Eisherz
Sehr aktives Mitglied
Ängste sollte man durchaus ernst nehmen. Ich habe oben geschrieben, dass eine Bekannte von mir 2 mal von Türken in ihrem Job überfallen wurde. Wenn man dann noch in sozialen Brennpunkten lebt, kommen sicher einige negative Erfahrungen mit anderen Nationalitäten hinzu. Oder man hört es halt von Bekannten und Verwandten oder durch die Medien....
Stellen wir uns selbst die Frage: Wie oft müssten wir etwas negatives über eine Gruppe hören, bis wir ein Vorurteil entwickeln?
Haben wir nicht alle Bilder im Kopf von jeder Nationalität oder Religion? Vorurteile sind nichts gutes, aber wir Menschen funktionieren so. Evolutionsbedingt ist es wichtig sich schnell Urteile bilden zu können. Über einen fremden Menschen haben wir auch sehr schnell ein Bild, egal wie richtig es am Ende ist.
Der Pegida kann man nicht begegnen indem man sie als dumm oder rechts beschimpft. Aber 90% der Pegida Demonstranten würden warscheinlich nicht zur Demo gehen wenn sie einen islamischen Nachbarn hätten, mit dem sie gut zurecht kämen. Vorurteile kann man durch Informationen und tatsächliche (positive) Erfahrungen aus dem Weg räumen.
Genau so ist es, wie Du es schreibst. Ich wohne z. B. in der Nähe der polnischen Grenze. Ich möchte nicht zählen, wieviele jetzt sagen würden, ach so, da wo die Autos immer geklaut werden ... Ja, es gibt Autodiebstähle, auch hier, aber muss ich deshalb gegen alle Polen ein Vorurteil im Kopf haben? Und so kann man die Beispiele ohne Ende fortführen. Und Vorurteile verbreiten sich schneller als man sich umdrehen kann ...
Und von daher ist Pegida für mich nichts halbes und nichts ganzes. Irgendwie alles in einen Topf geschmissen, einmal gerührt und kaum einer weiß so richtig, um was es geht.
Trotzdem bleibt für mich das Phänomen der Sachsen-Pegida. Wieso dort? Denken Sachsen anders als der Rest? Ich kann mir das nicht erklären.