Oh, Du bist bereit Steuern zu zahlen. Fein. Das blöde ist, man muss sie zahlen. Bspw. KFZ-Steuer.
Und wenn man erstmal selbständig ist, trifft einen der Hammer dann noch umso mehr. Wenn ich mir oft ansehe, wie viel und für was ich alles zahlen muss, darf ich oft gar nicht näher darüber nachdenken ... Vor allem unter dem Aspekt, dass die Reichen immer reicher werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Allgemein gesagt ist für mich eines der größten Probleme ein anderes, weniger das Alter des TE: ich habe in meinem Umfeld durchaus Leute, die zwischen Ende 20 und Ende 30 nochmal eine andere Ausbildung angefangen und sich umorientiert haben. Die haben aber davor etwas anderes gemacht gehabt und haben bereits eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium gehabt, plus häufig noch Berufserfahrung. Und die haben auch während der Wartezeit, bis die neue Ausbildung angefangen hat, dann gejobbt, um sich für diese Zeit über Wasser zu halten. Das alles wirkt auf einen Personaler meiner Meinung nach komplett anders und ist eine ganz andere Ausgangssituation.
Im sozialen und pflegerischen Bereich suchen sie händeringend, gerade auch gerne reifere Leute, die nicht mehr komplett grün hinter den Ohren sind und schon ein wenig Lebenserfahrung haben. Bloß blöd, dass das nicht der angestrebte Sektor ist, obwohl man da mit etwas Geschick, Engagement und Fleiß einen sicheren Job hat und die Bezahlung bei entsprechender Qualifikation entgegen vieler Unkenrufen gar nicht so schlecht aussieht. (Ich kenne die Gehälter).
Im Marketing- und Medienbereich landen auch sehr viele Quereinsteiger. Ich habe erst vor kurzem gelesen, dass diese Branche diejenige ist mit den meisten Quereinsteigern, auch in "älteren" Alterskategorien. Aber um in diesem Bereich bestehen zu können, muss man sehr gut mit Druck umgehen können und schwierigen Kunden. Zusätzlich liegt die Zukunft, wenn man wirklich Geld verdienen und Fuß fassen möchte, nicht dauerhaft bei Werbeagenturen. Die sollte man eher als Trittbrett verwenden, denn sehr viele beuten einen gnadenlos aus und der Trend geht leider eher dahin, dass man bevorzugt Leute unter 40 sucht, die man mit billigen Gehältern abspeisen kann. Idealerweise landet man bei einer firmeneigenen Marketing- oder PR-Abteilung oder macht sich selbständig.
Ich sehe das aber auch so: wenn man mit Anfang 30 noch gar nichts hat und so gut wie nichts vorweisen kann, sollte man erstmal das nehmen, was man kriegen kann, um sich etwas aufbauen zu können. Und um dann in eine Position zu kommen, wo man weitermachen kann mit etwas, das wirklich Spaß macht und den angestrebten Fähigkeiten entspricht, wenn man Glück hat.