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Scheidungskinder

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Hallo,
Ich bin 20 und meine Eltern haben sich an meinem 18 Geburtstag getrennt.
Es sind jetzt 2 Jahre vorrüber und mir geht es immer schlechter.Ich habe in moment sogar Depressionen.
Das ist alles seit dem meine eltern geschieden sind.
Ich hoffe auch das es irgendwann vorbei geht!
Shila Violett
 
Hallo Shila,

danke für deine Antwort. Ich kann das gut verstehen. Kindern wird dann irgendwie der Boden unter den Füßen weggerissen.

Das, was ihnen mal Sicherheit gab, ein Zuhause, gilt auf einmal nicht mehr. Egal, welche Gründe Eltern zur Trennung bewegt, ich tendiere zur Meinung, dass Kinder dabei immer Opfer sind.

An dieser Stelle bin ich wertkonservativ. Kinder brauchen beide: Mutter und Vater. Fehlt ein Elternteil, aus welchen Gründen auch immer, hat das tiefgreifende Folgen für das Kind. Da gibt es für mich nichts zu streiten.

Ich wünsche dir, dass Du für dich wieder Halt findest.

Gruß

H.
 
Egal, welche Gründe Eltern zur Trennung bewegt, ich tendiere zur Meinung, dass Kinder dabei immer Opfer sind.

H.

Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Kinder sind immer Opfer, denn sie können die Entwicklung nicht beeinflussen, sind ihr hilflos ausgesetzt.

Es gibt jedoch auch Ehen, in denen es absolut unverantwortlich wäre, die Kinder zu belassen. Das sind die Fälle in denen eine Trennung für die Kinder die bessere Lösung ist.

Auch nach der Trennung können Kinder beide Eltern haben. Hier sind wiederum die Eltern in ihrem Verantwortungsgefühl gefragt.
Aber auch hier kann man nicht verallgemeinern, manchmal wäre es besser, wenn der Kontakt mit einem Elternteil nicht oder kaum mehr bestehen würde.

Aus der Idealsicht gesehen, hast du vollkommen recht und alles andere ist schlimm. Das Leben ist aber nicht ideal.
 
Hallo Diabolo,

Zitat: "Aber auch hier kann man nicht verallgemeinern, manchmal wäre es besser, wenn der Kontakt mit einem Elternteil nicht oder kaum mehr bestehen würde."

Ich musste gar nicht erst in dein Profil sehen, um festzustellen, dass Du eine Frau bist. Dein Argument höre, lese ich von vielen scheidungswilligen Frauen, Müttern. Mit deinem Argument werden Tausenden von Kindern ihre Väter faktisch genommen oder nicht selten zielgenau entfremdet. Das, und ich fürchte es nicht nur, ich weiß es auch, geschieht nicht zwangsläufig und schon gar nicht im Interesse der betroffenen Kinder. Es geschieht mit einer perfiden Strategie.

Lange, und schon viele Jahre vor meiner eigenen Trennung und Scheidung musste ich das in meinem privaten und auch beruflichem Umfeld immer wieder erleben.

Ohne die Absicht zu langweilen, berichte ich mal. Da war ein jg. Vater, dessen Frau sich von ihm getrennt hatte. Für die Wochenenden wurde ein Besuchsrecht vereinbart. Der junge Mann fuhr also samstags vormittags zu seiner Ex-Frau, um seine Tochter abzuholen. Um nicht alleine bei seiner Ex aufzukreuzen, nahm er seinen Vater mit, den Opa des Kindes. Ich weiß nicht, wie viele Male sie hinterher berichteten, die Mutter habe mit jeweils wechselnden Begründungen das gemeinsame Wochenende des Mädchens mit Vater und Großeltern verhindert.

Ein guter Freund von mir ist bald verrückt geworden. Ich weiß nicht, wie viele Male er an einem Wochenende 40 Km hin und zurück fuhr, um sein Kind abzuholen. Stand er dann vor der Tür der Mutter, wurde ihm mal eröffnet, die Tochter sei nicht gut zurecht, habe keine Lust oder sie, die Mutter, habe sich was Anderes vorgenommen.

Für mich ist das ganz klar eine gezielte Strategie, gerne von Frauen benutzt, um die Kinder ihren Vätern zu entfremden. Man muss nur mal in einschlägige Väter-Portale sehen, dann findet man solche Berichte hundert, nein tausendfach.

Ganz anders sieht es freilich aus, wenn es um finanzielle Interessen geht. Auch beruflich etablierte, gut verdienende Mütter finden in solchen Situationen immer wieder Wege, nicht zahlen zu müssen. Man muss nur einmal einen Blick in einschlägige Väterportale werfen.
Ich war etliche Jahr alleinerziehender Vater mit bis zu vier Kindern in der Spitze. Nie sah ich einen Pfennig, einen Cent Unterhalt.
Sobald aber die Kinder aus meinem Haushalt aufbrachen, war ich wieder dran. Heute bin ich ruiniert. Bin mal gespannt, ob hier jetzt auch jemand für meinen Beitrag dankt.



H.
 
Also ich glaube es gibt wesentlich mehr Väter, die nach einer Scheidung einfach keinen Bock mehr auf ihre Kinder haben und sie schnellstmöglich vergessen wollen, als Väter, die unter der Trennung von ihren Kindern leiden und diese nicht sehen dürfen obwohl sie das wollen.

Müßte ich schätzen, so würde ich sagen 80% der Väter interessieren sich einen Dreck für ihre Kinder sobald sie sich getrennt haben, und 20% wollen ihre Kinder weiterhin sehen. Wahrscheinlich sinds aber eher 90 zu 10%.

Ich bin zb so ein Scheidungskind, dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat und nie wieder von sich hören lassen, aber auch in meinem Umfeld gab es viele Scheidungskinder, deren Väter auf ihre Kinder gesch**** haben und einfach mal so eben ein neues Leben angefangen, wo die alte Familie nur störend gewirkt hätte.
Das sind dann auch die Väter, die sich weigern Unterhalt zu zahlen und damit in Kauf nehmen, daß das Kind nicht nur seelisch, sondern auch finanziell vertrocknet. Obwohl die Väter in Saus und Braus leben.

Die Väter, die sich wirklich kümmern wollen, sind, und da muß man einfach mal ehrlich sein, die absolute Ausnahme.
 
Hallo Diabolo,

Ich musste gar nicht erst in dein Profil sehen, um festzustellen, dass Du eine Frau bist...

H.

Hallo Paperback,

ich habe dir eine differenzierte Antwort auf deine gewünschte "Diskussionsmöglichkeit" gegeben.
Beantwortet wurde mir diese mit reiner Polemik.

Es ist kein guter Stil eine angebliche Diskussion anzubieten um nur seine eigene undifferenzierte Sichtweise ins Volk bringen zu wollen.
 
Hallo Yukmaus,

ja, es gibt solche Väter, keine Frage. Ich weiß das. Aber ich kenne auch solche Mütter, Frauen.

Da war die Mutter eines damals 13, 14j. Jungen. Sie lebte mit ihrem Sohn allein. Inzwischen hatte sie wieder einen Freund. Es war Winter, draußen bitterkalt.

Ich saß nach dem Ende des Unterrichts noch mit einigen Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer. Wir tranken einen Kaffee, bevor wir nach Hause fuhren. Draußen hatte schon die Dämmerung eingesetzt. Es klopfte an die Lehrerzimmer-Tür. Da stand Tim (Name geändert.) und weinte bitterlich.

Was er denn machen solle, hörten wir ihn, der Freund seiner Mutter sei zu Hause und seine Mutter habe ihm gesagt, er solle sich nicht vor dem Abend sehen lassen.

Seine Klassenlehrerin und eine Sozialpädagogin sorgten dafür, dass der Junge in die Jugendschutz-Stelle gebracht wurde. Ich könnte hier Dutzende solcher, ähnlicher Erlebnisse schildern. Das erste Mal erlebte ich das in den 50iger Jahren als Volksschüler im 2. oder 3. Schuljahr. In meiner Klasse saß ein Mitschüler, dessen Vater mit meinem alten Herrn befreundet war. Die Mutter des Jungen war früh verstorben, sein Vater hatte sich eine sehr junge Frau genommen.

Mein Mitschüler kam fast regelmäßig ohne Frühstück in die Schule. Auch das damals übliche Kakao-Geld fehlte. Ich berichtete zu Hause. Meine Mutter packte mir daraufhin jeden Morgen zusätzliche Frühstücks-Brote ein für meinen Mitschüler. Auch das Kakaogeld legte sie wiederholt für ihn aus. Irgendwann informierte mein Vater seinen Freund. Da war Schluss mit lustig.

Kannst Du mir sagen, warum junge Menschen morgens nicht aufstehen, anstatt in die Schule zu gehen? Ich habe es nicht nur einmal, sondern im Laufe der Jahre x-mal erlebt, dass Mütter am Telefon waren, wenn die Schule zu Hause anrief, um die Eltern zu informieren, um ihnen mitzuteilen, dass der Junge, das Mädchen in der Schule nicht angekommen sei.

"Wie, ist der nett inne Schule?"- Diese Frage vernahmen wir oft. Ich muss hier noch betonen, dass solche Kinder oft ohne Frühstück, ohne Mittagessen blieben. Und oft war gleichwohl Geld für alles und jedes da.

Nein, Frauen sind nicht die besseren Menschen. Es ist keine geschlechtsspezifische Besonderheit, es ist eine Frage des Charakters.

Ich bin da sehr elektrisiert, weil ich mich gegen einen gefälligen Zeitgeist-Feminismus wehre, der die Hirne mancher und nicht weniger Frauen infiltriert hat, die sich je nach eigenem Interesse immer das aussuchen, auch noch idealisieren, was ihnen gerade als zweckmäßig erscheint.

In meinem Leben war ich ein Vater, der sich um seine Kinder gekümmert hat, für sie gestritten. Ihre Mutter ging weg, als unser jüngster neun war. Es müsse im Leben noch was anderes geben als Mann und Familie, vernahmen wir. Ja, ihre Haltung fand viel Beifall, gerade auch in christlichen Kreisen, was mich empörte.

Das hat mich an den Rand gebracht, bis heute ein Trauma hinterlassen.

Gruß

H.
 
Hallo Yukmaus,

ja, es gibt solche Väter, keine Frage. Ich weiß das. Aber ich kenne auch solche Mütter, Frauen.

Da war die Mutter eines damals 13, 14j. Jungen. Sie lebte mit ihrem Sohn allein. Inzwischen hatte sie wieder einen Freund. Es war Winter, draußen bitterkalt.

Ich saß nach dem Ende des Unterrichts noch mit einigen Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer. Wir tranken einen Kaffee, bevor wir nach Hause fuhren. Draußen hatte schon die Dämmerung eingesetzt. Es klopfte an die Lehrerzimmer-Tür. Da stand Tim (Name geändert.) und weinte bitterlich.

Was er denn machen solle, hörten wir ihn, der Freund seiner Mutter sei zu Hause und seine Mutter habe ihm gesagt, er solle sich nicht vor dem Abend sehen lassen.

Seine Klassenlehrerin und eine Sozialpädagogin sorgten dafür, dass der Junge in die Jugendschutz-Stelle gebracht wurde. Ich könnte hier Dutzende solcher, ähnlicher Erlebnisse schildern. Das erste Mal erlebte ich das in den 50iger Jahren als Volksschüler im 2. oder 3. Schuljahr. In meiner Klasse saß ein Mitschüler, dessen Vater mit meinem alten Herrn befreundet war. Die Mutter des Jungen war früh verstorben, sein Vater hatte sich eine sehr junge Frau genommen.

Mein Mitschüler kam fast regelmäßig ohne Frühstück in die Schule. Auch das damals übliche Kakao-Geld fehlte. Ich berichtete zu Hause. Meine Mutter packte mir daraufhin jeden Morgen zusätzliche Frühstücks-Brote ein für meinen Mitschüler. Auch das Kakaogeld legte sie wiederholt für ihn aus. Irgendwann informierte mein Vater seinen Freund. Da war Schluss mit lustig.

Kannst Du mir sagen, warum junge Menschen morgens nicht aufstehen, anstatt in die Schule zu gehen? Ich habe es nicht nur einmal, sondern im Laufe der Jahre x-mal erlebt, dass Mütter am Telefon waren, wenn die Schule zu Hause anrief, um die Eltern zu informieren, um ihnen mitzuteilen, dass der Junge, das Mädchen in der Schule nicht angekommen sei.

"Wie, ist der nett inne Schule?"- Diese Frage vernahmen wir oft. Ich muss hier noch betonen, dass solche Kinder oft ohne Frühstück, ohne Mittagessen blieben. Und oft war gleichwohl Geld für alles und jedes da.

Nein, Frauen sind nicht die besseren Menschen. Es ist keine geschlechtsspezifische Besonderheit, es ist eine Frage des Charakters.

Ich bin da sehr elektrisiert, weil ich mich gegen einen gefälligen Zeitgeist-Feminismus wehre, der die Hirne mancher und nicht weniger Frauen infiltriert hat, die sich je nach eigenem Interesse immer das aussuchen, auch noch idealisieren, was ihnen gerade als zweckmäßig erscheint.

In meinem Leben war ich ein Vater, der sich um seine Kinder gekümmert hat, für sie gestritten. Ihre Mutter ging weg, als unser jüngster neun war. Es müsse im Leben noch was anderes geben als Mann und Familie, vernahmen wir. Ja, ihre Haltung fand viel Beifall, gerade auch in christlichen Kreisen, was mich empörte.

Das hat mich an den Rand gebracht, bis heute ein Trauma hinterlassen.

Gruß

H.
 
Hallo!

Ich bin selbst ein Scheidungskind seit meinem zweiten Lebensjahr. In der Grundschule hatte ich dann einen erzkonservativen Religionslehrer, der davon sprach dass Scheidung (ebenso wie vorehelicher Sex) eine Todsünde sei und kein Scheidungskind danach je in der Lage wäre selbst eine erfolgreiche Beziehung zu führen. Mich hat das damals unheimlich verletzt und beängstigt. Und ich selbst glaube auch heute als Erwachsene sehr beziehungsfähig zu sein, d.h. ich kann jemand anderen wenn ich liebe auch sehr tief an mich heran lassen und bin mir vielleicht aufgrund meiner Trennungserfahrungen aus der Kindheit des Wertes einer Beziehung viel mehr bewußt als manch anderer Mensch. Wenn ich liebe bin ich absolut loyal und würde auch in schwierigsten Zeiten niemals eine Beziehung einfach wegwerfen. Zu wertvoll erscheint sie mir.

Die Kehrseite meiner Vergangenheit als Scheidungskind sind aber starke Verlustängste. Die Angst keinen sicheren Platz auf der Welt zu haben, nichts wert und teilweise nicht gewollt zu sein (weil meine Eltern sich ja schon so kurz nach meiner Geburt trennten und dann nur noch Hass füreinander übrig hatten). Aufgrund dessen habe ich in vergangenen Beziehungen viel zu sehr versucht meinen Partner zu halten, selbst als er mir nur rücksichtlos weh tat und mich erniedrigte... Ich habe daraus gelernt und wüsste es inzwischen besser. Doch habe ich anderersets auch eine vielleicht zu große Vorsicht anderen Menschen und insbesondere Männern gegenüber, bevor ich es wage mich auf jemanden einzulassen.

Doch zu meiner Scheidungskind-Vergangenheit muss ich auch sagen, dass meine Eltern ALLES falsch gemacht haben was man falsch machen konnte... Ich glaube daher, dass man bei fairem, freundschaftlich-sachlichem Umgang miteinander als Eltern auch verhindern kann dass ein Kind durch Scheidung seelisch geschädigt wird. Wenn man es richtig macht und die elterlichen Konflikte nicht auf dem Rücken der Kinder austrägt, so dass sie Mama und Papa beide behalten können und nicht als Feinde erleben, sollte ein Kind dennoch glücklich sein können. Ziehen die Eltern jedoch ihre Kinder in Hass und Feindschaft mit hinein oder enthalten ihm ein Elternteil vor, so hat dies sicherlich deutliche Auswirkungen auf das Kind und leider auch seine späteren Beziehungen... - Nur falls es jemanden interessiert das zu lesen hierzu mal meine Geschichte und Erfahrungen als Scheidungskind:

Über Jahre bekämpften meine Eltern sich gegenseitig mit sinnlosen Prozessen nur um sich gegenseitig zu schaden und aneinander zu rächen. Der Hass gegeneinander wurde uns Kindern mehr als offen gezeigt... Mein Vater schnitt meine Mutter aus allen gemeinsamen Fotos heraus, behauptete trotz 18 Jahren Beziehung mit ihr sei das mit meiner Mutter ja ohnehin nie Liebe und sie nie gut genug für ihn gewesen - sie sei hässlich und dumm. Als immerhin 50 Prozent genetischer Teil dieser Mutter übertrug ich solche Äußerungen also logischerweise auch auf mich und meinen Wert... auch wenn mein Vater das sicher nie damit gewollt oder gemeint hätte. Wir durften den Namen des jeweils anderen Elternteils nicht erwähnen, bekamen von unserer Mutter oft zu hören "Wenn Ihr mich lieb habt, dann geht Ihr nicht mehr zu Eurem Papa. Der ist der mieseste Mensch der Welt. Nur weil ihr da Kontakt haltet und so rücksichtslos seid, geht es mir seelisch schlecht...etc" Unsere Mutter versuchte auch die Besuchswochenenden so selten wie möglich zu halten und uns unserem Vater, den mein Bruder und ich sehr liebten, zu entziehen. Nur um IHM weh zu tun... wir Kinder waren quasi die Waffe unserer Mutter gegen unseren Vater. Sie hatte im Alltag so lange ich denken kann kaum ein anderes Thema als was für ein mieser Charakter mein Vater sei und wie sie ihn ganz aus unserem Leben streichen wolle. Diese Drohnung, meinen Vater zu verlieren, machte mir furchtbare Angst. Und jedes Mal wenn ich nach einem Besuchswochenende von meinem Vater zurück zur Mutter musste, weinte ich Nächte durch. Meine Eltern wohnten auch nur zehn minuten auseinander und mein Vater fuhr jeden Tag auf seinem Arbeitsweg an unserer Straße vorbei... dennoch durfte ich ihn höchstens zwei Wochenenden pro Monat sehen - NIE zwischendurch! Das tat sehr weh und war als Kind was so an seinem Papa hängt umso schwerer zu ertragen.

Zudem hatte mein Vater eine sehr schwierige neue Frau als Lebensgefährtin. Diese war hochgradig eifersüchtig auf jeden anderen Menschen im Leben unseres Vaters und erwartete in purem Egoismus schlichtweg, dass mein Vater ohne Vorleben und "Altlasten" (das waren wir als seine Kinder für sie) nur als ihr Partner lebte. Mein Vater widerum war dieser Frau so verfallen, dass er all ihren Hass und ihre Bösartigkeit gegen uns komplett übersah... Stattdessen musste ich mir schon als Vorschulkind ständige Erziehungsmaßnahmen antun lassen, die darauf zielten wie ich es dieser Frau noch mehr Recht machen könnte und dass mein ganzes Verhalten und mein "ich" sowieso komplett verkehrt und schuld an ihrer Ablehnung seien. Zum Beispiel hatte ich Angst vor Ihr, weil sie mich eben offen hasste, immer nur böse ansah und eiskalt behandelte, musste aber schon als (sehr schüchterne) Vierjährige wenn mein Vater mich am Wochenende zu sich holte, immer erstmal zum Zimmer seiner Frau ALLEIN in die obere Etage des Hauses durch einen dunklen Flur gehen, an ihrer Zimmertür klopfen, warten bis sie gnädig öffnet und dann ausgesucht förmlich mit Hand reichen Guten Tag sagen... schaffte ich es dabei aus Schüchternheit nicht Ihr richtig in die Augen zu sehen, beschwerte sie sich anschließend bitterlich über meine "Nicht-Achtung" ihrerseits bei meinem Vater und ich bekam ein Donnerwetter. Das alles hat mich furchtbar unsicher gemacht und mir das Gefühl gegeben immer darum kämpfen und buhlen zu müssen liebenswert zu sein. Von allein hatte ich keinen Platz auf dieser Welt und war erstmal nur verkehrt so wie ich war.
Da ich von meiner Mutter psychisch und physisch über Jahre schwer misshandelt wurde, wagte ich irgendwann meinen Vater um Hilfe anzuflehen... seine Reaktion war "Du weißt doch bei mir ist kein Platz für Dich, meine Frau will Dich hier nicht". Als ich, nachdem das bereits Jahre so ging und ich alles allein und hilflos ertragen hatte, schließlich selbst von meiner Mutter flüchtete, wurde ich mit grade mal 13 Jahren also zugunsten seiner Frau ausquartiert und musste allein leben... zwar holte mein Vater mich nach zwei Jahren zu sich, aber dafür wurde ich dann für das spätere Scheitern seiner Beziehung zu dieser Frau von ihm verantwortlich gemacht. Sie sei seine große Liebe gewesen, meinetwegen habe er sie aufgeben müssen. Ich war also schuld an seinem Unglück... einfach nur weil ich Existiere. Daraus habe ich das unterschwellige Gefühl gezogen meine Existenz ansich sei ein schädlicher Fehler.


Wenn Ihr es durchgehalten habt all das zu lesen und vielleicht selbst Eltern seid oder es werden wollt, kann ich daher nur an Euch appellieren: Sollte Eure Beziehung zu Eurem Partner und anderem Elternteil der Kinder eines Tages scheitern, bitte bitte haltet Eure Kinder KOMPLETT aus Euren Problemen heraus! Es entstehen sonst Verletzungen in den Seelen dieser kleinen Menschen die vielleicht nie wieder zu heilen sind...
 

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