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Selbständig, fast keine Einnahmen, was nun? Brauche eure Meinungen! Bin verzweifelt..

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Gast

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Hallo ihr lieben....
Ich bin Selbständig als Änderungs- und Maßschneiderin seit jetzt fast 2 Jahren. Leider habe ich immer noch nicht genug Einnahmen und aus dem Grund bekomme ich noch einen Zuschuss vom Arbeitsamt.
Ich bin sehr verzweifelt und habe mich in einige Schulden gerissen dadurch das ich keine Rechnung bezahlen konnte. Ich habe zwar viel Zuspruch von meinen Kunden und alle sind zufrieden aber die Einnahmen reichen einfach nicht. Ich reite mich nur noch in mehr Schulden wenn es so weiter geht.
Was nun?
Ich bin am überlegen mir eine Festeinstellung zu suchen doch leider findet man heut zu tage nicht mehr viel in diesem Bereich.
Ich bin so verzweifelt... es muss jetzt was passiere!
Diese Arbeit ist mein Leben und der Laden war schon immer mein Traum. Ich glaube so langsam ich habe mich zu früh entschieden mich selbständig zu machen. Bin so unzufrieden im nachhinein mit dem laden da die Miete auch sehr hoch ist, der Vermieter sich um nichts kümmert und ich auch glaube ich habe nicht die richtige Ecke gewählt.
Es ist viel auf einmal aber ich hoffe sehr ihr könnt mir helfen. Eure Meinung interessiert mich sehr!!!
 
Hallo, Gast,
möglicherweise liegt Dein wirtschaftliches Problem - und damit die Lösung - in zwei Bereichen:

Kosten: Die Ladenmiete ist zu hoch. Kannst du evt. die Ladenmiete runterhandeln? Einfach mal fragen....probieren....

Umsatz/Kunden: Dort, wo Du bist, kennen Dich evt. zu wenig Kunden? Ob Du zu wenig Kunden hast, erkennst Du daran, dass Du einen Großteil Deiner Arbeitszeit rumsitzt und auf Kunden wartest. Solltest Du mit Arbeiten ziemlich ausgefüllt sein, zu etwa 90% oder mehr, dann kannst Du Deinen Umsatz kaum noch durch mehr Kunden steigern, sondern nur durch Preiserhöhung oder durch Hinzunahme einer Schneiderin, die Dir mehr Einnahmen bringt als Kosten verursacht.

Für den Fall, dass Du zu wenige Kunden hast, könnten Dir evt. folgende Maßnahmen helfen:
a) Verlegung der Arbeitszeit. Wann kommen die meisten Kunden zu Dir? Wenn am Nachmittag (?) bis zum Abend, dann fang mit Deiner Arbeit erst mittags an und bleib geöffnet bis z.B. 20 Uhr. So können Dich Kunden erreichen, die tagsüber kaum Zeit haben. Mache irgendwie außen deutlich, wie lange Du geöffnet hast. Ein kleines Schild ist also nicht empfehlenswert.
b) Werbung in einer Gegend, in der normal-gut verdienende Menschen wohnen.

Du kannst auch a mit b verknüpfen. Vormittags, wenn Dein Ladenlokal geschlossen ist, besuchst Du eine gute Wohngegend nach der anderen. Du schellst und überreichst persönlich einen hübschen Handzettel und wo niemand aufmacht, wirfst Du den Handzettel in den Briefkasten. Regel: Wer nicht wirbt - der stirbt.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen. Wenn nicht, dann bitte genauere Infos mitteilen, z.B. wie die Kundensituation ist und wie gut Du ausgelastet bist.

Alles Gute, Nordrheiner
 
M.E. ist eine Änderungs- und Maßschneiderei ein Geschäftsmodell, das heutzutage zunehmend weniger Kunden findet als früher. Die Generation unter 30 dürftest du gar nicht bei dir finden.
Für mich daher die erste Frage: Reicht die Anzahl der Kunden aus? Das dürfte auch ein Problem bei einer Anstellung sein.

Bei uns im "Dorf" mit 50.000 Einwohnern kenne ich genau EINE Änderungsschneiderei. Wobei Kleinigkeiten wie neuen Reißverschluss einnähen / Knöpfe annähen machen bei uns sogar die Reinigungen. Hosen kürzen macht der Klamottenladen, der die Hosen verkauft.
Daher die zweite Frage: Welche Preise nimmst du?

Ich denke, es ist schwer gut zu wirtschaften. Ich hab keine Ahnung von deinen Zahlen, aber mal angenommen:
Miete (warm): 600 € + Materialkosten und co: 500 € + Dein Lohn (vor Steuern) 2.000 = 3.100 €, bei ca. 20 Tagen im Monat 155 € je Tag.

155 € muss man dann erstmal konstant reinholen. Soweit du das nicht schon hast, empfehle ich eine gute Buchführung.

Nordrheiner hat schon richtig darauf hingewiesen, Werbung, angepasste Öffnungszeiten etc. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Geschäft!!!

 
Das was Nordrheiner sagt, kann ich nur voll und ganz bestätigen.

Was noch dazu käme wäre , wenn Du mehr Kunden brauchst, zu versuchen Dich an Restaurants und Vereine, an Geschäfte, etc. zu wenden, denn Du kannst als Schneiderin sicher nicht nur Klamotten nähen , sondern alles was es zu nähen gibt ...mir fallen ad hoc einige Dinge an , die Du z.B. auch online vertreiben könntest .

Vorhänge , speziell Maßanfertigungen , Gardinen , Tischdecken , Stuhlhussen , Sitzbezüge ....oder Deko fürs Schaufenster , Karnevalsuniformen , Kostüme etc .....

Ich denke , das es da noch einige Möglichkeiten gibt, die Du noch nicht ausgeschöpft hast.

Hier bei uns NRW zwischen D-Dorf und Köln ist sehr viel mit Karneval und eine Bekannte von mir , die näht für mehrere Karnevalsgruppen die Kostüme , die hat allerdings keinen Laden , verdient sich aber damit locker jedes Jahr ein paar tausend Euro , natürlich näht die auch noch andere Sachen ....

Letztens hat sie für 3500 Euro ein Hochzeitskleid genäht und ich denke , sie hat locker 2000 dran verdient , nur mal so als Beispiel.....

da gibts aber auch noch Mittelaltergruppen , Gruftimode und betont frivole Sachen , wo wenig Stoff viel kostet ....der Markt denke ich ist groß und das man als Schneiderin nicht von kaputten Reisverschlüssen oder mal ne Hose kürzen leben kann, ist klar.

Online hast Du die Chance auch Leute zu erreichen , die weiter weg wohnen, Tischdecke mit Borte maßangefertigt für 20 Restaurant Tische, als individuelle Gestaltung mit Namenslogo eingestickt oder sowas .....

sei kreativ ...und lebe Deinen Traum ....
 
Zunächst solltest du eine Auflistung deiner Einnahmen und Ausgaben machen, um einen Überblick zu bekommen. Dann schauen, ob du entweder die Einnahmen vergrößerst oder die Ausgaben verkleinerst. Wenn die Schulden hoch sind, dann eine Schuldnerberatung aufsuchen.

Die Ausgaben verkleinern kannst du durch einen Umzug, was passt, wenn du schreibst, dass du sowieso denkst, nicht die richtige Ecke zu haben. Nach einem Umzug könntest du eine Neueröffnung feiern mit Aktionen wie Rabatten oder einem Tag der offenen Tür, wo man dir über die Schulter schauen kann.

Handzettel sind gut, allerdings gibt es die heutzutage auch in Massen, so dass sie selten gelesen werden. Du kannst auch regelmäßig eine kleine Zeitungsanzeige machen, z.B. im Kleinanzeiger, da ist es nicht so teuer. Oder gehe über Facebook etc..

Eventuell kannst du auch überlegen, etwas zusätzliches zu machen. Wenn die Kunden sagen, dass du gut nähen kannst, warum probierst du dann nicht, eigene Sachen zu nähen und zu verkaufen?

Zum Beispiel schöne Schals oder Taschen, so etwas wird heute gerne gekauft. Die Sachen könntest du dann im Schaufenster zeigen und damit Kunden anlocken. Ggf. kannst du die Sachen auch auf dem Wochenmarkt verkaufen.

Hier kamen ja grade auch gute Vorschläge mit Maßanfertigungen etc..

@Andreas: ich bin in der genannten Altersgruppe und gehe oft zum Schneider, da meine Klamotten oft teuer sind und ich nicht einsehe, sie wegzuwerfen wegen eines defekten Reißverschlusses. Ich denke schon, dass man da etwas machen kann, wenn man es richtig vermarktet und ein Zusatzangebot hat.

Bist du bereits ausgelastet und kannst davon nicht leben, dann musst du tatsächlich überlegen, die Preise schrittweise zu erhöhen.
 
Ich frage mich gerade, wozu du überhaupt ein Laden benötigst und warum du das nicht zu Hause machst als Auftragsarbeiten Nebenhergewerbe.

Als Werbemaßnahmen würde ich eventuell Reinigungen aufsuchen (hier bei mir zum Beispiel hängt immer bei den Reinigungen irgendetwas aus, dass auf Änderungsaufträge angenommen werden) und fragen, ob du dort Flyer oder ähnliches hinlegen könntest, sowie die wöchentliche Zeitung im Ort und ähnliches.

Sollte es dann alles laufen und die Aufträge zuviel werden, kannst du dann darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Laden anzumieten.
 
Ich frage mich gerade, wozu du überhaupt ein Laden benötigst und warum du das nicht zu Hause machst als Auftragsarbeiten Nebenhergewerbe.
Das macht durchaus Sinn, jedoch nur, wenn man genügend feste Geschäftskunden hat, für die man kein Ladenlokal benötigt. Sind die Hauptkunden Privatleute, ist ein Ladenlokal extrem wichtig, um gesehen zu werden.


Als Werbemaßnahmen würde ich eventuell Reinigungen aufsuchen (hier bei mir zum Beispiel hängt immer bei den Reinigungen irgendetwas aus, dass auf Änderungsaufträge angenommen werden) und fragen, ob du dort Flyer oder ähnliches hinlegen könntest, sowie die wöchentliche Zeitung im Ort und ähnliches.

Sollte es dann alles laufen und die Aufträge zuviel werden, kannst du dann darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Laden anzumieten.

Die Zusammenarbeit mit Reinigungen macht Sinn. Sie schickt Kunden zur Reinigung ... und umgekehrt.
 
Wie hier schon erwähnt: Auf jeden Fall versuchen, selbst etwas herzustellen. Wenn man nur Reißverschlüsse einnäht oder Hosen kürzt, dann weiß jeder in etwa, was das an Zeit beansprucht - daher ergibt das gewöhnlicherweise nicht viel Umsatz. Also eine Nische suchen.Dazu braucht man sicher keinen Laden, aber als Ausstellungsort ist das ideal. Ich habe - als Meister der Nähmaschine - früher einmal bei einer Frau fertigen lassen ( spezielle von mir entworfene Schlüsselmäppchen in Tierform ) die sich auf Lederverabeitung spezialisiert hatte. Die hat damals z.B. wunderschöne farbige Leder-Handtaschen hergestellt und sehr gut verkauft. Allerdings gab es zu der Zeit Ebay ( oder andere Plattformen ) noch nicht.
 
Dafür gibt es aber DaWanda, wo man gut eigene Dinge verkaufen kann.

Mit anderen Stoffen wie Leder zu arbeiten, ist eine gute Idee. Ich habe neulich einen Bericht gesehen von jemandem, der Handschuhe maßanfertigt. Das Geschäft läuft wohl sehr gut. Ist aber fraglich, ob die TE solche speziellen Techniken beherrscht. Dazu müsste man wissen, was für eine Ausbildung genau sie hat.
 
Bei allen hier wirklich guten Ratschlägen muss aber auch gesagt werden das Werbung in welcher Form auch immer Geld kosten, Geld das sie nicht hat.
Zudem sagt sie selbst das sich durch die Geschäftstätigkeit Schulden entstanden sind in Form nicht bezahlter Rechnungen.

Was tun ?

Natürlich kannst du weitermachen in der Hoffnung auf den großen Durchbruch, wenn er denn kommt.
Wäre ich du würde ich mir eine Stelle suchen und das Geschäft aufgeben.
Es nutzt nichts wenn du im Nachhinein noch mehr Schulden aufbaust und am Ende Insolvenz anmelden musst.
Leider haben die Arbeitsämtern in der Vergangenheit vielen eine Selbstständigkeit schmackhaft gemacht ohne sich für zu interessieren ob der Willige die notwendigen Eigenschaften die man als Unternehmer dringen braucht auch mitbringt.

Das ist kein Vorwurf an die TE sondern allgemein bekannt (Ich AG).

Hat jemand schon einmal eine Kosten/Nutzung Rechnung mit dir gemacht?
Oder dich in die Grundlagen der Buchführung eingewiesen?
Wie sieht es mit Fördermittel aus?
Wie mit Abschreibung hier insbesondere die Ansparabschreibung?

All dies sind Dinge die der Unternehmer beachten und kennen muss.
Ich kann dir dieses aus eigener Erfahrung sagen da ich 20 Jahre lang selbstständig war.
 

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