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Schweigende Opfer

L

Lilian

Gast
es gibt viele Diskussionen darüber warum Opfer schweigen und Ratschläge das schweigen zu brechen aber so einfach wie manche sich das vorstellen geht das nicht. All die Jahre hat man geschwiegen und sich einen Schutz aufgebaut um irgendwie zu überleben aus Angst vor den wiederkehrenden Erinnerungen , man hat Todesängste ausgestanden und wurde bedroht niemandem etwas zu sagen
wenn man darüber spricht löst das meinen inneren schmerz läßt es mich Bilder
vergessen? Nein Geht es mir besser wenn der Täter zur Strecke gebracht wurde hilft es mir mit meinen Erinnerungen fertig zu werden? hilft es mir das mein Ekelgefühl verschwindet das man nie abwaschen kann? Gibt es mein Selbstwertgefühl zurück ? Ist da nicht auch die Angst vor meinen Mitmenschen ?
Warum dreht man manchmal einen Strick daraus das Missbrauchsopfer
schweigen ?
 
Ich würde im Zusammenhang damit auch noch die Frage stellen: Macht man die Opfer nicht auch irgendwie zum Täter ?
Es ist doch auch oft so das denen dann ein schlechtes Gewissen gemacht wird wenn sie nicht reden wollen. Da kommen Sprüche wie: "Du musst ihn anzeigen oder willst du dass das Gleiche mit anderen geschieht nur weil du nicht reden willst..."
Die Opfer werden unter Druck gesetzt indem man ihnen Schuldgefühle einredet, was sie durchmachen müssten wenn sie vor Gericht aussagen und damit alles nochmal durchleben müssen ist den anderen oft egal.
 
grüße

... Geht es mir besser wenn der Täter zur Strecke gebracht wurde hilft es mir mit meinen Erinnerungen fertig zu werden? hilft es mir das mein Ekelgefühl verschwindet das man nie abwaschen kann? Gibt es mein Selbstwertgefühl zurück ?

Ja

und nein - es ist nicht so einfach wie manche es sich vorstellen.
ja - man wurde unterdrückt.
ist das nicht um so mehr grund wieder zu leben?
ein ende mit schrecken - besser als ein schrecken ohne ende.
man wurde engesperrt - in sich selbst... mit all den monstern und den schlimmen bildern.
zeit, es denen zurück zu geben die das schuld sind - und die sich ein schönes leben auf kosten anderer machen.
zeit die monster zu denen zu jagen, die sie wirklich verdient haben.
und ja - ich schreibe als jemand der direkt mit dem thema konfrontiert ist.
liebe grüße
 
Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein. Wenn der Täter dann noch frei herumläuft besteht die Gefahr ihm zu begegnen - das Opfer hat kaum Gelegenheit sich mit sich selber zu befassen, die Seele braucht Raum und Zeit um zu genesen. Einen Raum ohne Gefahr, darum wäre es wichtig das Schweigen zu brechen.
Lieben Gruß
Beate
 
Hallo

Ich selbst wurde Opfer von Gewalt.Ich schweige weil ich nicht will das mich andere ansehen und das erste an was sie denken die Vergewaltigung ist.Ich will nicht das sie mich ansehen und all den schmutz sehen.Ich will für sie Mensch sein wie alle anderen und nicht immer denken müssen was andere jetzt von mir halten.Ich werde den Täter anzeigen,der Polizei alles erzählen aber ich werde nicht meinen Eltern,Verwandten und Bekannten davon erzählen.Ich will das alles so ist wie früher und dementsprechend behandelt werden wenn in mir drin schon alles zerstört ist...

Liebe Grüße
Mira
 
Hi,

es ist ja auch immer relativ auf den Fall.

Es gibt schliesslich auch so perfide Missbrauche, bei denen sich die Opfer selbst nicht zugestehen wollen, dass sie Missbraucht wurden.

Es ist Manchmal auch einfacher sich lieber die welt schoenzureden, als vor sich selbst zugeben zu muessen, missbraucht worden zu sein, denn mann sieht ja wie hart so eine Verarbeitung ist,wie die Offentlichkeit damit umgeht etc pp.
 
Hi Rosenblüte,

es ist typischen Opferdenken und ein (oft von den Tätern in die Opferhirne implantierter) Irrglaube dass Schweigen Schutz bietet..diejenigen, die das irgendwann erkennen und ihr SChweigen brechen die schaffen es in der Regel sich aus einem Gewalttrauma zu befreien.

Die anderen schweigen sich oft kaputt...Schweigen ist der Schutzmantel der Täter unter dem sie weitermachen können wie bisher. Schweigen scheint zwar auf den ersten Blick ne bequeme Lösung zu sein, hat jedoch sehr häufig höchst unbequeme Folgen. Schweigen ist der Sargnagel zur Isolation der Opfer.


Im Grunde ist es gar nicht mal so schwierig nicht mehr zu schweigen..wozu sollte man sich auch schämen oder schuldig fühlen? Allein der Täter ist verantwortlich für das was er getan hat. Das ist vielen Gewaltopfern jedoch oft nicht klar...sie lassen sich oft Schuldgefühle vom Täter einimpfen und grenzen sich nicht dagegen ab.
Nicht mehr zu schweigen bedeutet keinerlei Schuld anzunehmen, was ein überlebenswichtiger Abgrenzungsschritt für Gewaltofper ist...diejenigen die diesen Schritt nicht vollziehen sind in ihrem Leben weiterhin sehr stark gefährdet..die geraten oft automatisch im Leben immer wieder an dieselben Typen und werden die Opferrolle nicht los.

Opfer die schweigen signalisieren mangelndes Selbstwertgefühl und fehlendes Abgrenzungsvermögen. Das sind jedoch lebensnotwendige Dinge, die an sich recht einfach erlernbar sind. Wohl denen, die ihren Hintern hochkriegen um sich dahingehend zu bemühen..per Therapie, per Kampfsport etc...

Immer wieder hört man von einigen (nicht allen!) Opfern diese Aussagen: in mir ist alles zerstört, "ich bin für immer zerstört" Das ist faktisch jedoch nicht so! Denn in jedem Menschen gibt es sowas wie einen unantastbaren unverwundbaren Kern..an den niemand rankommt...es sei denn man läßt es zu! Also liegt es zu großen Anteilen an einem selber ob man glaubt dass man für immer im Eimer ist und damit die ewige Macht des Täters über sich anerkennt, oder ob man sagt: nee, dieser Ar***hat keine so große Macht mehr über mich, dass er mich zerstören könnte...Ich persönlich rate zur letzteren Grundeinstellung..denn das Leben ist zu kurz und zu kostbar um zu lange in Leid und Trauma hängenzubleiben.

Räume ohne Gefahr gab es nie und wird es nie geben..Menschen sind nunmal was sie sind: RAubtiere, zwar kultur- und moralfähig, aber es gibt keine Garantien dafür, dass sie sich auch anständig ggü ihren Mitmenschen verhalten. Als ehemaliges Gewaltopfer kann ich nur raten: man sollte aus seinen Erfahrungen lernen und bereit sein sich dem Leben zu stellen..nicht schisshasig verkriechen, nicht schweigen, sondern erwachsen werden, Verantwortung für sich übernehmen, lernen sich effektiv zu wehren, einen effektiven Selbstschutz aufbauen, dann vergeht den meisten Tätern auch die Lust auf ihre Taten. Täter suchen sich ihre Opfer gezielt heraus, sie wittern deren Unreife, Angst und Unsicherheiten förmlich...Ab der Pubertät ist an sich jeder Mensch..egal ob Mann oder Frau dazu in der Lage sich seiner eigenen Haut wehren zu können...mit der Pubertät kann man auf der Welle des natürlichen Ablösungsprozesses reiten, anfangen selber zu denken, zu urteilen und zu handeln, mitzubestimmen wer man ist und sein will (schweigendes infantiles Opfer oder selbstbewusste wehrhafte Frau) ....man muss dazu nur die richtige Grundeinstellung und auch genügend Selbstbewusstsein haben und ein wenig trainiert in Selbstverteidigung...was nicht nur wenn es hart auf hart kommt von Nutzen ist sondern allgemein im Alltag das Selbstbewusstsein hebt, ne gute Ausstrahlung und Köperhaltung macht, die der effektivste Selbstschutz sind. Kann man alles erlernen kann und sollte es auch insbesondere nach Gewalterfahrungen.

Satansbratens Frage ist berechtigt...an sich hat ein Opfer in meinen Augen ne Verantwortung sich selber und auch gegenüber der Allgemeinheit...was passiert ist ist passiert..und vor Gericht ist es an sich mit psychologischer Unterstützung, fittem Anwalt etc..halb so wild. Zwar hart, aber auch irgendwo gut für das Opfer...hat jedenfalls meine damals vergewaltigte Jugendfreundin gemeint. Und der derzeit laufende Prozess mit dieser Stefanie zeigt ja dasselbe. Ist zwar ne Schlammschlacht..aber so ist es nun mal: wo Dreck geschehen ist, stinkt es gewaltig..ist doch egal!..zuletzt wird der Täter ganz allein mit der Sch***dastehen, den haben die ja bereits durch Veröffentlichung der Sadovideos ziemlich weichgekocht..ne hübsche Rache finde ich...nix fürchten solche Mistkerle mehr als dass ihr nackter perverser Hintern veröffentlicht wird..die ernähren ihren Egoismus und ihre Macht durch die Heimlichkeit und das Schweigen der Opfer....und deren Macht ist dahin wenn das Licht der Öffentlichkeit drauffällt.
Manchmal muss man im Leben auchmal auf die Gefahr hin was aufs Maul zu kriegen, oder wenn es um unbequeme und unschöne Wahrheiten geht dasselbe aufmachen und das Schweigen brechen. Man nennt das paradoxe Vorgehensweise: um das zu vermeiden was man am meisten fürchtet muss man genau das tun, was man fürchtet = hier nicht zu schweigen, dann ist die Furcht oft futsch, der Druck raus, die Macht des Täters gebrochen, das Trauma entschärft.

Dieses nochmals Durchleben müssen ist übrigens nen wichtiger Verarbeitungsschritt..Verdrängen ist totaler Mist, denn der Körper vergißt NIE! Hier hilft erfahrungsgemäß nur Flucht nach vorne...erneut paradox arbeiten..sich seinem Alptraum stellen um ihn zu entschärfen..denn auch wenn man wegsieht bleibt er bestehen...er wird beim Wegsehen sogar immer noch viel größer als er tatsächlich ist, baut sich zum Monster auf, dass ständig in der Seele lauert und unkontrolliert immer wieder zubeißt...etc...Kinder tun das ja immer...aus Angst gucken sie weg..verstecken sich..aber irgendwann sollte man doch erwachsen werden und den Dingen stellen, oder? Man steht ja auch nicht alleine vor Gericht da, kann sich fachkundige Berater aus Beratungsstellen an seine Seite setzen, Freunde um sich scharen, die zu einem stehen in dieser schweren Zeit, sich psychologisch coachen lassen, man kann jederzeit mitbestimmen wie es vor Gericht läuft....Mithilfe und Unterstützung kriegt JEDER total für umsonst..fragt sich warum so viele ihre Chancen da nicht nutzen?? Tja liegt dann doch an zu unsicherer, unreifer Grundhaltung (das mit dem wegsehen wollen wie ein Kleinkind, dass beim Versteckspiel mitten im Raum steht und sich die Auge zuhält und denkt dass wenn es nix sieht, die anderen es nicht sehen können) und der (eingebildeten, nicht realen!) Macht der Täter, die ihre Opfer oft viel zu lange, manchmal sogar lebenslang im Griff haben und auf ihre devote Operhaltung, Angst und Schweigsamkeit zählen können?

Gruß
Tyra

Manchmal sind die Tiger des Zorns klüger als die Pferde der Anweisung (William Blake/Hochzeit aus Himmel und Hölle: The tygers of wrath are wiser than the horses of instruction)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tyra

Ich stimme Dir in allen Punkten zu. Aber eine Formulierung von Dir gefällt mir nicht.

Im Grunde ist es gar nicht mal so schwierig nicht mehr zu schweigen..wozu sollte man sich auch schämen oder schuldig fühlen? Allein der Täter ist verantwortlich für das was er getan hat. Das ist vielen Gewaltopfern jedoch oft nicht klar...sie lassen sich oft Schuldgefühle vom Täter einimpfen und grenzen sich nicht dagegen ab.
Ich halte es auch für wichtig, das Schweigen zu brechen. Aber ich glaube, dass es Opfer gibt, für die es schwer ist, das durchzuführen.

Wenn sie lange Zeit geschwiegen haben, und niemand in ihrer Umgebung davon weiß, müssen sie sich schrittweise öffnen, um jeweils festzustellen, dass ihre Angst unberechtigt war. Und mit jedem Schritt gewinnen sie ein Stück Selbstvertrauen und vielleicht auch Menschen, auf die sie weiter aufbauen können. Auf die sie zurückgreifen könnten, falls einmal etwas schiefläuft.

Wichtig ist, dass man eines Tages ankommt.

Günter
 
Hallo; Auch Ich Habe So Etwas Erlebt Jeden Tag Schläge Beschimpfungen Und Vergewltigung; Zum Schluss Lag R Mit Messer In Meinem Bett. Ich Habe Mit Niemanden Darüber Gesprochen; Weil Er Immer Sagte Das Ist Alles Deine Schuld Und Dann Habe Ich Es Geklaubt Bis Ich Nicht Mehr Konnte.

Ich Bin Einfach Weg Gelaufen Und Wohne Jetzt Ca 600km Weiter Weg; Er Lässt Mich Noch Immer Nicht Ganz In Ruhe; Aber Er Kann Mir Nichts Mehr Anhaben Ich Kann Mich Jetzt Durchsetzten; Das Musst Ich Erst Lernen.

Nein Ich Habe Ihn Nicht Angezeigt; Heute Würde Ich Auch Die Polizei Rufrn ; Schon Alleine Weil Mir Keiner Geglaubt Hat; Weil Ich Eben Geschwiegen Habe, Leider.

Ich Habe Nur Noch Hass Und Mitleid Mit Der "sau".

Alles Gute An Alle

Cu
 
weg..verstecken sich..aber irgendwann sollte man doch erwachsen werden und den Dingen stellen, oder? Man steht ja auch nicht alleine vor Gericht da, kann sich fachkundige Berater aus Beratungsstellen an seine Seite setzen, Freunde um sich scharen, die zu einem stehen in dieser schweren Zeit, sich psychologisch coachen lassen, man kann jederzeit mitbestimmen wie es vor Gericht läuft....Mithilfe und Unterstützung kriegt JEDER total für umsonst..fragt sich warum so viele ihre Chancen da nicht nutzen?? Tja liegt dann doch an zu unsicherer, unreifer Grundhaltung (das mit dem wegsehen wollen wie ein Kleinkind, dass beim Versteckspiel mitten im Raum steht und sich die Auge zuhält und denkt dass wenn es nix sieht, die anderen es nicht sehen können) und der (eingebildeten, nicht realen!) Macht der Täter, die ihre Opfer oft viel zu lange, manchmal sogar lebenslang im Griff haben und auf ihre devote Operhaltung, Angst und Schweigsamkeit zählen können?

Gruß
Tyra

Manchmal sind die Tiger des Zorns klüger als die Pferde der Anweisung (William Blake/Hochzeit aus Himmel und Hölle: The tygers of wrath are wiser than the horses of instruction)

so stimme ich mit dir nicht ganz ueberein.
so einfach wird einem nicht geholfen, auch nicht von hilfsorganisationen.
selbst der weisse ring hat inkompetente aussenstellen,die teilweise gerade noch von stalking etwas mitbekommen haben, jedoch noch nie von einem chat gehoert haben geschweige denn wissen wie man eine email liest oder was das ist!

mehr schreibe ich dazu momentan erst mal nicht.
 

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