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"Restoring Honor Rally" in den USA

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Es ist momentan so leicht geworden, für beinahe alle ehemaligen Vorzeigebereiche der USA sehr schlechte Nachrichten zu finden, und das sogar obendrein von seriösen und früher eher "rechts gerichteten" Zeitungen:

IT-Zukunft: Das Silicon Valley fürchtet um seinen Rang - Cebit 2010 - FAZ.NET - FAZ.NET

Alle Indikatoren weisen so eindeutig nach unten wie noch nie zuvor. Das ist schon fast erschreckend, weil es uns natürlich auch mit herunterziehen wird, wenn der Riese untergeht.

Wenn es natürlich auch nur zu gut nachzuvollziehen ist, dass es wohl soweit kommen musste. Es sollte ja mal das amerikanische Jahrtausend werden, davon haben Vertreter der Bush-Regierung oft genug schwadroniert. Was sie erleben werden, das ist aber der Untergang der US-Dominanz nach dem 2. Weltkrieg, und dieser Einschätzung schließen sich immer mehr Fachleute an, erst recht in den USA selbst.

Hochmut kommt eben immer vor dem Fall. Schon das alte Rom musste lernen, dass eine reine militärische Überlegenheit noch längst keine dauerhafte Hegemonie über andere Völker darstellt. Und auch damals wurde ja bis zum Schluss an das überlegene System der römischen Zivilisation geglaubt... Spätrömische Dekadenz sozusagen? 😀
 
Auf alle Fälle tragen die USA schon lange dekadente Züge.

Die USA haben verlernt, dass Freiheit auch Verantwortung für andere bedeutet und nicht nur das eigene Glück betrifft.
 
Auf alle Fälle tragen die USA schon lange dekadente Züge.

Die USA haben verlernt, dass Freiheit auch Verantwortung für andere bedeutet und nicht nur das eigene Glück betrifft.

Das ist deine Definition von Freiheit, die steht dir auch zu. Aber du kannst nicht verlangen, dass alle sie teilen. Ich teile sie z.B. nicht und die Amerikaner in ihrer Mehrheit auch nicht.
 
um noch einmal auf das urthema dieses threads zurückzukommen,
jene politsche oder angeblich unpolitsche veranstaltung vom vergangenen wochenende,...

wenn man sich doch einmal die youtube-videos der hauptredner ansieht, die ganzen verweise auf gott und glauben bemerkt und dann noch sarah palin sagen hört, sie stehe hier heute nicht als politkerin, sondern als mutter eines soldaten und dass sie diese rolle noch viel ehrwürdiger findet, wenn man dann noch immer nicht innerlich zusammengezuckt ist und dann die helden vorgeführt bekommt, welche heute durch schwere kiregsverletzungen ihre hände verloren haben oder jahrelange gefangenschaft und folter ertragen mussten, dann fragt man sich doch, warum diese frau noch immer nur von ehre plappert und nicht lieber mal über friedlichere und diplomatischere wege nachdenkt außenpolitik zu gestalten,...

was man dieser veranstaltung sicherlich vorwerfen kann, ist die verherrlichung oder glorifizierung des heeres und seiner aufgaben,
wer kann diese soldaten so naiv als helden sehen, nachdem vor ein paar jahren jene bilder aus einem gefangenenlager um die welt gingen? wer kann einen vietnamnesen oder iraker beschuldigen, dass er einen us-soldaten nicht mit größter sanftheit und milde behandelt, sondern ihm gleiches mit gleichem vergolten hat?

der angebliche auslöser für viele der letzten us-amerikanischen kriege war die bedrohung für die us-amerikanische bevölkerung,
doch wieviele menschen sind am 11.09 gestorben und wieviel us-soldaten sind in den einsätzen gestorben, wenn man diese zahlen mit den opfern der iraker und afghanen vergleicht wird man auf eine ungleichheit stoßen, sodass man bei dieser logik nur noch zu dem schluss kommen kann, dass ein afghanisches leben eben nicht so viel wie ein us-amerikaner zählt, ist das die idee der demokratie und aufklärung, die die usa so gern in die welt hinausträgt und vehement verteidigt?

natürlich geht es letzendlich um populismus und den wunsch unentschlossene wähler für die anstehenden kongress-wahlen, es handelt sich um emotionale themen, die man gut in stammtisch-parolen formulieren kann; unf für mich persönlich ist es erschreckend, wie egoistisch viele nur sehen, wie ihr land vor die hunde geht, während sie keinen gedanken daran verschwenden, was dieses land in der welt gleichzeiting einen schaden anrichtet

populistsch: wie kann ein us-amerikaner über eine lausige wirtschaftsentwicklung beschweren, wenn so manch ein iraker in einem nun äußerst zerrüteten land jeden tag anschläge fürchten muss?
 
Das Problem ist, dass sich manche aus ihrer deutschen Sicht nicht befreien können. Da wird sich über die Verehrung der US-Soldaten ereifert.

Tja, meine Freunde, ein Amerikaner lernt in der Schule, dass Amerika die Welt vor dem Faschismus gerettet hat. Amerika hat gesiegt. Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA die Welt vor dem Kommunismus gerettet haben. Amerika hat gesiegt.

Ein Deutscher lernt in der Schule, dass Deutschland das schlimmste Verbrechen in der Geschichte begangen hat, auch mit seinen Soldaten. Ein Deutscher lernt in der Schule, dass Deutschland zwei Weltkriege mit Millionen von Toten angezettelt hat - und verloren.

Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA die älteste noch bestehende Demokratie und Republik sind. Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA aus sich selbst, aus ihrem Inneren, die Sklaverei abgeschafft haben. Dass es einen Bürgerkrieg gab, um u.a. die Sklaverei abzuschaffen.

Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die US-Verfassung das mit Abstand tollste Dokument in der Geschichte der Menschheit darstellt. Die Bill of Rights wurde 1791 verabschiedet.

Auf welchem Stand waren dort zur selben Zeit die Menschenrechte, der Rechtsstaat, die Demokratie usw. in Europa?

Also ist es schon verständlich, dass die USA sich sehr toll vorkommen.
Sie haben allen Grund dazu.
 
Ich weiß nicht, was genau die Amerikaner lernen. Aber mit Sicherheit ist es sehr geschönt und sehr leicht zu wiederlegen.

ein Amerikaner lernt in der Schule, dass Amerika die Welt vor dem Faschismus gerettet hat. Amerika hat gesiegt. Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA die Welt vor dem Kommunismus gerettet haben. Amerika hat gesiegt.

Amerika hatte vor allem auch einen gewichtigen Anteil an der Entstehung des Faschismus, um in der Welt nach dem 2. WK vor allem von seinem zwangsläufig auch selbst herbeigeführten Untergang zu profitieren. Ohne den 1. Weltkrieg und dem nachfolgenden Versailler Vertrag, inklusive der nachfolgenden letzten amerikanischen Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre hätte es mit Sicherheit kein Faschismus in Deutschland gegeben. Es ist immer dasselbe, erst wird zerstört, dann wird wieder aufgebaut, das ist die kapitalistische Logik.

Ein Deutscher lernt in der Schule, dass Deutschland das schlimmste Verbrechen in der Geschichte begangen hat, auch mit seinen Soldaten. Ein Deutscher lernt in der Schule, dass Deutschland zwei Weltkriege mit Millionen von Toten angezettelt hat - und verloren.

Wenn die Amerikaner lernen würden, mit welcher Brachialgewalt die Gründung und die Entwicklung der USA einherging, dann müssten sie ständig mit einem hochroten Kopf herumlaufen. Oder ist das Massaker an den Indianern oder die Unterdrückung der Schwarzen schon vergessen?

Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA die älteste noch bestehende Demokratie und Republik sind. Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die USA aus sich selbst, aus ihrem Inneren, die Sklaverei abgeschafft haben. Dass es einen Bürgerkrieg gab, um u.a. die Sklaverei abzuschaffen.

Um diese Fragen wurde schon immer sehr emsig gestritten, das ist keineswegs so eindeutig. Die Schweiz proklamiert ebenfalls für sich, die älteste noch bestehende Demokratie zu sein. Irland ist ebenfalls ein Kandidat dafür. Die erste Republik war San Marino, deren republikanische Verfassung geht auf 1690 zurück. Gefolgt von Großbritannien, das ebenfalls schon lange vorher auch schon mal eine Republik unter den Puritanern gewesen ist, bevor die begrenzte Monarchie wieder eingeführt wurde.

Die Idee der Demokratie ist hingegen schon uralt, sie stammt von den alten Griechen, von denen auch das Wort stammt: demos für Volk, kratia für Herrschaft. Manche Historiker bezweifeln ebenfalls, ob die Abschaffung der Sklaverei, die von Lincoln vom Süden gefordert wurde, nicht nur den Zweck hatte, um die europäischen Mächte ruhig zu stellen. Damit sie nicht in den Bürgerkrieg eingreifen. Diese Gefahr bestand durchaus, wegen dem Baumwollhandel des Südens, an dem Europa maßgeblich beteiligt war. Im Vordergrund standen aber auch damals schon vor allem wirtschaftliche und machtpolitische Gründe.

Lincoln hat auch selbst mehrfach nachweislich vor dem Kongress betont, dass ihm die Freiheit der Sklaven ansich nicht wirklich wichtig gewesen ist, er hätte hier jederzeit Kompromisse und Zugeständnisse gemacht, wenn damit ein Krieg vermeidbar gewesen wäre.

Ein Amerikaner lernt in der Schule, dass die US-Verfassung das mit Abstand tollste Dokument in der Geschichte der Menschheit darstellt. Die Bill of Rights wurde 1791 verabschiedet.

Die "Bill of Rights" waren seinerzeit auf jeden Fall ein großer Fortschritt. Was aber nur zum Teil von den Amerikanern selbst ausging. Die Verfassungsväter haben die britischen Bill of Rights von 1690 als Vorbild genommen. Und die Verfassungsväter waren maßgeblich von der französischen Aufklärung anhand von Descartes und Montesquieu beeinflusst, welche die Menschenrechte ja schon lange vorher proklamiert hatten.

Auf welchem Stand waren dort zur selben Zeit die Menschenrechte, der Rechtsstaat, die Demokratie usw. in Europa?

Menschenrechte? Für wen denn? Etwa nur für diejenigen, die eine europäische Hautfarbe besaßen? Für die Herrenmenschen, die sich damit auch noch brüsten? Was ist mit den Indianern, was ist mit den Schwarzen, was ist mit den Frauenrechten, werden diese Gruppen nicht sogar bis heute diskriminiert. Und wurden die Völker der Indianer etwa nicht grausam ausgerottet? Man hat sie nicht mal nach Kanada fliehen lassen, selbst dann wurden sie zurück geholt und abgeschlachtet, es galt, unwürdiges Leben umzubringen. Sorry, aber diese Lobhudelei geht mir auf die Nerven, denn angebracht ist sie in keinster Weise.

Damals gab es auch noch keine Amerikaner, das war nur eine Vorstellung für die Zukunft. Es gab in Nordamerika eine sehr bunte Mischung ausgewanderter Europäer und auch einige wenige andere Volksgruppen, von anderen Kontinenten. Die Aufklärung und die Idee der Menschenrechte, als auch die der Volksherrschaft und Demokratie, das haben sie vom alten Kontinent mitgebracht. Sie brauchten das in ihrem ebenfalls in erster Linie britisch geprägten Freiheitsdrang bei ihrem Neuanfang ja nur noch umsetzen.

Also ist es schon verständlich, dass die USA sich sehr toll vorkommen. Sie haben allen Grund dazu.

Ein wenig Geschichtswissen würde ihnen schon helfen, das alles sehr schnell zu relativieren... 🙄

Aber sie haben wohl nicht nur einen gravierenden Teil ihrer eigenen, so gar nicht immer vorbildlichen Geschichte ausgeblendet, sondern den größten Teil davor wahrscheinlich gleich mit. Im Grunde haben die USA bis heute keine eigene Identität und nennenswerte Kultur ausgebildet. Aber dafür haben sie wohl bis heute einen riesigen Minderwertigkeitskomplex. Denn wer stets besser sein möchte und andere stets belehren will, dem ist so etwas ja naturgemäß zu eigen. 😀
 
Dann ist ja gut.

Denn ich hab wahrlich besseres zu tun als auf das übliche "Die USA sind an allem schuld" zu reagieren.
 
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