Wo bin ich denn hier gelandet?
Alle "schreien" nach Liebe. Ich erlebe hier selbst nur Angriff. Daß die Emotionen bei solch einem Thema in einem Hilferuf Forum explosiv werden, kann ich nachvollziehen. Ich fühle auch mit dem Kind, weiß allerdings auch um meine Unfähigkeit und Hilflosigkeit in solch einer Situation.
Angriffe dieser Art hätte mich zum Rückzug bewogen. Hat sich die TE eigentlich schon geäußert zu Euren Rat"schlägen"? Ich habe sie nicht wahrgenommen oder habe ich sie überlesen?
Ich war auch einmal mit dem Sohn meines Freundes verzweifelt. Es ist keine vergleichbare Situation, denn er ist nicht aggressiv oder klaut oder macht Sachen kaputt. Er hat einfach nur pubertiert und genau so, wie ich es derzeit auch getan hat. Er hat mich nur soweit zu Weißglut gebracht, daß ich ihn mal richtig angebrüllt habe. Auch nicht gut, gel? Ich will nur sagen, wir sind Menschen! Nun gut, in meinem Fall ist es nicht eskaliert, im Gegenteil, seitdem ist er liebenswert nett zu mir und wenn er mich dann mal wieder reizt, dann sagt er kurz vorm Buchsenschluß: War nur Spaß 😛.
Ich will nur sagen, Eltern, Erwachsene verzweifeln und gebe Edy somit Recht, daß jedes Kind eine Entscheidung sehr sehr früh fällt.
Was ich raten würde...ist:
Erstmal, sich klar zu machen: Das erst einmal alles okay ist. Der Junge schreit nach Hilfe und Du bist mit den Nerven und Latein am Ende. Das "Blag" sehe ich auch als Hilferuf. Ich finde es auch gut, daß Du den Jungen 2 bis 3! Mal in der Woche nimmst. Meine Hochachtung. Ich hätte schon längs kapituliert.
Das wäre auch mein Vorschlag:
Du solltest kapitulieren, daß Deine Kompetenzen erreicht sind. Ich, aber das bin ich und niemand anders, würde möglicherweise auch das dem Kind sagen, selbst dann, wenn es 7 Jahre alt ist. Mit der Wahrheit kam ich immer am Allerweitesten, auch bei Kindern. Doch, ich würde sagen, daß ich nicht mehr kann und es mir weh tut, wenn meine Sachen kaputt gemacht werden. Daß ich ihn wirklich mag und auch sein Leid sehe, nur ist dies auf Dauer kein Zustand.
Dann würde ich mir Hilfe holen. So eine Art Supernanni, oder wie die heißen. Ich glaube, Eisblume hat Dir schon Adressen mit auf dem Weg gegeben. Ich finde auch eine Therapeutin, die Spieltherapie oder Maltherapie macht toll. Gibt es keine Klinik für Kinder? Einfach mal stationäre Therapie MIT Einbezug der Eltern, der Tante?
Ich bin sicher, für alles gibt es eine Lösung, nur die Lösung sieht nicht so aus, daß man an Eltern oder Tante durch Angriff und "Leistungsanforderung" zerrt oder beim Kind etwas fordert, was er nicht geben kann. Ihm fehlen die Lösungen für sein Leid. In erster Liebe, und ich bin mir sicher, die kann er erstmal nicht im familären Umfeld finden.
Ihr braucht alle Hilfe. Kein Angriff, Hilfe.
Ich weiß nicht mal, ob Du das alles hier noch liest. Alles Gute für Euch.
Liebe Grüße
Kolya