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Problem mit Autoritaeten

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Welche Stimmen sind dann in dir laut, wenn du eine Blockade spürst?

Manchmal denke ich, dass dieser Idiot seinen Scheiss selber machen soll. Dann wird mir wieder bewusst, dass ich ja dafuer bezahlt werde und beiss die Zaehne zusammen.

Dann hab ich natuerlich auch oft Angst Sachen nicht gut genug zu machen. Selbst bei den einfachsten Arbeiten kommt diese Angst hoch. Bevor ich wusste, dass ich ADS habe, dachte ich immer ich waere einfach nur faul und haette generell keine Lust zum arbeiten. Komisch fand ich nur, dass ich staendig gestresst war und meine Freunde, obwohl sie mehr arbeiteten voellig ausgeglichen waren.
Naja, jetzt habe ich Rittalin und kann es gezielt vor Arbeiten einnehmen. Trotzdem hab ich immer noch bammel. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals einen Arbeitgeber gluecklich gemacht zu haben.

Momentan mach ich ja hier diese Ausbildung oder Studium wie es hier genannt wird. Naja, jedenfalls hab ich einen Nannyjob mit Hausarbeit ergattert. 10 Stunden arbeit fuer kostenlose Unterkunft. Fuer mich, die totale Probleme mit Kellnerjobs hat, ist das schon eine riessen Chance. (Und was anderes als Kellnern findet man hier echt kaum)
Ich hatte echt Bammel nicht gut genug zu sein. Auch bei Putzarbeiten vergesse ich oft Details und bin schlecht organisiert. Ausserdem mag ich die Kinder nicht besonders und das darf man sich natuerlich nicht anmerken lassen.

Aber die Mutter ist echt super nett. Beim Balkon putzen hab ich mir extra viel Muehe gegeben. Sie hat sich total daruber gefreut und auch kein Haar in der Suppe gefunden.

Dann hab ich mit den Kindern (2 und 4) neulich mal Pizza gebacken. Das fand ich total stressig, da es sich in dieser Familie um antiautoritaere Erziehung handelt und die Kinder nicht im geringsten das machen was man ihnen sagt. Die Kueche und das Wohnzimmer sahen danach aus, wie wenn eine Bombe eingeschlagen waer und ausserdem war das Essen viel zu spaet auf dem Tisch.

Ich hatte total Angst meinen Job zu verlieren. Aber die Mum fand die Pizza sehr lecker und hat mich gefragt, ob ich das nun oefters machen koennte. 🙂

Heute Abend soll ich indisch kochen. Ich hab total Bammel, falsch zu wuerzen, zu verbrennen.... . Eigentlich bin ich keine schlechte Koechin, aber koennte ja trotzdem sein, dass es ihnen nicht schmeckt oder ich es einfach vermassel. 🙁
 
Beim Achtsamkeitstraining, so denke ich zumindest, ist ehr der Weg das Ziel und es geht vielleicht nicht unbedingt darum, nach einer bestimmten Trainingszeit einen Punkt zu erreichen, an dem man das Training und die Übung nicht mehr nötig hat. Vielmehr denke ich, geht es darum, diese bewusste Art dauerhaft in sich zu verinnerlichen und so einen roten Faden zu haben, an dem man sich halten kann.

Also etwas, was man in sich integriert, ein Bewusstsein wie „wenn ich putze, dann putze ich, wenn ich Pizza backe, dann backe ich Pizza“. Ist kein Wundermittel, aber sicher hilfreich.

Und das mit den Löffeln hatte ich ursprünglich geschrieben um zu verdeutlichen, dass es auch Gesetze für den Schutz des Arbeitnehmers gibt, du also nicht schutzlos der Willkür eines Arbeitgebers ausgesetzt bist – damit wollte ich dir ein wenig deine Bedenken nehmen. Wobei...nach deinen Angaben hast du ja leider schon einige Jobs verloren...hoffe dass die Mum auch weiterhin mit dir zufrieden ist.

Hältst du es eigentlich für möglich dass du vielleicht nur denkst, ungerecht behandelt zu werden bzw. worden zu sein? Gefühle können einen täuschen und womöglich ist die eigene Unsicherheit ausschlaggebend. Denn wenn man unsicher ist und den anderen ablehnt, könnte es sein dass man auch eine neutrale Geste womöglich als Ablehnung oder Ungerechtigkeit deutet.

Gruß vom Rock
 


Dann hab ich natuerlich auch oft Angst Sachen nicht gut genug zu machen. Selbst bei den einfachsten Arbeiten kommt diese Angst hoch. Bevor ich wusste, dass ich ADS habe, dachte ich immer ich waere einfach nur faul und haette generell keine Lust zum arbeiten. Komisch fand ich nur, dass ich staendig gestresst war und meine Freunde, obwohl sie mehr arbeiteten voellig ausgeglichen waren.
Naja, jetzt habe ich Rittalin und kann es gezielt vor Arbeiten einnehmen. Trotzdem hab ich immer noch bammel. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals einen Arbeitgeber gluecklich gemacht zu haben.

(

Diese Aussage könnte auch von mir stammen.
Andere arbeiten wesentlich mehr als ich, nur ich fühle mich ständig und immer gestresst und unter Durck
 
Hmmm ... ADS hin oder her ... irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das du -unbewusst- immer noch gegen deine überstrengen Eltern rebellierst. Hart gesprochen ... werde erwachsen !

Mach dir -gerne auch mit Hilfe eines Therapeuten- bewusst, dass du nicht mehr und der Knute deiner Eltern stehst, sondern für dein Tun und Handeln selbst verantwortlich bist.

Und hör auf, dein Licht unter den Scheffel zu stellen (ja ... leichter gesagt als getan 😉 )... tief in dir drin weisst du doch, dass du deine Sache sehr gut machst ... und -siehe deine Chefin- bekommst ja auch die Bestätigung von aussen.
 
Ja, Achtsamkeitstraining bringt nur etwas, wenn man es dauerhaft macht. Es faellt mir nur so unheimlich schwer irgendwo bei der Sache zu bleiben. Ich langweile mich auch total schnell. Vielleicht schaffe ich es heute noch mich mal paar Minuten zum Meditieren hinzusetzen.

Also beim Pizza backen mit den Kindern, da kann ich unmoeglich Achtsamkeitsuebungen praktizieren. Da muss ich staendig aufpassen, dass der kleine den Teig nicht klaut und auf den Boden schmeisst. Oder dass einer mal wieder zu Kuehlschrank flitzt und sich ein Joghurt raus holt, obwohl er das nicht darf. Das ist super stressig fuer mich. Antiautoritaere Erziehung halt.

Also Therapie kann ich hier nicht machen. Bin ja nicht in Deutschland und reich genug um das selbst zu zahlen bin ich leider auch nicht.

Ich bin schon auch total ueberrascht, wenn ich mal was gut mache. Das kenne ich von meinem bisherigen Leben naemlich fast gar nicht. Wenn ich das Haus geputzt habe und die Mum kommt heim und sagt, Danke und dass alles so schoen aussehen wuerde, dann ist das schon sehr eigenartig fuer mich. Aber freuen tu ich mich natuerlich schon. 🙂

Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal einen normalen Job halten kann ohne dann gleich wieder vor lauter Stress meinen Kopf zu verlieren.

Danke euch allen fuer eure tollen Antworten!!!!
 
Du könntest versuchen, deine Arbeit als Dienstleistung anzusehen die du verkaufst. Deine Arbeitgeber sind Leute, die deine Arbeit bezahlen. Geschäft auf Gegenseitigkeit, so wie wenn du handwerkliche Tätigkeiten oder Waren verkaufst. Das Autoritätsdenken brauchst du dabei nicht, das kannst du abstellen.
 

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