen geschrieben, sich ein paar Abende mit mir hingesetzt - und ich konnte lesen.

Formulieren konnte er (auch mit "nur" Realschul-Abschluss) ebenfalls hervorragend, das hab ich auch von ihm gelernt.
 
Vielleicht hat man früher in der Volks- oder Realschule mehr gelernt, als es heute der Fall ist?! Oder die Schüler waren als solches anders, sprich dass sie von sich aus mehr getan haben. Jemand, der sich mit meinem Vater unterhält, würde nie im Leben darauf kommen, dass der "lediglich" Volksschulabschluss hat. Er ist auch immer ganz stolz, wenn ich ihm das sage, dass er durchaus der Gegenteil von dem beweist, was sonst immer so herumgelabert wird, von wegen jemand, der bloß neun Jahre Schule hinter sich habe, sei intellektuell eine Unterleuchte.

Es kommt aber eben auch immer darauf an, mit welcher Motivation jemand etwas tut. Rein inhaltlich unterscheiden sich die Schulformen an sich auch gar nicht so; aber das Anspruchsniveau bzw. die Notenvergabe ist unterschiedlich. Man macht ja auch auf der Hauptschule z.B. Gedicht- und Romananalyse, Algebra usw. Wenn ich in unterschiedlichen Schulformen Nachhilfe gebe, sehe ich mal rein bzgl. des Inhalts häufig keinen so gravierenden Unterschied.
 
ja tenderbender , ich kann meinen namen tanzen .
diese schulen werden etwas komisch betrachtet ,als softis die schüler ,da fast alles einen künstlerischen schlag hatte .
mir hat die schule sehr viel beigebracht . auch das tägliche leben . wir mußten einkaufen gehen mit einer festen geldsumme . oder wir sind durch die lande gestiefelt + haben feldvermessung gespielt + landkarten erstellt . auch der klapptisch den ich per hand baute existierte jahre lang . auch nachts die kumulation eines sterns berechnet usw.-bankanweisungen geschrieben + juristen gespielt
wie wär es ,TE , wenn ihr euch(schüler) mal verabredet + den schultag mit interesse motivation beginnt + das in der körpersprache darstellt . ein aufmerksames sitzen könnte evtl den lehrer motivieren eure fragen zu überdenken + zu antworten .
wenn ihr in den seilen hängt ,kaugummi kaut + sms-schreibt .was erwartet ihr von einem lehrer dem nur no- future entgegengebracht wird ?
 

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