Traumatherapie ist an sich unerläßlich um ein stabiles Selbst auf zu bauen. Angst sollte man eher vor einem Leben ohne Traumatherapie haben finde ich.
Solche Aussagen gehen an der Traumatherapie vorbei.
Man muss stark genug dafür sein und es muss der richtige Zeitpunkt sein. Im Zweifelsfall richtet es mehr Schaden an, als es Nutzen bringt.
Der Therapeut hat lediglich die Funktion ein paar Anregungen zu geben oder bei der Zielformulierung zu helfen und führt einen schrittweise daran heran mit dem Trauma sachgerecht um zu gehen.
Das ist aber keine Traumatherapie. Das ist eine Gesprächstherapie.
Traumatherapie hat drei Säulen.
1) Zu Beginn wird der Klient im Hier und Jetzt stabilisiert. Es geht also zunächst darum zu schauen, wo aktuell die Probleme liegen und wie man diese weitgehenst ausschalten kann.
2) Skillstraining. Der Klient erlernt Methoden, wie er sich vor schlimmen Erinnerungen und Panikattacken schützen kann. Eine Möglichkeit wäre EFT (Emotional Freedom Technique) oder das Wegpacken von schlimmen Erinnerungen in einen Safe. Man bringt ihm bei, Erinnerungen hoch zu holen, ohne dass er diese durchleben muss. Zum Beispiel indem er die Ereignisse auf eine Leinwand projeziert.
3) Erst wenn 1 und 2 soweit gegriffen haben, dass der Klient stabil genug ist, wird an den eigentlichen Traumatas gearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt ist dann auch schon eine Vertrautheit zwischen Klient und Therapeut aufgebaut. Dies ist eine wichtige Grundlage für die Traumaarbeit.
es ist in einer klinik immer jemand da ,der einen aufhilft ,wenn man am boden liegt . zuhause ,bei mir z.b. ist niemand ,es sei denn ich rufe um hilfe + damit habe ich so meine schwierigkeiten . denn ich habe es nicht gelernt um hilfe zu bitten ,mache alles mit mir selbst aus .
Ja, das kenne ich auch. Man darf den Anderen nicht zur Last fallen. Aber fallen dir Menschen zur Last, die dich um Hilfe bitten?
In der Klinik werden die Leute dafür bezahlt, dass sie für dich da sind. Da sagst du selbst, dann ist es für dich okay. Leistung gegen Leistung. Es gibt aber noch andere "Bezahlsysteme" außer Geld.
Du bist ein Mensch, der anderen viel zu geben hat. Du hast großes Wissen angesammelt, du bist warmherzig. Du hörst zu. Und du hast Humor. Mit dir kann man lachen.
Nun mag das nicht in jeder Situation eine Bezahlung sein, das sehe ich schon auch so, aber im Rahmen einer Freundschaft ist das alles, was zählt.
Ich musste das auch erst lernen annehmen zu können und dem anderen die Entscheidung zu überlassen, was er geben will und kann.
Wenn jemand ehrenamtlich zu dir kommt, ist das nicht weniger ein Geschäft, als wenn du ihn dafür bezahlst. Es ist SEINE Entscheidung einem Verein beizutreten, der ehrenamtlich in diesem Gebiet arbeitet. Es ist SEINE Entscheidung, was er aus dieser Arbeit für einen Nutzen zieht.
Nun stell dir mal vor, da ist eine Frau, die möchte gerne im Bereich der Sozialarbeit arbeiten und solange sie keinen Job hat, arbeitet für sie einen Verein ehrenamtlich, damit sie nicht aus der Übung kommt, Praxis darin hat mit Menschen zu arbeiten. Der nimmst du doch jede Chance auf wichtige Erfahrungen, weil du sagst, ich kann nichts annehmen, für das ich nicht zahle.
Du kannst alles fordern, Celeste, das ist dein gutes Recht. Du musst dann eben nur die Grenzen der Anderen akzeptieren. Es ist aber nicht deine Aufgabe diese Grenzen festzulegen.
selbst im beruf wurde mir gesagt ,wir helfen dir nicht ,du mußt erst bitten ,??ich bin perfektionist + konntrolleur + kann keine verantwortung abgeben + dennoch bin ich so weit ,das ich jetzt in eine klinik müßte die sich auf suchtverhalten spezialisiert hat .
Du gibst ja eigentlich gar keine Kontrolle ab.
Sagen wir, du wolltest deine Wohnung neu streichen. Nun hast du aber Schmerzen im Bein und kannst das selbst nicht. Würdest du dann nicht einen Handwerker rufen?
Oder wenn dein Auto kaputt geht. Schraubst du dann selbst oder gehst du zu einem Mechaniker?
Ärzte und Psychologen sind auch nur Handwerker.
In die Klinik zu gehen und zu sagen: "Macht mich gesund!" funktioniert nicht. Du musst gesund werden
wollen. Du musst bereit sein zu lernen und Neues umzusetzen. Du musst selbst an dir arbeiten. Das Klinikpersonal ist nur dazu da, dich auf die richtige Bahn zu bringen. Die können Zuarbeiter sein. Aber sie können dich nicht heilen. Das kannst du nur selbst.
Und damit ist es im Übrigen auch absolut okay an einem Punkt zu sagen, die Bedingungen dieser Klinik sind für mich nicht akzeptabel. Hier werde ich nicht gesund. Nun bist du schon mal aus dieser Klinik raus. Willst du da wirklich wieder hin?
Ist das wirklich dein Weg?
Ich weiß es nicht, es ist wirklich nur eine Frage.
Auf jeden Fall kannst du auch Kontrollfreak und Perfektionist sein und trotzdem in eine Klinik gehen
🙂.
ich fühle mich als karakterschwach ,weil ich es nicht schaffe meine sucht in den griff zu bekommen .
Sucht ist aber eine Krankheit und hat nichts mit dem Charakter zu tun.
Es gibt einfach Persönlichkeitsmuster, die schneller zur Sucht führen als andere. Manche Menschen sind mehr gefährdet als andere. Aber die leben dann ihr Defizit auf andere Weise aus.
Manche Menschen projezieren ihren Selbsthass und die Angst vor Enttäuschung nach innen und verletzen sich eben gerade auch durch Süchte. Andere widerum leben es nach außen und reagieren anderen gegenüber aggressiv.
ich rege mich auf , immer dicker zu werden + tu nichts dagegen ,schiebe es auf die medikamente + schilddrüse ,Ha - sehr einfach .
Nur einfach oder auch Schutz?
Vielleicht brauchst du das Gewicht?
ich weiß im kopf alles ,oder vieles ,schaffe es nicht emotional umzusetzen + das macht mich wahnsinnig .
Was würde denn passieren, wenn du dir erlauben würdest zu scheitern?
habe kein gefühl für mich + wie kann ich es jeh erlangen . habe mir gestern ohne betäubung selbst[/COLOR] 3 erhabene leberflecke weggeschnitten mit einer nagelschere + habe den kleinen schmerz genossen . das ist doch nicht normal ,hinterher habe ich mich über dieses verhalten geärgert .
Was ist denn normal?
Die Gesellschaft redet uns gerne ein, dass man so etwas nicht tut. Böse, böse.
Es gibt Leute, die rasen mit völlig irrwitziger Geschwindigkeit im Kreis und riskieren ihr Leben. Ich finde nicht, dass das normal ist. Aber in der Gesellschaft ist es akzeptiert, weil sie es Sport nennen. Michael Schuhmacher ist für mich auch nichts weiter als ein Suchtkrüppel. Der braucht seinen regelmäßigen Schuß Adrenalin. Dafür bekommt er auch noch affig viel Geld.
Normal ist immer Ansichtssache. Die Gesellschaft kann uns doch aber mal gepflegt .... oder nicht?
Dass du äußeren Schmerz brauchst, um dich überhaupt zu spüren, ist eine völlig normale Reaktion. Die meisten Menschen, die den Bezug zu sich verloren haben, machen das ganz genau so.
Es wäre doch an dieser Stelle viel interessanter zu sagen, gut, ist passiert, hab ich offensichtlich gebraucht, abgehakt.
Was du da betreibst, ist eine Fortsetzung des Täterverhaltens. Celeste war böse, Celeste muss bestraft werden. Du isst, fühlst dich schuldig, bestrafst dich dafür.
Du bist in gewisser Weise programmiert. Aber du kannst dich auch umprogrammieren.
Du versuchst die Strafe abzuschaffen. Das funktioniert aber nicht. Du musst die Schuld abschaffen, dann geht die Strafe ganz von allein.
Ich will mich hier nicht hinstellen und sagen, ich wüsste, wie das funktioniert.
Ich denke, da haben wir Vergangenheitstechnisch was gemeinsam. Ich war ja auch immer der Bastard, das Böse in Person. Das sitzt ganz schön tief in mir.
Manchmal fang ich an zu kapieren, welchen Nutzen und Zweck das für die Täter hatte. Dann merke ich so, hey, das kam denen ja ganz gelegen und das hatte eigentlich auch nichts mit mir zu tun.
Hast du mal drüber nachgedacht, welchen Zweck es für die Täter hatte, dass sie die Schuld auf dich abgewälzt haben?
Ich habe mich schon ganz früh für die Motivation von Tätern interessiert und vieles darüber gelesen. Ich fange gerade jetzt an mich damit auch im Hinblick auf meine Täter zu beschäftigen und spreche das mal in der Therapie an.
Das ist aber mit ganz viel Angst noch immer verbunden. Nicht nur Angst, das ist essentiell. Und das ist es, weil meine Abhängigkeit von diesen Leuten ja auch essentiell war. Als Kind durfte ich nicht über ihre Motivation nachdenken, durfte ich sie nicht als den "bösen" Part hinstellen. Es gab ja niemanden, der sich sonst um mich gekümmert hätte. Eine miese Behandlung ist immer noch besser als ganz verloren zu sein.
Ich habe mich ja immer für den Tod meiner Schwester verantwortlich gefühlt. Schließlich habe ich immer, immer, immer auf sie aufgepasst, nur halt in diesem einen Moment nicht. Und dann springt sie.
Diese Schuld habe ich zusammen mit meinem früheren Partner aufgedrösselt. Das war ungeheuer schmerzhaft. Mich selbst dafür zu hassen und mich selbst dafür zu bestrafen war leichter, als diesen wahnsinnigen Schmerz um den Verlust auszuhalten. Wenn ich meinen Partner nicht gehabt hätte, hätte ich da niemals durchgehen können.
Dass du dich schuldig fühlst, dass du dich bestrafst, ist sinnvoll. Es schützt dich vor wirklich sehr tiefem Schmerz.
Aber es ist deine Entscheidung, ob du da durch gehen willst und dich irgendwann mal frei fühlen willst oder ob du in der Schuld hängen bleiben willst.
Und das eine kann ich über mich sagen. Es ist nie wirklich vorbei. Ich bin heute noch manchmal voller Selbsthass. Ich habe Menschen um mich, die mich halten. Das macht es erträglich und darum sind es letztendlich immer nur kleine Episoden, wo ich wieder mal in Schuld versinke.
Man sollte sich nicht einreden, dass man nur ein bisschen Therapie zu machen braucht, da nur ein bisschen mitarbeiten muss und dann wird das schon wieder. So ist es nicht.
Ich muss erstens mal sagen, ich weiß nicht, ob ich durch diesen Schmerz hätte mit einem Therapeuten gehen können. In der Zeit hatte ich das Bedürfnis nach Kämpfen, das hätte ein Therapeut nicht auffangen können. Und dann hört es wie gesagt nicht wirklich jemals auf.
Und Leute, die sagen, dass sie das alles verarbeitet hätten, lügen sich nur selbst was in die Tasche.
Oft macht Gewalt die Menschen kalt. Man sollte ja denken, wenn man selbst durch die Hölle ist, erspart man das anderen. Aber dem ist nicht so. Die umschreiben das dann als "liebevollen Tritt". Ja sicher 🙄
Du bist warmherzig und du hast dir Humor bewahrt. Das macht dich zu einem besonderen Menschen. Darum bin ich sehr stolz und glücklich, dass ich dich kennen gelernt habe.
mir ging es zwischenzeitlich schon so gut + dann kommt der einbruch + was nun ?😕
Es ist ein stetes Auf und Ab und gibt immer wieder Einbrüche. Man sollte lernen es als Vorfall zu sehen und nicht als Rückschritt.
Verhaltensänderungen kosten ja sehr viel Kraft und man hat diese Kraft nicht immer.
Was viele oft vergessen, das ist sich von Zeit zu Zeit mal eine Auszeit zu gönnen. Das ist die Schokoladenmethode. Einmal am Tag ein Stückchen Schokolade mit großem Genuss zu essen ist für Seele und Körper besser, als sich alle zwei Wochen mit großem Heißhunger eine ganze Tafel reinzuziehen.
Es sind die Erfahrungen, Celeste, die uns ändern. Um neue Erfahrungen zu machen, müssen wir uns trauen. Vertrauen. Dazu müssen wir manchmal die Umstände ändern, in die wir uns hinein begeben haben.
Therapie ist gut und schön. Aber es ändert sich nicht wirklich was, wenn wir nicht auch unser Verhalten ändern und das ist immer mit großer Angst verbunden. Aber du kannst ja klein anfangen.
Was soll das bringen, in eine Klinik zu gehen, wo dir jeder Bissen in den Mund gezählt wird? Wo kannst du da Erfahrungen sammeln, die dir Mut machen neue Wege zu gehen?
Wenn du 170 Kilo hättest, okay, dann müsste was geschehen, aber dein eigentliches Problem ist nicht das Gewicht und auch nicht das Essen, sondern die fehlende Selbstliebe, deine Schuldgefühle. Oder?
Eine Ess-Sucht löst sich von allein auf, wenn die Bedürfnisse auf andere Weise befriedigt werden. Welche Bedürfnisse hast du denn, die die Sucht befriedigen? Da würde ich doch eher ansetzen.
Tuesday