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selbstmord von vater

Liebe dauni!


Ich komme immer mehr zu der Erkenntnis dass man nicht immer stark sein muss und auch nicht immer stark sein kann. Genau dieses Denken hat meine Eltern viel Lebenszeit gekostet. Immer stark sein müssen, keine Gefühle zeigen, möglichst alleine mit allem fertigzuwerden... Nein, das muss niemand! Und es macht auch nicht stärker, eher schwächer!


Wir sind Menschen, wir sollten füreinander dasein, dadurch wird das Leben für jeden leichter. Jeder hat Fähigkeiten die kein anderer hat, jeder ist einzigartig. Im Tod fällt es uns besonders auf, wenn ein Mensch von uns gegangen ist, weil niemand diesen besonderen Menschen ersetzen kann.
 
Liebe Kimmy,

kann Dir nur voll und ganz zustimmen. Doch leider sind die meisten Menschen mit ihrem eigenen Leben so beschäftigt und es ist ihnen egal wie es anderen geht... Diese Erfahrung mache ich leider immer wieder.

Ich denk an Dich
 
Ja, ich weiß was du meinst... Ich habe selber immer ein schlechtes Gewissen zu Freunden zu gehen, weil sie selber so viel um die Ohren haben. Ich gehe deswegen auch zu verschiedenen Organisationen um mir Hilfe zu holen, damit ich niemanden überlaste.
Eigentlich ist es traurig dass man nicht mehr Zeit füreinander hat...
 
Ja, du hast recht, es ist traurig!

Und schlafen konnte ich gerade mal zwei Nächte einigermaßen. Diese Nacht bin ich wieder wach geworden und sofort ist es wieder da.
Mein Vater hat sich umgebracht!
Ich kann es akzeptieren dass er tot ist. Was mich am meisten mitnimmt ist dass es ihm so schlecht gegangen ist und man ihm nicht helfen konnte. Ich sehe ihn immer vor mir wie er geweint hat. Mein Vater hat nie geweint vorher.
Ich wünschte so sehr ich hätte ihm diese Traurigkeit, diese Hoffnungslosigkeit irgendwie wegnehmen können...
 
Was mich am meisten mitnimmt ist dass es ihm so schlecht gegangen ist und man ihm nicht helfen konnte.

Da kann ich dich gut verstehen. Bei uns in der Familie gab
es ja zwei Suizide mit ähnlicher Krankheitsgeschichte davor
und beim zweiten Mal (mein Bruder) war ich alt genug, um
mitzubekommen, wie hilflos Familienmitglieder, Freunde,
Seelsorger, Heilpraktiker, Ärzte, Fachärzte waren. Das hat
mir einen nachhaltigen Schock verpasst, weil ich bis dahin
der Meinung war, in Deutschland gäbe es eine wirklich gute
psychiatrische Versorgung.
Als ich wenig später ehrenamtlich mit Suizidgefährdeten
gearbeitet habe, hörte ich ähnliche Geschichten reihenweise
und war gleichzeitig beruhigt (nicht nur uns ergeht es so)
aber auch zornig. Vielleicht war das mit der Antrieb dafür,
jedem Hinweis nachzugehen, den ich über verhinderbare
Gründe für Suizid, Depressionen, Ängste, Schlafstörungen
usw. in den nächsten Jahren fand und warum ich einen
zweiten Ausbildungsweg in psychologischer Richtung ein-
geschlagen habe.
Dass ich dann durch eine Verknüpfung von mehreren Zu-
fällen herausfand, was meinem Vater und Bruder Gesund-
heit und Lebensfreude nahm (Zinkmangel als zentrales und
wenn man es weiß, leicht zu kurierende Problem), empfinde
ich als besonderes Glück und Geschenk - und natürlich auch,
dass dieses Thema seitdem (1996) in der öffentlichen Wahr-
nehmung deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, auch
Dank des Internets.
Ich weiß nicht, was deinem Vater hätte helfen können,
Kimmi - aber vielleicht ist es auch für dich ein Anlass, dich
auf die Suche zu machen, wo die "Lücke" war und so etwas
herauszufinden, dass dir eine sinnvolle Erklärung liefert und
darüber hinaus für dich selbst und für andere einen Erkenntnis-
fortschritt bringt, wie es bei mir der Fall war.

Weitere schlafreiche und erholsame Nächte wünscht dir von
Herzen Werner
 
Liebe dauni!

Naja, ich bin soweit schon ok. Ich denke ich weiß was du meinst.

Ich denke viel über das nach was mir Werner geschrieben hat und zudem habe ich noch viel mit meiner Tochter und Schule zu tun.

Heute hatte ich wieder so einen Tag an dem ich sehr um meine beiden Eltern getrauert habe, jedesmal wenn ich alleine war. Ich fing plötzlich zum weinen an. Habe dann später einen Spaziergang im Wald gemacht und mich richtig ausgeheult und mit meinen Eltern geredet. Plötzlich flatterte ganz nah über mir eine Eule auf. Sie flog nicht gleich ganz weg, sondern setzte sich auf einen höheren Ast.
Meine Mutter hat Eulen immer sehr geliebt und in allen Variationen gesammelt. Damals als sie gestorben ist, habe ich auch ständig im Wald Eulen gesehen. Es ist als wäre es eine Botschaft von meiner Mutter, oder was auch immer. Jedenfalls ging es mir danach sehr viel besser.
Gerade höre ich auch immer wieder den Ruf einer Eule...

Ich hoffe dir geht es soweit auch gut, dauni?
 
Hallo Kimmi,

ich würde das als Zeichen sehen, ehrlich! Ich warte vergeblich auf ein Zeichen von meiner Mama...

Ich habe auch über Werner seinen Beitrag nachgedacht und ich weiß was meiner Mama gefehlt hat und zwar Liebe und das jemand zeit für sie hat...Ihr ganzes Leben lang hat sie vergeblich dananch gesucht. Doch im nachhinein bringt mir das ja leider auch nichts mehr.

Denke fest an Dich!
 
Nein, im nachhinein bringt das leider nichts mehr.... Das ist genau der Punkt der mich so traurig macht und wo ich nicht drüber wegkomme. Ich wußte ja dass es ihm schlecht ging, aber ich wußte nicht wie ich ihm helfen konnte. Ich wüßte es auch jetzt nicht. Er hatte einfach keine Freude mehr am Leben obwohl er im Grunde alles hatte. Ich konnte die Düsternis in seinem Innern fast direkt sehen und auf alle Fälle fühlen. Ich hatte das schon einmal bei meiner Oma erlebt, die plötzlich auch nicht mehr leben wollte und dann eine Woche darauf gestorben ist, nachdem sie dies geäußert hat. Sie war aber 84 Jahre alt, das konnte ich besser akzeptieren und sie ist eines natürlichen Todes gestorben. Mein Vater hat sich selbst so sehr gehaßt zum Schluß, das tut mir so weh. Ich wünsche ihm so sehr dass es ihm jetzt gut geht...


Ich wünsch dir, liebe dauni, dass du irgendwann ein Zeichen von deiner Mama bekommst. Meine scheint mir wieder welche geschickt zu haben. Heute Nacht wurde ich dauernd von Eulenrufen geweckt, so intensiv wie noch nie. Es ist als würde sie mir sagen wollen: „Ich bin immer bei dir!“
irgendwie glaube ich das sowieso und es tröstet mich ...wenigstens ein bischen.
 

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