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Schatzkästchen für Depressive: Mutmacher-Thread

Bleierne Schwere....

Hi,

diese Schwere betrifft mich zur Zeit nicht (aber ich weiss, wie grausam es sich anfühlt),
aber diese Frage interessiert mich doch und vielleicht kann damit jemanden geholfen werden...

Es gibt Tage, da fühlt sich der Körper an, als wenn an jedem Gelenk zusätzlich Gewichte hängen würden....

Habt Ihr Tips, diese bleierne Schwere zu überwinden?
Wie handelt Ihr in solchen Situationen?

Bei mir hilft z.B. Duschen....heiss und warm im Wechsel...

LG, Lis
 
@Lisfara Ich leide zwar nicht an Depressionen, aber natürlich ist es mir in meinem Leben auch schon öfter mal sehr schlecht gegangen.

Ich kenne daher diese bleierne Schwere - oder wenn es aufgrund eines Trauerfalls ist, heißt das ja auch Trauerstarre.

Wenn ich mich dann aufgerafft kriege hilft mir etwas, in der Natur zu sein. Da bekomme ich so ein Gefühl, dass alles vergänglich ist aber auch ewig - also z.B. wenn ich einen Fluss betrachte oder das Meer oder Bäume oder so, dann habe ich so ein Gefühl, dass das alles schon sehr sehr lange da ist und da sein wird (also wenn der Klimawandel es denn zulässt) und dann fällt so ein bisschen dieser Druck und diese Schwere von mir ab.

Wenn ich mich aufgerafft kriege, hilft es mir, meine Gedanken - und wenn es nur für 10 min. ist - auf was anderes zu konzentrieren. Manchmal einfach nur TV einschalten, dass jemand im Hintergrund spricht und manchmal hört man da ja doch etwas interessierter zu.

An solchen Tagen versucht ich mich dann durch den Tag zu schleichen, indem ich gucke, wie ich die nächsten 15 min. rumkriege. Ich teile mir das nicht bewusst ein, aber ich nehme mir dann manchmal kleine Dinge vor, denn wenn ich merke, dass die Zeit sich bewegt, dann fühle ich, dass diese bleierne Schwere auch vergänglich ist.

Manchmal hilft auch einfach, sie zu lassen, zu akzeptieren, sich nicht dagegen zu wehren, sondern einfach da zu sein, die Schwere zu fühlen und sich in sie sinken zu lassen. Nichts tun.
 
Hallo Ihr Lieben,

einen schönen sonnigen Tag wünsche ich Euch allen.

Ich habe gerade entdeckt, dass das neuste Heft von "Psychologie Heute" u.a. das Thema Depression hat:

Psychologie Heute 3/2021: Wege aus der Depression

Wo ihre Ursachen liegen. Wie wir zurück ins Leben finden. Was uns schützt

Schatten, Echokammer, schwarzes Loch: Die Metaphern für die Depression verdeutlichen, wie niederdrückend diese Erkrankung von den Menschen empfunden wird, die sie heimsucht. Wie lässt sich die Leidenszeit verkürzen und erträglicher machen? In der Psychotherapie besinnt man sich auf ein altes Rezept: Hilfreich ist, was einen Funken der verschollenen Freude entzündet, was einen Hauch von Interesse und Initiative weckt – und die Verbindung zu anderen Menschen stärkt.

Liebe: Das Michelangelo-Phänomen
Abhängigkeit: Warum Social Media uns nicht loslassen
Gärtnern: Wie es unser Gehirn verändert

Zeitschrift - 7,90 EUR

Ich werde es mir mal kaufen und gucken, ob ich was Interessantes finde und dann hier berichten.
 
@Postman nein, einfach ist es nicht. Das weiß ich. Aber Trauer und Depressionen sind nicht dasselbe für mich.

Trauer, wenn z.B. jemand gestorben ist, gehört zum Leben. Aber ich habe es auch etwas in der Hand zumindest nach einiger Zeit, etwas gegenzusteuern im Sinne von dass ich vielleicht eine Trauergruppe besuche. Wieder versuche, mich dem Leben zuzuwenden. Das habe ich irgendwann in der Hand.

Trauer kenne ich - Depressionen nicht, bzw. nur indirekt. Daher weiß ich, dass es schwer ist, da rauszukommen, aber ich kann das nicht aus eigener Erfahrung sagen.

Anderseits ist es auch keine Alternative zu sagen: ich bin depressiv, also werde ich es immer bleiben. Aber das ist individuell verschieden, manche raffen sich auf und machen z.B. eine Therapie - wobei das auch kein Heilmittel immer ist. Oder nehmen Medikamente. Andere schaffen es kaum, aus dem Bett rauszukommen.

Wie ist das denn bei Dir? Leidest Du dauerhaft unter Depressionen?

Ich möchte natürlich auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass man mit ein paar Maßnahmen, ein paar positiven Sprüchen oder guten Videos die Depression beseitigen kann. Das würde ich mir nie anmaßen, da ich, wie gesagt, nicht beurteilen kann, wie sich jemand fühlt, der lange oder dauerhaft depressiv ist.
 
Die Ursachen spielen sicherlich eine Rolle und wenn man kann, dann sollte man sicher an ihnen arbeiten. Aber sich aufraffen, die ersten Schritte zu machen, ein Telefon in die Hand zu nehmen, ist für manche ja schon zuviel. Ich kenne diese Trauerstarre, ich denke, das ist so ähnlich. Wo man wirklich wie versteinert ist und am liebsten nur irgendwo sitzen oder liegen möchte und einfach nichts tun will, nichts reden will, gar nichts. Einfach still ertragen und hoffe, dass es aufhört.

Daher bin ich ja auf jeden Fall für Medikamente, die - wenn sie helfen und gut gewählt sind - einen zumindest wieder etwas handlungsfähiger machen. Optimalerweise kann man sie ja irgendwann absetzen.
 
Natürlich spielen die Ursachen ganz wesentlich mit rein. Beispielsweise bedarf eine Depression wegen hormoneller Schwankungen einer völlig anderen Herangehensweise als eine Depression wegen andauernder Einsamkeit.

Bei Behandlung von Einsamkeit (Depression) ist es am Besten, ein geeignetes Umfeld zu schaffen. Z.B. in einer Gruppentherapie oder bei schwerwiegenderen Fällen in einer Klinik. Die Erfahrungen zu machen von Annahme und achtsamen Umgang untereinander, sind für mich hierbei wesentlich. Man sollte unbedingt das Gefühl haben, dass man integrierbar ist in die Gruppe ist und dass man den Anforderungen gewachsen ist. Das ganze sollte kleinschrittig erfolgen, um von einer Konfrontation nicht überrollt zu werden.

Keinesfalls sollte etwas vorgespielt werden. Die Antennen bei Menschen sind generell hierbei sehr fein und der gesamte Prozess des Fassens von Vertrauen in sich als Person und seiner Fähigkeiten und in die guten Absichten von anderen Menschen würde hiermit ganz erheblich gestört werden.
 
Mangelernährung kann auch zu Depressionen beitragen z.B. zuviel Zucker, zu wenig Vitamin B oder Magnesium:



Magnesium ist an zahlreichen Stoffwechselreaktionen beteiligt und unterstützt den Körper bei der Aktivierung von Enzymen, die für die Produktion der Glückshormone Serotonin und Dopamin benötigt werden. Ein Mangel an Magnesium führt somit oft zu depressiven Verstimmung und inneren Unruhen

 
Also es geht hier sehr viel auch um Erfahrungen. Wie ich ja im Eingangspost schrieb, so kann hier jeder schreiben, wonach ihm ist - also auf das Thema Depression im weitesten Sinne bezogen.

Das, was Depression ausmacht oder natürlich auch Dinge, die eben nicht schön sind wie Hoffnungslosigkeit. Manchmal hilft es einem ja auch einfach zu lesen, dass es anderen auch nicht gut geht oder man fühlt, dass andere diesselben Erfahrungen haben.

Schreib, was Du magst, wenn Du es willst.
 
Okay.

Seit ich hier schreibe, also seit ein paar Monaten, habe ich so oft Beiträge von Menschen gelesen, die an Depressionen leiden, denen es schlecht geht und oft habe ich ähnliche Sachen geschrieben oder andere haben ähnliche Sachen geschrieben.

Das wollte ich gerne etwas bündeln und gucken, ob es nicht auch positive Dinge gibt, die jemandem Mut machen können oder die Leuten das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind. Viele sind in ihrem Thread und nicht jeder liest überall mit.

Ich habe mir vorgestellt, dass hier Leute sich über ihre Depression austauschen können und auch erzählen, was ihnen hilft oder wie sie damit umgehen. Einfach ein Erfahrungsaustausch.
 

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