Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für Menschen wie Sarrazin einen größeren Anreiz gibt, als seinem eigenen Ego zu dienen. Also - egal wie hoch die Rente ist - ich glaub sein Ego war größer.
Egal was bei den Medien durchsickert. Für mich ist er gegangen worden. Alle Fakten sprechen für mich dafür. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ruhe einkehrt. Er wird versuchen ein Hintertürchen zu finden. Der Mann ist vom Ego viel zu besessen.
So ist es! Man könnte es durchaus auch einen ganz gewöhnlichen Hang zum Narzissmus nennen. Er lebt in seiner eigenen Welt, die natürlich die "bessere Welt" ist. Weil er ein "besserer Mensch" ist, der einer auserwählten Kaste entstammt. Das Pack da unten ist bereits durch seine Existenz eine Gefahr für den selbstgemachten und in Form gebrachten Intellektualismus, der Deutschland vorantreibt. Jeder, der nicht seiner Meinung ist, der wird von vornherein aussortiert. Die Frage ist, ob es nicht sogar eher diese Art von Intellektuellen ist, die den Stillstand erst hervorrufen.
Einer genaueren Betrachtung halten seine Thesen ohnehin nicht stand. Als Volkswirt hat er es gelernt, Statistiken auszuwerten, er arbeitet ja nur zu gerne damit. Läßt sich doch damit, mit den scheinbar so seriösen Tabellen und Zahlen, ganz prima für den Unbedarften ein sehr seriöser Eindruck erwecken. Das ist ein bekanntes Primat der Ökonomen, wo sie sich sicher fühlen.
Fast jeder kennt aber sicher den Satz "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Statistiken haben in der Regel nur sehr wenig Beweiskraft. Hängen sie doch sehr von der Art der Fragestellung ab, als auch von der Intention des Auftraggebers, der oft die Motivation hat, etwas in seinem Sinne zu beweisen. Und sie sind allenfalls Momentaufnahmen, ohne einen großen Wert für die Zukunft zu besitzen, weil die Parameter sich ständig ändern können.
Die Elite vermehrt sich viel zu wenig, dafür aber dieses Pack der Unterschicht viel zu sehr, was es natürlich unbedingt einzugrenzen gilt. Das ist also demnach Deutschlands Untergang nach Sarrazin. Das ist aber nur der allzu bekannte Sozialdarwinismus in Reinform, der sich nur allzu gerne wissenschaftlich seriös verpackt und nicht davor zurückschreckt, alles zu vereinnahmen, was irgendwie ins Konzept paßt. Wenn es nicht paßt, dann wird halt polemisiert. Auch entspricht es nur allzu gut dem Denken der Calvinistischen Schule. Auserwählt und zukunftsfähig sind demnach ja nur die Erfolgreichen, die ein dickes Bankkonto und viel Ansehen in Form von Titeln erworben haben. Ohne sie ist halt kein Staat zu machen. Mit ihnen aber auch nicht.
😀
Bei Leuten, die weiterdenken können als er, die dem von ihm durchaus gewollten Populismus auch nicht anheim fallen, da hat er aber keine Chance, er ist in seinen Aussagen sogar sehr leicht zu wiederlegen. Die folgenden Artikel erledigen das z. B. auch bereits sehr gut:
Sarrazin: Neues Buch - Selbsterklrter Aufklrer - Politik - sueddeutsche.de
Thilo Sarrazin: Umstrittenes Buch - "Die Welt ist rund und du bist trotzdem ein A*******" - Politik - sueddeutsche.de
Wer unbedingt jemanden braucht, um nicht selbst denken zu müssen, der ist sicherlich gut bei ihm aufgehoben. Denn er weiß es ja ohnehin viel besser als jeder andere, der von vornherein ein Feindbild für ihn ist, wenn er seine Thesen völlig zu Recht mal hinterfragt. Die Provokation allein ist das, von dem er lebt und darin gefallen sich vermutlich ja auch seine Anhänger. Vielleicht weil es einfach Spaß macht, irgendwo "dagegen" zu sein, wo man etwas Angstmachendes ausmachen kann? Genau das bedient er vorzüglich, die Angst der Menschen, die er für sich und seine Thesen ausnutzt.
Die tatsächlichen Probleme liegen aber ganz woanders, und die werden von derart abgehobenen und selbstbezogenen Leuten wie Sarrazin ganz gewiß nicht erkannt. Seriöse und wirklich engagierte Menschen erkennt man auch daran, dass sie es gar nicht nötig haben, gegen andere Menschen oder Volksgruppen zu hetzen.