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Schlechtes Arbeitsverhältnis, Kündigung?

G

Gast

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Hallo zusammen,

hatte mich wirklich gefreut, nach nur drei Monaten Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle zu bekommen. In meinem erlernten Beruf, am Wohnort und Vollzeit. Zumal ich nicht mehr ganz jung bin und auch eine Körperbehinderung habe.
Und dann das:
- Gehalt: Dumpinglohn und dann noch gut 200,00 € netto weniger, als im Vorstellungsgespräch (leider nur mündlich) vereinbart

- Provisionen für fertige Aufträge: Aufträge fertig, ja - Provision bislang Fehlanzeige

- Gehaltszahlung: bislang noch nie pünktlich

- Überstunden: reichlich, Ausgleich gibt es nicht

- Dafür aber dies: musste während des Betriebsurlaubs arbeiten (eine volle Woche), mir werden aber trotzdem vier Tage Urlaub abgezogen.

Dazu absolute Knastmethoden:
- Mitarbeiter dürfen nicht miteinander Pause machen und sollten nach Möglichkeit auch nicht miteinander über die Arbeit sprechen.

- Jeder Handgriff wird überwacht. Dazu gibt es Überwachungssoftware auf allen PCs, Telefonlisten für ein- und ausgehende Telefonate, usw. Und wehe, man denkt mal zwei Minuten nach und es tut sich deswegen nichts auf dem Bildschirm - zack, steht der Chef in der Bude und faltet einen zusammen, von wegen man sei zu langsam.

- Da ich auch häufiger außerhalb des Büros arbeiten muss (natürlich nach der normalen Arbeitszeit im Büro) und kein Firmennotebook vorhanden ist, nutze ich hierzu mein privates Notebook. Auch hier musste ich feststellen, das eine Überwachung aktiviert wurde, während ich in einer Besprechung war. Fiel mir neulich auf, als ich gegen 24:00 Uhr mal was privat machte und mir plötzlich etwas merkwürdig vorkam. Klar, Chef war "anwesend". Hab das Ding natürlich sofort entfernt, aber wer weiss, wie lage der schon mein Notebook kontrollierte? Ist schließlich mein PRIVATES Teil und da sind natürlich auch private Daten drauf, die nun wirklich nicht jeden etwas angehen.

- Unrealistische Anforderungen: Die Zeitvorgaben zur Erledigung der Arbeiten sind so gesteckt, dass es noch nicht mal in der Therorie möglich wäre, das zu schaffen. Dadurch natürlich ständiger Ärger.

Und das ist nur eine Punkteauswahl. Bin mittlerweile so fertig, dass ich seit einigen Wochen Pillen gegen depressive Verstimmungen (offiziell vom Artzt verschrieben) schlucke, um den Tag zu überstehen. Kann aber wirklich einfach nicht mehr und trage mich mit dem Gedanken, den Job hinzuwerfen.

Nur was dann? Vom Arbeitsamt werde ich ja gesperrt, weil ich gekündigt habe. Der Arbeitgeber kündigt mir nicht. Hab ich ihm schon mal vorgeschlagen, als er mich wieder wegen angeblich zu langer Bearbeitungdzeiten ansprach. Wovon also Miete und alles bezahlen? Hat jemand schon mal gekündigt und wie ist es dann weiter gegangen?

Grüße an Euch alle und jetzt schon danke für Eure Antworten.
 
Himmel hilf! Das kann doch wohl nicht angehen. Und dann kommt immer noch der Begriff "branchenüblich" oder "ortsüblich"!! es ist zum Ausrasten. Kannst du dich nicht mit dem Arbeitsamt kurzschließen, oder wenigstens schriftlich die Anzeige machen?

Wenn es dir recht ist gekündigt zu werden, dann könntest du dem Chef ja die passenden Antworten freundlich aber bestimmt geben?
Es sagt sichimmer so einfach. Aber wenn du wieder Arbeitslosengeld kriegst richtet sich das nach dem letzen Verdienst, denke daran, nach dem was du jetzt verdienst, nicht was er versprochen hat.

FG Gelinda
 
Hallo,

du hast doch einen Arbeitsvertrag unterschrieben, oder? Da müßte ja alles aufgeführt sein, von Gehalt bis Arbeitszeit über Provisionen usw.

Wenn das so eklatant ist, würde ich zum Arbeitsamt gehen und die Situation schildern. Falls du ein paar Euro übrig hast, vorher ein Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht führen.
Der könnte dir sagen, welche Beweise du brauchst (bzw. ob diese ausreichen).

Um nicht selbst kündigen zu müssen, würde ich richtig schlecht arbeiten und dabei eine Gleichgültigkeit an den Tag legen, das sie mich kündigen müssen. Wenn du da so ausgenutzt wirst, darf sich niemand wundern, dass du dich dementsprechend verhältst.

Bei einem kurzen Arbeitsverhältnis ist auch kein qualifiziertes Zeugnis nötig, da reicht auch eine Tätigkeitsbeschreibung.

Grüße
 
Hallo Gerinda, hallo schnitzelwck,

erst mal vielen Dank für Eure Antworten.
@Gerlinda:
Natürlich hätte ich nichts dagegen, gekündigt zu werden. Habe ich ihm sogar schon direkt vorgeschlagen. In den "Gesprächen" bleibe ich sachlich, aber bestimmt. Allein schon, weil ich mich nicht auf seine Stufe herunterlassen möchte. Das ärgert ihn natürlich noch mehr.
Das Arbeitslosengeld nach dem tatsächlichen Verdienst gezahlt wird ist klar.

@schnitzelwck:
Normalerweise gibt es dort keine Arbeitsverträge, die anderen Kollegen haben jedenfalls keine. Daher habe ich allein in den letzten drei Monaten ja auch 6 Leute kommen und wieder gehen sehen. Nun ja, die hatten alle den "Vorteil", dass sie nicht auf das Gehalt angewiesen waren und daher natürlich gehen können, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Waren auch alle auf Teilzeit oder 400,00 €-Basis angestellt.
Ich habe einen Vertrag, weil die für mich Förderung durch das Amt bekommen. Und das lief dann so ab:
Der Vertrag ist erst der Integrationsstelle vorgelegt worden. Dann bekam ich den zur Unterschrift vorgelegt. Als ich wegen der Mängel eine Korrektur wünschte sagte man mir, dass das Amt am Vertrag ja schließlich nichts zu bemängeln hatte.
Hab mich natürlich auch mit dem Amt deswegen in Verbindung gestzt, aber hier wurde mir nur mit einer Sperre gedroht, wenn ich den Job nicht nehmen würde. Und da ich leider keine anderen "Geldgeber" habe, blieb mir also erst mal nichts anderes übrig. OK, hatte auch die naive Hoffnung, dass sich was ändert, wenn erst mal alles läuft (es handelt sich um einen neuen Geschäftszweig) oder hab mir alles ein wenig schöngeredet, weil ich ja eh keine Alternative hatte.

Wenn ich schlecht und unmotiviert arbeite trifft es unbeteiligte dritte - unsere Kunden - und was können die bitte dafür?

@all:
Wenn ich richtig informiert bin, muss ein Arbeitgeber die bereits erhaltenen Fördergelder zurückzahlen, wenn er dem Arbeitnehmer während des Förderzeitraums und der Nachbeschäftigungspflicht kündigt. Denke mal, dass er das deswegen nicht tut.

Grüße an Euch und ein gutes Jahr 2010
 
Hallo,

also kannst du dem AG kein vertragswidriges Verhalten vorwerfen?
Die Provision, Überstundenausgleich usw. ist kein Bestandteil des Arbeitsvertrages?

Klar, das der AG kein Interesse hat, dich zu kündigen, wenn er dann die Fördergelder zurückzahlen muss.

Wenn ich schlecht und unmotiviert arbeite trifft es unbeteiligte dritte - unsere Kunden - und was können die bitte dafür?

Nix....aber wenn du schreibst:

Bin mittlerweile so fertig, dass ich seit einigen Wochen Pillen gegen depressive Verstimmungen (offiziell vom Artzt verschrieben) schlucke, um den Tag zu überstehen.

Finde ich das schon erschreckend.
Auf der einen Seite bekommst du eine positive Resonanz von den Kunden, wirst aber vom AG ausgenutzt und schikaniert. Dazu werden Versprechungen nicht eingehalten....
 
Bereits der Hausarzt sollte eine unzumutbare Fortführung des Arbeitsverhältnisses aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch Depressionen etc. bestätigen können.

...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

entschuldugt bitte, dass ich mich erst jetzt melde. Wir hatten einen Trauerfall in der Verwandtschaft.

@Zappzapapp:
Das mit dem Hausarzt ist eine gute Idee. Der bestätigt das bestimmt da er schon meinte, dass es so nicht weiter geht. Werde ich mich schnellstens drum kümmern.

@schnitzelwck:
Klar kann ich ihm das vorwerfen. Frage ist nur, ob das das Amt interessiert? Wenn die schon solche Arbeitsverträge nicht beanstandenswert finden?

Werde berichten, wie es weiter gegangen ist.

Grüße an Euch alle
 
Ich würde mich vom Arzt krankschreiben lassen.

Da Du eh schon Medikamente bekommst, sollte das doch kein Problem werden. Und eine Dauerkrankschreibung kann kein AG einfach so ignorieren. Die wollen ja kein Gehalt zahlen für jemanden, der krank ist.

Auf Grund von der Situation sollte der AG fast schon gezwungen sein, dich zum Ende der Probezeit zu kündigen.
 
Hallo zusammen,

ich weiß, hab mich lange nicht gemeldet.
Hier ist viel geschehen. Hab minen Job hingeworfen. Die Entscheidung ist mir durch "höhere Gewalt" abgenommen worden.

Meine Mutter war schon länger krank und ist nach einem mühevollen Sterbeprozess kürzlich verstorben. Ich war die ganze Zeit da, der Job war mir echt egal, hab mich krankschreiben lassen. In den endlosen Stunden bei Mutter hatte ich auch Zeit, mal ein wenig nachzudenken (wenn sie gerade schlief). Zusätzlich wurde mir eine Stelle in meiner Heimat angeboten.

Nach Mutters Beisetzung bin ich dann komplett zusammengebrochen. Nach einigen Tagen hab ich mich wieder berappelt, hab die Stelle angenommen und bin wieder in meine Heimatstadt gezogen.

Beruflich geht es mir gut. nehme aber noch meine "Drogen", da die letzte Zeit doch extreme Spuren hinterlassen hat. Auch geht es mir wegen dem Tod meiner Mutter noch sehr schlecht. Aber die Arbeit macht Spaß. Das Team ist super. Alle identifizieren sich mit dem Unternehmen und möchten dieses immer weiter entwickeln. Daher hilft jeder jedem, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten und Vorschläge oder ideen sind immer willkommen und werden sachlich besprochen. Der Chef achtet seine Leute, lobt, wenn etwas gut läuft und bringt Kritik in einem sachlichen Ton an. Hört sich an, wie das Paradies, ist es natürlich nicht wirklich, wir haben anz schönen Stress und Druck, aber wenn ein funktionierendes Team und der Chef an einem Strang zieht, macht es auch beim größten Stress noch Spaß. Hoffe, dass ich mich auch gesundheitlich bald wieder erhole.

So, mehr weiß ich jetzt nicht zu berichten. Euch allen möchte ich noch mal herzlich für die lieben Worte und die guten Ratschlge danken.
 

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