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Richtiges Verhalten bei respektlosen Untergebenen

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Uwe91

Gast
Hallo zusammen,

ich hatte vor Jahren eine sehr seltsame Situation. Zu der Zeit war ich fachlicher Vorgesetzter von einer Produktionslinie und die Mechaniker waren mir unterstellt. Über mir war dann mein Chef, der Produktionsleiter.
In der Gruppe der Produktionlinienbetreuer war ich immer ein wenig das schwarze Schaf und nicht gemocht beim Chef.
Von den Mechaniker war einer dabei, der fachlich sehr gut war und auch meinen Chef privat kannte; waren beide in örtlichen Fußballvereinen.
Der Mechaniker hat damals angefangen sich bewusst gegen mich aufzulehnen. Wenn ich in das Büro kam, saß er auf einmal auf meinem Arbeitsplatz und ist erst nach mehrmaligen Auffordern aufgestanden. Der hat bewusst mich somit provozieren und vor anderen demütigen wollen. Konsequenzen hatte er nicht zu befürchten, da er guts Verhältnis und Rückdeckung von meinem Chef hatte. In direkter Konfrontation wollte ich nicht gehen, da ich auch solche "Machtspiele" sehr kindisch finde und ins berufliche Umfeld nicht hingehört.
Irgendwann wurde es mir zuviel und ich habe mich sachlich bei meinem Chef darüber beschwert. Die Sache wurde etwas besser, aber nicht vollständig gelöst. Ich fühlte mich der Situation ausgeliefert. Das Problem hat sich dann gelöst; einige Zeit später habe ich die Abteilung gewechselt, da sich dies so ergeben hatte.
Jedoch stellt sich mir bis heute die Frage, wie ich mich richtig verhalten hätte sollen. Eigentlich ist es doch traurig, dass ich wegen solchen Geschichten das Feld geräumt habe. Ich finde es auch sehr traurig, dass im beruflichen Umfeld unter erwachsenen Leuten solche "Machtspiele" stattfinden.
Habt ihr solche ähnliche Erfahrungen gemacht und wie habt ihr das gelöst?
 

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Styx.85

Aktives Mitglied
Zunächst ist davon auszugehen, dass er sich das nicht getraut hätte, wenn dein Chef dir den Rücken freihalten würde und nicht ihm. Das ist schwaches Führungsverhalten von deinem Boss, Fussballverein hin oder her.

Warum gab es den Graben zwischen dir, dem Quasi-Schichtleiter und deinem Boss, dem Produktionsleiter?
 

SFX

Aktives Mitglied
Hallo,
einfach gelassen reagieren! "Na, gefällt es dir wohl auf meinem Stuhl? Aber jetzt husch, weg da! Deinen Kaffee kannst du an deinem Platz zuende trinken. Hier muss jetzt gearbeitet werden!" und du hast die Lacher auf deiner Seite. Je mehr du dich darüber aufregst oder gar beschwerst, desto mehr bestätigst du ihn und er wird weiter machen.

LG,
SFX
 

Martin55841

Mitglied
Als Vorgesetzter muss für jeden klar sein, dass du der Chef im Ring bist. Wenn daran Zweifel bestehen, hast du ein Problem. Wenn du ein schwacher Chef bist, dann werden dir deine Mitarbeiter früher oder später je nach Charakter anfangen dir auf der Nase herumtanzen.

Was du andererseits natürlich auch brauchst, ist Rückhalt von deinem Chef. Wenn Mitarbeiter wissen, dass der Chef eine Stufe weiter oben nicht hinter einem steht oder sich Entscheidungen von dir dadurch aushebeln lassen, dass sie beim Chef eine Stufe weiter petzen und sich beschweren können und der das dann revidiert, dann kannst du einpacken (ich bin selber Chef).

In einer solchen Lage ist es praktisch nicht möglich Autorität zu behalten. Dann ist es auch egal, wie gut du bist und ob deine Entscheidungen inhaltlich passen oder nicht, dann hast du einfach verloren. In so einem Fall würde ich in andere Abteilung wechseln oder gleich anderes Unternehmen.

Im vorliegenden Fall hätte ich die Kraftprobe gewagt, einfach weil du in eine sehr schlechte Postion kommst, wenn du sowas durchgehen lässt und du gute Argumente hattest durchzugreifen. Es hängt natürlich von der Situation ab. Wenn er sowas vor anderen abziehst, hätte ich in jedem Fall ein Fass aufgemacht, weil er dich dann auch vor anderen beschädigt. Wenn ihr alleine seid, dann hätte ich in Abhängigkeit von seiner Reaktion reagiert. Es hängt auch davon ab, wieviele Personen insgesamt dir unterstellt sind. Wenn es nur 3-4 Leute sind, kann man das schon anders machen, als wenn man 30 Leute unter sich hat. Desto mehr Leute, desto mehr entschieden durchgreifen.


Ich habe mir deinen Text nochmal durchgelesen und vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Warst du hierarchisch tatsächlich über dem Mechaniker? Oder war das einfach nur, dass du in fachlichen Fragen zwar das letzte Wort hast, von der Hierarchieebene wart ihr aber gleichgestellt?
 
Zuletzt bearbeitet:
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Uwe91

Gast
Den Mechaniker hat es gewurmt, dass ein studierter Frischling über ihm steht und vielleicht auch mehr verdiene. Das hat er damals auch mir direkt ins Gesicht gesagt. Ich denke auch, als er merkte, dass er einen guten Draht zu meinem Vorgesetzten hat, dass er sprichtwörtlich an meinem Ast sägen wollte.
Sein Ziel war, dass ich gehe und er dafür in meine Position kommt. Das hat er auch versucht, als ich die Abteilung gewechselt habe. Jedoch hat er die Position nicht bekommen, da er die notwendige fachliche Ausbildung nicht besessen hat.

Der Graben zu meinem Chef erkläre ich mir hauptsächlich, aufgrund der unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ich bin eher der etwas sachlichere ruhigere Typ. Aufgrund unterschiedlicher Interessen und Persönlichkeiten, wurde ich nie mit ihm so richtig warm wie er z.B. mit anderen Kollegen. Er hat mich damals auch nicht eingestellt, sondern einfach die Abteilung übernommen und somit das Team.

Es stellt sich jedoch trotzdem für mich die Frage, wie verhält man sich richtig, wenn man seinen Job und seine Abteilung nicht wechseln will.
 
U

Uwe91

Gast
Ich habe mir deinen Text nochmal durchgelesen und vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Warst du hierarchisch tatsächlich über dem Mechaniker? Oder war das einfach nur, dass du in fachlichen Fragen zwar das letzte Wort hast, von der Hierarchieebene wart ihr aber gleichgestellt?
Hierarchie war:
Abteilungsleiter (mein Chef) > Ich > Mechaniker

@ Martin55841: Danke für die exakte Beschreibung. Genau den Fall hatte ich oft, dass meine Anweisungen/Entscheidungen vom Mechaniker einfach ignoriert wurden und mein Vorgesetzter dies sogar gedeckt hat. Ich wusste damals nicht, wie ich auf sowas reagieren soll.
Eskalation bis Betriebsrat/Personalabteilung, aber dann ist ja auch jegliche zukünftige Zusammenarbeit und Vertrauensbasis beschädigt. Wie soll man da weiterarbeiten können?

Manchmal dachte ich auch, dass mein Chef den Mechaniker die Drecksarbeit machen ließ um mich loszubekommen.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Der Mechaniker hat damals angefangen sich bewusst gegen mich aufzulehnen. Wenn ich in das Büro kam, saß er auf einmal auf meinem Arbeitsplatz und ist erst nach mehrmaligen Auffordern aufgestanden. Der hat bewusst mich somit provozieren und vor anderen demütigen wollen.
(...)
Habt ihr solche ähnliche Erfahrungen gemacht und wie habt ihr das gelöst?
Jetzt und im Nachhinein würden mir 100e Möglichkeiten einfallen, ihn in die Schranken zu weisen.
Vor Ort - und an Deiner Stelle hätte ich wohl spontan versagt.
Es hat mit Schlagfertigkeit zu tun.
Nun gibt es eine Schlagfertigkeit, die man sich vorher antrainiert hat, da man eine Situation kommen sieht und die Schlagfertigkeit, die einem Geistesblitz entspringt.

Wichtige Situationen, von denen ich ahne, dass sie sich ergeben werden, durchdenke ich oft vorher, zugegebenerweise auch in Selbstgesprächen. Ich habe dann Argumente schon einmal gehört und Fakten sind mit gegenwärtig. Auch Widersprüche oder Fehler fallen so auf.
Da die Situation weitgehend "bekannt" ist, ergibt sich eine gewisse Überlegenheit gegenüber dem, der sich vorab damit nicht so intensiv auseinander gesetzt hat.
Allerdings möchte ich mich wissentlich auch nicht auf jede Situation einstellen wollen, weil ich sonst keine Freizeit mehr hätte oder weil es Situationen gibt, die ich nicht zu gewinnen brauche.
Vieles weniger wichtige, insbesondere unwichtige, ist mir daher auch egal.
 

Martin55841

Mitglied
Genau den Fall hatte ich oft, dass meine Anweisungen/Entscheidungen vom Mechaniker einfach ignoriert wurden und mein Vorgesetzter dies sogar gedeckt hat. Ich wusste damals nicht, wie ich auf sowas reagieren soll.
Eskalation bis Betriebsrat/Personalabteilung, aber dann ist ja auch jegliche zukünftige Zusammenarbeit und Vertrauensbasis beschädigt. Wie soll man da weiterarbeiten können?
Man sanktioniert ja Fehlverhalten und nicht den Menschen an sich. Wenn jemand erfüllt was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde und sein Sozialverhalten dem entspricht, was man anhand gesellschaftlicher Normen erwarten kann, dann gibts auch keine Sanktion (Abmahnung oder Ermahnung). Andernfalls gibts eben Sanktion und wenn man professionell damit umgeht, dann lässt man das sanktionswürdige Verhalten eben künftig einfach. Das ist dann auch kein Grund nicht vertrauensvoll weiter zusammenarbeiten zu können, es geht um die Arbeit und nicht um persönliche Befindlichkeiten.

Wenn Anweisungen von jemanden der weisungsbefugt ist nicht befolgt werden, dann ist das klar sanktionswürdig.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

Alleinerziehende Nachteule

Gast
Ich glaube, ich hätte mit den Augen gerollt, ihn gefragt ob er wirklich meint, mich auf diese kindische Art und Weise los zu werden und hätte mich dann einer Aufgabr zugewendet, die NICHT an meinem Arbeitsplatz stattgefunden hätte. Sprich: den Raum verlassen und ihn kalt gestellt damit.
Dann wäre ich zum Chef und hätte ihm gesagt, dass ich mit solch unprofessionellem Verhalten nicht gscheit arbeiten kann, und sich der "Kollege" von mir nix sagen lässt, und auf ein Gespräch zu dritt bestanden, welches ich aber hätte führen wollen. Chef als Zeuge quasi, nicht als Polizist.
 

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