Hallo Yukmaus,
ja, es gibt solche Väter, keine Frage. Ich weiß das. Aber ich kenne auch solche Mütter, Frauen.
Da war die Mutter eines damals 13, 14j. Jungen. Sie lebte mit ihrem Sohn allein. Inzwischen hatte sie wieder einen Freund. Es war Winter, draußen bitterkalt.
Ich saß nach dem Ende des Unterrichts noch mit einigen Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer. Wir tranken einen Kaffee, bevor wir nach Hause fuhren. Draußen hatte schon die Dämmerung eingesetzt. Es klopfte an die Lehrerzimmer-Tür. Da stand Tim (Name geändert.) und weinte bitterlich.
Was er denn machen solle, hörten wir ihn, der Freund seiner Mutter sei zu Hause und seine Mutter habe ihm gesagt, er solle sich nicht vor dem Abend sehen lassen.
Seine Klassenlehrerin und eine Sozialpädagogin sorgten dafür, dass der Junge in die Jugendschutz-Stelle gebracht wurde. Ich könnte hier Dutzende solcher, ähnlicher Erlebnisse schildern. Das erste Mal erlebte ich das in den 50iger Jahren als Volksschüler im 2. oder 3. Schuljahr. In meiner Klasse saß ein Mitschüler, dessen Vater mit meinem alten Herrn befreundet war. Die Mutter des Jungen war früh verstorben, sein Vater hatte sich eine sehr junge Frau genommen.
Mein Mitschüler kam fast regelmäßig ohne Frühstück in die Schule. Auch das damals übliche Kakao-Geld fehlte. Ich berichtete zu Hause. Meine Mutter packte mir daraufhin jeden Morgen zusätzliche Frühstücks-Brote ein für meinen Mitschüler. Auch das Kakaogeld legte sie wiederholt für ihn aus. Irgendwann informierte mein Vater seinen Freund. Da war Schluss mit lustig.
Kannst Du mir sagen, warum junge Menschen morgens nicht aufstehen, anstatt in die Schule zu gehen? Ich habe es nicht nur einmal, sondern im Laufe der Jahre x-mal erlebt, dass Mütter am Telefon waren, wenn die Schule zu Hause anrief, um die Eltern zu informieren, um ihnen mitzuteilen, dass der Junge, das Mädchen in der Schule nicht angekommen sei.
"Wie, ist der nett inne Schule?"- Diese Frage vernahmen wir oft. Ich muss hier noch betonen, dass solche Kinder oft ohne Frühstück, ohne Mittagessen blieben. Und oft war gleichwohl Geld für alles und jedes da.
Nein, Frauen sind nicht die besseren Menschen. Es ist keine geschlechtsspezifische Besonderheit, es ist eine Frage des Charakters.
Ich bin da sehr elektrisiert, weil ich mich gegen einen gefälligen Zeitgeist-Feminismus wehre, der die Hirne mancher und nicht weniger Frauen infiltriert hat, die sich je nach eigenem Interesse immer das aussuchen, auch noch idealisieren, was ihnen gerade als zweckmäßig erscheint.
In meinem Leben war ich ein Vater, der sich um seine Kinder gekümmert hat, für sie gestritten. Ihre Mutter ging weg, als unser jüngster neun war. Es müsse im Leben noch was anderes geben als Mann und Familie, vernahmen wir. Ja, ihre Haltung fand viel Beifall, gerade auch in christlichen Kreisen, was mich empörte.
Das hat mich an den Rand gebracht, bis heute ein Trauma hinterlassen.
Gruß
H.