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Sexualstraftäter

Sicher, ich stimme da auch zu. Die genauen Rückfallquoten kann niemand kennen, weil diese Taten zumeist im Familienumfeld stattfinden. Genau deshalb bin ich ja dafür Eltern, aber auch Alleinerziehende von Staats wegen besser zu kontrollieren und die Arztbesuche von Kindern an die Zahlungen von Kindergeld bzw. auch anderer Gelder zu koppeln.

Man sollte aber auch bedenken, daß die Gesetze nicht von Opfern gemacht werden - und das auch gar nicht sein darf. Denn sonst hätten wir ganz schnell arabische Zustände. Und weiterhin müssen die Strafen in den Strafrahmen passen. Auch etwas was nur Nichtopfer vornehmen können.
Denn alle anderen haftet der Ruf nach Rache an. Was ich im übrigen vollends verstehe.
 
Denke auch dass die Strafen zu gering sind, oft gibt es ja nur Bewährung etc.
Niemand kann doch beurteilen wie sehr einen etwas belastet, ob das jetzt Grapscherei, Einbruch, Vergewaltigung, Missbrauch etc. ist.
Sicher sollten die Strafen angemessen sein, aber wenn ich sehe, was ein Kapitalverbrecher dagegen bekommt....😱
Verbrechen die gegen Menschen begangen werden, sind meiner Meinung alle zu gering gewichtet.

P.S. Lassen wir das Thema Raf, aber bitte beizeichne mich nicht nicht als Mensch mit "nazi" gedankentum.
 
Ich habe hier übrigens niemanden direkt als Nazi bezeichnet. Ich habe lediglich daraufhingewiesen, daß die Vorstellung "die Strafe muß eine Rache sein" in dieser Zeit praktiziert wurde. ( vom Gedanken her, aber sicher viel älter ist ) Die Frage ist aber, ob jemand dahin ernsthaft zurück will?
Ich habe es ja hier geschrieben, was für mich ( und den Staat als Gesetzgeber ) die einzigste Frage sein kann: Welches Risiko will die Gesellschaft eingehen?
Meine Frage nach den Zahlen hatte genau diesen Sinn: Wenn man einhundert verurteilte Sexualstraftäter nach Verbüßung ihrer Strafen wieder laufenlassen muß, dann werden davon zwanzig erneut rückfällig.
( jetzt unabhängig von der Dunkelziffer, die niemand kennt )
Wenn wir dem Ratschlag von vielen Bürgern - wahrscheinlich der Umfrage-Mehrheit - folgen, dann würden wir alle hundert für immer einsperren. Hätten aber die Gewissheit, daß unter den Hundert eben achtzig wären, die nicht mehr rückfällig werden.
Mögen das jetzt wegen der zitierten Dunkelziffer auch mehr oder wesentlich mehr sein. Die Kernfrage bleibt: Wie hoch darf das Risiko sein, daß die Gesellschaft eingeht?
Abgesehen davon, daß es sicherlich ( schon allein wegen der damit verbundenen Kosten und fehlenden Räumlichkeiten ) gar nicht möglich ist alle Sexualstraftäter "für immer" wegzuschließen, gebe ich zu bedenken, daß die Gesellschaft im normalen Leben auch Risiken eingeht. Niemand dürfte in ein Flugzeug einsteigen, wenn er hundertprozentige Sicherheit verlangen würde.

Zu der RAF-Geschichte noch folgendes: Ich habe diese Zeit miterlebt und unter den damaligen scharfen Polizeikontrollen auch gelitten. ( das war nicht ganz ungefährlich, für jemand der noch schnell nach dem Ausweis im Auto gesucht hat etc. ) Aber ich denke einfach, daß von jemandem, der 24 oder 26 Jahre gesessen hat, normalerweise keine Gefahr mehr ausgeht. Zumal es ja weder ein ideologisches Umfeld, noch die Feinde von damals noch gibt. Die "Zustände" im Land ( Globalisierung, Lohndumping, Ausbeutung der Menschen ) ist ja heute viel gravierender, wie damals. Und bisher ist nichts passiert.
 
Hallo zusammen,

ich sehe das anders, Mikenull. Jetzt mal abgesehen von der Zahl, ob nun 10, 20 oder 60 Prozent rückfällig werden. So lang wir die Chance haben, es zu verhindern, in dem wir ALLE in Sicherheitsverwahrung nehmen- ja, wär ich dafür.
Ich kann Dir auch sagen warum- zunächst mal wissen wir nicht, wer von den Tätern gelernt hat und wirklich rehabilitiert ist und wer nicht. Die Vergangenheit hat gesagt, dass auch Psychologen sich irren und "Geheilte" wieder rückfällig werden.
Bleibt also nur die Entscheidung "alle oder niemand" (plakativ gesagt). Und für mich hat jeder, aber vor allem die, die sich an einem Kind vergreifen mit seiner Tat sein Recht auf Freiheit verwirkt. Das mag wirklich hart klingen. Dennoch - selbst einer von 100 wäre für mich Grund genug, kein Risiko einzugehen. Und vor allem nicht als Gesellschaft. Kinder sind in meinen Augen das Kostbarste, was wir haben- sie sind unsere Zukunft. Und es ist die Pflicht der Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass diese Kinder möglichst risikofrei aufwachsen können. PUNKT. Wir können nicht alles verhindern, aber zumindest die Gefahr der Wiederholungstäter ausschließen.
Und das hat nichts mit Rache zu tun. Rache sähe bei mir gaanz anders aus. Dies wäre dann aber in der Tat menschenunwürdig.

Es geht dabei auch nicht um längere Strafen (wobei man auch darüber diskutieren könnte)- sondern um Sicherheitsverwahrung. Da man einen Sexualtäter weder kastrieren darf (und das wäre ja noch nichtmal eine Sicherheit) noch ihn 24 Stunden bewachen kann und es nun mal eben keine Garantie gibt- muss er eben von jeder Möglichkeit, einem Kind zu nahe zu kommen, ferngehalten werden.
Jetzt könnte man damit kommen, jeder hat eine Chance verdient, blabla. Aber ein Täter weiss auch, was er da tut und er weiss auch die Konsequenzen. Und das Opfer- das bekommt auch keine zweite Chance und hat lebenslänglich.

Der Vergleich mit dem Flugzeug hinkt. Klar lauern überall Gefahren und Risiken. Du bist nirgends 100 Prozent sicher. Aber auch bei einem Flugzeug achtet man ja auf Sicherheitsbestimmungen und bestmögliche Vorsorge, um Unfälle zu vermeiden. Wenn irgendwo ein Flugzeug durch einen speziellen technischen Defekt abstürzt, wird man in Zukunft auch versuchen, dass dieser Fehler nicht noch ein mal eintritt.
Man wird nie verhindern können, dass sexuelle Übergriffe passieren, aber wenn ich Täter habe, sollte ich alles dran setzen, dass dieser nie wieder die Chance dazu bekommt.

Sori

P.S.: An Supernaut: mal von den anderen Äußerungen abgesehen: was hast du gegen ehrenamtliche Beratungsstellen? Kannst Du das irgendwie begründen?
 
Die Möglichkeit ALLE wegzuschließen kann es nicht geben, weil wir im Jahr von um die 8000 verurteilten Sexualtätern auszugehen haben. ( mit fallender Tendenz ) Wer will das bezahlen und - genau so wichtig - wer duldet schon solche Einrichtungen in seiner Gegend? Ich kann hier nochmal den Leiter der Forensischen Psychatrie in Hamburg, Knecht, zitieren:
Wenn Sie wirklich alle jährlich verurteilten Sexualstraftäter wegsperren wollten, dann würde das im ersten Jahr 800 Millionen Euro kosten. ( Zitat Ende ) Wenn man also alle dann auch lebenslänglich drin lassen würde, multipliziert sich das. Mmm, man könnte vielleicht an der Tanke einen Aufschlag für Sexualstraftäter einführen... ( bissiges Argument )
Im übrigen weise ich nochmal auf eine andére von mir hier gemachte Bemerkung hin: Wenn die Starfe für ein Kind zu mißbrauchen lebenslänglich ist, dann wird das Kind freilich umgebracht, weil es dafür nur die erwähnten 15 Jahre plus gibt. Insofern wäre dann der Strafrahmen wirklich etwas durcheinander.
 
Hallo Mikenull,

den Finanzaspekt find ich nicht so entscheidend. Das ist eine Frage, wie ich als Staat Prioritäten setz und Gelder verteile und das organisiere. Es wäre möglich, wenn man will. Wieso kostet die Verwahrung eines Straftäters eigentlich 100.000 Euro pro Jahr? Oder hab ich da mit deinen Zahlen falsch gerechnet?

Mit dem Strafmaß hast Du natürlich Recht. Es darf nicht sein, dass es für einen Täter günstiger ist, das Kind umzubringen, weil er dann weniger Strafe erhält. Ich hab ja auch nicht gesagt, dass die Strafe lebenslänglich sein soll, sondern dass es eine Sicherheitsverwahrung geben muss für Täter dieser Art. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Ist halt schwer ne Grenze zu ziehen. Insofern hat Supernaut schon Recht, dass man nicht den, der jahrelang Kinder missbraucht mit jenem, der einer Frau unters T-Shirt greift, vergleichen kann.

Sori
 
Zuletzt bearbeitet:
Das käme erschwerend hinzu, denn nach den hier vorgeschlagenen Tips ( alles ist dasselbe und alle auf ewig weg ) säße ich wahrscheinlich seit meinem 16. Lebensjahr in Haft, weil ich im Moped-Alter mal einer Bedienung auf den Hintern geklatscht habe...

Die hohe Zahl dürfte zustande kommen, weil die Einrichtungen ja immer erst gebaut werden müssen. Kannst es ja hochrechnen - nach 20 Jahren wäre eine Klientel in Millionehöhe zu bewachen. Man hätte sehr schnell sogar die gefängniswütigen Amis eingeholt die es bei 200 Millionen Einwohnern auf 2 Millionen Häftlinge gebracht haben. ( Es sollte aber möglichst schnell gehen dann, denn sonst sind die Leute, die sich mit dem Aufbau und Betrieb von Konzentrationslagern beruflich beschäftigt haben, vollends ausgestorben. ( Achtung war satirisch gemeint ) )
Ich sage mal einfach: Die Vorstellung das sowas machbar wäre, ist völlig absurd.

Es gibt auch noch einen anderen Punkt, der mich beschäftigt. Der Staat wird auch vorsichtig mit den Strafen sein müssen, weil ( hier mal Looser lesen ) oftmals als einzigster Beweis für eine Vergewaltigung die Aussage einer Frau ist. Es ist nicht die Regel, aber es gibt eine Menge getürkter Fälle. Wenn ich also nach einem ( in beiderseitigem Einvernehmen erlaubten ) GV damit rechnen muß, wegen Vergewaltigung und anschließender lebenslanger Unterbringung aus dem Verkehr genommen zu werden - ja was mache ich dann? Eine Kamera in meinem Schlafzimmer aufhängen? Soll der Inneminister nicht tatsächlich in jeder Wohnung Kameras installieren lassen? Geht GV nur noch mit Zeugen?
 
Hallo Mike,

irgendwie hast Du ja Recht. Wenn jemand zu Unrecht bestraft wird- ganz übel. Aber das ist doch genauso wenig vertretbar wie der Gedanke daran, dass einer, der grad auf freien Fuß gesetzt wurde, sich wieder an jemanden vergreift.

Wobei es auch oft genug den Fall gibt, in dem echte Täter wegen geringer Beweislage freigesprochen werden. Es gibt keine gerechte Lösung... Irgendeiner wird immer verlieren in diesem System- aber ich finde es schlimm, wenn es Kinder sind, die verlieren.

Alle über einen Kamm scheren, das geht natürlich nicht- nur wer soll im Zweifelsfall entscheiden??
 
Nein, Soror, so ist es eben nicht. Der deutsche Rechtsstaat ( und eben der ist ein Wert an sich ) läßt lieber einen Schuldigen laufen, anstatt einen Unschuldigen einzusperren. Im Zweifel für den Angeklagten! Und dahinter stehe ich voll und ganz.
Das hat nichts damit zu tun, daß ich selbst auch oft Strafen für viel zu gering empfinde. Und ich bewundere auch Menschen die sich wie z.B. Beate wirklich super durchs Leben schlagen, trotz der Schmerzen.
Ich denke halt nur, daß dies eben ein Thema ist, bei dem es viel zu bedenken gibt und bei dem man mit einfachen Schlagworten nicht weiter kommt.
 

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