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Rechtsradikaler Kongress in Köln

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Was siehst du denn anders, Germ? Ich hab auf den Realitätsverlust hingewiesen, den Pro-Köln in dem zitierten Artikel zu haben scheint. Oder meinst du den Artikel selbst?



Das Neonazi-Faschistenpack wurde gestoppt
und zwar durch die Polizei und durch die Linken dort.

Wo kommen wir hin, wenn wir hier so tun, als
sei Volksverhetzung und versuchter Landesfriedensbruch
ein Pappenstil.
Gestoppt wurde Pro-Köln weniger durch die Polizei und nicht durch die Linken, sondern durch die 10.000 friedlichen Gegendomonstranten.

Wenn du allerdings von Landfriedensbruch sprichst, dann muss man so ehrlich sein und sagen, dass das diesmal nicht auf die Nazis zutrifft, sondern auf die Chaoten die dort auf die Polizei losgegangen sind.
Die hätten den Kongress allerdings nicht stoppen können. Eher im Gegenteil - sie hätten mit ihrer Randale den Kongress beinahe ermöglicht. Hätte die Polizei sich provozieren lassen, hätte sie die Blockaden räumen können. Polizeikräfte mit Pferden, Wasserwerfern, Räumpanzern, etc. waren dafür mehr als reichlich vorhanden. Die Rechten hätten dann freien Zugang gehabt und ihren Kongress durchführen können.

Es waren darum nicht die Extremen und Radikalen, die an diesem Wochenende in Köln die Nazis aufgehalten haben, sondern die ganz normalen und friedlichen Menschen.
 
@Benjamin:

wollten denn da viele Rechte, die als Rechte zu erkennen waren, dort "aufmarschieren" ?

In welcher Form haben die von Dir genannten 10.000 Gegendemonstranten das verhindert ?

Tut mir leid, wenn die Frage blöd klingt, aber ich habe das Ganze nicht verfolgt...
 
wollten denn da viele Rechte, die als Rechte zu erkennen waren, dort "aufmarschieren" ?
Nein, dafür waren zu viel zu viele Antifaschisten in Köln. Darunter auch mehrere Hundert von der gewaltbereiten Fraktion. Wer am Wochenende in Köln als Rechter zu erkennen war, der bekam ziemlich handfeste Probleme.

Wirklich erkennbare Rechte -also mit Springerstiefeln und Glatzen- waren nur etwa 25 Stück zu sehen. Die hatten es irgendwie geschafft zum Kundgebungsort zu kommen und waren dort durch die Polizeiabsperrung geschützt. Als die Kundgebung dann schließlich abgesagt wurde, hatten sie allerdings das Problem, dass hinter den Polizeisperren die Antifa auf sie wartete.

Ab dem Zeitpunkt spielten sich seltsame Szenen ab. Am Rand dieser Gruppe saß Einer, der noch einigermassen neutral gekleidet war, und nähte sich einen Anti-Nazi-Sticker auf die Mütze, um ungeschoren wieder nach Hause zu kommen. Er war sehr eifrig, jedem der es hören wollte oder nicht, zu erklären dass er völlig unpolitisch und nur aus neutralem Interesse dort sei.🙂

Den Rest der Gruppe versteckte die Polizei in einer Tiefgarage. In der Einfahrt wurden Wasserwerfer postiert und die Rechten in ein kleines Karree aus Absperrgittern gestellt. Das sah schon ziemlich bizarr aus. Das Gatter mit den Rechten drin und die gelangweilt daran lehnenden Polizisten, erinnerten irgendwie an einen Sonntagnachmittag im Zoo.



In welcher Form haben die von Dir genannten 10.000 Gegendemonstranten das verhindert ?
Es wurden einfach alle Zugangswege zu den Veranstaltungsorten blockiert.

Wie aus der geplanten Stadtrundfahrt des Kongresses am Freitag eine Irrfahrt wurde, ist ja eine bekannt:
Wo immer Pro-Köln erkannt wurde, stellten sich die Kölner quer. Bürgermeister blockierten Versammlungsräume, Reisebusse fuhren leer ab, Taxis verweigerten den Dienst, Hotels kündigten die Zimmer, Gastwirte setzten sie auf die Straße, Demonstranten blockierten Zufahrtswege, die Polizei gewährte nur Schutz aber keine Unterstützung, etc.

Die Hauptkundgebung sollte dann ja am Samstag auf dem Heumarkt, einem größeren Platz mitten in der Kölner Altstadt, stattfinden. Da das eine offiziell genehmigte Veranstaltung war, musste die Polizei versuchen die Kundgebung zu ermöglichen.
Damit der Heumarkt selbst nicht besetzt wurde, legte die Polizei also eine Absperrung um den Platz herum. Direkt vor dieser Sperre stellten sich dann die Gegendemonstranten auf und liessen niemanden mehr durch.

Ich hab eine Situation gesehen, wo ein Mann sich durchdrängeln wollte. Als das nicht klappte, wurde der Typ zwar handgreiflich - die Demonstranten ließen sich dadurch aber nicht provozieren. Letztendlich erhielt er von der Polizei einen Platzverweis. Er stand später aber trotzdem auf dem Heumarkt.

Eine brenzligere Stelle der Blockade war bei Brauerei zur Malzmühle🙂, die der Lieblingsort der gewaltbereiten Antifas war. Rechte, die dort durch die Blockade wollten und erkannt wurden, mussten die Beine fix in die Hand nehmen um sich bei den nächsten Polizisten in Sicherheit zu bringen.
Aber wie gesagt: Es waren nur wenige Hundert Gewaltbereite unter mindestens 10.000 friedlichen Demonstranten.

Insgesamt schafften es ca. 80 Leute sich durchzumogeln und auf den Heumarkt zu kommen.

Der offizielle Teil der Konferenz war zu der Zeit auf der anderen Rheinseite am Flughafen - etwa 150 Teilnehmer und ein Trupp von ca. 20 rechten Schlägern. Die wollten unauffällig mit der S-Bahn anreisen. Die Gegendemonstranten waren darüber aber schon informiert und blockierten sämliche Bahnhöfe, die Bahngleise und sogar die S-Bahn selbst.
Pro-Köln saß also wieder fest. Der Polizeipräsident nahm das zum Anlass um die Kundgebung zu verbieten, da eine Blockade von Tausenden friedlichen Demonstranten zu räumen nicht verhältnissmaßig gewesen wäre.

Die eigentlich im Zentrum von Köln geplante Kundgebung hielt Pro-Köln dann im Flughafenterminal ab - angeblich vor "Tausenden interessierter Fluggäste"🙂. In Wirklichkeit schwangen sie ihre Reden vor sich selbst. Das hielt sie aber nicht davon ab aus voller Brust "Wir sind das Volk" zu skandieren. Irgendwie scheinen sich diese Leute sehr stark selbst im Weg zu stehen.

2009 wollen sie den Kongress übrigens wiederholen - man kann nur hoffen, dass die Behörden nach diesem Wochenende genügend Gründe haben solche Veranstaltungen im Vorhinein zu verbieten.
 
Gewalt ist natürlich nie gut - bei Rechten aber manchmal notwendig. Und ich kann die Linken schon verstehen. Als sich die Rechten aus dem Staub gemacht haben - diese Feiglinge! - mußte man halt - weil man sich schon so arg aufs prügeln gefreut hatte - mal wieder notgedrungen ein paar Polizisten angehen.
 
Als sich die Rechten aus dem Staub gemacht haben - diese Feiglinge! - mußte man halt - weil man sich schon so arg aufs prügeln gefreut hatte - mal wieder notgedrungen ein paar Polizisten angehen.
So ist es. In anderen Ländern kommt es schon mal vor, dass die Polizei solche verfeindeten Gruppen erstmal aufeinandertreffen lässt und erst danach die Reste auseinandersortiert.
 
So ist es. In anderen Ländern kommt es schon mal vor, dass die Polizei solche verfeindeten Gruppen erstmal aufeinandertreffen lässt und erst danach die Reste auseinandersortiert.

Mmh, dass das hier im Deutschland nicht passiert, ist vllt. praktizierte Gewaltenteilung der Exekutive 😉

Wenn ich mir eine Hundertschaft Linker vorstelle, die gewalttätig gegen einen kleinen Mob fehlgeleiteter, rechtsradikaler Idioten vorgeht, dann bekomme ich Mitleid mit den tumben "Herrenmenschen"... (weil unfair) ... das kann ja nicht Sinn und Zweck sein.
Ich bin absolut gegen nazi-haftes Gedanken-schlecht, aber Gewalt halte ich nur bei Notwehr für gerechtfertigt.
 
Die meisten Rechten sollten wissen in was für Gefahr sie sich begeben, denn sie sind eigentlich immer in der klaren Unterzahl wenn sie zu Kundgebungen gehen, von denen irgendjemand etwas mitbekommen hat. Es ist also Überzeugung die sie zu diesen Versammlungen führt. Und da ist Mitleid vollkommen unangebracht. Außerdem solltest du dir die Schilderung von Benjamin durchlesen. Da steht nämlich drin dass die Nazis Sticker zum annähen mitbringen. Also wissen sie durchaus was sie erwartet. Also ist Mitleid vollkommen unangebracht.
 
Tja, das trifft aber alles nur zu, wenn man in dem Glauben ist, Rechte könnten sich durch "Argumente" von irgendwas abhalten lassen...... Die Vergangenheit beweist das Gegenteil.
Und: Es ist auch unfair, wenn fünf Herrenmenschen einen einzelnen Farbigen ins Krankenhaus schlagen.
 
Benjamin ,kannst Du Deinen vorletzten Beitrag
( als z.B.:"Der Augenzeuge stellt klar...") nicht mal als Leserbrief an die LVZ (Leipziger 'Volks'zeitung )
schicken ? Oder bei LVZ-online ins Forum...

Dein Text ist sehr aufschlußreich.

Offenbar hatten hiesige Redakteure leichte Wahrnehmungsstörungen bezüglich des GESAMTEN VORGANGES in Köln.

Auf Seite 1 der LVZ vom 22.09.08 stand dort als kleine Mitteilung

"Anti-Islamisierungskongress
LINKSEXTREMISTEN RANDALIEREN IN KÖLN "...

Zwar wurde im Verlauf des eigentlichen Textes noch mehr "informiert" ,
auch immerhin auf Seite 3 dann noch... ABER :

...hm..wie formuliert man das möglichst unemotional und sachlich...
ich mußte jetzt mal meinen Text korrigieren...


Bei so einer Schlagzeile kommt einem der Morgenkaffee hoch.

Die von mir im FS gesehenen Hintergrundberichte bzw.
Äußerungen vom Kölner Bürgermeister/Stadtteilbürgermeister etc.
UND DES EINSATZLEITERS DER POLIZEI (!) hoben sich dagegen
wohltuend ab.

Ursachen von Gewalt--auch gegen "Ordnungshüter",kann man ahnen/sich erklären... manchmal sogar nachvollziehen...gedanklich.

Ich selbst billige sie nicht,diese Ausfälligkeiten einiger Austobewilliger ---
auch,weil ich vermute,daß zu oft eher "verdeckte Eingeschleuste" sich im jw.militanten Lager
(durch ALLE FARBEN und Religionen !)
verbergen und sich durch "Anregung von Gewaltaktionen" zu profilieren suchen.
Irgendwie muß man ja sein Gehalt rechtfertigen ..oder so...

Daß wirksame Gegenwehr auf intelligentem Weg anders möglich ist, wurde in Köln gezeigt.

Es ist beschämend,wenn DIE Zeitung meiner Stadt derart berichtet.
Überleg ich direkt,ob ich da gestern mit der rotweißen Info korrekter informiert gewesen wäre.
Der Gedanke als Nachtrag zum "nichtstattgefundenen" Kongress.

Gruß!
Micky
 
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