Liebe Christel, in verschidenen Beiträgen zu anderen Themen habe ich geschrieben, dass ich selber den Kontakt zu meinem Elternhaus abgebrochen habe, in dem aber eine Person unter einer diagnostizierten schweren psychischen Störung leidet, seit Jahrzehnten in Theapie ist, aber eben ohne Besserung. In der Coronazeit wurde das soziales Netzwerk eingeschränkt und dann wurde es vermutlich auch durch die Krisenstimmung noch schlimmer. Sie war aber auch schon in der Vergangenheit schwierig, hat meinen Mann als Nazi und A******* bezeichnet und mich als Gestapotante und mich dann auch noch ausgelacht, als ich entsetzt war. Das ist bestimmt bei Euch anders. Aber vielleicht kann ich doch einen Beitrag leisten: es geht ja ganz oft um Grenzen, z.B. mit dem Arzt, vielleicht ist es ihr unangenehm, wenn ihr denselben Arzt habt, was ich irgendwo auch nachvollziehen kann. Wenn es schon schwierig ist, das Glück in sich selbst zu finden, es außerhalbs einer selbst zu finden, ist gänzlich unmöglich. Ich würde mich auf meine Themen konzentrieren und mich fragen, was mich jetzt glücklich macht. In diesem Moment tust Du nichts, was die Grenzen Deiner Tochter tangiert. Als ich meiner Mutter den Kontaktabbruch in einem Brief erklärt habe, hat sie mich erstmal mit Gehässigkeiten überworfen - das habe ich erwartet und das hat mich natürlich in meinem Entschluss bestärkt. Wenn sie geschrieben hätte, dass es ihr echt leid tut, dass es so schlecht gelaufen ist, und dass die Tür immer offen ist, dann hätte ich mich irgendwo gefreut. Ich würde konflikthafte Situationen und Diskussionen meiden. Dann ist es so, dass jedes Kind es seinen Eltern recht machen will. Daher würde ich versuchen, nur Gutes in der Tochter zu sehen. Dadurch verändert sich die innere Haltung und somit auch das Gesamte. Ich würde nichts wollen, nichts erwarten und nichts fordern. Weil das ist ja die Quelle allen Leids. Ich würde auch nicht sagen - wir stehen nur noch wegen der Enkel mit ihr im Kontakt. Sowas spürt das eigene Kind und das könnte sehr verletzend ankommen. Deine Tochter ist auch der Dreh- und Angelpunkt für eine gute Beziehung zu den Enkeln. Die Loyalität der Enkel zu ihrer Mama ist größer als die zu der Großmutter. Der Weg zu den Enkeln erfolgt über die Wertschätzung der Tochter und dadurch, dass man ihren Erziehungsvorrang respektiert. Es ist auch so, dass es nur in ganz seltenen Fällen so etwas wie Großelternrechte gibt. Wenn der Weg zur Tochter verbaut ist, würde jeder Richter sagen, dass die Kinder in Loayalitätskonflikten stehen könnten und würde im zweifel den Großeltern ihre Rechte verwehren. Jemand anderes hat Dir ja geschrieben, dass Du sagen kannst: Meine Tür steht immer offen. Das finde ich eigentlich eine gute Idee. Ich würde ein nettes und wohlmeinendes Gesprächsangebot bereiten und auch sagen, dass ich daran Interesse habe und würde mich dabei aber nicht aufdrängen. Ich würde auch keine Vorschriften machen, dass nicht mehr ihr Mann antworten darf oder so. Das macht sie ja um sich abzuschirmen. Und sie könnte es auch so interpretieren, dass Du Dich in ihre Entscheidungen und in ihre Ehe einmischst. Aber ich kann es nachvollziehen, dass es doof ist für Dich, dauernd mit ihrem mann zu kommunizieren. Ich hatte das umgekehrt. Meine Mutter auch auch gerne andere vorgeschickt.