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Richtig oder Falsch?

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Gast

Gast
Hallo,

ich bin 27 Jahre und nun seit 2 Monaten wieder in Anstellung in einer Spedition. Anfangs hatte ich mich über den unbefristeten Vertrag und das Gehalt gefreut. Aber nun nach 6 Wochen ist mir die Freude gänzlich vergangen.

Angangs hieß es vom Abteilungsleiter, dass meine Arbeitszeit von 8-17 Uhr ist. Komischerweise bin ich bis jetzt nur 2-3 Mal wirklich um 17 Uhr rausgekommen. Dazu kommt noch, dass ich ab September Abitur über das Abendgymnasium machen will und dazu mus sich pünktlich um 17 Uhr gehen. Hatte das angesprochen und mir wurde mitgeteilt, dass genau ab dieser Zeit, Schichtarbeit geplant ist. Das durchkreuzt dann erstrecht meine Pläne.

Hatte mich auch auch schon nach einer anderen Stelle im Unternehmen erkundigt, die derzeit besetzt werden soll. Mir wurde von meinem Vorgesetzten erklärt, dass man auch dort nicht pünktlich raus kommt und ich solle doch noch bis nächstes Jahr warten und dann eine Fortbildung über die IHK oder ähnliche Einrichtungen machen.

Dagegen spricht aus meiner sicht, dass das Abendgymnasium kostenlos (bis auf Kopiergeld), aber 5 Tage die Woche ist, alle anderen Einrichtungen erheben hohe Gebühren für ihre Fortbildungen, sind allerdings nur 2-3 Tage die Woche.

Auch von meinem Abteilungsleiter bin ich nicht begeistert. In einem Moment macht er dich vor versammelter Mannschaft nieder und im nächsten Moment ist er wieder scheiß freundlich. Eine Entschuldigung für sein Fehlverhalten kann ich nicht erwarten, aber es bessert sich auch nicht. Jetzt brummt er mich zu meiner eigentlichen Arbeit auch immer noch mehr Kleinscheiß auf.

Am liebsten würde ich sofort kündigen, aber noch laufen meine Bewerbungen und ich möchte auch noch nicht aufgeben. Ich kenne mich und meine Psyche leider inzwischen so gut, dass ich weiß, dass diese Firma für mich keine Dauerlösung ist.

Was könnt ihr mir denn raten?
 
Hallo Gast,

Dein Chef kann nicht einfach auf Sichtarbeit umstellen; er hätte Dich bei der Einstellung auf eine solche Änderung hinweisen müssen. Normalerweise gilt dass, was im Arbeitsvertrag oder der Betriebsordnung geregelt ist. Gelegentliche Überstunden (wenn der Betriebsablauf diese notwendig macht und sie rechtzeitig angekündigt werden) kannst Du kaum ablehnen.

Andererseits hättest Du ihn auch darauf hinweisen müssen, dass Du das Abendgymnasium besuchst und deswegen pünktlich um 17:00 gehen musst.

Möglicherweise wäre der Arbeitsvertrag dann aber nicht zustande gekommen. Jetzt musst Du Dich entscheiden: Job oder Schule.


Gruß

John
.

PS: Kündigungsfrist beachten!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo john-2,

scheinbar stand das mit der Schichtarbeit beim Vorstellungsgespräch noch in den Sternen, genau wie mein Besuch am Abendgymnasium.

Da mir aber Arbeitszeiten bis 17 Uhr gesagt worden sind, bin ich davon ausgegangen, dass das dann auch machbar ist.

Im Vertrag steht, dass man Mehrarbeit leisten muss, wenn es sich nicht vermeiden lässt, aber jeden Tag, ist echt übertrieben.

Ich habe meinen letzten Job gekündigt, erstens wegen den Arbeitszeiten und wegen dem Chef. Und jetzt geht das ganze wieder von vorne los.
 
Hallo Gast,

verhandeln ist immer gut! Manchmal kommt ja ein für beide Seiten akzeptables Ergebnis dabei heraus. Ich drücke Dir die Daumen.

Rechtlich darf die Arbeitszeit vorübergehend auf 10 Stunden je Tag mal 6 Werktage je Woche = 60 Wochenstunden ausgedehnt werden.

Der Arbeitnehmer darf Überstunden in soweit ablehnen, als sie für ihn unzumutbar sind. Unzumutbarkeit ist hier ein wenig Auslegungssache. Sicher hat die alleinerziehnde Mutter mit zwei oder drei schulpflichtigen Kindern da bessere Chancen. Eine fortgesetzte Verweigerung der Überstunden kann zu einer Kündigung führen! (AG Frankfurt, Aktenzeichen 10 Ca 9795/04)

Viel Erfolg

John
.
 

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