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Psychisch kranken Partner verlassen?

Psychische Erkrankung ist auch ein sehr weites Feld. Da gibts welche, die haben vor irgendwas Angst. Das ist ja nicht so wild, wenn man als Mensch etwas Verständnis hat. Es gibt aber auch welche, die mit der Kücheneinrichtung nach einem werfen oder schlagen oder sonstwas für Scheisse. Oder wirres Zeug reden. Und, und, und.......... Ohne zu wissen, worum es konkret geht, kann man auch wenig raten. Also kann ich dem nur beipflichten, was hier gesagt wurde, lege in irgendeiner Beratungsstelle für Angehörige die Karten auf den Tisch, dann kann man dir auch helfen.
 
Ich wäre ein bisschen vorsichtig, wenn es darum geht etwas als "wild" oder "nicht-wild" hinzustellen.
Angsterkrankungen können unterschiedlich, arg gemein sein und betroffene Menschen im Leben sehr einschränken.

Ja, aber den Partner schränken sie eher weniger ein. Es geht ja um eine Beziehung zu einem psychisch Kranken und um die Frage, wie der Partner damit zurechtkommt. Und klar, eine Angsterkrankung ist schlimm, aber ich behaupte, mit einer Erkrankung, die Gewalt "auslöst" oder ähnliche Geschichten kommt ein Partner wesentlich schlechter zurecht. Ich kann mich natürlich auch irren.
 
Vielen Dank so weit für die Antworten. Mir ist bewusst, dass es schwer ist, Ratschläge zu geben, wenn die Fragestellung so ungenau bleibt. Da dies aber ein öffentliches Forum ist und jeder mitlesen kann, möchte ich nicht zu detailliert auf unsere Probleme eingehen. Mein Partner war früher in therapeutischer Behandlung, hat die Therapie aber abgebrochen. Das sinnvollste wird es sein, eine Beratungsstelle aufzusuchen.

@ Archeo: Deine Antwort hat mir sehr weitergeholfen. Den Zwiespalt, den du da beschreibst, kenne ich sehr gut. Ich wünsche mir so sehr für ihn, dass er glücklich und wieder gesund wird, und finde es schrecklich, ihn mit seinen Problemen allein zu lassen. Andererseits geht es so auch nicht weiter. Wie du es geschrieben hast - ich trage Verantwortung für mein eigenes Leben.

Eine Frage stellte sich mir aber beim Lesen deines Textes. Stellt man, wenn man Schluss macht, den anderen nicht immer in gewisser Weise vor vollendete Tatsachen?
 
Versuche herauszufinden, ob es in deiner Region eine Beratungsstelle für die Angehörigen von psychisch Erkrankten gibt, falls du ernsthafte Befürchtungen hast.

Falls dein Partner in Behandlung ist (?) und du Grund zu der Annahme hast, daß eine Trennung dazu führen würde, daß er sich etwas antut, könntest du ggf. auch mit seinem Therapeuten sprechen. Eine Garantie ist das nicht, aber Garantien gibt es für keine Entscheidung im Leben.

Triff du die Entscheidung, die für DICH richtig ist.

Mit SEINEM Thera zu reden, fände ich nicht gut. (Sein Thera.)
Paarberatung fand ich damals die bessere Lösung.
Bin meinem ehemaligen Partner dankbar, dass er sich darauf ein liess. Und er sagte später, es hätte ihn nichts besseres passieren können, denn sonst hätte er sich mit seiner Erkrankung nie prof. helfen lassen. - Ich habe ihn geliebt (Grundgefühl), aber ich konnte nicht mehr mit ihm und hatte das Gefühl, wir tuen einander nicht mehr gut. Das ging schon über 3 Jahre so.
Ich fühlte mich langsam aber sicher so, als sei ich nur noch abhängig davon, wie krank er gerade ist und abhängig davon, ob ich nun meine, genug für ihn getan zu haben.
Mich hätte ich dabei verloren, wenn dann schliesslich auch mir niemand geholfen hätte.
Eine Paarberatung bzw. Thera half uns, einander wieder auf Augenhöhe zu begegnen und unsere Entscheidung zumindestens klarer zu treffen. So sahen wir uns auch dann mit anderen Augen und ja, wir konnten die Trennung dann besser. (Paarberatung hätte uns ggf. auch zusammenführen können, aber bei uns warś eh' so, ich wollte auch nicht mehr, fühlte mich nur noch so verdammt verantwortlich für etwas, wofür ich die Verantwortung nicht tragen konnte: sein Leben. Es lag in ihm, dass er "klammerte" und in mir, dass ich Probleme hatte, mich zu distanzieren. So "hingen" wir aneinander aus teils ähnlichen und auch unterschiedlichen Gründen (Lebensgeschichte, je.)
Unser "Grundgefühl" der ja, Zuneigung, blieb. Die Paarberatung/Thera, ja, mir wurde in den teils Wirren der Veränderung nochmals deutlich: wieso er? Mein schon verzweifeltes Herz durfte wieder warm sein auch für ihn UND ich konnte besser für mich sorgen. WIR wieder offener, entspannter, deutlicher miteinander
Reden.


LG
Landkaffee
 
hm...also du hast geschrieben,das er seine therapie abbrach.
für mich wäre das wohl ein grund....mir irgenwie nicht soviele sorgen zu machen. ich weiss klingt ego-mässig....wer aber eine tehrapie abbricht,obwohl er weiss,er hat schwieirgkeiten, ist in meinen augen unverantwortlich mit sich selbst ungegangen. und da die verantwortung zu übernehmen,viele mir schwer.

zumal man in der situattion selbst ja nicht so gut drauf ist...

ich kenne es nur das ich mich von einem alkoholiker trennte und genug vorher versucht habe....irgendwann war die grenze erreicht und ich musste mich selbst retten.
der andere war für mich selbstverantwortlich.
klar teilweise hatte ich auch angst,der tut sich was an.
da war ich froh, das freunde da waren. ich würde es machen,wie du vorhast....verwandte einweihen.
 
hm...also du hast geschrieben,das er seine therapie abbrach.
für mich wäre das wohl ein grund....mir irgenwie nicht soviele sorgen zu machen. ich weiss klingt ego-mässig....wer aber eine tehrapie abbricht,obwohl er weiss,er hat schwieirgkeiten, ist in meinen augen unverantwortlich mit sich selbst ungegangen. und da die verantwortung zu übernehmen,viele mir schwer.

zumal man in der situattion selbst ja nicht so gut drauf ist...

ich kenne es nur das ich mich von einem alkoholiker trennte und genug vorher versucht habe....irgendwann war die grenze erreicht und ich musste mich selbst retten.
der andere war für mich selbstverantwortlich.
klar teilweise hatte ich auch angst,der tut sich was an.
da war ich froh, das freunde da waren. ich würde es machen,wie du vorhast....verwandte einweihen.

Du würdest ja auch nicht jede/jeden Thera und nicht alle Bedingungen gut finden.

Bloss: ja Selbstschutz ist wichtig!
Für alle!


LG
Landkaffee
 
Diese Entscheidung kannst letztendlich nur du ganz alleine treffen.
Da du nichts Näheres erzählen willst zu der Natur seiner Erkrankung - wie sich diese äussert, ob sie behandelbar und damit vorübergehend ist, oder ob es zumindest die Möglichkeit einer medikamentösen Stabilisierung gibt - ist es schwierig bis unmöglich, überhaupt irgendwas dazu zu schreiben.
Psychische Erkrankungen sind ein weites Feld und es gibt logischerweise riesige Unterschiede zwischen den verschiedenen Diagnosen.
Ist jemand beispielsweise manisch-depressiv, ist das etwas völlig anderes, als wenn jemand schizophren ist.
Wieder etwas total anderes sind Probleme wie Zwangs- oder Essstörungen.
Diese Definition würde für mich persönlich also schon mal einen riesigen Unterschied machen: Ist es eine Erkrankung, die sich auf das ganze Leben der Person auswirken wird - die also nicht zu behandeln ist, oder nur beschränkt?
Oder ist es eine "temporäre" Erkrankung, die sich auf die gegenwärtige Lebensphase auswirkt?

Ist der Partner aufgrund der Erkrankung in einem Zustand, der sich praktisch permanent selbst- oder fremdgefährdend auswirkt?

Ich lebe seit vielen Jahren mit einem Mann zusammen, der ähnliche Schwierigkeiten hat.
Ich bin in unseren schwierigsten Zeiten definitiv an meine Grenzen gestossen - aber gerade in diesen Augenblicken wäre es für mich persönlich nicht in Frage gekommen, ihn praktisch "im Stich zu lassen".
Dies konnte ich aber nur so empfinden, weil mir dieser Mann immer extrem viel geben konnte.
Weil ich ihn - trotz seinen Problemen - nie einfach nur tragen musste, sondern er mich genau so tragen konnte…

Wir haben es letztendlich geschafft, diese Höhen und vor allem viele Tiefen gemeinsam zu meistern…
Als Resultat davon haben wir heute eine Verbindung zueinander, die extrem stark und tief ist…
Der Alltag war oftmals schwer und ich war mehr als einmal einfach nur noch müde und erschöpft.
Und dennoch weiss ich, dass es für mich persönlich definitiv die richtige Entscheidung war, diese Beziehung nicht aufzugeben!

Aber eben: Du alleine kennst die genauen Umstände und folglich kannst auch nur du entscheiden, was du tun willst.
 
Das ist gemein und fuer mich ein tabu

Es gibt psychische Krankheiten, die schwere Auswirkungen auf die Mitmenschen haben.
Als Partner kann man da an seine Grenzen kommen.
Aufopfern muss und sollte sich keiner und das Pauschalurteil "das ist gemein" ist undifferenziert.

@spamburger auch Angststörungen können für einen Partner extrem belastend sein. Zum einen sind Ängste oft auch Symptom sehr schwerwiegender psychischer Erkrankungen, zum anderen haben wir zB im Bekanntenkreis einen Mann der seine Frau über seine Angststörung (er kann nicht allein sein, geht nicht allein aus dem Haus) seit vielen Jahren eng an sich bindet, aber jegliche Therapie ablehnt.
Dass sie ihn irgendwann verlassen hat, weil sie selbst so ein Leben nicht mehr führen wollte, war für beide gut.
Er hatte endlich eine Motivation in Therapie zu gehen, weil seine Frau nicht mehr als Ersatzmama und Angstvertreiberin zur Verfügung stand und die Frau war natürlich wie befreit, weil sie endlich wieder ihr eigenes Leben führen konnte.
 

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