also ich finde es unwürdig zu viel Mitleid zu zeigen und von "armen" Menschen zu reden.....das ist nicht gut zumal es viele verleiten könnte ihr Leben dahingehend zu gestalten und sich vom ewigen Mitleid ihrer Mitmenschen zu ernähren....sprich Depris und Suizidversuche funktionalisieren. Diese Gefahr besteht und man sollte also aufpassen..auch als jemand der Hilfe bieten will.
Wer wirklich entschlossen ist sich umzubringen, der labert nicht lange, sondern tut es und schafft es auch auf Anhieb..aber viele machen da nur halbentschlossene Sachen als Botschaft an ihre Umwelt.
Meine Reaktion ist da nicht nur Mitleid, sondern auch gelegentlich ein wenig Misstrauen oder zumindest Skepsis...denn ich finde es sehr überheblich von den Betroffenen das Geschenk des Lebens so mies zu behandeln..rein egoistisch, weil es mal Probleme gibt einfach auf Wegwerfmodus zu schalten.
Ich weiss natürlich dass da oft Krankheit, also Depression hinter steckt und die Betroffenen zum Teil (zumindest beim ersten Versuch) nix dafür können sich unnormal zu verhalten...aber sie können natürlich was dafür wenn sie keine Einsicht zeigen und Therapie verweigern...und ihre Depris durch ungünstige Verhaltensweisen nähren anstatt ihnen die Basis zu nehmen, so weit das möglich ist.
Es gibt auch Menschen, die ganz bewusst Selbstmord als Erpressungsversuch benutzen...aufgrund von Verlustangst versuchen so die Aufmerksamkeit anderer zu bekommen oder einen Partner halten wollen etc...also Selbstmord funktionalisieren...Menschen funktionalisieren eh so ziemlich alles .......hier muss man halt aufpassen und hier hilft Mitleid, reines Mitleid wenig sondern verstärkt eine Krankheit noch.
Mitgefühl haben und Verständnis zeigen (in Maßen, genügend abgegrenzt..sonst hat man das Funktionalisierungsproblem) ist besser, verbunden natürlich mit einer Aufforderung dass die Betroffenen eigenverantwortlich handeln sollten, d.h. wenn sie krank sind sich Hilfe suchen und annehmen....und sich nicht künstlich einreden dass Selbstmord ein guter Ausweg, der einzige Ausweg etc. ist. Realitätstraining ist hier wichtig, Grenzen aufzeigen und vormachen wie normales Denken funktioniert...Psychisch krank zu sein bedeutet oft viel zu viele ungesunde Gedanken im Kopp zu entwickeln und immer wieder runterzuspulen......und man kommt da nur raus indem man lernt konstruktiv und günstiger zu denken...das braucht Zeit und viel Anstrengung, viel Arbeit, viel Übung.
Ich denke das ahnen viele und haben keinen Bock drauf, wollen eine schnelle und unanstrengende Patentlösung haben....manchmal wirkt ein Suizidversuch wie ein kleinkindlicher Trotzanfall, weil man nicht gekriegt hat was man vom Leben erwartet. Und man sitzt in einem Teufelskreis immer wieder zu viel oder unrealisierbar zu erwarten, gefrustet zu sein, depressiv zu werden und weglaufen zu wollen....
Es gibt in meinen Augen also sehr viele Aspekte bei einem Suizid. Und die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
Tyra