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Schlechtes Realschulabschlusszeugnis und Lücke im Lebenslauf

Puppycat

Neues Mitglied
Hallo,

ich habe während Corona im Sommer 2021 meinen Realschulabschluss gemacht, der leider nicht gut ausging. Der Fernunterricht fiel mir schwer, und meiner Psyche ging es in den letzten zwei Schuljahren sehr schlecht. Durch das Chaos hatten wir auch keine Berufsvorstellung bzw. keinen Berufstag, und unser Schulpraktikum, das im April 2021 gewesen wäre, ist wegen des Lockdowns ins Wasser gefallen. Ich habe die Schule beendet und ein halbes Jahr später mein FSJ in einem Kindergarten für Kinder mit leichten Behinderungen gemacht. Das hat mir zwar nicht gefallen, aber ich habe es durchgezogen.

Jetzt bin ich mit fast 22 arbeitslos. Ich beziehe zwar noch Kindergeld, da ich ausbildungssuchend bin, und mache währenddessen eine Therapie, aber beruflich komme ich nicht voran. Ich würde gerne etwas Organisatorisches oder Bürokratisches machen, wie z.b im Landratsamt, aber mit meinem Zeugnis und der langen Lücke im Lebenslauf sehe ich keine gute Zukunft.

Hat jemand Tipps oder Erfahrungen und könnte mir vielleicht weiterhelfen?

Liebe Grüße

Mein Zeugnis:
Religion: 4 Deutsch: 2 Englisch: 3
Mathe: 5 Geschichte: 4 Chemie: 4
Sport: 3
 
Die 5 in Mathe stellt mindestens ein Hindernis dar, wenn es um Zahlen geht - und es geht oft um Zahlen.

Aktuell hast Du Zeit ohne Ende, ich würde daher an Deiner Stelle systematisch die Lerninhalte des Mathe-Realschulabschlusses recherchieren und so lange Videos mit Beispielen ansehen, bis ich es verstanden habe.

Du kannst dann einfach ein Blatt vor das Zeugnis heften, das nicht übersehen werden kann und drauf schreiben, dass Du Dir die Mathekenntnisse nachträglich angeeignet hast, die damalige Note nicht mehr relevant ist und Du bereit bist, Beweis anzutreten.

Ich schreibe dies deswegen so, weil ich damals mal ein Mädchen von 5 auf 2 in Mathe gebracht habe. Sie meinte dann: "Können wir nicht mal was anderes machen, mir ist langweilig" und ich darauf: " Das ist genau das was ich hören wollte. Wenn die nächste Klassenarbeit ansteht, gähnst Du, schreibst eben die Ergebnisse hin und gibst es ab".
So passierte es dann auch.
 
Jetzt bin ich mit fast 22 arbeitslos. Ich beziehe zwar noch Kindergeld, da ich ausbildungssuchend bin

Also für das aktuelle Ausbildungsjahr bist du jetzt fast schon zu spät dran.
Gerade für die die "schönen" Berufe hast du in der Regel mindestens 1 Jahr Vorlauf.
Wir suchen aktuell schon die Azubis für 2025.
Alles, was du für 2024 noch bekommen könntest, sind halt die Stellen, die kein Staatsbürger mehr freiwillig machen will.
Bäcker/Metzger irgend sowas.
Aber das steht wohl eher nicht zur Debatte.

Ich rate dir dringend dich für 2025 auf ALLES zu bewerben, was dir vor die Flinte kommt.
Heutzutage über Online Bewerbung ja relativ easy und ohne Kosten einfach machbar.
Falls dann bisschen was rumkommt, kannst du immer noch Jobs ablehnen.
Aber erstmal musst du schauen, wer überhaupt Interesse an dir hat.
Gerade Stellen im "Büro" wollen halt viele haben.
Da hilft nur bewerben, bewerben, bewerben.
Aber du musst auch offen für andere Jobs bleiben.
Deine Noten sind nicht überragend, das ist halt so, daran kannst du jetzt nichts mehr ändern.
Aber im Büro wirst du da nur schwer oder nur mit viel Glück Fuß fassen können.

Was macht dir denn sonst noch Spaß?

Übrigens.
Du musst bitte unbedingt, die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn 2025 aktiv nutzen.
Geh auf Unternehmen zu und frag nach Praktika usw.
Zum einen bekommst du so gewisse Einblicke.
Zum anderen, ist das vielleicht eine Chance bei einem Unternehmen zu punkten und die geben dir, trotz schlechter Noten, eine Chance auf eine Ausbildung, weil es menschlich passt.
Außerdem musst du unbedingt den aktuellen Leerlauf füllen.
Wenn da jahrelange Lücken im Lebenslauf sind, werden deine Chancen noch kleiner.
Für deinen Lebenslauf kann es Gold wert sein, wenn da diverse längere Praktika drin stehen.
Es zeigt deine Initiative.
Falls alle Stricken reißen und das nicht klappt, dann zur Not zur Überbrückung bei McDoof Bürger braten oder Pakete ausfahren.
Völlig egal.
Alles ist besser als "Nichts" im Lebenslauf stehen zu haben.
 
Was hast du denn in der Zwischenzeit gemacht? Wirklich nichts oder gejobbt? Ich würde mir zumindest einen Minijob suchen, am Besten Bereichsnahe zu dem was ich machen möchte. Parallel mich über Ausbildungsbetriebe informieren und was die Kriterien sind. Vielleicht kannst du dazu Kurse belegen, das bügelt ein paar Sachen eventuell wieder aus.
 
ich habe während Corona im Sommer 2021 meinen Realschulabschluss gemacht,

Kannst du das bitte mal aufklären.
Wenn du jetzt "fast 22" bist und 2021 deinen Realschulabschluss gemacht hast, dann warst du da ja auch schon 18/19 Jahre alt.
Die Realschule geht bis zur 10. Klasse.
Da sind die meisten in der Regel irgendwas zwischen 15-16 Jahre alt.
Gabs da auch schon Probleme bzw. Themen, aus denen dich ein Ausbildungsbetrieb ablehnen könnte?

Problem ist leider auch.
Mit einem Realschulabschluss stehen deine Chancen auf "Büro" generell schlecht.
Auch wenn er gut wäre.
Auf Jobs im Büro bewerben sich auch viele Leute mit (Fach)Abi, die keinen Bock haben zu studieren oder im Studium gescheitert sind usw.
Viele von denen sind darüber hinaus sogar noch jünger als du usw.
 
Wie warst du denn vor Corona in der Schule?
Wenn die Noten wirklich durch Corona kamen, kannst du nicht den nächsten Schulabschluss machen mit besseren Noten?
Ansonsten würde ich mich auf alles bewerben, was da kommt.
 
Wir suchen aktuell schon die Azubis für 2025.
Alles, was du für 2024 noch bekommen könntest, sind halt die Stellen, die kein Staatsbürger mehr freiwillig machen will.
Bäcker/Metzger irgend sowas.
Aber das steht wohl eher nicht zur Debatte.
Das ist eigentlich sehr schade. Ich kennen jemanden, der als Metzger-Lehrling angefangen hat, später seinen Meister gemacht hat, dann den Betrieb übernommen hat. Anschließend hat er ihn modernisiert und erweitert. So kann es also auch gehen. Er ist übrigens deutscher Staatsbürger.
 
So kann es also auch gehen. Er ist übrigens deutscher Staatsbürger.
Das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Bei mir Nachbarhaus, lebt ein Mann, der hat nur ein Bein.
Ist deswegen die Aussage falsch, dass Menschen zwei Beine haben?

Aber klar sinnvoll wäre es schon, wenn du @Puppycat dich gezielt im Handwerk bewerben würdest.
Da hättest du vielleicht sogar noch die Chance für 2024 was zu finden.
 
Was hast du denn in der Zwischenzeit gemacht? Wirklich nichts oder gejobbt?
Nein, ich war 2022 drei Monate in einer psychosomatischen Tagesklinik für Jugendliche und habe danach versucht, eine Therapie zu finden. Währenddessen hatte ich zum Beispiel auch Termine bei der Evangelischen Diakonie, wo ich mir verschiedene Angebote angeschaut habe. Ich war auch in einer Jugendberufshilfe, die mich zu einem Berufspsychologen der Bundesagentur für Arbeit geschickt hat. Dort war ich einige Stunden und musste einen psychologischen Test absolvieren, der unter anderem Sprachlogik, Sprachtests und einen Studierfähigkeitstest umfasste. Die Ergebnisse wurden ausgewertet, und die nette Psychologin meinte, ich wäre für die Angebote, die es für Menschen mit psychischen Störungen oder Behinderungen gibt, wahrscheinlich unterfordert. Ich war auch bei zwei Stellen schnuppern, die solche Programme anbieten, aber das entsprach nicht meinen Vorstellungen für die Zukunft. Um ehrlich zu sein, hoffe ich einfach, eine ganz normale Ausbildung zu machen, wie es in der Gesellschaft typisch ist.
Psychologischer Test der Arbeitsagentur

Vielleicht kannst du dazu Kurse belegen, das bügelt ein paar Sachen eventuell wieder aus.
Kurse? wie etwa wie Mathekurse oder sowas in der Art?
 
Wie warst du denn vor Corona in der Schule?
Wenn die Noten wirklich durch Corona kamen, kannst du nicht den nächsten Schulabschluss machen mit besseren Noten?
Ansonsten würde ich mich auf alles bewerben, was da kommt.
Diese Lösung fänd ich tatsächlich auch am besten, frage mich allerdings, ob der TE überhaupt eine Chance hätte, an die Schulzeit nahtlos anzuknüpfen. Der Stoff saß offensichtlich schon damals nicht richtig, das wird jetzt nach 3Jahren sicherlich nicht besser sein. Das neue Schuljahr läuft vermutlich schon, ein weiteres Jahr wäre noch zu überbrücken.
 

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