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Primärarztsystem - Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?!

Pfefferminzdrops

Sehr aktives Mitglied
Gerade in den Nachrichten wurde von unserer neuen Gesundheitsministerin, Frau Warken, die Idee des Primärarztsystems vorgestellt, demzufolge man - mit Ausnahme von Augen-, Zahnarzt und Gyn - zukünftig grundsätzlich zuerst zum Hausarzt müssen soll, damit der dann wie ein Lotse die Weitervermittlung an den passenden Facharzt vornimmt.

Verabschiedet ist das Vorhaben zwar noch nicht, aber ich bin jetzt schon genervt. Da zeichnet sich doch bereits im Vorfeld ab, dass die Hausärzte zum überforderten Flaschenhals werden - angeblich sollen die das System aber sogar befürworten. 🤔 Dazu dann zig Hausärzte, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen und keine Nachfolger in Sicht, weil die jungen Nachwuchsmediziner keinen Bock mehr auf Selbständigkeit und den unternehmerischen Aufwand haben, während ihre Work-Life-Balance den Bach runter geht.

Da verknackst man sich also demnächst den Knöchel und muss dann zwingend erst zum Hausarzt humpeln, nur damit der einem dann völlig überraschend mitteilt, dass da wohl der Orthopäde oder Unfallarzt der richtigere Behandler wäre. 😵‍💫

Vor meinem geistigen Auge sehe ich proppevolle Arztpraxen, überforderte MFA, genervte Arbeitgeber, weil sich die Abwesenheit ihrer MA unnötig erhöht und all das, weil man meint, so schneller einen Facharzttermin vermitteln zu können, bei denen es ohnehin und schon jetzt dieselbe Nachfolgerproblematik gibt wie bei den Hausärzten.

Sorry, musste mal meckern. Seht ihr das positiver?
 
Ein Problem, das daraus resultiert, dass Hausärzte keine neuen Patienten mehr annehmen. An meinem (neuen) Wohnort hatte ich 3 Absagen von Hausärzten und beim 4. habe ich 3 Monate auf einen Termin gewartet. Wohlgemerkt Hausarzt, nicht Facharzt.

Viele, die das gleiche Problem haben, fahren bis zu 70 km, weil sie nur dort einen Hausarzt fanden, der noch Patienten annimmt.

Besonders für alte und gehandicapte Menschen ist es eine Zumutung, ihren entfernten Hausarzt aufsuchen zu müssen, um sich eine Überweisung für den Orthopäden ausstellen zu lassen, obwohl sie selbst einschätzen können, dass da irgendwas verstaucht oder angeknackst ist oder sich ein erneuter Bandscheibenvorfall bemerkbar macht etc.pp. und ein Facharzt nötig ist. Vom Orthopäden geht's dann per Weiterüberweisung in die Radiologie, die auch wieder Wartezeiten von 3-4 Monaten haben.

Bis Patienten adäquat behandelt werden, bedarf es weite Strecken zu bewältigen, viel Zeit und noch mehr Geduld zu haben.

Die Sorge, dass Kranke aus diesen Gründen Arztbesuche vermeiden oder bis gar nichts mehr geht hinauszögern, oder erst gar keinen Hausarzt wegen Überlastung finden hat Frau Warken wohl nicht bedacht.
 
Facharzttermine z.B. beim Lungenfacharzt oder Kardiologen erfordern auch jetzt bereits eine Überweisung vom Hausarzt.
In Anbetracht der Tatsache, dass man z.B. beim Neurologen z.T. abgelehnt, auf die Notaufnahme und 116117 verwiesen wird, muss etwas passieren.
weil die jungen Nachwuchsmediziner keinen Bock mehr auf Selbständigkeit und den unternehmerischen Aufwand haben, während ihre Work-Life-Balance den Bach runter geht.
Puh, unterhalte dich doch mal mit 'nem Hausarzt auf dem Land.
 
Facharzttermine z.B. beim Lungenfacharzt oder Kardiologen erfordern auch jetzt bereits eine Überweisung vom Hausarzt.
In Anbetracht der Tatsache, dass man z.B. beim Neurologen z.T. abgelehnt, auf die Notaufnahme und 116117 verwiesen wird, muss etwas passieren.
Dagegen sage ich ja auch gar nichts. Ich bin aber gegen diese grundsätzliche Verpflichtung wie beim von mir geschilderten Fall des verknacksten Knöchels. Wenn ich massive Ohrenschmerzen habe möchte ich nicht erst zum Hausarzt müssen, bevor der mich dann zum HNO-Arzt schickt. Sind Symptome für mich nicht einzuordnen, ist natürlich der Hausarzt erster Ansprechpartner.

Ich moniere die Grundvoraussetzungen, damit solch ein Prinzip funktionieren kann und wünsche mir weniger Bevormundung, wenn die Sache klar ist.
Puh, unterhalte dich doch mal mit 'nem Hausarzt auf dem Land
Dass es da noch schlimmer ist, weiß ich, macht die von mir angesprochene Problematik aber nicht besser. Im gesamten System steckt ein fettes Problem, das schon bei der Ausbildung von Ärzten anfängt.
 
Den Orthopäden + den HNO könnten sie noch mit einbinden bzw. ausnehmen.

Ansonsten ist es doch bei allen anderen (Kardiologe, Pneumologe, Neurologe usw.) bisher auch so, dass man eine Überweisung braucht.

Ich finde das Vorhaben sinnfrei und denke, dass hier die Problematik nur von A nach B verschoben wird.

Ich bin z. B. in regelmäßiger (alle 6 Monate) Kontrolle beim HNO und werde mir hierfür sicherlich nicht jedes Mal eine Überweisung holen. Im schlimmsten Fall mache ich dann den Selbstzahler – wie bei so vielen Dingen bereits jetzt schon.

Vielleicht zielt das ganze genau darauf ab.
Darauf, dass der ein oder andere genervt das Handtuch wirft und lieber selbst zahlt, als die Odyssee zu beginnen....

Beim Orthopäden bin ich auch regelmäßig. Irre, dafür auch noch zum HA zu rennen.
Aber ich denke, dass es für Patienten mit chronischen Problemen eine Ausnahme geben wird. Hoffe ich zumindest.
 
Woher kommen wir denn, Hausärzt*innen zu verurteilen, wenn sie sich eben keine eigene Praxis ans Bein binden wollen und auch gern etwas von ihrem Leben haben wollen? Work-Life-Balance ist doch kein Konzept "für alle, außer für Ärzt*innen".

Ich sehe es auch kritisch bzw. überdenkenswert. Wenn ich, bevor ich zu meiner Orthopädin darf, erst zur Hausärztin muss, na danke. Auch ohne diese Überweisung warte ich auf einen Termin 1 bis 3 Monate.
 
angeblich sollen die das System aber sogar befürworten
Das darfst Du ruhig glauben.
Als Patientin mit chronischen Krankheiten habe ich den ein oder anderen Arzttermin.
Da verknackst man sich also demnächst den Knöchel und muss dann zwingend erst zum Hausarzt humpeln, nur damit der einem dann völlig überraschend mitteilt, dass da wohl der Orthopäde oder Unfallarzt der richtigere Behandler wäre.
Wenn Du Dir einen Knöchel verknackst, ist der Hausarzt tatsächlich die erste Anlaufstelle. Mit so Bagatellsachen kennt er sich tatsächlich recht gut aus. Ist er der Meinung, der Orthopäde sollte da mal drüberschauen, wird in der Regel gleich von der Praxis aus ein entsprechender Arzt angerufen und ein Termin vereinbart.
Rufst Du selber in einer Facharztpraxis an, wirst Du unter Umständen nicht einmal ernst genommen...es gibt ja viele Patienten, die dank Google-Recherche gleich einen Trümmerbruch vermuten.

Meine Facharzttermine mache ich mir selber aus, in der Regel sind die ja nicht ganz so akut.
Kurz vor dem Termin hole ich mir eine Überweisung vom HA. Das mache ich mit der Sprechstundenhilfe aus und kann sie oft schon am gleichen Tag abholen, würde ich das wollen.

Dazu kommt, daß Patienten oft den völlig verkehrten Facharzt aufsuchen würden, und das ist tatsächlich ein Problem.
 
Es könnte dann sein, dass die Unfallärzte mehr Zulauf bekommen. Hat Patient keinen Hausarzt oder der keine Zeit dann könnte der Unfallarzt eine gewählte (wenn auch von der Politik nicht gewünschte) Alternative sein.

Grisu
 
Gab es das nicht früher etwas abgeschwächt mit dem Überweisungssystem? Ich kann mich noch erinnern, dass man für jeden Mist eine Überweisung brauchte, was rein theoretisch der Hausarzt ja erst freigeben musste? Am Ende hast du die doch hinterher geschmissen bekommen
 

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