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Pseudo-Suizidgedanken

Taavi

Mitglied
Ok ich weiß nicht wirklich wie ich das formulieren soll ohne dass es vielleicht falsch verstanden wird. Aber vielleicht kennt jemand solche Gedanken und kann es nachvollziehen.
Mir ging es gestern richtig scheiße wegen einer total kleinen und unwichtigen Sache, aber ich bin einfach nicht damit klargekommen und hab mir eine Flasche Wein reingezogen um mich zu betäuben (klingt nicht nach viel, aber wenn man es nicht gewöhnt ist, knallt das ziemlich). Irgendwann habe ich dann gedacht, dass eh alles scheißegal ist und es auch keinen Unterschied machen würde, wenn ich zu dem Wein jetzt noch eine Packung Ibuprofen schlucken würde. Hab ich natürlich nicht gemacht und ich hab auch nicht ernsthaft darüber nachgedacht, und ich weiß auch, dass man sich damit sowieso nicht umbringen kann und es von daher eine komplette sinnfreie Aktion wäre.
Trotz allem macht mir das irgendwie Angst. Ich hab sowas noch nie gedacht und ich weiß nicht, woher das plötzlich kam. Ich würde es wie gesagt nie tun und weiß wie gesagt auch, dass es nicht funktionieren würde.
Trotzdem war der Gedanke plötzlich da. Ich weiß nicht, warum. Bin ich einfach überdramatisch? Sind das intrusive Gedanken? Ich hab in dem Moment einfach nur gedacht, dass ich nicht mehr fühlen will.
 

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G

Gelöscht 75067

Gast
Ich würde solche Gedanken zu Anlass nehmen sich therapeutische Hilfe zu suchen.
Der Übergang von bloßen Denken, über Planen bis hin zum tatsächlichen Ausführen sind fließender als es einen lieb ist.
 

beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Hallo Taavi.
Solche Gedanken kenne ich schon mein ganzes Leben in uregelmässigen Abständen.
Für mich ist das der Strohhalm, der beruhigende Gedanke, dass ich jederzeit 'aussteigen' könnte wenn ich das Leben gar nicht mehr ertrage.
Auch wenn ich genau weiss, dass ich den Mut ES zu tun niemals hätte.
Einen wirklichen Versuch habe ich in den 50 Jahren nicht einmal unternommen.
Ich denke,solche Gedanken könne durchaus Druck abbauen.
So ist es bei mir zumindest.
Und am nächsten Tag sieht alles schon wieder ganz anders aus.
 

Taavi

Mitglied
Ich komme einfach nicht damit klar, dass mir alle sagen "Ist halt so, Pech gehabt, hör auf zu jammern und mach halt was". Ich weiß selber, dass man Dinge ändern kann, aber das ändert weder an der Grundsituation noch an meinen Gefühlen was. Wenn ich z.B. erzähle, dass ich an der Situation zuhause und dem Verhalten mir gegenüber nicht klar komme, sagen alle "Pech, ist halt so. Zieh halt aus". Es interessiert keinen, dass es vielleicht Gründe gibt, warum das nicht so einfach ist, und dass es mir unabhängig davon auch darum gar nicht geht. Klar kann ich ausziehen. Aber das ändert nichts daran, dass ich mich total abgelehnt, verstoßen und allein gelassen fühle. Die meisten Leute haben scheinbar die Aufassung, dass man keinen Grund oder kein Recht hat sich zu beklagen, wenn sich eine Situation nicht ändern lässt. Dann soll man halt aufhören zu jammern und sich eine Alternative suchen. Also in meinem Fall: "deinen Eltern bist du halt egal, ist halt so, dann zieh aus und heul nicht rum".
Ich glaub halt langsam, ich habe kein Recht, mich schlecht zu fühlen.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Diese "Pseudo-Suizidgedanken" entlasten eventuell, weil sie die Aussicht auf Flucht vor einer ungemütlichen Lage mit sich bringen.
Du musst deine Lebenssituation optimieren und dich den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stellen, wenn du glücklich leben willst.
Du lebst mit Menschen, mit denen du nicht leben willst. Du sitzt in deinem Kinderzimmer und trinkst. Du scheinst keine verlässlichen freunde zu haben, mit denen du deine Probleme besprechen kannst.
Ich würde versuchen, mir konkrete Ziele zu setzen. Zuerst würde ich die angespannte Atmosphäre daheim "entmachten". wenn du mit deinem Vater nicht reden kannst, dann schlage eine gemeinsame Unternehmung vor. Tut etwas gemeinsam. man kann nicht langfristig so leben, ohne krank zu werden.
Was tust du schulisch/beruflich?
Wo willst du hin?
Und was machen die Mädchen?
 
G

Gelöscht 54649

Gast
Hallo Taavi,

ich denke, den meisten Leuten fällt es leichter, Ratschläge zu erteilen, als mit jemandem auszuhalten, dass es halt gerade mal übel ist und man in dem Moment nichts dagegen tun kann.
Und selbst wenn jemand, der körperlich und mental stark ist, einen Ausweg sieht, ist der vielleicht in dem Moment nicht für jeden nutzbar.

Was ich auch denke, ist, dass Deine Gedanken nicht "pseudo" sind, sondern reines Nachdenken über Selbsttötung zur Lösung der eigenen Probleme sind Suizidgedanken. Was darüber hinausgeht, ist akute Suizidalität - also eine Stimmungslage, in der die Selbsttötung als einzig möglicher Weg scheint und auch schon in konkreter Planung ist.
Ich denke, da wäre Unterstützung aus dem therapeutischen Umfeld echt nicht verkehrt, denn wie schon gesagt wurde: der Übergang von Wunsch zu Unausweichlichkeit ist so fließend, dass man ihn selbst oft nicht mitbekommt.
 

Taavi

Mitglied
Ich glaube, ein Teil in mir denkt auch "wenn ich das machen würde, dann würde mich vielleicht jemand ernstnehmen". Irgendwie krank weil das erst recht so aussehen würde, als wollte ich nur Aufmerksamkeit.

Ich hab einen 450€-Job und warte auf die Zulassung zum Studium. Ich habe einen Antrag für einen Studienkredit gestellt und ziehe weg sobald der durch ist. Ich will einfach ausziehen, in eine größere Stadt, studieren. Und ja, ich hätte gerne wieder eine Beziehung. Aber keine Ahnung. Es ist nicht meine Art, rauszugehen und mich wem aufzudrängen. Finde ich auch erst recht nicht ok wenn man grade mit sich selber nicht klar kommt.
 

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