Überregional? Ich schaue Europaweit.
Talentscouts... Naja, unser Studiengangsleiter ist zufällig auch der Talentscout für seine eigene Firma. Da dürfen ein paar Lieblinge mitarbeiten und die haben dann auch die tollen Projekte als Referenz. Der Rest ist sich selbst überlassen. Bzw. munkelt man, dass der Studiengangsleiter sogar ein Auge darauf hat, dass die Nicht-Lieblinge keinen Kontakt zu anderen Firmen bekommen, nicht dass die Konkurrenz mit preiswerten Arbeitskräften versorgt wird.
Auf eine Nachfrage von vor ein paar Jahren hat mir dieser Herr Studiengangsleiter genau das geraten, was ich mache: Auf Facebook versuchen zu netzwerken und Initiativbewerbungen schreiben. Klappt halt nur nicht.
Ich habe geschaut, ob es eine Studienberatung an meiner Hochschule gibt, aber selbstverständlich gibt es das nicht.
Uff. Ok, das ist echt eine total blöde Situation und echt Schade, dass ein Scout seine Position so nutzt. Wirft immer ein schlechtes Licht auf das Feld.
Insgesamt also eine echt festgefahrene Situation.
Aber - damit stehst du auch wirklich nicht allein. Es gibt viele, die nach dem Studium wirklich zu kämpfen haben. Ich war als unausgebildete, ohne großen Schulabschluss vor einigen Jahren in einem Callcenter tätig und ich lernte dort jemanden kennen, der sein Jurastudium abgeschlossen hatte und keinen Job bekam und sich irgendwie durchboxen musste. Leider kann ich dir nicht sagen was aus ihm geworden ist oder wie er da "rauskam". Schlussendlich saßen wir aber am selben Tisch. Happens.
Der Berufsstart ist ja auch kein Automatismus, der einfach gegeben ist.
Schwierig auch mit den Bachelors, denn beide sind weder sehr spezifisch noch gut kombinierbar (außer in den einigen Feldern, die ich anmerkte) - alternative wäre dann nur in einem einen Master zu machen. Naturwissenschaften fallen ja für dich weg, also wäre da nurnoch Musik. Komposition macht dir Spaß - also wäre das sinnvoll, ist nur nicht umsetzbar, weil du das nicht im Bachelor inbegriffen hast. ... Puh.
Grundsätzlich ist vorallem bei Initiativbewerbung eins immer wichtiger - hohe Spezifizierung auf einen bestimmten Bereich, außer herausragende Persönlichkeit durch außeruniversitäres Engagement und Praktikas etc.
Kontakte werden auch immer wichtiger, doch deine Sozialängste machen dir da einen Strich durch die Rechnung.
Dann gibt es vielleicht die ein oder andere Möglichkeit:
Ein Work-and-Travel-Programm. Auslandserfahrungen sind immer von Vorteil, bildet "Persönlichkeit" und gibt neue Inputs. Schwierig nur in Zeiten der Pandemie. Dennoch kann man damit oftmals auch Wartezeiten "aussitzen" bis sich der Markt wieder etwas mehr öffnet.
Du kannst beim Arbeitsamt eine Weiter- oder Fortbildung in einer Kompetenz beantragen um dich attraktiver auf dem Markt zu machen. Inwieweit das im Bereich Musik funktioniert weiß ich nicht, das müsste man dir dann dort sagen.
Ehrenamtliches Engagement während deiner Arbeitssuche - das kann z.B. sein, dass du in einem Jugendzentrum Musikunterricht gibst, Gitarre beibringst etc. du wirst dabei zwar nicht bezahlt, aber du kannst dennoch Referenzen sammeln und auch einen Pluspunkt in deinem Lebenslauf addieren. Oder Kurse an der VHS anbieten. Da müsstest du halt einfach nachfragen wie sich das regelt.
Aber wie gesagt - grad ist es aufgrund der Pandemie generell noch etwas schwieriger das meiste davon wirklich umzusetzen, aber vielleicht hilft dir ja dennoch das ein oder andere.