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Psychische Gewalt?

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K

keksi

Gast
Wie kommt es zu sowas? Ich würde das gerne etwas besser nachvollziehen können.

Ich habe mich von meinem Ex schon im November 2005 getrennt, wir wohnen aber (leider) noch zusammen. (Leide an Depressionen, möchte auch ausziehen, kann aber nicht da ich grade in einer depressiven Phase stecke, bin schon dabei mir Hilfe zu suchen, nur das dauert so lange..)
Ok, soviel dazu.

Wir haben dieses Problem auch jetzt noch, hab versucht anfang des Jahres auszuziehen, ging nicht (gab viele Probleme, die auch an meiner Depri Phase mit schuld sind denk ich, aber darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen, würde zu lange dauern, er hatte damit nichts zu tun.) kam wieder hierher zurück, seitdem ist es wieder total schlimm geworden.

Gut, es ist meistens so, wir streiten uns, wegen irgendwas, ich hab keine Lust mehr und möchte mich aus dem Streit zurückziehen (es hat einfach keinen Sinn mit ihm zu streiten, er will immer Recht behalten..) und er lässt das nicht zu. Er zwingt mich dazu weiterzumachen. (Wir haben darüber geredet und er meint es provoziert ihn, wenn ich mich aus einem Streit zurückziehen möchte und mich passiv verhalte.) Wenn ich nicht weitermache, dann fängt er an, mich zu erniedrigen und körperlich zu bedrängen. Ich wehre mich, weil ich weg möchte (bin nicht der Typ der sich sowas gefallen lässt), was meistens in einer schweren Prügelei endet. Wenn ich irgendwie die Chance kriege aus der Wohnung zu flüchten, mach ich das auch. Wenn ich mich aber nicht mehr wehre bzw. wehren kann, kommt es schonmal zu extremen Erniedrigungen. (Mich in der Badewanne mit kaltem Wasser vollspritzen, Beleidigungen, und Vorwürfe, um mal eines der krasseren Beispiele der letzten Monate zu nennen.) Während dieser Kloppereien (meistens resultieren sie wirklich nur daraus das ich mich wehre) kam es in der letzten Zeit wiederholt zu Morddrohungen.

Er hat ausserdem ein Problem damit die Schuld für etwas bei sich selbst zu suchen, er findet immer eine Ausrede, eine Entschuldigung, für was auch immer, muss ich stets erkämpfen. Früher hat er sich noch von selber für diese Aktionen entschuldigt, nichtmal mehr das macht er nun. Er hat aber manchmal schon ein schlechtes Gewissen danach.

Es ist auch so das er mich für mich deutlich erkennbar, als Frustventil verwendet. Weil er grade mal mit jemand anders gestritten hat oder Stress auf Arbeit hat.

Jedes mal wenn ich ihm sage, er soll zu nem Psychologen gehen, weigert er sich. "Es geht ihm gut, wenn ich erst weg bin kommt er mit seinem Leben klar, mit anderen Leuten kommt er ja zurecht." Naja, wenigstens meinte er, das wenn es nicht besser wird, nachdem ich ausgezogen bin, das er dann zum Psychologen gehen will.

Eine Freundin meinte zu mir er macht das, weil er im Alltag nicht klar kommt, und weil er seinen Frust nicht bei den Leuten rauslassen kann, die ihn verursachen, macht er es halt bei mir, weil er sich da sicher fühlt, und ich ihn ja soundso nicht verlassen würde.. Hat sie da recht?

Ich will das ganze einfach etwas besser verstehen. (Ich denke es würde mir über so einiges hinweghelfen.)
 
hi,

Ich weiss nicht, ob das psychische Gewalt ist, was du beschreibst. Wohl doch eher physische. Wenn er handgreiflich wird und es zu "Kloppereien" kommt, ist es ja kaum "psychische" Gewalt, oder? Dann würde ich dir raten, sofort und jetzt dich räumlich zu entfernen. Psychische Gewalt ist Machtausnutzung aufgrund Worte und Manipulationen, den anderen verbal zwingen, das habe ich bei meiner Ex erlebt. Er setzt seine körperliche Präsenz ein. Pack deine Sachen (oder auch nicht) und hau da ab sofort und jetzt. Du hast ja explizite Gründe dafür. Psychische Gewalt ist da subtiler und hält einen gefangen ohne das man es wirklich irgendwo festmachen kann. Du hast "handgreifliche" Gründe wegzugehen.

Viel Glück
Rock

P.S. schade, das bei dem Link oben es nur um Täter(m) und Opfer(w) geht und die Ratschläge nur an Frauen gerichtet sind.... 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich danke auch für diesen sehr interessanten Hinweis im WEB! Da kann sich wahrscheinlich so manch einer entweder als" Opfer" oder aber auch als "Täter" wiederfinden. Vielleicht ist es auch vielen gar nicht bewußt, daß sie in einer solchen Rolle stecken.
 
...
Auf der Seite ist es halt so, dass sie von Frauen für Frauen gemacht wurde. Doch kann man wenn man als Mann Betroffener ist trotzdem für sich das richtige rausziehen. Das Schema ist wohl überall ähnlich. Dort trifft auch nicht jeder Punkt auf jeden Täter zu. Das muss man sich bewusst machen.
Und Keksi ist halt ne Frau.

Außerdem hat Keksi es halt mit psychischer und physischer Gewalt zu tun.

Liebe Keksi, scheinbar ist es so, dass so mancher Täter erstmal mit psychischer Gewalt kommt bis er sein Opfer dermaßen willig macht, dass sie sich auch physische Gewalt gefallen lässt.

Ist natürlich schon wichtig, dass du dir Fragen stellst wie konnte es soweit kommen. Doch jetzt musst DU erstmal handeln und dann lernen durch die Fehler die passiert sind damit es nicht wieder so weit kommt oder es weiterhin passieren kann.

Handeln bedeutet weg so schnell wie möglich. Damit du weder der einen noch der anderen Gewalt ausgesetzt bist. Verstehen warum und wieso das kannst immer noch wenn du dort weg bist. Das aber sollte an erster Stelle für dich stehen.

Lieben Gruß und viel Mut und Stärke
Marokko
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für den Link.

Oha... Also ich kann wirklich einiges wiederfinden... Auch wenn ich ihm nicht unterstellen würde das er arg hinterlistig und manipulativ ist, ich glaube eher er hat keine Ahnung von den Konsequenzen?

Auch kann ich mir nicht sicher sein wieviel an mir selber liegt.. hier:

Emotionale Täter erwarten weitaus mehr von ihren Partnerinnen, als sie selber zu geben gewillt sind .

Das Gefühl hatte ich oft, habe es aber immer auf mich geschoben, und meine Depressionen. Aber gut über die Jahre hinweg ist mir das dann schon aufgefallen, das es eben nicht bloss an mir liegt.

Die Sachen die er da macht waren auch nicht immer gleich stark ausgeprägt, es gab ja eine Zeit wo er sich gebessert hatte.

Irgendwie macht mir das jetzt Angst, ich glaube das muss ich erstmal verkraften.

Wie ratsam haltet ihr es denn wenn ich ihm den Link einfach mal gebe?
 
Sorry für das Doppelpost, aber hat vielleicht jemand Informationen über psychische Gewalt gegen Kinder? Ich würde nun nämlich gerne wissen ob man die "Erziehung" die ich geniessen "durfte" nicht auch schon als psychische Gewalt wertet..
Dann wärs ja wie aus dem Lehrbuch... x.x
 
Hallo keksi

Wie ratsam haltet ihr es denn wenn ich ihm den Link einfach mal gebe?
Ich frage mich gerade, warum Du möchtest, dass er sich informiert. Liegt es daran, dass es für Dich hilfreich wäre, zu verstehen, warum dieser ganze Müll passiert? Warum Du so schlecht behandelt wirst?

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Du versuchen möchtest, die Beziehung zu retten. Kann das sein? Für den Fall, dass Dir so etwas vorschwebt, solltest Du Dir den Verlauf Eurer Beziehung anschauen. Du wirst sehen, dass die Situation im Laufe der Zeit immer weiter eskaliert ist. Je länger so ein Zustand anhält, umso schwerer wird es, etwas davon wieder rückgängig zu machen. So, wie Du es beschreibst, halte ich es sogar schon für unmöglich.

Du solltest vielleicht zuerst einmal ausziehen und Dir danach Gedanken darüber machen, wie das alles hat entstehen können. Und klar, Du bist an der Eskalation beteiligt gewesen - zumindest insofern, dass Du sie in Kauf genommen hast, und nicht gegangen bist. Aber auch Schuldfragen sollten Zeit haben, bis Du eine eigene Wohnung hast.

Eine derart emotional zerrissene Beziehung ist auch nicht gerade hilfreich dabei, seine Depressionen hinter sich zu lassen.

Günter
 
Sorry für das Doppelpost, aber hat vielleicht jemand Informationen über psychische Gewalt gegen Kinder? Ich würde nun nämlich gerne wissen ob man die "Erziehung" die ich geniessen "durfte" nicht auch schon als psychische Gewalt wertet..
Dann wärs ja wie aus dem Lehrbuch... x.x
Es wird mit Sicherheit Parallelen zu Deiner Vergangenheit geben.

Es gibt verschiede Möglichkeiten, in eine derartige Gewaltbeziehung zu geraten.

Eine Möglichkeit wäre, dass Dein Partner einen Schwachpunkt bei Dir trifft. Dass Du also mit Dir Dinge machen läßt, weil Du es gewohnt bist, mit Dir machen zu lassen. Und weil es für Dich vielleicht auch normal ist, die Schuldzuweisungen Deines Partners zu akzeptieren, oder die Schuld direkt bei Dir selbst zu suchen. So, wie Du in Deinen Depressionen einen Grund für den schlechten Zustand Eurer Beziehung siehst.

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass für Dich Gewalt in Beziehungen so normal ist, dass Du selbst das Zustandekommen solcher Situationen provozierst. So könntest Du Auseinandersetzungen provozieren, um im passenden Moment abzuspringen, weil Du weißt, dass Dein Partner darauf anspringt. Den Eindruck habe ich bei Deiner Geschichte allerdings nicht.

Eine dritte Möglichkeit wäre, dass Du Gewalt in Beziehungen und den angemessenen Umgang damit vorher nie kennengelernt hast. Du wehrst Dich so, wie Du es gewohnt bist, suchst nach Ursachen so, wie Du es gewohnt bist, während die Situation immer weiter eskaliert.

Nur warum möchtest Du, dass sich Dein Freund über das Thema informiert? Soll er Deine Situation verstehen?

Günter
 
Also, ich will die Beziehung nicht retten, die ist lange vorbei. Was ich vielleicht retten will ist die Freundschaft zwischen uns.

Du solltest vielleicht zuerst einmal ausziehen und Dir danach Gedanken darüber machen, wie das alles hat entstehen können.

Das würde ich tun, aber im Moment habe ich schon Probleme damit einen Brief zur Post zur bringen und dabei nicht heulend zusammenzubrechen. Bei einer Depression ist es mit "sich mal schlecht fühlen" nicht getan, ich weiss nicht wie weit du über die Krankheit informiert bist.

Wenn ich länger drüber nachdenke möchte ich einfach das er sein Verhalten einsieht um die Bestätigung zu erhalten das eben nicht alles meine Schuld ist. Das hat er ja sogar schonmal getan und es hat mir unglaublich gut getan. Und, was ich jetzt erreichen will ist, das er eine Therapie macht. Mir liegt halt noch was an ihm. Aber als Freund. Wahrscheinlich auch nur weil ich sonst niemanden habe? Durch die Depression und sein Verhalten und Problemen mit meiner Familie bin ich ziemlich isoliert..

Eine dritte Möglichkeit wäre, dass Du Gewalt in Beziehungen und den angemessenen Umgang damit vorher nie kennengelernt hast.

Naja, ich war immer an allem Schuld, hat keine Rechte, mir wurde oft Vorwürfe gemacht für Sachen für die ich nichts konnte. Mir wurden immer Dinge an den Kopf geworfen, und meine Meinung zählte gar nichts. Ich war ja Kind, ich musste ja schön brav den Mund halten. Oft wurde mir damit gedroht mich ins Heim zu stecken. Wenn ich was angestellt hatte, auch wenn es ein Missgeschick war, gabs "eine gesunde Ohrfeige". Wenn ich geweint habe, wurde ich dafür noch fertig gemacht. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, meine Mutter hat mich und meine Schwester abgeschoben, und ist dann abgehauen. (Irgendwann später kam sie wieder, entschuldigt hat sie sich nicht, wo sie war hat sie nicht erzählt, bis heute nicht..) Um das mal so zu sagen, nein, ich weiss nicht wie eine gesunde Beziehung auszusehen hat.
 
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