Gelinda hat erneut auf eine Alternativlösung hingewiesen: Polyamorie. Damit muss man sich nicht trennen.
Und zu deiner Frage: Klar ist Sex ein symbiotischer Mechanismus und Bindungskleister für Beziehungen und daher gibt es Menschen, die sich wegen Sexmangel oder Mangel an Leidenschaft wieder trennen, die Frage ist nur ob das notwendig ist. Meiner Ansicht nach nicht wenn man sich nicht krampfhaft an konventionellen Partnerschaftskonzepten, also der Monogamie festkrallt.
Insbesondere wenn Kinder mit im Spiel sind sollte man auf Trennung möglichst verzichten und an sich ist es meiner Ansicht nach auch ein Armutszeugnis sich nur aufgrund des Sex zu trennen..es gibt ja Alternativlösungen.
Ist aber glaube ich eher was für Freigeister, also Menschen die es gewohnt sind mit dem was ihnen an freiem Willen zur Verfügung steht etwas zu MACHEN. Es geht hier nicht um Anarchie und Morallosigkeit oder sowas, sondern eher um kreativen Umgang mit der Liebe und Partnerschaftsformen.
Darum eine offenere Beziehungsform zu führen, denn zu große Freiheitsbeschränkung kann eine Liebe manchmal durchaus töten.
Die Moral sehe ich nicht gefährdet wenn man in der Partnerschaft offen miteinander umgeht und auch so ehrlich ist zu sagen: o.k. mein Partner mag Sex mehr als ich und ich will dass mein Partner seine Grundbedürfnisse befriedigt und lasse ihm daher gewisse Freiheiten. Grundregeln sollten natürlich dabei beachtet werden, wie safer Sex und Diskretion etc.
Oder man sagt offen: Partnerschaft verbinde ich mit sexueller Besitzstandsnahme und mein Partner kriegt halt nur so viel Sex wie ich mag und darüberhinaus muss er halt verzichten wenn er eine Partnerschaft mit mir will.
Letztere Position empfinde ich als etwas unsozial und zu dominant. Natürlich hat jeder das Recht auf Selbstbestimmung und darauf zu sagen: mein Maß an Sexbedürfnis ist mit 2-3 mal im Monat erfüllt...das jedoch zur allgemeinen Norm zu erklären finde ich etwas abgehoben.
In einer guten Partnerschaft sagt man: hej, also mir genügt an sich 3 mal im Monat, was sagst du dazu? Und der Partner sagt: ich will mehr und man trifft sich dann irgendwo in der Mitte.
Ich denke wenn die Verbindung generell fest und auch gleichberechtigt und tatsächlich geistig reif genug ist ist dürfte man an sich keine Angst haben, dass Sex außerhalb der Beziehung die Partnerschaft kaputt machen könnte od.ä. Es sei denn ihr beide verknüpft Sex an Liebe und glaubt nicht daran dass Sex manchmal einfach nur Sex ist.
Was ich noch anfügen möchte in Bezug auf deine in einem anderen thread erwähnte Typenlehre: natürlich liegt es auch am Charakter einer Person. Wenn du eine eher phlegmatische Frau hast so wird sie kaum so leidenschaftlich sein wie z.B eine eher sanguinische Person. Gewisse Charakterzüge sind natürlich in einem gewissen Maß (inwieweit liegt an anderen Faktoren...verknüpft mit dem Glauben an ein stückweit freien Willen kann man da schon eine Bresche schlagen) prägend...sowohl körperlich, geistig als auch seelisch. Leidenschaft bezieht sich ja nicht nur auf den Sex sondern auch allgemein auf die innere Haltung, auch geistige und seelische Haltung.
Wenn ichs mir jedoch recht überlege mit diesen Typisierungen so stellt sich mir die Frage ob solche Charakterfestlegungen nicht eher eine spezielle Realität erschaffen, die gar nicht mal zwingend so sein muss wie sie ist. Die Erwartungshaltung bestimmt das Ergebnis immer mit und erwarte ich keine Leidenschaft oder erwarte ich von einer Person, dass sie so und so ist so drückt es dieser Person einen gewissen Erwartungsdruck auf den diese dann erfüllen will und es ist gar nicht mal gesagt ob sie nicht auch anders könnte wenn sich die Erwartung ändern würde.
Das sind konstruktivistisch-philosophische Gedanken und aus meiner Erfahrung ticken Menschen in dieser Weise wie ich beschrieb, es geht hier um soziale Anspassung.
In Partnerschaften bilden sich natürlich gewisse Erwartungsstrukturen aus und verfestigen sich mit jeder Wiederholung, und es ist oftmals nicht leicht einiges zu ändern. Der Faktor Zeit spielt sicherlich eine Rolle das Verhaltensmuster und Denkmuster/Erwartungsmuster die wechselseitig verzahnt sind, die lange Zeit vorhanden waren sich tief in die neurologischen Bahnen eingraben. Mit der Zeit verliert man an Plastizität...es sei denn man integriert ein paar "Bremsmuster"...das jedenfalls war meine persönliche Erfahrung.
Tyra
@gast du generalisierst ein wenig zu stark, glaube ich. Nicht alle Frauen, die Kinder gekriegt haben, verlieren ihre sexuelle Lust. Es gibt Frauen, bei denen das nicht so ist, auch oft direkt nach der Geburt nicht. Einige Frauen für die Sex von vornherein weniger interessant war, und die die Sache nach dem Kinderkriegen für noch unwichtiger ansehen neigen ggf dazu sich dann mehr zurück zu ziehen. Aber das liegt auch immer sehr stark an den Liebhaberqualitäten des Mannes.
Es stimmt dass viele Frauen direkt nach der Geburt erst mal für einige Zeit lustlos sind für einige Monate, manchmal für 1-2 Jahre, ist unterschiedlich und liegt an den Hormonen, Stillen oder etc. Aber danach spielen auch andere Faktoren ne Rolle, wenn Kinder da sind ist mehr Stress vorhanden, man hat weniger Zeit für sich für die ersten Jahre etc. Gerade Stress ist ziemlich lustkillend.
Attraktivität spielt meiner Ansicht nach auch eine Rolle...
In diesem Fall war es aber glaube ich eher der Fall dass von Anfang an Sex eine unwichtigere Rolle spielte, soweit ich es verstanden hatte, oder zumindest nie richtig Leidenschaft da war.
Was mich interessieren würde: was genau war lustig daran, dass dein Mann dich ohne Erwartungen "benutzen" durfte?
Ihr scheint offenbar eine sehr enge und solide Beziehung zueinander zu haben...so etwas ist sehr selten und bewundernswert.