Hallo Windprinzessin,
ist es da besser sich von einem Hausarzt überweisen zu lassen oder soll man zu einer Beratungsstelle gehen?
wenn Du zu Deinem Hausarzt Vertrauen hast, kannst Du einmal mit ihm sprechen. Eine Beratungsstelle hätte den Vorteil, dass die Leute dort i.d.R. darauf "spezialisiert sind", herauszufinden, wo Du am Besten aufgehoben bist und sie begleiten Dich ein Stück weit.
Es gibt viele Fachrichtungen und Spezialisierungen und von daher könnte Dir eine Beratungsstelle schon weiterhelfen, insbesondere wenn Du selbst noch unsicher bist, ob Du überhaupt einen Psychologen benötigst. Der Hausarzt kann eine ähnliche Funkion haben, das hängt ein wenig davon ab, wie viel Zeit er sich für Patienten nimmt. Du könntest im Zweifelsfall auch beide Möglichkeiten testen...
😉
Muss man bei einer Beratungsstelle vorher anrufen?
Das würde schon Sinn machen, damit auch ein Berater ausreichend Zeit für Dich hat. I.d.R. 45 Minuten.
Naja, es ist ein Gespräch und der Berater versucht durch Zuhören und Nachfragen herauszufinden, was Dein Problem ist und wie er Dir helfen kann.
Zahlt die Krankenkasse das?
Wer das zahlt, hängt meines Wissens vom Träger der Beratungsstelle ab. Es gibt z.B. Beratungsstellen, die von Kirchen getragen werden. Dort kannst Du -sofern Du kannst - freiwillig einen Beitrag entrichten, musst aber nicht. Sofern Du krankenversichert bist, vermute ich, dass Du nirgendwo wirst zahlen müssen. Am Besten fragst Du einfach bei der Terminvereinbarung. I.d.R. hat vereinbart man einige Probegespräche, um herauszufinden, ob man zueinander passt.
Meine Eltern sind geschieden, erfahren trotzdem beide davon?
Eine Beratungsstelle ist i.d.R. anonym, soweit ich weiß. Ich würde vermuten, dass Deine Eltern gar nichts davon erfahren, bin mir aber nicht sicher. Vielleicht hängt das auch davon ab, welche Art Problem Du hast. Wie gesagt, bzgl. ärztlicher Schweigepflicht bei Minderjährigen kenne ich mich nicht aus.
ich habe Angst davor, dass ich nicht ernst genommen werde, dass es übertrieben ist dorthin zu gehen und manchmal denke ich auch dass ich mich nicht schlecht genug dafür fühle und eigentlich keine richtigen Probleme hab.
Wenn Du dich nicht ernst genommen fühlst, dann solltest Du das in einem solchen Gespräch gleich sagen. Auch wenn Du dich unwohl fühlst. Falls nach einem solchen Einwand von Dir der Berater dich immer noch nicht ernst nimmt, müsstest Du eine andere Beratungsstelle aufsuchen. Ich kann mir aber offen gesagt nicht vorstellen, dass der Fall eintritt. Arzt und auch Berater gehen davon aus, dass Du kommst, weil Du Hilfe brauchst und ich würde vermuten, dass sie Dir sehr genau zuhören und versuchen zu helfen.
Wichtig ist, dass Du Dir ein wenig überlegst, was Du sagen möchtest. Es ist aber nicht schlimm, wenn Du unsicher bist oder nicht weißt, was Du sagen sollst. Es ist eben eine Gesprächssituation und es ergibt sich einfach auch einiges durch Rückfragen usw. Du musst in einem solchen Gespräch ja auch nur das sagen, was Du möchtest und musst auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Du könntest ja damit anfangen, Deine Probleme grob zu beschreiben und dann zu sehen, wie der Berater / Arzt darauf eingeht.
Ich weiß auch gar nicht wie und was ich bei einem Hausarzt ansprechen soll...vllt wirds einfacher wenn ich weiß was auf mich zukommt...
Beim Hausarzt reicht es eigentlich, wenn Du damit anfängst, dass es Dir (in der letzten Zeit) nicht gut geht oder das Dich verschiedene Dinge sehr belasten und das Du ihn um Rat und Hilfe bittest.
Auch da wird er dann wahrscheinlich nachfragen, um herauszufinden, was das Problem ist und wie er helfen kann.
Viel Glück und alles Gute!
mh