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Pure Ausbeute, oder? + pv

Bonsoir

Aktives Mitglied
Eine gute Freundin hat mir heute weinend ihr Leid geklagt. Sie war völlig am Ende.
Ich werde die Situation etwas verfremden, was zu ihrem und meinem Schutz ist.
Folgendes: Sie hat ein Kind und hat eine Stelle in der Heimbetreuung bekommen (sie ist auch Sozialpädagogin wie ich, die Stelle hat sie vor 2 Monaten angetreten)

Dazu hat sie folgende Konditionen:
- Schichtdienst (Mal Tagschicht, mal Nachtschicht--> die Nachtschicht dauert aber von 9 Uhr morgens bis zum anderen Tag
- in der Nachtschicht bekommt sie nur die ersten 4 Stunden bezahlt, sodass sie dann quasi 2 Stunden umsonst arbeitet
- sie hat (und jetzt passt auf!) 12 Kinder zu betreuen, die sich im Alter von 2 bis 11 befinden! :mad:
- der Krankenstand ist hoch und ganz häufig helfen nur FSJler oder Praktikanten mit aus
- die Stelle ist nur für ein Jahr befristet
- sie schuftet für 15 Euro die Stunde
- sie selbst hat eine 30 Stundentstelle, macht aber permanent Überstunden
- die Überstunden werden zwar vergütet, aber es erfolgt kein Ausgleich in Freizeit
- wenn jemand unerwartet krank wird, wird derjenige angerufen, der gerade frei hat


Bitte mal ganz objektiv: Das ist dich pure Ausbeute, oder?
Hab ihr geraten, sie soll sich bloß wegbewerben. Was meint ihr?

Die Sache ist, dass sich ihr Mann und sie seit Wochen nur noch die Klinke in die Hand geben, weil sie oft auch Nachtdienst hat. Sie sieht ihre kleine Tochter dann an zwei Tagen oft auch mal gar nicht.

Ich halte die Arbeitsbedingungen echt nicht für annehmbar.
 
A

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Re: Pure Ausbeute, oder? + pv
Ich hatte noch nie verstanden und werde auch nie Verständnis warum man solche Arbeitsverträge annimmt. Das kann man doch alles vorher lesen und überlegen-
 
hast du da wirklich den arbeitsvertrag gelesen?
und das mit den 2 std wird nicht bezahlt, aber überstunden?
wie ist es den bei ihr? frag sie mal ob sie selbst bei der bewerbung ein gehalt angeben musste und was sie da gesagt hat.
wenn sie da nicht viel rausholen kann, muss sie sich wohl wegbewerben.
ist den da überhaupt so viel?
 
Naja, das mit dem Nachtdienst wird so sein, dass das teilweise ein Bereitschaftsdienst ist. D. h. dass davon ausgegangen wird, dass sie in der Nacht auch ein paar Stunden schlafen kann. Deshalb werden nur 4 Stunden bezahlt.

Habe selbst mein Anerkennungsjahr als Erzieherin in einem Heim gemacht, daher kenn ich das.

Die Personalsituation im sozialen, pädagogischen Bereich und auch im Pflegebereich ist ja überall sehr bescheiden. Und da ist es normal, dass Leute im Frei angerufen werden, wenn jemand krank ist. Dass Überstunden nicht abgegolten werden können, ist ganz blöd. Und dass die Gruppenzahl bei so jungen Kindern (sogar 2jährige) so hoch ist, ist auch ganz schön blöd.

Na klar, ist das irgendwie Ausbeutung. Ich würde mich auch weg bewerben. Ich weiß aber nicht , wie die Situation im sozial-pädagogischen Bereich aussieht. Ich glaube, es gibt schon Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, ich fürchte aber, dass es viele Stellen gibt, in denen die Personalsituation ähnlich ist.
 
Was ist das für eine Nachtschicht, die von 9 Uhr morgens bis zum nächsten morgen geht 😕

Das wäre dann schon ein 24 Stunden Dienst. Dann müsste sie theoretisch nach einem Tag fast schon ihre vereinbarten Stunden abgeleistet haben.

Wenn sie sich ihre Überstunden auszahlen lässt, dann hat sie auch keinen Anspruch auf Freizeitausgleich.

Das ist doch unglaubwürdig, was sie erzählt und völlig vetragswidrig, wenn sie 2 Stunden Nachtarbeit nicht bezahlt bekommt.
Vielleicht ist gemeint, dass nur für 4 Stunden Nachtzuschläge gezahlt werden und für die anderen 2 Stunden nicht, weil Nachtzuschläge erst ab einer bestimmten Uhrzeit gelten.

Wenn sie sich so ausbeuten lässt, ist sie selber schuld.
 
Frag sie noch mal konkret, inwieweit Verstöße zB gegen das Arbeitszeitgesetz vorliegen oder ob die Arbeitszeit tatsächlich (unbezahlte) Pausen beinhaltet, die gesetzlich vorgeschrieben sind.
Ausserdem könnte es sein, dass vergütungspflichtige ( aber geringer bezahlte) Bereitschaftszeiten beinhaltet sind, die ebenfalls als Arbeitszeit gelten und nachfolgend Freistunden zur Folge haben.
Wenn man den Durchschnitt aus geringer vergüteten Bereitschaftsstunden und höher vergüteten Arbeitsstunden bildet, kommt man dann auch auf einen höheren Stundenlohn der Arbeitszeit.
 
Liest sich typisch für den Bereich....sie ist nicht verpflichtet, in ihrem Frei ans Telefon zu gehen und einzuspringen. Sie ist auch nicht verpflichtet, Überstunden zu machen - sie muss auch mal nein sagen können.
Das geht leider zu Lasten der Kinder, aber wenn sie sich völlig verausgabt, haben die auch nichts davon.
Die Personalsituation ist eigentlich in jeder Einrichtung so....deswegen ist Selbstfürsorge umso wichtiger.
Bekommt sie Zuschläge für die Nacht?
Das ist bei uns auch so - wir machen 24 Stunden Dienst und 8 Stunden werden mit Zuschlägen vergütet.
 
Warum nimmt man als Mutter einen 30-Stunden-Job mit Nachtschicht und Aussicht auf
Überstunden an? Was Du beschreibst ist im sozialen Bereich nach meiner Kenntnis nicht
unüblich.

Arbeitet sie in der Nachtschicht wirklich 6 Stunden oder ist das eine Art von Bereitschafts-
zeit?
 
Danke erstmal. Ich hab den Vertrag natürlich nicht gesehen und kann mich nur auf das berufen, was ich gehört habe.

@yannik: Sie hat mir gesagt, es wäre klassische Nachtschicht.

@Deliverance: Bist du auch im sozialen Bereich (Sozialpädagogik)? Na, ja ich denke, sie hat Angst, dass dann die Kollegen sauer sind. Ich hätte das anders gemacht und gleich den Telefonstecker gezogen. So kann man ja nie abschalten und hat ständig das Gefühl, man kann sich gar nicht entspannen, weil doch noch das Telefon klingelt. Das treibt ja in den Burn out. Und sie hat nur 30 Stunden!

Das ist bei uns auch so - wir machen 24 Stunden Dienst und 8 Stunden werden mit Zuschlägen vergütet.

Das ist doch aber Ausbeute, oder? Dann arbeitet man ja immer noch 16 Stunden am Stück. Dann hätte sie ja mit 2 Schichten schon die ganze Arbeitszeit abgegolten.


Ausserdem könnte es sein, dass vergütungspflichtige ( aber geringer bezahlte) Bereitschaftszeiten beinhaltet sind, die ebenfalls als Arbeitszeit gelten und nachfolgend Freistunden zur Folge haben.

Freistunden bekommt sie nicht, hat sie gesagt. Das wird mit Bezahlung abgegolten.
ch würde mich auch weg bewerben. Ich weiß aber nicht , wie die Situation im sozial-pädagogischen Bereich aussieht. Ich glaube, es gibt schon Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, ich fürchte aber, dass es viele Stellen gibt, in denen die Personalsituation ähnlich ist.

Sie arbeitet ja auf einer klassischen Erzieherstelle, obwohl sie Sozialarbeiterin ist. Die Anderen sind Erzieher.
Sie hat scheinbar nichts besseres bekommen und es musste schnell Geld her.

Ich selbst arbeite im sozialen Bereich und hatte bisher immer Stellen, die nicht so krass waren.
Ich hatte oft Gleitzeit und geregeltere Arbeitszeiten.
 

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