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Partner mit Zwangserkrankung

Außerdem meinte ich, eine starke Parallele wahrgenommen zu haben zwischen dem Beinbruch der Mutter und der Beachtung von Störfaktoren, die eigenen Füße betreffend.

Du schreibst, der Unfall der Mutter löste eine Sorgenspirale aus. Vielleicht hat dieser Vorfall ihm unerwartet ihre Verletzlichkeit vor Augen geführt und in weiterer Folge die Tatsache ihres
Verlustes irgendwann. Mit der wir alle kämpfen. Du schriebst auch, er könne seither keine Leichen
mehr sehen und denke viel über den Tod nach.

Ev. wäre das ein Punkt in einer folgenden psychotherapeutischen Behandlung. Ob es einen Zusammenhang geben könnte, zwischen dem gewiss dramatischen, schmerzvollen Beinbruch seiner Mutter und der dann folgenden Fokussierung seiner eigenen Füße. Die wir eben dann wahrnehmen, wenn wir sie bspw durch Katzenstreu spüren, wodurch er über die eigenen Füße wieder an den Vorfall seiner Mutter erinnert werden könnte.

Erst ging es um ein verletztes Bein, dann um den eigenen Fuß. Diese Kausalität kann man wohl so
stehen lassen?
 
Hallo Rotgurt;

Also, normalerweise kommt man in einer solchen Verfassung innerhalb von ein paar Tagen in eine Arkut Klinik. (und meine keine Psychiatrie).
Auch jetzt, trotz Corona !!

Ich denke, das würde dir und der Kleinen auch Gut tun Abstand zu haben.
Verstehe nicht nicht wieso der Hausartz das nicht anordnet ?

Wenn dein Mann das nicht will, scheint sein Leiden nicht Groß genug oder aber er hat Muffen und will auf deine Obhut nicht verzichten.
Ihr schustert euch Gegenseitig zu.
Ist verständlich, aber es gibt grad keine Wahl der Dinge.

So geht das nicht..willst du darauf warten das er sich im Affekt das Leben nimmt, vor Qual ?
Sorry, ..aber es ist nicht lange her, da wurde ein 39 jähriger Mann auf einer Leichenbarre an mir vorbei geschoben, der ähnlich tickte wie dein Mann.

Wacht auf!!!
 
Ich würde dir empfehlen, mit deinem Hausarzt zu besprechen, ob eine Mutter-Kind-Kur in Frage käme.
Das geht wegen Corona vielleicht gerade kaum, aber dann hättest du den Antrag schon mal gestellt und hast schonmal einen Rettungsanker in Sicht.

Zu deinem Mann: es gibt verschiedene Antidepressiva, die man abends einnimmt und die müde machen, da entsteht keine Abhängigkeit.
Es gibt auch dampfende AD, die einen beruhigen und das Grübeln verbessern.

Dein Mann kann sich in eine Klinik einweisen lassen und bei seinem Arbeitgeber eine Krankmeldung vom Hausarzt einreichen, dann erfährt es auch niemand. Dann kommt dein Mann wenigstens mal ein paar Tage zur Ruhe und du auch ein bisschen.

Was sicher auch zur Verschlechterung beigetragen hat, ist der Druck als Vater.
Er macht sich eh schon großen Leistungsdruck und jetzt ist da noch ein kleines Wesen darauf angewiesen, dass er Geld nach Hause bringt und perfekt funktioniert.
Das geht natürlich nicht, niemand ist perfekt und daran scheitert dein Mann.

Ich kann dir nur raten, dich mit deinem Mann hinzu setzen: entweder er geht in eine Klinik und lässt sich dort medikamentös einstellen oder du rufst einen RTW, wenn er das nächste Mal Suizidgedanken äußert und so betrunken ist.
Für dich und für dein Kind ist es jetzt wichtig, klare Grenzen zu setzen.
 
Zusätlich ev. zwei relaxte Bilder ins Schiafzimmer
Die "Großen" sind alle erhältlich, in in unterschiedler Qualität und, preisgünstig
und der Rahmen ebenso.

Waldmüller bspw. "Blick auf Ischl"
Als schöne Phantasie eines Wanderausflugs mit Euch dreien, vieren, ....


Dalis "Schlaf" bedeutet mir viel

Nur als Vorschläge. Ev. möchtet ihr einmal so eine Bildergalerie durchgehen und einen
Rahmen dafür aussuchen. Ich war selbst erstaunt wie preiswert das ist, darum betone ich es.

Noch ein Gedanke: trocknet er sich komplett in der Dusche ab und zieht dort am Rand Socken an, könnte es das Katzenstreufiasko lindern? Denn auf Socken wärs doch ok. Socken sind ja quasi unsere Unterschuhe die unsere Füße vor alle dem bewahren sollen.

Ihr habt Nachwuchs bekommen. Rede mit ihm, ob seine heftige Reaktion auf Unglücksfälle und Leichen etwas mit "Elternangst" zu tun haben können. Ein Phänomen, über dass man im Judentum immer schon Bescheid wusste. MIt der Geburt des Kindes kommt natürlich auch die Furcht, ein verletzliches Wesen in die Welt gebracht zu haben.

Bei mir hat sich das so ausgedrückt: Kombi in Wien vollgepackt, Abfahrt nach Dubrovnik morgen früh........und ich als ausgesprochener Vielfahrer quer durch Europa bekam kein Auge zu. Ich musste an die Künstensmagistrale denken die Unfälle die ich selbst schon gesehen habe, mit blutverschmierten Kinderpuppen auf der Fahrbahn. Meine Frucht wurde durch die Furcht ersetzt, dass ich jetzt nimmer genug Schlaf bekomme für die Tour im Ganzen. Wir haben irgendwo in Binnenkroatien eine Nacht dazu gelegt und gut wars. Aber wie gesagt, "Elternangst" gibt es und wird von manchen Kulturen seit Jahrtausenden Ernst genommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe TE,

Eure Situation klingt wirklich schrecklich. Sowohl Dein Mann, als auch Du tut alles, um eine Verbesserung der Lage herbeizuführen, das wird deutlich.
Es wurden hier viele gute Tipps gegeben, dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen.
Aus meiner Sicht ist es für Dich wichtig, Dich und Dein Baby nicht aus dem Blick zu verlieren. Du versuchst bereits, Dich zu distanzieren- und das ist im Moment gut und richtig.
Wenn irgendwie möglich, suche Dir selbst therapeutische Unterstützung, auch wenn Dein Mann Bedenken äußert.

Was ich ungünstig finde, sind die Annahmen über Alkohol und Medikamente, die hier teilweise kursieren.
1) Eine Alkoholabhängigkeit ist keineswegs leichter zu überwinden als eine Medikamentenabhängigkeit.
Saufen ist eine beschissene Strategie zur Bekämpfung von Schlafstörungen - mag sie noch so verständlich sein.

2) Zolpidem und Benzodiazepine sind keineswegs "leichte" Medikation für Schlafstörungen. Es sind stark wirksame Medikamente mit einem erwiesenen Abhängigkeitspotential.
Dennoch sind sie im Fall Deines Ehemannes klar dem unkontrollierten Alkoholkonsum vorzuziehen.
Insbesondere die "Z-Drugs" können im Notfall durchaus bis zu 4 Wochen täglich eingenommen werden, ohne dass direkt eine Abhängigkeit wartet.
Vorsicht ist angebracht, aber keine Panik.

3) Es gibt Substanzen (atypische Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva) die gut bei ausgeprägten Schlafstörungen wirken und kein Abhängigkeitspotential haben.
Dafür haben diese u.U. andere Nebenwirkungen und sollten deshalb von jemandem verordnet werden, der sich damit auskennt.
Das hier gepriesene Quetiapin (Seroquel) KANN bei einer Person in niedriger Dosis gegen Schlafstörungen helfen, beim nächsten bringt es absolut gar nichts.
Am besten kennen sich Fachärzte für PSYCHIATRIE mit o.g. Medikamenten aus. Da niedergelassene Psychiater in Deutschland zum Großteil in Kassenpraxen arbeiten, muss Dein Mann da auch nix bezahlen. In Deutschland sind die Begrifflichkeiten (Psychiater = Arzt. Psychologe = Nicht-Arzt. Psychotherapeut= Arzt, Psychologe oder ggf. Heilpraktiker für Psychotherapie) für Patienten oft verwirrend.
Psychiater = Arzt= verschreibt Medikamente bei psychischen Erkrankungen -> "Euer Mann."
Neurologen sind Fachärzte für Nervenheilkunde, die im Rahmen ihrer Facharzt-Weiterbildung 12 Monate in der Psychiatrie gearbeitet haben und sich daher zumeist besser mit Psychopharmaka auskennen, als Hausärzte. Ich würde dennoch den Psychiater vorziehen.

FAZIT: Deinem Ehemann geht es akut sehr schlecht. Dir ebenfalls. Habt ihr ein Krankenhaus mit psychiatrischer Abteilung in der Nähe? Dann gibt es auch 24h tgl. einen Diensthabenden Psychiater. Heißt: Dein Mann kann in die ganz normale Notaufnahme gehen und ein Gespräch mit dem Psychiater wünschen. Dieser kann ihm sowohl eine Medikation empfehlen, als auch ihn bezüglich weiterer Behandlungsmöglichkeiten beraten. Dein Mann kann nach dem Gespräch wieder nach Hause gehen, idealerweise mit einem Ambulanzbrief, der einen medikamentösen Behandlungsvorschlag enthält. Bis zu einem Termin beim niedergelassenen Psychiater kann der Hausarzt die empfohlene Medikation verordnen. Leider wirst Du mit Baby zu Covid-Zeiten nicht mit in die Notaufnahme dürfen. Aber vielleicht ist Dein Mann bereit, sich alleine dort vorzustellen.
Wenn ja: Wartezeit einplanen! Die Notaufnahmen sind voll - auch mit psychiatrischen Patienten!
 
FAZIT: Deinem Ehemann geht es akut sehr schlecht. Dir ebenfalls. Habt ihr ein Krankenhaus mit psychiatrischer Abteilung in der Nähe? Dann gibt es auch 24h tgl. einen Diensthabenden Psychiater. Heißt: Dein Mann kann in die ganz normale Notaufnahme gehen und ein Gespräch mit dem Psychiater wünschen. Dieser kann ihm sowohl eine Medikation empfehlen, als auch ihn bezüglich weiterer Behandlungsmöglichkeiten beraten. Dein Mann kann nach dem Gespräch wieder nach Hause gehen, idealerweise mit einem Ambulanzbrief, der einen medikamentösen Behandlungsvorschlag enthält. Bis zu einem Termin beim niedergelassenen Psychiater kann der Hausarzt die empfohlene Medikation verordnen. Leider wirst Du mit Baby zu Covid-Zeiten nicht mit in die Notaufnahme dürfen. Aber vielleicht ist Dein Mann bereit, sich alleine dort vorzustellen.
Wenn ja: Wartezeit einplanen! Die Notaufnahmen sind voll - auch mit psychiatrischen Patienten!

Ich danke dir sehr für deinen Beitrag! Wir nehmen das alles mit und können so auf noch mehr Optionen zurückgreifen wenn es nötig wird. Das hilft uns sehr!
 
Als Beamter ist er nahezu unkündbar.

Meine Mutter war ebenfalls Beamtin und hatte mehrere Auszeiten wegen Psychotherapien. Mit entsprechend langen Krankschreibungen, teilweise über 1 Jahr am Stück.
Da passiert nicht viel. Als die Krankschreibungen zu lange wurden, musste sie zwischendurch zum Amtsarzt, bzw. in ihrem Fall zu einer entsprechenden Psychologin. Nach der "Gesundung" konnte sie dann normal weiterarbeiten.

Dass er psychische Probleme hat wird früher oder später ohnehin rauskommen, allein wegen der Arbeitsleistung. Ergo kann er sich auch gleich um eine Therapie kümmern. Besser jetzt (wo die Kollegen ihn noch schätzen und sich auf seine Rückkehr freuen) als wenn die Leistung dauerhaft derart schlecht war, dass sie schon hoffen, er möge möglichst lange nicht zurückkehren.
Er braucht sich um seinen Job nicht zu sorgen: Er ist unkündbar, Vater Staat muss ihm seinen Job erhalten. Sollte die Krankschreibung länger dauern, kann er am Ende der Therapie ggf. ein Wiedereingliederungsverfahren machen, dann muss er nicht von heute auf morgen 100% wieder arbeiten gehen.

Wenn es ihm derart schlecht geht, sollte er sich als Notfall in die Klinik einweisen lassen. Dass er sofort Hilfe bekommt. Aufgrund der Schwere seiner Erkrankung braucht er auch kein schlechtes Gewissen haben von wegen er könnte jemandem den Platz wegnehmen: tut er nicht, da die Notfallplätze genau für Leute wie ihn da sind.

Vorteil einer stationären Behandlung: die Psychologen sehen ihn auch nachts. Also da, wo die Probleme am schlimmsten sind. Ergo können sie es besser behandeln.
 

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