Ich finde nicht, dass Pornoschauen so normal ist wie ein Buch lesen.
Zumindest nicht, wenn ich so einen Mann heiraten wollte.
Für mich wäre das sogar ein Trennungsgrund.
Entweder mein Partner begehrt mich und zwar ausschließlich mich oder irgendwas stimmt nicht in meiner Beziehung.
Ich könnte niemals einen Mann heiraten, der sagt "klar liebe ich dich, aber sexuell törnen mich andere Frauen an".
Der Sex ist der Höhepunkt einer Liebe und wenn ich da schon vor der Hochzeit meinem Partner nicht genügen würde,
würde für mich ein ganz wichtiger Grundpfeiler für eine Ehe fehlen.
Einen Mann samt seinen Pornos heiraten, niemals!
Ich finde Pornoschauen ist genau so als "normal" einzuordnen wie ein Buch zu lesen oder Radio zu hören.
Denn in jedem Fall wird ein Mensch von Außen durch fremde Akteure mit fremd konstruierten oder recherchierten Reizen und Informationen gefüttert die ihn in irgendeiner Weise beeinflussen.
Meines Empfindens nach ist eine Beziehung jedoch nicht mehr intim, wenn sich die Liebenden von fremdgesteuerten Reizen stimulieren lassen - aber das empfinden verschiedene Menschen halt auch ganz unterschiedlich.
Zu meinen das etwas mit einer Beziehung nicht stimmt, wenn von einem Partner auch andere Menschen als der eigene Partner als begehrenswert wahrgenommen werden, halte ich jedoch für eine falsche Meinung.
Denn jemand Anderen als begehrenswert wahrzunehmen und dem eigenen Partner nicht zu genügen, sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe!
Ein gesunder Mensch nimmt sehr wohl auch die Reize anderer Menschen wahr und reagiert darauf natürlich auch mit Begehren - doch dies untergräbt in keiner Weise seine Entscheidung für die Ausschließlichkeit mit der er den intimen Kontakt zu seinem Partner pflegt...
Den Sex, also die archaische, animalische Urform einer Beziehung als "Höhepunkt einer Liebe" zu betrachten, halte ich für völlig vermessen und die Reduzierung der Wahrnehmungsfähigkeit auf den Partner als "Grundpfeiler für eine Ehe" zu setzen, bietet zumindest einen Hinweis dazu, warum so viele Ehen geschieden werden - denn auf Dauer lässt sich die Wahrnehmungsfähigkeit natürlich nicht einschränken und ein an der Wirklichkeit vorbei konstruiertes Lebensmodell muss früher oder später ineinander stürzen.
Liebe und Sexualität sind als Grundpfeiler einer Ehe völlig unbrauchbar. Sie mögen in der Zeit der hohen Emotionen den Anlass geben um Hochzeit zu halten und das füreinander Einstehen in guten wie in schlechten Zeiten öffentlich zu bekunden - doch die Grundpfeiler einer Ehe sind Ehrlichkeit, Vertrauen und Verantwortlichkeit.