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Probleme mit der Mutter

Hallo Javie!

Bei dem, was ich da lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf...Gut, du scheinst ein zurückgezogenes Mädchen zu sein, das vielleicht ohne es wirklich richtig zu sehen mit einem Haufen Agressionen daherkommt. Deine Mutter scheint aber auch einige Dinge nicht verarbeitet zu haben, die vielleicht noch aus ihrer Ehe mit deinem Vater stammen. Sie hat dich die ganze Zeit nicht gehabt, jetzt kommst du aus dem Feindesland (Vater) und ähnelst dem auch noch, wodurch sie unterbewusst oder bewusst einige Probleme mit deinem Vater auf dich projeziert. Deine Mutter ist vielleicht einfach nur ein hilfloser Mensch, der Halt in der Rolle der Mutter sucht, die genau weiß, was für die Tochter gut ist und dies auch radikal durchsetzen kann. Tut mir leid, aber wenn man einer 15-Jährigen droht, sie einfach auf die Straße zu setzen und meint, bei einem Schnitt von 2,4 wärst du nicht gut genug, dann ist das ganz schön harter Tobak. Eine Mutter sollte sich mit ihrer Tochter auseinandersetzen und sie nicht verjagen.

Vielleicht kannst du ja mal versuchen, in einen Sportverein zu gehen. Du musst es dort nicht lieben, aber es kann deiner Sozialkompetenz helfen. Wenn sie dir verbietet, das Internet zu nutzen, gehst du halt mal ins Internetcafe. Muss sie ja nicht wissen. Manchmal gibt es auch in Schulen Internetanschlüsse ;-)) Ich würde deiner Mutter mal den Vorschlag unterbreiten, dass du zu einem Therapeuten gehst...Therapeuten können gut oder schlecht sein..im Zweifelsfall lernst du noch was über dich und deine Mutter sieht, dass du was tust...
 
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Mir ist klar, dass meine Mutter überfordert ist, und sie mehr Zeit als "Freundin" mit mir verbringen möchte. Es tut mir auch jedesmal Leid, wenn ich mal wieder wütend werde und sie nicht so nett behandel. Aber immer, wenn ich ihr was von mir erzähle, wird es missverstanden oder negativ aufgefasst. Egal wovon ich rede, sie hat was dagegen. Wenn ich ihr näher kommen will, muss ich zulassen, dass sie meine komplette Persönlichkeit unterdrückt und das schaff ich einfach nicht ohne depressiv oder aggressiv zu werden. Wenn ich mich aber von ihr entferne, tut das uns beiden weh.

Ich habe für mich festgestellt, das Menschen die viel allein sind bzw. wenig sozialen Kontakt haben auf andere häufig Ich-Bezogen(Arrogant) wirken. Ich vermute das wird deine Mutter ähnlich wahrnehmen. Was du machen kannst, ist das Gespräch von dir weg auf ihre Interessen und Bedürfnisse zu lenken. Frag sie wie sie Dinge sieht, wie sie sich fühlt und hör ihr zu. Sicher wird das erst anstrengend sein, aber du kannst das nach und nach steigern. Solltest du diesen Weg gehen wollen, für den ich momentan keine positive Alternative sehe, wird es dir ein Zugewinn sein, da du zum einen ein besseres Verhältnis zu deiner Mutter aufbauen kannst und zum anderen lernst mit Menschen umzugehen und kannst so vielleicht langfristig auch freunde finden.

Dabei ist niemand vor Enttäuschungen gefeit, aber auch die gehören zum Leben.
Es ist alles ein Lernprozess😉
 
AW: Internetsucht und Probleme mit der Mutter

Hallo Forum,
ich bin 15 und wohne bei meiner Mutter,
vor kurzem hat mir meine Mutter gesagt, dass ich sie fertig mache und das ich mich ändern soll. Wir haben dann länger geredet und mir ist klargeworden, dass ich möglicherweise internetsüchtig und sehr aggressiv bin. Ich habe auch ziemliche Angst vor Nähe und war schon immer anders als die anderen, also hab ich zu viel Angst vor den Menschen um in einem Verein Spaß zu haben und Freunde habe ich sowieso nicht.
Meine Mutter verlangt jetzt aber genau das (Verein) von mir, hat mir verboten ins Internet zu gehen und will das ich mehr Zeit mit anderen Menschen verbringe. Wenn ich das alles innerhalb eines Monats nicht ändere, muss ich zu meinem Vater ziehen oder sie nimmt ich von der Schule (sie hat sich da nicht so klar geäußert, wirkte aber als würde sie es wirklich ernst meinen).
Was sagt ihr dazu?
Wie soll ich darauf reagieren?

Schonmal danke,
Javie


Ich habe zu dem ganzen hier mal etwas mehr geschrieben


Gut das du mit deiner Mutter geredet hast. Es wird Zeit dass du einiges grundlegend änderst. Sieh zu dass du raus in die Welt kommst, kümmere dich um eine gute Ausbildung und Freundschaften außer Haus damit du dich solangsam abnabeln kannst. Auch vom Internet. Es bring ja wenig direkt von der Mutterbrust an die Medientitten an zu docken und dran kleben zu bleiben. Genau das will dir deine Mutter sicherlich vermitteln.

Vergeude also deine wertvolle Lebenszeit nicht mit Nebensächlichkeiten. Als Mensch bist du ein soziales Wesen und brauchst vor Ort reale Menschen um dich und face to face-Kommunikation etc.

Angst vor Menschen ist Angst vor sich selbst. Bau mehr Selbstbewusstsein auf und fordere dich mehr. verwöhn dich nicht zu stark mit Weltflucht und Internetsucht. Wer zahlt dir den Scheiss? Nutze deine Aggression um deine Ängste zu überwinden und mehr Mut zu haben. Tu genau das was dir ggf am schwersten fällt und bedrohlichsten erscheint....nennt sich Konfrontationstherapie. melde dich direkt nächste Woche in einem Verein an. Zum Kampfsport oder Handball oder Tai Chi oder sonstwas was dich interessieren könnte. Tu es freiwillig. Deine Mutter hat genau erkannt woran es bei dir derzeit hakt, Müttern kann man eh nix vormachen....hör also ruhig mal ein wenig auf deine Mutter auch wenn deine pubertären Hormone dich auf Anti gepolt haben für eine zeitlang.

Falls deine Ängste krankhaft sind geh zu einem Psychologen und in Verhaltenstherapie. Dabei wird dann aber ebenfalls sowas rauskommen wie Konfrontationstherapie sprich dass man dir dort ebenfalls rät raus in die Welt zu kommen, ab und mitten hinein ins pralle Leben...das nicht beißt oder so.

Allein in einen Verein zu gehen reicht allerdings nicht ganz aus...es sollte noch mehr kommen so nach und nach. Verein wäre ein Anfang, zusätzlich netter kleiner Job + täglich Langlauf od.ä. Mach dir da mal einen Plan und ein sinnvolles Beschäftigungsprogramm.

Jeder Mensch hat Ängste und Aggressionen, nur jeder geht unterschiedlich damit um. Betrachte die Sache wertfrei und mach dir klar dass Aggressionen Antriebskraft sind um Ängste zu überwinden. Somit kannst du deine Energie positiv für dich nutzen. Es gibt auch die Möglichkeit deine Lebensenergie negativ zu nutzen..gegen dich und gegen andere aber das schiesst dich sozial ins Aus. Es ist deine Entscheidung in welche Richtung es für dich geht.

Ich empfehle sehr viel Bewegung und Sport und sieh zu in Arbeit zu kommen. Mach neben der Schule und Lernen noch irgend einen Job, das bringt Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein. Arbeite ggf ehrenamtlich, mach irgendwo ein Praktikum oder so. GGf im Tierheim oder auf einem Pferdehof. Damit kannst du mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: du kommst aus dem Haus, lernst neue Leute kennen, lernst das normale Leben kennen. Mit 15 Jahren ist die Zeit reif dafür.

Viel Erfolg und Spass* dabei!
Tyra

* der Spass kommt automatisch sofern sich deine Schisshasigkeit gelegt hat...Angst verfliegt an sich relativ simpel und schnell indem man sich einer Tätigkeit hingibt...weniger denken und einfach mehr ausprobieren und machen. Mit Grübeleien baust du nur immer mehr Angst auf, das bringt nix. Deine Ängste vor Menschen sind größtenteils irrational und liegen daran dass du eine zeitlang zu weltfern gelebt hast. Menschen sind Gewohnheitstiere, achte darauf dass du niemals zu stark an irgendwelchen Gewohnheiten anhaftest sondern flexibel bleibst. Eine gewisse Grundordnung und Alltagsstruktur ist in Ordnung und wichtig, aber zu viel davon macht starr und aggressiv. Zu wenig ebenfalls. Kombiniere dann ein gutes Mittelmaß an Gewohnheiten mit immer neuen Dingen die du tust und du wirst deinen Weg schon finden.

Lesetipps: Terry Pratchett, Watzlawick,

Wie sieht es eigentlich schulisch bei dir aus?
 
AW: Internetsucht und Probleme mit der Mutter

Jugendfreundschaften fürs Leben schließen würde ich ja gerne, aber jede Freundschaft, bei ich dachte sie wäre für immer, ist daran gescheitert, dass ich spontan panische Angst bekommen und mich einfach nicht mehr bei der Person gemeldet hab. Wenn man sein ganzes bisheriges Leben lang ignoriert und ausgeschlossen wurde, ist es einfach schwer sich halbwegs normal zu entwickeln.

Ungünstige Sichtweise. Du selbst bist der Schlüsselpunkt. Wenn du ignoriert wurdest liegt es daran dass du größtenteils ignoriert werden wolltest und dich selbst ignoriert hast. Du hast dich ja isoliert und hintern PC geklemmt etc....wer hat dich dazu gezwungen? Niemand!

Achte darauf dass du nicht zu stark verdrehst denkst das bringt dir wenig außer noch mehr Angst vor der Welt und Depressionen.

Es heißt: wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus. Innerhalb von Sekundenbruchteilen erkennen deine Mitmenschen ob du aufgeschlossen auf sie zugehst und Kontakt suchst/willst oder eher nicht, Das liest sich sehr leicht an Körperhaltung, Gestik, Mimik, Stimmklang etc ab. Es liegt also auch an dir.

Normale Entwicklung passiert nur dann wenn du dir selbst die Chance und Möglichkeiten dazu bietest.
Du bist grad in das Alter gekommen wo dir das dämmert und du ggf keinen Bock auf diese Verantwortung hast und dir das ggf wie eine Bürde vorkommt. Es ist allerdings eher ein Geschenk dass du dankbar annehmen solltest.

Steck deine Erwartungen nicht illusorisch zu hoch...Jugendfreundschaften fürs Leben sind extrem selten...Es reicht Freundschaften zu schließen. Nach der Schulzeit gehen oft viele ihrer eigenen Wege und man trifft sich mit alten Jugendfreunden ggf nur noch selten oder gar nicht mehr. Menschen verändern sich...andauernd, das ist normal, das ist gut so. Man trifft auf Menschen, schließt Freundschaften, oder auch engere Beziehungen, entwickelt sich weiter und dann geht man auch wieder auseinander.

Der romantische Beziehungs- und Liebesbegriff ist an sich nicht immer zutreffen....das man eine Person ein Leben lang eeeeeewig liebt ist manchmal ein wenig unrealistisch. Liebe (egal ob Freundschaftsliebe oder Partnerschaftsliebe od. Weiteres) zu einer Person kommt und geht aber eines bleibt ewig: die Liebe selbst. Binden und lösen, Bindungen eingehen und auch ggf wieder loslassen können das ist die Kunst des Lebens.

Nichts, absolut nichts ist für immer, jeder Moment ist einzigartig. STarre nicht auf ein unrealistisches für immer, sei nicht gierig auf ein für immer sondern genieße einzigartige einmalige Momente des Zusammenseins. Im Fürimmerillusionsland sitzend knallst du dir die Tür für alles andere vor der Nase zu. Werde also bescheidener und sei nicht so hochmütig zu erwarten dass du ein Fürimmer auf dem Silbertablett serviert kriegst. Freundschaft führen heißt Beziehungsarbeit leisten. Ohne Fleiß keinen Preis. Die Welt und Freundschaften rennen dir nicht hinterher, du wirst den Hintern hochkriegen müssen um gute Freunde zu finden und zu erhalten.
Schiss zu kriegen und sich nicht mehr zu melden ist also weniger günstig. Frag dich mal in welchen Situationen und warum du Angst bekommen hast. Setz dich nicht zu stark unter Druck aber auch nicht zu wenig. Es ist o.k. mal eine Weile mehr auf Abstand zu gehen und für sich einiges allein zu machen, sofern das nicht zum Dauerzustand wird.

Panische Angst deutet auf ein Übermaß an Angst...ggf wäre Verhaltenstherapie ratsam damit du gezielt an einem Programm arbeitest. Und vor allem: täglich Sport und Bewegung, viel Tageslicht...das nordet die Biochemie deines Hirnes ein was wichtig ist da Ängste auf einem Ungleichgewicht der Biochemie beruhen.
Grad in deinem Alter ist es normal Ängste zu haben...da du stärkeren Änderungen ausgesetzt bist...dein Körper verändert sich, Hormonhaushalt strukturiert sich um, du bist zur Frau geworden. Neue Bedürfnisse entstehen etc. Eine ziemlich starke Umstrukturierung deines Körpers und auch geistig. Du kannst dir selbst dabei helfen indem du dir gibst was du brauchst...den Schub nach draußen näher ran und rein in die Welt und ins Leben. Das kleinkindalter und Kindesalter ist vorbei...es fängt ein neuer Lebensabschnitt an. Betrachte das gelassen und freudig, denn du kannst vieles dazu lernen.

Achte darauf was du körperlich und geistig konsumierst..also was du isst und liest oder guckst...vermeide zu viel Painbodymist der dich depressiv und abhängig macht.
 
AW: Internetsucht und Probleme mit der Mutter

@Tao, danke für die schnelle Antwort
Sie möchte, dass ich in einen Sportverein gehe. Am liebsten wäre ihr Rudern. Ich hab auch schon vorher vorgehabt da mal vorbei zu schaun, da sie mich jetzt aber dazu zwingt, Spaß in einem Verein zu haben, möchte ich da überhaupt nichtmehr hin...

versuch es einfach und vermeide kleinkindlichen Trotz. Es ist nichts Schlimmes dabei Spass zu haben. Du kannst es ja probieren und wenn es nichts ist was dir gefällt kannst du was anderes machen.
Und noch was: entscheide du ruhig mal mehr mit....du bist 15 und solltest an sich wissen was dir Spass machen könnte. Probier doch einfach mal einiges aus. Ggf wäre ja auch Reiten schön oder Volleyball oder irgendwas was dir selbst liegt und dich interessieren könnte.
Nable dich so langsam mehr ab und lass weniger deine Mutter sich Gedanken über dein Leben mache. Fang an es eigenständiger selbst zu planen in Richtung Aktivitäten außer Haus.
Gut wäre eventuell auch wenn du mal in der Schule Mitschüler die du ganz gut findest fragst was sie so machen und wenn einer in irgend einem Verein ist machst du dort mal mit oder sowas in der Art.

LG
Tyra
 

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