Das ist halt die Frage, wie sich das bei der TE im Alltag gestaltet. Ich kann von hier aus nicht sagen wer sich zu Recht unfair behandelt fühlt, oder zu sensibel ist wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht.
Aber wenn ich manchmal Aussagen höre wie zb. "mein Kind geht immer vor" dann schüttelt es mich.
Wenn ein Kind krank ist oder andere, wichtige Dinge anstehen ist es logisch das man dies tun muss. Dafür muss ich mich aber nicht extra hinstellen und behaupten, dass das Kind immer vor geht.
Und ansonsten muss man es Kindern sicherlich nicht immer Recht machen. Es sind die Erwachsenen die entscheiden und Kinder müssen mitziehen.
Wenn ich unheimlich gerne mit meiner Partnerin romantisch Essen gehen würde und die Kinder sind alt genug um auch mal alleine zu bleiben und sie möchte trotzdem nicht, einfach nur deshalb weil das Kind bestimmt das es heute keine Lust hat das wir weg gehen - dann ist es auch pädagogisch total gruselig.
Eine Frau die ihre Kinder nicht im Griff hat, würde ich ohnehin nur 1x daten. Da könnte sie noch so supertoll sein.
Mit dem Ausspruch "mein Kind kommt zuerst" sollte natürlich nicht gemeint sein, daß man dem Kind jeden Wunsch erfüllt.
Daß so eine "Erziehung" verdammt ungesund für das Kind ist, sollte man inzwischen wissen, und nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern und anderen Personen, die mit dem Kind zu tun haben.
Denn ein Kind, das sich alles erlauben darf, wird natürlich bald zum Familientyrann, und das macht eine Beziehung zur Mutter eines solchen Kindes auf Dauer unerträglich.
Aber natürlich sollte der Vater oder die Mutter die Bedürfnisse des Kindes nicht vernachlässigen, wenn ein neuer Partner auftaucht.
Wenn für das Kind auf einmal kaum noch Zeit da ist, und Termine mit dem Kind vergessen oder dauernd verschoben werden, dann kann das Kind natürlich auch keine gute Beziehung zum Partner oder Partnerin aufbauen.
Kinder merken das ja auch, wenn sie vom Partner des Elternteils nur als lästiges Anhängsel wahrgenommen werden.
Und noch schlechter wird die Situation eines Kindes in so einer Partnerschaft dann, wenn berechtigte(!) j Klagen des Kindes über den Partner/in vom Elternteil ignoriert, oder als Eifersucht abgetan werden.
Sowas sollte man seinem Kind auf keinen Fall zumuten...
Ich habe nie etwas dagegen gehabt, wenn mein Partner Kinder hat, denn ich konnte leider keine bekommen.
Außerdem kann man durch den Umgang eines Partners mit seinem Kind ja auch viele Charaktereigenschaften des Partners kennenlernen, die er sonst eher nicht so offen zeigen würde! 😉
Ich hätte jedenfalls meine Zweifel an einer Beziehung bekommen, wenn ich z.B. gemerkt hätte, daß mein Partner sich gegenüber seinem Kind als antiautoritärer Fuzzie oder gehorsamer Kammerdiener verhalten hätte, der niemals nein sagen kann.
Und noch mehr bei so einem Vater, der das Kinderzimmer mit einem Elite-Internat, oder einer Kaserne verwechselt...