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Schwierig! Teenie-Tochter soll Gehhilfe benutzen und weigert sich

Jetzt ist eben leider der Zeitpunkt gekommen dass die Gehhilfe medizinisch unumgänglich ist und ich muss ihr das jetzt auf eine positive Art vermitteln!
(sie ist natürlich bei den Arztgesprächen dabei und weiß dadurch genau um den Zweck und die Notwendigkeit, hört aufmerksam zu und nickt, aber 10 Minuten später kommt ein "SICHER NICHT!"
Positive Vermittlung gut und schön.
Aber dafür scheint sie ja im Moment nicht zugänglich zu sein.

Kamen in den Arztgesprächen auch die möglicherweise negativen Folgen zur Sprache?
Also ggf. Operation der Skoliose mit längerdauernder Ruhigstellung. Oder verstärkte Schmerzen und evtl. später Einsatz weiterer Hilfsmittel (Rollstuhl, ...).

Was antwortet sie darauf? Aber vermutlich ist das noch viel zu weit weg für sie - das "Fehlentscheidungen" jetzt Auswirkungen auf ihr weiteres Leben haben werden.
Jetzt tut es noch nicht weh bzw. geht noch > deshalb muss ich doch nichts tun. So denkt sie vermutlich.

Problem ist denke ich mal zusätzlich - dass die Skoliose ja nicht nur allein besteht - sondern durch weitete körperliche Einschränkungen ja noch verstärkt wird.
So dass einige der Tipps - wobei ich die Empfehlungen bezüglich Liebscher&Bracht und dieser Schweizerin in diesem Fall bedenklich finde (da umstritten und fehlende Studien) - vermutlich allein nicht helfen werden.

Ein Korsett wäre eine gute Idee - aber fraglich, ob sie das dann auch regelmäßig tragen wird. Denn ganz verstecken kann man das auch nicht.
Ich Kämpfe mit meinem Sohn auch drum, dass er es immer trägt. Mit fast 16 hat der auch keinen Bock mehr. Manchmal zieht das Argument - dass er es bei ordentlichem Tragen eher loswerden, ansonsten sich die Zeit jedoch verlängert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kamen in den Arztgesprächen auch die möglicherweise negativen Folgen zur Sprache?
Ja das kam natürlich zur Sprache!
Ohne Gehhilfe hinkt sie und belastet dadurch Knie und Hüftgelenk extrem!
Der Orthopäde sagt bei ihrer Vorgeschichte kann sie sich bald auf ein künstliches Hüftgelenk einstellen wenn sie sich nicht an die Anweisungen hält!
Jetzt tut es noch nicht weh bzw. geht noch > deshalb muss ich doch nichts tun. So denkt sie vermutlich.
Genau das ist das Problem!
Derzeit sieht sie nur den Nachteil, nämlich dass es ihr unangenehm ist mit der Krücke zu laufen!

Dabei wäre ihr Gangbild so viel besser (und auch sicherer) sobald sie die Krücke verwendet! Das habe ich (und sie wohl auch!) sofort bemerkt als sie sie bei unserem Ausflug in den Zoo verwendet hat!
Auch wäre sie wesentlich sicherer!
Sie stolpert oder stürzt ja auch immer mal wieder beim Versuch mit den Anderen Schritt zu halten!
 
Habe mal Badetaxi gespielt und Töchterchen mit Anhang beim Freibad abgeliefert, so hatte ich jetzt Zeit um mal in Ruhe zu telefonieren.

Wollte bei ein paar befreundeten Müttern Rat einholen, das Spektrum reichte von „Ooh die Arme!“ bis „Wenn es vom Arzt verordnet ist dann muss sie es eben machen!“, aber das bringt auch nicht die zündende Idee.

Mein Partner sieht das auch so und ist in dem Fall leider auch keine große Hilfe.
(obwohl er da vielleicht mehr Einfluss auf sie hätte weil sie ihn ziemlich anhimmelt)

Bisher war es bei allen Maßnahmen die nötig waren so dass wir das besprochen haben und sie hat es verstanden und hat mitgezogen. Vor ca 2 Jahren hatte sie schon mal Probleme und musste für mehrere Monate eine Hüftorthese tragen. Das war ein sehr auffälliges Teil und musste über der Kleidung getragen werden und sie konnte damit nur recht langsam humpeln.
Aber sie hat es akzeptiert und auch ganz sachlich ihren Freunden erklärt warum das notwendig ist, dafür bekam sie von ihnen auch extra Unterstützung und Rücksichtnahme!
Ich war damals riesig stolz auf sie wie „erwachsen“ sie damit umgegangen ist!

Auf diese Art der AKZEPTANZ bzw. KOOPERATION hatte ich auch diesmal gehofft aber die Zeiten sind scheinbar vorbei??

Muss ich jetzt wirklich hart durchgreifen nach der Methode „Du machst das jetzt!“?
Fände ich schade!
 
Muss ich jetzt wirklich hart durchgreifen nach der Methode „Du machst das jetzt!“?
Fände ich schade!
Vielleicht das Gegenteil?
Mein Gedanke dazu,was meist bei meinem Sohn geholfen hat.
Wenn sie bisher immer einsichtig war,ist es vielleicht das Risiko wert.
Wenn du ihr sagst: " OK, verstehe ich .Ein Stock geht garnicht.Kommt nicht mehr in Frage."?
Lass sie ein paar Tage damit in Ruhe und frag dann Mal nach.
" Du hast ja gehört,was der Arzt gesagt hat.
Kannst du denn mit den Konsequenzen leben,wenn du den Stock nicht nutzt?
Wenn es sich verschlimmert und du als Erwachsene dann Probleme hast,die sich dann nicht mehr lösen lassen?"
Versuche sie so zu lenken,dass es schließlich ihre Entscheidung ist,für sie selber,für ihr Wohlergehen.
Ich weiß natürlich nicht,wie deine Tochter ist,ob das wirklich zum Erfolg führt .
Das musst du abwägen,ob das wirklich hilfreich sein könnte.
Meine Kinder, inzwischen erwachsen ( und ich auch manchmal) reagieren trotzig,wenn man sie zu sehr drängt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn eine Beinlängendifferenz vorliegt, können dann nicht die Schuhe besser angepasst werden?
Die Krücke löst ja das Problem nicht.
Das täte ein Korsett.
 
Wenn eine Beinlängendifferenz vorliegt, können dann nicht die Schuhe besser angepasst werden?
Die Krücke löst ja das Problem nicht.
Das täte ein Korsett.
Das Problem scheint komplexer zu sein.
Denn sie schreibt hier ja auch was von behandelter Hüftdysplasie und leichtem Klumpfuß - wobei wohl beide Beine betroffen sind. Denn die Einlage ist rechts und die Fußorthese links.
Deswegen vermute ich, dass eine reine Schuhanpassung nicht reichen wird - und das wird durch die Einlage vermutlich schon kompensiert.
Eine Hüftdysplasie und leichter Klumpfuß wurden so weit es geht behandelt, gab im Kleinkindalter mehrere OP´s, trägt Einlage rechts + Fußorthese links und ist bisher zwar etwas hinkend aber doch zurechtgekommen.
Sie hat aber jauch eine Skoliose (da machen wir seit längerem schon Übungen, Krankengymnastik, Schwimmen,...) aber da ist ihr "schiefer" und etwas hinkender Gang sehr nachteilig, die Skoliose hat sich leider (dadurch) weiter verschlechtert
Ein Korsett hingegen hilft zwar bei der Skoliose - das stimmt.
Ohne Gehhilfe hinkt sie und belastet dadurch Knie und Hüftgelenk extrem!
Der Orthopäde sagt bei ihrer Vorgeschichte kann sie sich bald auf ein künstliches Hüftgelenk einstellen wenn sie sich nicht an die Anweisungen hält!
Und gegen hinken hilft das Korsett nun mal nicht. Es richtet zwar die Wirbelsäule etwas auf, hat aber keinen wirklichen Einfluss auf den Laufstil.

Problem ist hier einfache die komplexe Problematik - Füße, Knie, Hüfte und Wirbelsäule.
Mit der Akzeptanz der Gehstütze würde das Mädchen sich gleich in mehreren Bereichen was "Gutes" tun. Zum einen Schonung Knie und Hüfte und auf Zeit erstmal Verhinderung eines künstlichen Gelenkes und zusätzlich noch die Option die Skoliose nicht weiter zu verschlechtern.

Wie man das Kind aber zu dieser Einsicht bekommt, dafür weiß ich eben auch keine Lösung.
Wir kämpfen hier ja auch - und da geht es nur um ein Korsett. Und das auch nur noch für begrenzte Zeit.
Anfangs war das Tragen kein Problem, aber seit ein paar Monaten ist das zunehmend ein Kampf.
Vom Alter her kann man bei meinem Junior langsam damit argumentieren - dass sich dann die Berufswahl weiter einschränkt - wenn der Rücken wieder schlechter wird.

@SalmaPlus Welchen Winkel hat denn deine Tochter? War Korsett überhaupt schon mal im Gespräch deswegen?
 
Muss ich jetzt wirklich hart durchgreifen nach der Methode „Du machst das jetzt!“?
Hast du es denn mal probiert, ihr positive Bilder von jungen Menschen mit Gehstock zu zeigen, wie in den von mir verlinkten Bildern? Ich denke auch nicht, dass das direkt "wirkt" im Sinne von "oh, ja, dann mache ich es", aber wenn sie es öfter sieht, vielleicht auch bei Menschen, die auch mit Stock hip und cool aussehen, könnte das vielleicht langfristig zu Akzeptanz führen.
 
Mein Gott, was denn noch alles..

Die Tochter ist kein Kind mehr, sondern in einer Phase, in der sich auch die sexuelle Identität formt und ausbildet. Wesentlicher Bezugspunkt ist dabei die Gruppe von Gleichaltrigen. Von denen möchte man gesehen, beachtet, respektiert werden.

Und da taucht man dann nicht nur "behindert" auf, sondern bekommt ein Hilfsmittel auf das andere aufgedrückt, wie ein Stempel, der nach aussen hin Andersartigkeit, vielleicht auch Minderwertigkeit signalisiert. Da hilft es wenig, wenn die verordnete Krücke dann schön bunt ist.

Wie wäre es mit etwas Akzeptanz und Toleranz? Wo bleiben Gespräche, wie sie sich überhaupt mit all ihren Behinderungen und Hilfsmitteln sieht, wie es ihr in der Schule und im Freundeskreis geht?Wird sie ausgelacht, ausgegrenzt, verspottet, darf sie überall dabei sein, wo sie sein möchte?

So lange ihr/du keine Gedanken darüber verschwendest, so lange kannst du gegen eine Wand reden. Klar akzeptierst du dein Kind wie es ist. D.h. aber noch lange nicht, dass deine Tochter sich selbst akzeptiert in der Phase, in der erste Grüppchen und Päärchenbildung sich anbahnen mit den ersten Verabredungen. Sie wehrt sich schlichtweg gegen eine "Krüppelidentität". Da ist vermutlich etwas mehr angesagt als mütterliche Anordnungen, was zu tun ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Davon abgesehen hatte/habe ich das Problem, dass Krücken und Fahrrad schlicht inkompatibel sind. So habe ich mir im stockshop.de einen faltbaren Gehstock samt Tasche besorgt. Den kann ich im Fahrradkorb mitnehmen und bei Bedarf benutzen. Tatsächlich wurde ich dann um das Ding später schlichtweg beneidet. Ist da, wenn man ihn braucht, und ansonsten im Täschchen verborgen.

Mit Krücke konnte ich nicht radfahren, war also damit auch noch behindert. Lasst euch etwas einfallen, wenn das Ziel erreicht werden soll. Entweder oder kann es in diesem Fall ja doch nicht sein.
 

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