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Schülerin wünscht sich weiter Kind zu sein

G

Gast

Gast
Hallo,

ich wende mich mal mit einem Problem an dieses Forum, da es mir ganz hilfreich erscheint.

Ich bin Lehrerin und hatte letzte Woche in einer 8.Klasse das Thema, ob die Schüler mit ihrem Alter zufrieden sind oder lieber jünger/älter sein wollten. Der Großteil, der sich geäußert hat, wollte älter sein. Ein Mädchen allerdings hat gesagt, dass sie lieber wieder Kind sein möchte und es auch noch lange bleiben möchte.

Ich mache mir etwas Sorgen um eine Schülerin, da sie auch gar keinen Anschluss in der Klasse hat, sie wirkt noch sehr kindlich und ich habe den Eindruck, dass sie zu Hause Probleme hat.
Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht damit sagen, dass jede(r) 14/15 jährige(r) schon total reif sein sollte. Das Problem bei ihr ist, dass sie mit dem Erwachsen werden/Pubertät anscheinend etwas negatives assoziiert.

Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben?
 

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111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
DA fält mir nur die grosselternlichste Antwort ein: Hauptsache gesund sind sie, die Kinder.

Jede Zeit hat ihre Modeerscheinungen und nun es ist modern, dass man hinter allem ein (behandelbares!) psychologisches Problem vermutet.

Auch gibt es anscheinend Modetrends (heutige Jugend... :eek:) die genau dieses gestylte Kindsein nach aussen hin herausstilisieren (auch das wird entsprechenden Gewinnen vermarktet).

Ich meine, nix ist schlimmer als wie wenn sich die Erwachsenen Sorgen um einen selber machen <- hier
oder
man was macht, was die Erwachsenen in Selbstzweifel stürzt :D
 
B

Blackjack

Gast
Der Großteil, der sich geäußert hat, wollte älter sein.
Den Zahn bekommen die Schüler noch gezogen wenn sie dann aus der Schule raus sind. Dann wollen sie wieder alle Schüler sein und 16. Das ändert sich also noch.

Zu deiner Beurteilung. Ich finde es eher komisch das du von allen Schülern erwartest das sie die selbe Meinung haben und das sie alle nicht mehr kindlich sein dürfen. Das hat bisschen was von sozialistischer Erziehung der DDR.

Die einzige Sorge die dich beschäftigen sollte wäre der fehlende Anschluss. Ich würde an deiner Stelle auch nicht daraus ein riesen Problem schließen. Wenn sie noch kindlicher ist wie ihre Klassenkameraden dann ist es natürlich schwierig für das Mädchen Anschluss zu bekommen weil die Interessenlage unterschiedlich ist. Wichtig ist also darauf zu achten das sie in ihrer Entwicklung die Möglichkeit behält Anschluss zu bekommen und nicht in die Isolation gerät.
 

marut

Aktives Mitglied
Hi,
hier eine gute Antwort zu finden, ist schwierig, du kennst die Schülerin besser, wir gar nicht. Im Prinzip halte ich es für normal, dass sich eine 14/15jährige noch wünscht ein Kind zu sein, wie es eben auch normal ist, dass sich andere wünschen älter zu sein. Sorgen würde ich mir erst machen, wenn sie es darüber hinaus in auffälliger Weise (also in Körperhaltung und Verhalten) abwehrt/versteckt, dass sie sich weiter entwickelt. Aber auch da muss man nichts dramatisieren, vllt hilft ihr schon, dass es ok ist, wenn es einen Unterschied zwischen geistiger, emotionaler und körperlicher Reifung gibt. Das kann sehr entlastend wirken.

viele Grüße
marut
 

Revolvermann

Mitglied
Hi Gast,

hmm wünschen sich kinder nicht immer das sie so bleiben können wie sie sind also sprich immer kinder zu bleiben? Da ich selber ja auch mal kind war kann ich nur verstehen wenn viele sich vor der zukunft fürchten sie ist ungenau, unbestimmt, meist mit veränderungen gespickt, voll mit verantwortung und pflichten. Das ist sich da der eine oder andere wünscht das nicht alles mit erleben zu müssen scheint mir irgendwo sehr menschlich zu sein. Allerdings ist mir auch noch nie ein junger mensch begegnet der sich voll bewusst gegen all das gestemmt hätte, wobei es hier auch genug beispiele gibt wie kinder einfach den verweigerer spielen und sich gegen alles aus der gesellschaft stellen selbst die normalen dinge des leben. Ich denke es kann nicht schaden auch weiterhin ein gutes auge auf die junge dame zu haben, nur für alle fälle man weiß ja nie wie weit so etwas geht, aber direkt eingreifen halte ich auch für zu viel des guten außer wenn du merken solltest das das alles ganz aus dem ruder läuft. Ich denke als lehrer hast du da dann andere möglichkeiten der sache auf den grund zu gehen und das problem zu lösen wenn es nötig sein sollte, kinder sind halt kinder sie sind alle verschieden und anders, manche total selbstwusst andere stiller als ein see aber man sollte ja nie vergessen das dahinter sich auch immer ein mensch verbirgt. Dennoch freut es mich zu wissen da es noch lehrer gibt die sich um ihre schüler auch mal sorgen es kann nicht schaden wenn du wirklich ein auge auf die sache hast, ich wünsch dir viel erfolg mit deinen schülern, einen guten lehrer haben sie ja schonmal auf ihrer seite das eine menge wert in der heutigen zeit :)

vg revolvermann
 
S

Schmetterlingsflattern

Gast
schön das man mal sowas seitens eines lehrers liest....das er/sie sich gedanken macht. :)
würde ein auge aufs mädchen haben,aber es nicht überbewerten...
 
M

muddle

Gast
Ich sehe das wie Schmetterlingsflattern: Es ist schön, dass ich jemand Gedanken macht und leider gibt es das viel zu selten.

Überbewerten würde ich das aber auch nicht. Behalte sie ein wenig im Auge und beobachte ihre Entwicklung.

EIn Beispiel aus meiner Erfahrung. Als ich 14/15 war hatte ich zeitweise einige psychische Probleme und viel mit Kopfschmerzen zu tun. EIne Lehrerin von mir war immer sehr lieb und aufmerksam, hat es gemerkt, wenn es mir nciht gut ging und mich dann einfach gefragt "Hast du wieder Kopfschmerzen? Möchtest du kurz an die frische Luft gehen?"
MIr hat diese Aufmerksamkeit sehr viel bedeutet, weil anderen Lehrern dies egal war. Irgendwann hat sie auch gemerkt, dass es mir sonst nicht gut geht und mich auch drauf angesprochen, sher unverbindlich. Sie hat mir einfach nur deutlich gemacht, dass sie für mich da ist, wenn ich sie brauche. Ich habe mich nicht großartig beim ersten Mal geäußert. Als ich aber mal wieder schlecht aussah, hat sie allen eine Aufgabe gegeben und wir sind rausgegangen und ich habe von mir aus meine Probleme erzählt. MIr tat das unheimlich gut. Ich muss aber dazu sagen, dass ich schon immer sehr offen bzgl. meiner Probleme war, das ist sicher nicht die Regel.

Ich möchte nur sagen, WENN du sie irgendwann ansprechen solltest, weil es dir nicht aus dem Kopf geht oder du andere Auffälligkeiten bemerkst, sei behutsam. Lass sie irgendwie merken, dass du dir GEdanken machst, aber dräng sie zu nichts.

Aber wie gesagt: erstmal abwarten!
 
G

Gast

Gast
Ich bin Lehrerin und hatte letzte Woche in einer 8.Klasse das Thema, ob die Schüler mit ihrem Alter zufrieden sind oder lieber jünger/älter sein wollten. Der Großteil, der sich geäußert hat, wollte älter sein. Ein Mädchen allerdings hat gesagt, dass sie lieber wieder Kind sein möchte und es auch noch lange bleiben möchte.
Hallo, ich finde es ganz toll, dass Du Dir Gedanken um das Wohlergehen Deiner Schüler/innen machst. :) Das ist bei Lehrern alles andere als selbstverständlich. Nun ja, vielleicht bin ich auch zu sehr mit Vorurteilen behaftet. Ich war damals auf dem Gymnasium auch so ähnlich wie Deine Schülerin und wurde von allen, auch einigen Lehrern, andauernd nur kritisiert, was sehr weh getan hat.
Ich glaube eine der wichtigsten Dinge, die Du Deiner Schülerin geben kannst, ist Verständnis und das Wissen, dass jeder so wie er ist okay ist.

Bei mir waren es damals in der Schule unter anderem familiäre Probleme, die dazu führten, dass meine (ohnehin schon langsame) körperliche Entwicklung an meiner geistigen Entwicklung vorbeizog, die sozusagen stagnierte.
Ich hatte in meiner Herkunftsfamilie permanent mit verschiedenen Arten von Psychostress und dem Thema Tod zu tun (gehabt), so dass sich mein Gehirn wohl nur noch auf das "Überleben" konzentrierte, aber nicht mehr darauf sich weiterzuentwickeln. Eben die Folge von permanenter Angst.

Vielleicht ist Deine Schülerin von ihrer Entwicklung her einfach langsamer als andere (muss ja nicht negativ sein), vielleicht hat sie auch Stress in ihrer Familie (Krankheit in der Familie, Eheprobleme der Eltern, einengende Eltern, die sich nicht erwachsen werden lassen oder auch Eltern, die zuviel fordern, usw...) oder mit dem Erwachsen-Werden an sich ((Angst vor dem späteren Arbeitsleben, Überforderung mit dem Schulstoff allgemein, Ablehnung des 'Frau-Werdens' (evtl wegen negativer Vorbilder), Probleme als vielleicht schüchterner Teenie mit Gleichaltrigen mitzuhalten (für Introvertierte oder Schüchterne ist das Teenageralter mit all dem Fokus auf Partys, Action und Äußerlichkeiten oft sehr hart)).

Ich mache mir etwas Sorgen um eine Schülerin, da sie auch gar keinen Anschluss in der Klasse hat, sie wirkt noch sehr kindlich und ich habe den Eindruck, dass sie zu Hause Probleme hat.
Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll.
Habt Ihr einen Schulpsychologen?
Ich kenne mich mit dem Lehrer-Dasein so gar nicht aus. Deswegen sind vielleicht nicht alle meine Ideen hilfreich. Doch ich schreibe jetzt einfach mal, was mir so einfällt:
- Die Telefonseelsorge hat auch ein Kinder-und Jugendtelefon. Ganz leicht zu finden, wenn Du im Internet die Wörter 'Telefonseelsorge' und Kinder 'eingibst' (man kann hier keine Website-Adressen hineinposten). Die Leute bei der Telefonseelsorge könnten Deiner Schülerin ganz bestimmt mit praktischen Ideen, was sie bei ihrem konkreten Problem (falls sie eines hat) tun kann, weiterhelfen.
Wäre es vielleicht möglich, dass Du in Deiner Klasse sagst: "manche Schüler haben zuhause Probleme und können mit niemandem darüber sprechen. Deswegen verteile ich jetzt mal die Nummern der (Jugend-)Telefonseelsorge (und evtl auch die der Jugendberatungsstelle, des Jugendamtes oder einer anderen Einrichtung in Deiner Stadt).

Meine Erfahrung ist, dass viele Jugendliche überhaupt nicht wissen, dass ihnen diese Einrichtungen helfen können (weil ihnen die Eltern mit schwerer Strafe drohen, wenn sie sich dort melden. Und weil sie kein Vertrauen mehr in Erwachsene haben).
Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, sich 20 Minuten Zeit zu nehmen und Schüler/innen aufzuklären, dass solche Organisationen ihre Freunde sind, die ihnen erst einmal "nur" zuhören und nicht ihre Feinde, die gegen ihren Willen drastische Schritte einleiten.
Es gibt tatsächlich Jugendliche, die wegen ihrer schlechten Erfahrungen alle Erwachsenen (einschließlich Jugendamtsmitarbeiter) als Petzen und gefährlich für sich selber ansehen. Doch das entspricht nicht der Realität. Leider klärt sie niemand darüber auf (ich habe selber so einen Fall kennengelernt :( ).
- zweitens: vielleicht könntest Du Deiner Schülerin anbieten, zu Dir zu kommen, wenn sie ein Problem hat? Oder sie nach der Stunde mal auffangen und fragen, ob sie sich in der Klasse wohlfühlt? Oder Ihr sagen, dass Du den Eindruck hast, dass sie etwas bedrückt? So etwas KANN helfen. Natürlich gibt es auf der anderen Seite auch Fälle, in denen Schüler/innen vor Lehrern nicht mit privaten Problemen heraus rücken (deshalb mein Vorschlag mit den Telefonnummern von Telefonseelsorge & co).
- drittens, leider kann man nicht jedem helfen. Manche Teenager haben zuhause mit heftigen Belastungen zu kämpfen, kommen dann aber erst als Erwachsene auf den Trichter, dass das, was sie erlebt haben, nicht normal war.
Sehr wichtig ist auf jeden Fall Verständnis. Keine Rumnörgelei an der Kindlichkeit der Schülerin (wie bei mir damals in der Schule), so dass sie soviel Selbstbewusstsein entwickelt wie es ihr im Moment bei ihrem gegenwärtigen Entwicklungsstand und Umständen möglich ist.

Dein Engagement finde ich echt ganz toll! :)

Viel Glück!
 

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