Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Psychowrack nach Doktorarbeit

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
G

Gast

Gast
Hallo. Ich bin 28 Jahre alt und mache seit über drei Jahren meine Doktorarbeit in der Forschung. Allein schon das zeigt, dass ich und meine Kollegen so einiges aushalten, denn die Zustände sind einfach katastrophal. Als Doktorand bekommt man in der Regel einen Vertrag, welcher die Bezahlung von 19,5 Wochenstunden regelt. Würde man sich strikt an diesen Vertrag halten, könnte ich allerspätestens ab inklusive Mittwoch jeder Woche zu Hause bleiben. Dem ist allerdings nicht so. Die übrige Zeit kann keineswegs für das Verfassen der Doktorarbeit oder das Lesen von Literatur verwendet werden, wie immer argumentiert wird. In der Realität gibt es kaum ein Wochenende oder einen Feiertag, an dem man ohne schlechtes Gewissen zu Hause bleiben kann. Kranke Arbeitszeiten, zu denen kein Versicherungsschutz besteht sind allerdings nicht das Schlimmste. Man will sich ja nicht nachsagen lassen, man sei nicht bereit, für das Erlangen seines Titels das eine oder andere Opfer zu bringen. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass diejenigen, welche es irgendwann ganz nach oben geschafft haben (also unsere Vorgesetzten) meist völlig den Bezug zur Realität verloren haben. Am schlimmsten präsentieren sich hierbei unverheiratete, kinderlose Karrierefrauen, denen es außerdem völlig egal ist, ob man selbst überhaupt einen derartigen Weg einschlagen möchte oder ob man die Doktorarbeit nur als einen notwendigen Schritt auf dem Weg zu einem geregelten Berufsleben außerhalb der universitären Hierarchien sieht. Man wird bis zum Zerbrechen gepusht und ausgesaugt. Drohungen und persönlich beleidigende Äußerungen sind außerdem an der Tagesordnung. Ich möchte hier keine Beispiele nennen, um nicht erkannt zu werden. Was man auch tut, es ist nie genug. Und je mehr man tut, desto mehr wird das als Selbstverständlichkeit angesehen. Drohungen, Verträge nicht zu verlängern, wochenlanger Psychoterror, wenn sich gar jemand die Dreistigkeit geleistet hat, schwanger zu werden (keine Doktorandin), herablassende Aussagen über kranke Mitarbeiter und solche mit geringerer Ausbildung, 21 Resturlaubstage bei 26 Gesamturlaubstagen u.v.m.. Man hat uns in der Hand, da wir vom guten Willen des Chefs abhängig sind, um unsere Arbeit abschließen zu können. Wer kündigt, muss bei Antritt einer neuen Stelle mit der Doktorarbeit bei 0 beginnen. Das wissen die Chefs und nutzen es gnadenlos aus. Warum kontrolliert das keiner? Warum ist man scheinbar schutzlos ausgeliefert? Ich habe momentan jeden Abend ein solch böses Gefühl in mir, das mir die Luft zum Atmen nimmt. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte meine Chefin zusammenschlagen (was natürlich keine Option ist). Geht es anderen auch so?
 
hallo gast,

vorab, ein paar absätze im text hätten gut getan😉

Warum kontrolliert das keiner?
wer sollte das kontrollieren. alle arbeiten so, und zwar schon immer.
Warum ist man scheinbar schutzlos ausgeliefert?
ist man nicht, es machen nur alle mit. man hat aber die möglichkeit auszusteigen und einen anderen weg zu gehen.

zu mir hat mal ein professor gesagt, : "für mich war es eine ehre für meinen professor zu arbeiten".
was für mich einen nicht unerheblichen gehaltsverzicht bedeutet hätte, hätte ich gedacht wie er.

ich habe mich bedankt und bin gegangen.

brauchst du den doktortitel? wenn ja, was hast du für alternativen, auch wenn sie einen umweg bedeuten.

so macht es dich krank und kaputt. das ist es nicht wert.

lg frame
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
C Rat zu Jobwechsel nach kurzer Zeit Beruf 7
Phalle Nach 3-maligem Vorgesetztenwechsel schlechteres Zwischenzeugnis Beruf 30
A Kündigung nach 35 Jahren Beruf 23

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben