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Scheidungskinder

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Hallo Diabolo,

ich akzeptiere. Ist offenbar in dieser Frage nicht möglich, eine Debatte jenseits von "Gute Frau- böser Mann" zu führen.

Das erschwert den Dialog, macht ihn unmöglich.

Schade.

H.
 
Hallo Diabolo,

ich akzeptiere. Ist offenbar in dieser Frage nicht möglich, eine Debatte jenseits von "Gute Frau- böser Mann" zu führen.

Das erschwert den Dialog, macht ihn unmöglich.

Schade.

H.

*argl* Kannst du auch noch in anderen Schematas denken?
DU bist es, der ständig dieses Bild "gute Frau - böser Mann" anbringt. Das hältst du fest und krallst dich rein als würde dein Leben davon abhängen.

Ich habe extra beim Umgangselternteil betont, dass ich das geschlechtsunspezifisch sehe.

Bei dem Beispiel mit dem schlagenden Mann... aufgrund des Unterschieds an körperlicher Kraft und vielleicht noch anderen Faktoren, ist dies halt nun mal häufiger als umgekehrt. Nichts desto Trotz gibt es diese Fälle - möchtest du sie einfach unter den Tisch fallen lassen, damit deine Feststellung Allgemeingültigkeit erlangen kann?

Und was hat der Fall mit den sich ankeifenden Eltern zu tun mit deiner Gut-Böse-Konstellation?

Was, bitte schön, findest du an diesem Leitsatz so toll, dass du ihn einfach nicht locker lassen möchtest?
 
Es ist ein schwieriges Thema.

Bevor meine Mutter starb (da war ich 5) hatte ich die Scheidung meiner Eltern in voller Breitseite miterlebt. Ich muß so 3 oder 4 gewesen sein, jedenfalls ist das eine meiner ersten Erinnerungen überhaupt, da war ich Zeugin, wie mein geliebter Papa, dessen kleine Prinzessin ich gewesen war, groß und mit riesigen Fäusten und laut brüllend meine Mutter zusammendrosch, bis sie als blutige Masse an der Küchenwand in sich zusammenfiel. Grund war ich - ich hatte gezappelt, als ich auf ihrem Schoß saß, war runtergefallen und hatte geweint.

Ich erinnere meinen Vater als groß, als stark, als einen, auf den ich jubelnd zurennen konnte und der mich auffing und in die Luft hochwirbelte. Ich erinnere, auf seinen Armen zu sitzen, so weit oben, und der Ausblick von dort in die Welt war weit und sicher. Und ich erinnere, wie er seine kleine Prinzessin weinend fragt: "Gell, du magst mich doch lieber als die Mama, gell, du wirst bei mir bleiben?"

Auch Mama fragte, auch sie wollte von mir lieber gemocht werden als der Papa. Ich erinnere mich und ich friere heute noch und fühle mich dann gezerrt.

Was wäre besser gewesen? Die Scheidung war furchtbar. Zu sehen, wie Papa die Mama totschlägt - denn sie war für mich tot, obwohl sie irgendwann wieder am Leben war, ich konnte das nicht einordnen. Meine erste Dissoziation, ich bin auseinandergebrochen. Hätten sie zusammenbleiben sollen? Hätten sie sich trennen dürfen? Als Mama dann richtig starb und ich sie fand - sie war schwarz angelaufen und stöhnte und konnte nicht sprechen: da war kein Papa da. Später, als sie in einer Kiste abtransportiert wurde, da war er da, er war derjenige, der uns aus dem Zimmer, in das man uns gesperrt hatte, wieder herausholte. Um uns dann wegzugeben. Um mich dann tränenreich zu besuchen mit dem Versprechen, mich zu sich zu holen. Er kam nie wieder. Ich bin danach noch oft zerbrochen.

Mit 7 Jahren wußte ich, daß ich nicht heiraten würde, weil Männer ihre Frauen totschlagen. Erst mit Ende 30 habe ich angefangen, heterosexuelle Männer als potentiell nicht gefährlich wahrzunehmen.


Wie soll man diskutieren, aus Erwachsenensicht diskutieren, was für Kinder besser ist?

Ich habe viele Scheidungen miterlebt, manche hautnah. Bis auf eine einzige Ausnahme - eine Trennung von einem Paar, das das bei der Mutter verbleibende Kind gleichermaßen liebte und auch nach der Trennung mit Wertschätzung voneinander sprach - habe ich nur erlebt, daß Kinder als Trennungsobjekte instrumentalisiert werden. Dieses eine, sich in Ruhe trennende Paar hat eine Tochter aufgezogen, die heute intakt und glücklich ist. Obwohl sie die Trennung miterlebt hat, obwohl sie ein "Papakind" war, das überwiegend bei der Mutter lebte, obwohl sie als 7-jährige von einem Freund der Familie mißbraucht worden ist. Sie wußte beide Eltern unbedingt und ohne Zaudern zu jeder Zeit bei sich.

Was aus den anderen Scheidungskindern geworden ist, weiß ich nicht (bis auf eine Ausnahme: der Junge hat irgendwann Partei ergriffen - Partei ergreifen müssen. Er verachtet seine Mutter).

Mein Beispiel ist sicher ein Extremfall. Ich glaube nicht, daß Trennung in jedem Fall gut ist. Aber ich weiß, daß Kinder Schwingungen innerhalb eines Beziehungsgefüges in einer Weise wahrnehmen, die wir als Erwachsene weitgehend verloren haben. Und sie neigen dazu, Spannungen zwischen den Eltern auf sich selbst zu beziehen.

Und ich frage mich, ob es wirklich gut sein kann, wenn Eltern lernen sollen, toleranter gegenüber den Macken des Partners zu werden, um die Kinder damit nicht zu belasten, ob sie dann überhaupt eine Trennung in Erwägung ziehen würden. Ich glaube, daß das eigentliche Problem, das Kinder haben, nicht in Trennung oder Nichttrennung liegt, sondern darin, daß Eltern zu oft nicht in der Lage sind, eigene Interessen zugunsten ihrer Kinder zurückzustellen.

Mich macht das Thema ehrlich gesagt hilflos.
 
Hallo Diabolo,

es bringt wirklich nichts. Lassen wir`s. Unsere Positionen sind so weit auseinander, dass wir uns da nicht annähern werden.

Es geht hier nicht um Kinder, die böse misshandelt werden. Das ist schlimm, aber davon war gar nicht die Rede.

Ich habe die Sicht eines Mannes, eines Mannes, der ganz bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Es waren übrigens Frauen, die mich auf die Fährte setzten, die mich darauf aufmerksam machten, dass da bei uns was falsch laufe.

Inzwischen habe ich gelernt, dass ich einem Gebot der Seelenhygiene folgen sollte und Auseinandersetzungen meiden, die nicht zielführend sind.

Deshalb lasse ich mich so und auf dieser Basis nicht weiter ein.

H.
 
Das Thema lautete doch ScheidungsKINDER, Paperback.
Da sollte es eigentlich keine Rolle spielen, wer von den Eltern dies,das oder jenes getan hat.
Vielleicht hättest du den Titel anders wählen sollen, z.B: Die Selbstverwirklichung meiner Frau hat mich und meine Familie zerstört.
Dann wäre das Ergebnis möglicherweise ein anderes gewesen. Denn es geht dir hier in erster Linie um deine eigene Befindlichkeit in deinem persönlichen Drama und weniger um das Thema allgemein.
 
Hallo Fritzie!

Ich habe gerade Deine Geschichte gelesen und bin zutiefst berührt... das was Du erleben musstest ist so unfassbar schrecklich, mir fehlen die Worte. Es tut mir sehr, sehr leid für Dich und es zerreisst mir das Herz mir ein kleines Mädchen vorzustellen dem all dies widerfährt.

Die Frage OB sich Eltern scheiden lassen "dürfen" oder nicht, nur weil es für die Kinder besser oder schlechter ist, stellt sich glaube ich gar nicht. Wenn eine Beziehung zu bösem Blut wird und die Partner unglücklich miteinander sind, wenn es nur noch Spannungen statt familiäre Harmonie gibt, dann gibt es keinen anderen Weg als getrennte Wege zu gehen. Den Kindern ist niemals geholfen mit Eltern die zwar zusammen leben, jedoch nichts positives mehr füreinander empfinden. Die Frage ist also nur WIE gehen die Eltern dann NACH dem Beschluss der Trennung miteinander und mit dem Kind um?! Hier können sie alles falsch oder vieles richtig machen. Die Antwort ist einfach die, dass man ein Kind komplett vor den Kriegen und Feindseeligkeiten der Eltern schützen und abschirmen muss. Wenn man ein Kind hat und sich scheiden lässt, muss man bei allem Schmerz und aller Wut gegen den Ex-Partner eben insofern selbstlos sein, als dass man seinen Kindern zuliebe das eigene Ego und die eigenen Emotionen ein Stück zurück stellt. Zumindest so weit, dass man als ehemaliges Paar nun wenigstens neutral-höflich miteiander verkehrt. Wenn es Streitigkeiten und Gerichtsprozesse gibt, so sollte man die Kinder da komplett heraushalten und dennoch nicht vor ihnen schlecht über das andere Elternteil reden. Denn die Kinder lieben Mama UND Papa und es ist das schlimmste sie vor die Wahl zu stellen. Das Wohl des Kindes muss an erster Stelle stehen!
 

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