Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Raus aus der sozialen Arbeit

Hey @Findmyway ,

ich bin auch Sozialarbeiterin und arbeite im abw. Ich kann deinen Frust zu teilen nachvollziehen, riesige Veränderungen sieht man in der Regel nicht.
Was ich aber nicht verstehe ist, weshalb du für deine Klient:innen Anträge etc. ausfüllst. Darum sollte es bei Sozialer Arbeit in der Regel nicht gehen, dadurch verlernen Klient:innen Eigenständigkeit ja immer weiter und die Hilflosigkeit und Abhängigkeit wird größer. Klar gibt es Situationen, in denen das angebracht ist, wenn jemand schwer krank ist & es wirklich nur unnötige Quälerei wäre, das zusammen zu machen, aber die meisten Klient:innen können doch mitwirken. Darauf haben (verständlicherweise) nicht alle Lust, aber dann sehe ich das als unsere Aufgabe den Widerstand auszuhalten & auszudiskutieren. Das ist deutlich anstrengender als es einfach alleine zu machen, aber wir sind ja dafür zuständig mit den Klient:innen zu arbeiten, nicht für sie.
Es tut mir leid, wenn dich das alles sehr frustriert & es öfters Klagen und Beschwerden gibt. Das kenne ich auch, allerdings gibt's bei uns auch viele liebe klient:innen, die sich über die Unterstützung und die Gespräche freuen und auch das Klagen hat ja seinen Sinn, finde ich.

Vielleicht liegt dir das Arbeitsfeld wirklich nicht, ich denke das ist auch eines der Felder in der SozArb, in denen es am langsamsten voran geht, durch die große Antriebsschwäche vieler Klient:innen. Wenn dich das dauerhaft zu sehr frustet (frustrierte Phasen zu haben finde ich erstmal okay und normal, auch sich mal darüber auszukotzen), ist ein Jobwechsel vielleicht wirklich das richtige. Vielleicht liegt dir eher die Arbeit mit Kindern & Jugendlichen, Schulsozialarbeit oder irgendwas im berufsfördernden Bereich? Ich denke, in den Feldern passiert mehr, Fortschritte sind deutlicher spürbar.

Wie auch immer, ich will dich nicht verurteilen, ich hoffe, mein Beitrag kommt nicht so bei dir an. Ich wünsche dir sehr, dass du das richtige Berufsfeld für dich findest 🙂
 
Es gibt doch Klienten, die eine Betreuung benötigen, weil sie mit dem Ausfüllen von Anträgen und Behördengängen überfordert sind. Teilweise benötigen sie das doch auch im finanziellen Bereich. Die bekommen dann wöchentlich o.ä. ein Taschengeld.
 
Liebe @Findmyway
wenn es dir schon so geht, wie du es beschrieben hast, dann lauf! Die Gefahr ist groß, dass du ausbrennst und nein, es ist nicht dein "Schicksal" so weiterarbeiten zu müssen. Ich bin Sozialpädagogin und habe mit ähnlichem Klientel gearbeitet, am Ende hatte ich den Burnout (kam auch von Arbeitgeberseite einiges dazu) und bin jetzt raus aus dem Spiel - ich werde nie wieder im sozialen Bereich arbeiten.

Bevor du dir einen ganz neuen Beruf suchst, schaue dich doch erstmal nach einer neuen Stelle um, mit einer anderen Struktur, anderer Klientel, anderen Aufgaben. Wenn du dann immer noch das Gefühl hast, falsch in deinem Job zu sein, dann mach etwas ganz anderes - aber bitte bevor du darüber krank wirst.
 
Es gibt doch Klienten, die eine Betreuung benötigen, weil sie mit dem Ausfüllen von Anträgen und Behördengängen überfordert sind. Teilweise benötigen sie das doch auch im finanziellen Bereich. Die bekommen dann wöchentlich o.ä. ein Taschengeld.

Genau, es gibt gesetzliche Betreuung und ambulant betreutes wohnen. Manchmal bleibt alles bei den Sozialarbeiter:innen im abw hängen, weil es keine gesetzliche Betreuung gibt, dann werden einige Aufgaben mit übernommen.
Aber auch bei der gesetzlichen Betreuung versucht man immer mehr davon wegzukommen, für die Klient:innen zu arbeiten, statt mit ihnen, die Selbstbestimmungsrechte werden immer mehr gestärkt. Das hat natürlich auch seine Tücken und nicht alle Klient:innen schreien Hurra, wenn ihnen weniger abgenommen wird, aber insgesamt finde ich das eine gute Entwicklung. Auch Geldeinteilung wird wenn möglich vermieden, eigentlich sollten Klient:innen ihr eigenes Konto haben. Auch das klappt in der Praxis natürlich nicht immer, aber der Weg geht in diese Richtung.
 
Ich bin eine dieser "jammernden psychisch Kranken" und die Schilderungen bestätigen mir, was ich seit vielen Jahren fühle.

Ich würde dir dringenst raten, den Job zu wechseln. Oder was noch besser wäre, kämpfe nach oben und fordere weniger Klienten, so dass du weniger überlastet bist.
Dass man den Fehler bei Menschen sucht, die es schwer haben, die ein schweres Schicksal haben und auf solche öffentlichen (?) Stellen angewiesen sind, ist fatal und lässt mich fassungslos zurück.
Die Unterstellung, es sei nur Gejammer...
heftig.

Ich rate dir nochmal dringend, Job- oder noch besser, Berufswechsel. Vielleicht würdest du Gewisses anders sehen, wenn du mal zwei, drei Jahre bei Aldi an der Kasse sässest?

Ich frage mich, was für eine Vorstellung vermittelt man euch in der Ausbildung, wie eure Arbeit danach aussehen wird?

Diese Haltung, die du im Eingangsthread beschreibst, hat mir so viel mehr Probleme bereitet, als ich eigentlich hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man macht Arztbegleitungen die ins nichts führen weil Überweisungen vergessen werden,versichertenkarten etc.

Dann ist das aber eigene Faulheit das vorher nicht abzufragen, wenn man es schon x Mal erlebt hat. Dann stimmt da etwas an Deiner Arbeitsweise nicht. Und dann wundert es mich auch nicht, dass die Geschäftsleitung irgendwann sauer ist, weil logischerweise der Verdacht aufkommt, dass Du Deine Fachleistungsstunden strecken willst.

Wenn eine Überweisung vergessen wurde hat man meistens Zeit die 2 Wochen nachzureichen. Da kann man dann auch anrufen und sagen, dass die Praxis es bitte direkt an den Arzt schicken soll. Oder man schmeißt es mal kurz in den Briefkaten. Wenn die Krankenkassenkarte vergessen wurde, dann fragt man nach der Faxnummer, ruft kurz bei der Krankenkasse an, sagt, dass die Karte leider nicht auffindbar ist und lässt einen Abrechnungsschein hin faxen.

ODER man betreibt halt Qualitätssicherung und lernt den Klienten vorher zu fragen, ob er alles dabei hat, lässt sich die Karte am besten noch aushändigen, ruft einen Tag vor dem Termin die Praxis an und fragt, ob ein Überweisungsschein ausgehändigt worden ist.

Wenn Du für solche Begleitungen zuständig bist, dann ist das doch nicht Sache des Betreuers. Was kann der Betreuer denn dafür, dass Du nicht checkst, ob jemand die Karte dabei hat?
 
Ich würde nicht das ganze Feld wechseln. Das kannst du immer noch wenn du merkst ein anderer Bereich ist es nicht.
Insgesamt würde ich aber nicht nur weil du genervt von den anderen Klienten bist darauf schließen das du eine schlechte Sozialarbeiterin bist. Vielleicht passt das Feld einfach nur nicht.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben