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Probleme mit Partner

G

Gast_sucht_Rat

Gast
Hallo Community,

ich suche dringend einen Rat, wie ich weiter mit der Situation umgehen soll. Ich muss euch vorwarnen. Langer Text.

Es geht um mich (w) und meinen Partner.
Beide knapp 30 Jahre alt, seit knapp 7 Jahren zusammen, keine Kinder.

Mein Problem ist, ich ärgere mich so über ihm. Er ist so unselbstständig und passiv. Wir wohnen seit knapp 2 Jahren zusammen und ich komme mir vor wie seine Mutti. Er ist überhaupt kein "Macher" sondern ich muss ihn zu allem "antreiben" und dauernd an alles erinnern.

Wenn ich ihn bitte mir bei etwas zu helfen sagt er "jaja" und ich muss ihn aber immer wieder daran erinnern es zu tun. Und das nervt ihn und das lässt er mich spüren.
Wir gehen beide arbeiten, ich mache mir Gedanken ums einkaufen, gehe einkaufen, mache die Wäsche, kümmere mich um alle organisatorischen Dinge etc. Beim Rest des Haushalts hilft er mir und das finde ich toll und das zeige ich ihm auch.

Es gibt aber einfach gewisse Dinge wo ich seine Unterstützung haben möchte oder auch brauche, weil ich in handwerklichen Dingen alleine sehr unsicher bin.

Ich habe ihn jetzt mehrere Wochen gebeten mir zu helfen, von alleine rührt er sich nicht und sitzt es gewissermaßen aus. Heute habe ich ihm nach dem Frühstück (wo er sich auch nur an den gedeckten Tisch setzen musste) gesagt, dass wir die Renovierungsarbeit in der Küche heute durchziehen und er hat mir da schon wieder suggeriert, dass es ihn nicht interessiert und es ihm egal ist.

Um halb zwölf habe ich ihn dann gefragt wann wir anfangen und genervt hat er "nachgegeben" Ich habe ihm alles hingestellt und sogar die Leiter geholt und dann hat er lustlos angefangen und es natürlich nicht nach meinen Vorstellungen gemacht und dann bin ich explodiert und habe ihn abgeschrien, dass er sich mehr Mühe geben soll und nicht so rumschludern soll, dann ist er von der Leiter gestiegen und hat zurück gebrüllt, ich solle den Scheiß alleine machen,wenn mir das nicht passt was er macht.

Da ist mir die Hutschnur geplatzt und habe ihm an den Kopf geworfen, dass ich keine Lust mehr habe jedes Mal gegen ihn "anzukämpfen" und wir doch eigentlich ein Team sein sollten anstatt gegeneinander zu arbeiten. Dass ich das nicht so hinnehmen kann, dass es unsere gemeinsame Wohnung ist und dass wir uns beide darum zu kümmern haben etc. Seit dem ist Funkstille.

Was bitte kann oder soll ich eurer Meinung nach tun? Habt ihr einen Tipp wie ich ihn zu mehr Selbstständigkeit und mehr Verantwortungsbewusstsein bewegen kann?

Ich bin mittlerweile echt ratlos, denn er sieht es einfach nicht ein, dass gewisse Dinge einfach gemacht werden müssen.

LG Ratsuchende
 

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1234567ieben

Mitglied
Hallo! Ich sage dir mal was ich auf Anhieb aus deinem Text herauslese: Du nötigst deinen Partner mehr oder weniger dazu, Dinge zu tun, die er nicht aus eigenem Antrieb erledigen möchte.
Zwar sagst du, dass er dir im Haushalt hilft, aber das ist dir offensichtlich nicht genug. Du machst ihm Druck, damit er bestimmte Sachen erledigt, die du nicht tun möchtest. Ich lese nämlich nichts davon, dass du ihm beim Renovieren der Küche irgendwie tatkräftig unterstützt hättest. DANN wärt ihr ein Team gewesen. Auf die Art, dass du ihm seine Utensilien rausräumst, um ihm zu damit zu zeigen, dass er doch jetzt endlich mal Ballett machen solle, bist du nichts weiter als seine Sklaventreiberin, und so empfindet er das Ganze auch. Ihn dann noch vollzumeckern, weil dir irgendetwas nicht passt ist in seiner Wahrnehmung nichts anderes als nervige Undankbarkeit deinerseits.
Harte und unerhörte Worte von mir an dich, ich weiß.
Ich weiß aber auch, wie sich das Ganze von der anderen Seite anfühlt. Eine meiner Exfreundinnen war der Meinung, mich permanent wegen Dingen stressen zu müssen, die sie selbst nicht erledigen wollte, konnte, oder sich nicht zutraute. (Wohl gemerkt: Den Haushalt teilten wir 50/50, und ich war alles andere als faul.) Wenn sie mich nach zähem Ringen dazu gebracht hatte, mit den (meiner Ansicht nach oftmals ziemlich unnützen) Arbeiten zu beginnen, war ihr das was ich tat dann oft nicht gut genug. Sie mäkelte, meckerte, stichelte, schrie und weinte schließlich. Ohne mir selbst auch nur einen Handgriff geholfen zu haben, versteht sich.
Das beflügelte meine Arbeitsmoral nun wirklich nicht grade, und ich begann mehr oder weniger aus Trotz Ausreden zu finden, warum ich die Arbeiten nicht erledigen konnte. Ich schob im Job sogar endlose Überstunden, nur um nicht heim zu müssen.
Der Druck und die Spannungen wegen der liegengebliebenen Arbeiten nahmen immer mehr zu, und führten im Endeffekt auch mit zur Trennung. Mit ihrem aktuellen Freund hat sie im Übrigen wohl genau das selbe Problem. (Vermutlich ist das also IHR Problem, und nicht seins). Vom Alter her würde es auch genau passen.

Josephine, bist du es?! ;)

Spaß beiseite: - Das Wichtigste ist verhärtete Fronten zu vermeiden. Das klappt am Ehesten, indem man sich abstimmt, wann man eine Arbeit ZUSAMMEN und EINTRÄCHTIG erledigt. Nicht auf die Art, dass der Eine meckert und der Andere irgendwann um des lieben Friedens willen gehorcht. Benutz positive Verstärkung, motivier ihn, und sag ihm doch zukünftig, wie du dich darauf freust, wenn ihr es in der renovierten Küche wieder schön habt, anstatt ihn vollzumeckern und zu nörgeln.
Wenn er von alleine nicht darauf kommt, oder kein "Macher" ist (und glaub mir, du WILLST keinen "Macher" als Freund, denn dann lebst du auf einer Dauerbaustelle, und bist selbst permanent am Schuften, ich weiß das sehr gut), dann solltest du ihm Belohnungen in Aussicht stellen wenn er was tut, statt Bestrafungen, wenn er nichts (oder es nicht gut genug) tut.
Verkneif dir das Genörgel, das empfindet ihr nämlich beide mehr als anstrengend, und irgendwann wird die Beziehung daran scheitern, das ist nur eine Frage der Zeit. (Dein neuer Freund hat dann übrigens andere Macken, mit denen du lernen musst klarzukommen. Fehlerfrei ist nämlich niemand, und der/die RICHTIGE ist eine kitschig-dämliche Hollywoodillusion.)
Vielleicht unternehmt ihr auch einfach mal etwas zu zweit, um erst einmal wieder positive Erfahrungen miteinander zu sammeln, und versucht danach dann erst wieder gemeinsam die anfallenden Arbeiten zu erledigen.
Verführ ihn mal außer der Reihe. Sicher hat er dann auch mehr Lust darauf, dir zur Hand zu gehen, denn dann erlebt er dich wieder als positiv (und du ihn auch).

Viel Glück
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast_sucht_Rat

Gast
Danke dir erstmal für deine ausführliche Antwort. Ich versuche deine Sicht der Dinge als Mann rauszulesen, die du mir versucht hast klar zu machen.

Klar nervt ihn das, wenn ich ständig frage, wann wir renovieren und mehr oder weniger von ihm erwarte, dass er selbstständig auf mich zu kommt. Dass er das nicht freiwillig macht, weil er keine Lust darauf hat, kann ich sogar auch nachvollziehen.

Aber eine Sklaventreiberin bin ich mit Sicherheit nicht. Ich frage mich nur ob es wirklich zu viel verlangt ist, wenn ich ihn bitte mir bei der Küche zu helfen. Schau mal wir sind beide berufstätig, ich erledige zusätzlich die Einkäufe, Koche, kümmere mich um allen Papierkram, die Wäsche etc. Lediglich beim Haushalt greift er mir unter die Arme und er weiß wie sehr ich das schätze und das zeige ich ihm auch. Aber ist es dann wirklich zu viel verlangt mir Hilfe bei der Küche zu erbeten?

Um die Situation zu konkretisieren. Es ging um Malerarbeiten an der Decke an die ich mit der Leiter nicht gut dran komme (Die Malerarbeiten an die ich ohne Leiter dran komme, habe ich schon vor Wochen alleine, selbstständig, ohne zu Fragen erledigt, da ich eine Selbermacherin bin, soweit es mir eben möglich ist)

Ende vom Lied war, ich habe meine Unsicherheit auf der Leiter mit schwitzigen Händen überwunden und es alleine gemacht, um ihm zu zeigen, dass ich es auch alleine schaffe. Dann kam er in die Küche und sagte besorgt, dass die obere Fläche nicht zum draufstellen geeignet sei und ich mich auf die letzte Stufe stellen soll. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich aber auf Grund meiner Größe sonst nicht an die Decke komme und ab da arbeiteten wir Hand in Hand zusammen wie es sich für ein Team gehört.

Wie du siehst für mich war es keine Aufgabe, die ich selber nicht erledigen wollte, sondern mir auf Grund meiner Angst nicht zugetraut habe. Aber jetzt weiß ich, dass ich es doch schaffe.

Ich finde deine Sichtweise der Dinge sehr interessant, aber ich denke was ich über die Beziehung mit deiner Exfreundin herausgelesen habe, so ist es bei uns nicht.
In allen anderen Bereichen unserer Beziehung harmonisieren wir sehr gut miteinander und es gibt keine Spannungen. Es betrifft einzig und allein die Problematik, dass es eben gewisse Dinge im Leben gibt, die getan werden müssen.

Und nun erhoffe ich mir Tipps, wie ich ihm das näher bringen kann. Ohne gleich wieder als nervig und lästig abgestempelt zu werden.

Du sagst positive Verstärkung. Ok du hast mir auch ein Beispiel genannt, ich freue mich auf die renovierte Küche. Das habe ich verstanden.

Wie könnte die positive Verstärkung konkret aussehen um ihm zu zeigen, dass ich nicht alles alleine machen und schaffen kann?
 

Duine

Aktives Mitglied
Ich verstehe eins nicht. Du sagst, du hast ihn mehrere Wochen gebeten, dir zu helfen. Wie darf ich mir das vorstellen?
1. "Hilfst du mir bitte jetzt dabei, das und das zu tun?" und er sagt rotzfrech WOCHENLANG nein?
oder 2. "Ach ja, wir müssten dann heute abend oder morgen oder so noch das und das erledigen." und dann verläuft es sich?

Wenn 1. - Wie hältst du das mehrere Wochen aus? Da würde ich spätestens nach dem 2. oder 3. Mal in die Luft gehen, ehrlich gesagt. Das fände ich respektlos und frech.
Wenn 2. - Kein Wunder. So funktioniert das nicht. So funktioniert das bei deinem Freund offensichtlich nicht und ehrlich gesagt bei einem Großteil der Menschheit auch nicht. So fühlt man sich nämlich nicht verantwortlich, das ist zu diffus. Wichtig sind ganz klare Ansagen und eine direkte Ansprache. Also "heute Abend/jetzt, das und das, Punkt." und "DU" und nicht "wir". Also entweder "du musst machen." oder "du musst mir helfen".

Und: Wenn du genau Vorstellungen hast, WIE etwas erledigt werden soll, gib vorher entsprechende Anweisungen oder bleib dabei. Aber motz nicht hinterher, dass dein Freund vielleicht andere Vorstellungen hatte und es nicht so ist, wie du wolltest. Und wenn du ganz klare Anweisungen gibst, und das auch so rüberbringst, beschwer dich nicht, wenn er motzt. Er ist erwachsen, ihr seit ein Paar, ihr solltet das gemeinsam entscheiden.

Ja, du benimmst dich ein bisschen wie eine Mutter. Aber ganz offensichtlich nicht nur in der Hinsicht, dass du ihm in den A**** treten musst. Sondern auch in der Hinsicht, dass du ihm seine Autorität nimmst und Dinge besser tust als er und ihm das zeigst.
 

1234567ieben

Mitglied
Okay, also ist dein Partner eher einer von der antriebslosen Sorte Mann, wie ich das verstehe. Hm. Zuallererst einmal: Wie wichtig auf einer Skala von eins bis Atmen und Essen ist denn die Renovierung der Küche? Kann es sein, dass er sie insgeheim als unnötig empfindet?
Wenn ja, dann hast du auch deinen Grund warum er dort so phlegmatisch reagiert. Dann solltest du selbst deine Motivationen überdenken und reflektieren. Wenn nicht, hast du ziemliches Pech: Du kannst dann nur mit positiver Verstärkung arbeiten. Stelle ihm kleine Belohnungen in Aussicht. Am besten mit Dingen die ihr zu zweit machen könnt, und die er gut findet. Reiße ihn etwas aus dem Alltag.
Sag um Himmels Willen aber nicht wie von Duine propagiert: "Du MUSST das jetzt machen!" Meine Reaktion, und die der meisten Menschen die ich kenne auf so eine Ansage wäre: "Ich MUSS prinzipiell erstmal gar nichts!"
Nett bitten, ihm klar machen, dass du ihn brauchst, und dich offensichtlich freuen wenn er dir hilft, ist viel besser. Nörgeln ist generell schlecht. Ich habe viel im Erziehungssektor und mit der Motivation jugendlicher und junger Erwachsener zu tun. Wenn man sie lobt (vollkommen egal wie bescheiden ihre 'Performance' ist), und dann sagt: "Um es perfekt zu machen musst du nur noch dies und jenes verbessern.", wirkt das viel mehr als irgendwelche Mäkelei.
Und halte ihm um Gottes Willen nicht vor, dass er faul ist. Immer wenn ich mir das von meiner Ex anhören durfte, hätte ich sie erwürgen können. Egal wie sehr du meinst im Recht zu sein, klemm dir sowas wenn dir was an ihm liegt, -und das scheint ja durchaus so zu sein. Sei wirklich konsequent in deiner Freude über den Fortschritt seiner Arbeit, dann wird er sie auch gerne für dich erledigen.

Viel Glück, und viel Spaß beim Loben.
 

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