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Warum ?
Das sehe ich anders. Das ist eine Einstellungsfrage …

Warum soll man es nicht ernst nehmen .. wenn Jemand in frühester Kindheit Traumatisiert wurde .. (jetzt nicht explizit auf PC gemünzt sondern Allgemein)
Gefühle und Erlebnisse absprechen oder bagatellisieren.. das ist nicht viel anders als wenn Frau zur Polizei geht und eine Vergewaltigung anzeigt und die Polizei mit Gleichgültigkeit reagiert. Weil - wahrscheinlich war sie selbst schuld. (Als Beispiel Prostituierte die durch ihren Beruf 10x mal häufiger Gewalt und Übergriffe erleben. Und es aufgrund ihres Berufsstandes nicht ernst genommen wird.. und dennoch DARF auch eine Prostituierte NEIN sagen oder abbrechen…

->

Die Gerechte-Welt-Hypothese (Just-World Hypothesis), entwickelt von Melvin Lerner in den 1960ern, ist ein kognitiver Bias, bei dem Menschen glauben, die Welt sei grundlegend fair: Gute Taten werden belohnt, schlechte bestraft. Dies dient der psychologischen Sicherheit und Vorhersehbarkeit, führt jedoch oft dazu, dass Opfern von Unglück die Schuld gegeben wird, um die Illusion einer gerechten Welt aufrechtzuerhalten.

Kernaspekte der Gerechte-Welt-Hypothese:
Definition: Die Tendenz, zu glauben, dass Menschen das bekommen, was sie verdienen ("Wie man sich bettet, so liegt man").

Psychologische Funktion: Sie vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Ordnung. Es ist beruhigend zu denken, dass nur "schlechte" Menschen Opfer von Unglück werden.

Folgen & Gefahren:
Opferbeschuldigung (Victim Blaming): Opfer von Unfällen oder Verbrechen werden oft für ihr Leid verantwortlich gemacht.
Mangel an Empathie: Die Einstellung fördert Verständnislosigkeit gegenüber Menschen in schwierigen Lagen.
Verharmlosung von Ungerechtigkeit: Systemische Probleme oder Zufälle werden ignoriert, indem das Schicksal auf persönliches Versagen zurückgeführt wird.

Beispiele: Die Annahme, Armut sei nur ein Resultat von Faulheit, oder die Schuldzuweisung an Opfer von Belästigung.
Guide pratique des biais cognitifs


Die Hypothese ist eine kognitive Verzerrung, die hilft, kognitive Dissonanz zu vermeiden, wenn Menschen mit unverschuldetem Leid konfrontiert werden

Und bestimmte Persönlichkeitsstukturen werden nunmal in der Kindheit geprägt.
Solche Theorien sind nach meiner Ansicht auch total für die Tonne.
Aber deshalb muss doch trotzdem noch lange nicht an jedem psychischen Problem die Mutter schuld sein, oder?
 
Nach meiner Erfahrung werden viele Leute werden depressiv und süchtig durch (frühkindliche) psychische und körperliche Misshandlungen ihrer Eltern.
Sucht ist häufig ein Konfliktlösungsmittel...weil keine andere Lösung in Sicht ist.

Durch Sucht können sie ihre Probleme und Gefühle verdrängen, betäuben und sich selber desensiblisieren.

Oft lassen sie keine Nähe zu anderen Menschen zu.

Nähe, Halt, Beruhigung , Trost

gegen Ängste, innere Leere, innere Einsamkeit, Depressionen und schlechte Gefühle
als Konfliktlösungsmittel für die Gefühlsregulation

wird nur zum Suchtmittel zugelassen.

Das heisst man lässt nur zum Suchtmittel eine Nähe zu.

Durch Genogramm Arbeit, Familienaufstellungen, Gespräche mit dem Therapeuten, Hypnose,

und Halt, Geborgenheit und Sicherheit in einer festen Partnerschaft,

und Distanz oder Kontaktabbruch zu Leuten, welche einem nicht gut tun,

und Sport und Hobbys als Suchtmittelersatz, usw ....können einige Leute ihre Süchte in Griff bekommen.

Ich kenne aber auch verschiedene Leute, welche süchtig blieben und deshalb früh verstarben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist wie mit den Begriffen Narzisst oder ADHS. Die müssen auch für alles herhalten was scheinbarProbleme bereitet. Es ist ausgelutscht, man kann es nicht mehr hören. Zum Leidwesen derjenigen, die tatsächlich betroffen sind. Kriegt man seinen A**** nicht hoch, ist die Mama schuld. Traut man sich nicht jemanden anzusprechen, ist die Mama schuld. Kann man nicht kochen, ist die Mama schuld. Man traut sich schon gar nicht mehr Kinder zu bekommen.
Ich habe mich wohl gestern viel zu früh vor die Flimmerkiste verdrückt. ☺️

Zum beantworten müsste ich eigentlich einige Seiten vorher einsteigen, möchte auf das hier aber gerade eingehen, weil die Sache mit der "Schuld einer Mutter" sehr häufig auf den letzten Seiten genannt wurde.

Klar, bleibt naturgemäß sehr viel an der Mutter hängen. Schließlich ist sie die Hauptperson bei der frühkindlichen Prägung. Von Fehlern, und die kann es zuhauf geben, kann man die Mutter von daher sicher nicht freisprechen.

Allerdings, und das sollte man einfach ebenfalls sehen, macht sie auch sehr viel richtig. Alle Erwachsenen die heute einfach korrekt ihr Ding machen, empathisch und tierlieb sind, Verantwortung in ihrem Handeln übernehmen, einen gesunden Geist besitzen - ist ja ebenfalls das Werk der Mütter!

Erkennt man den Wert dieser Seite hat, kann man auch mal die andere Seite kritisieren. Nur einseitig wäre es nicht in Ordnung.

Und was mich persönlich betrifft, hege ich jetzt keinen Groll gegenüber meiner Stiefmutter. Ich gehe jetzt also nicht hin und sage mir, okay das Forum ist der Meinung meine Probleme können nur durch Prägung ausgelöst worden sein und man schließt aus, damit auf die Welt gekommen zu sein - so stelle ich mich jetzt hin und sage verachtend "tja, die schlechten Mütter oder die böse Stiefmutter....!

Ich habe ja erst wieder seit wenigen Jahren Kontakt zu meinem Vater und meiner Stiefmutter ( nach 25 Jahren Funkstille), sind jetzt auch 80 mittlerweile, und ich bin froh darüber und hoffe sie machen noch lange.

Ob es also tatsächlich damit etwas zu tun hat (Cuca ist ja mega überzeugt davon), ist für mich aber nicht wichtig. Blöd ist, dass ich das habe und es mir unmöglich macht eine qualitativ vollwertige Partnerschaft zu führen. Aber ich hätte auch genauso gut hingehen können und mich frühzeitig mit diesem Problem beschäftigen, anstatt es in jeder Beziehung immer wieder aufs neue darauf hinauslaufen zu lassen.

Und jetzt isses halt so wie es ist.
 
Ich dachte halt die ganzen Jahre das es einfach eine Sexualpräferenz sei. Das ich immer neu erkunden möchte, "Beute machen" wie es ja auch oftmals so schön heisst. Vertrautes oder erlegte Beute wird schnell langweilig. Kennt man einen Menschen sexuell in- u. auswendig, geht es mit der Lust bergab.

Hab Leute ausgelacht die Beziehungssex toll fanden.

Habe mir das auch stets selbst bestätigt, indem eben klar ist das im Prinzip jeder am Anfang einer Partnerschaft i.d.R. mehr Sex hat als später.

Oder das Paare die schon lange zusammen sind, ohnehin so gut wie keinen Sex mehr haben.

Da zählte ich immer 1 und 1 zusammen und kam zu dem Entschluss das es logisch ist wenn Vertrautheit ein Lustkiller darstellt und ich somit dann diesbezüglich keine Ausnahme bin.
Ich habe jahrelang nicht im Traum daran gedacht, dass ich hier eine ganz andere Baustelle habe und so krass wie ich es habe, dann doch nicht normal ist.

Es kam vor das wir bis zu Tag x, fast jeden Tag Sex hatten. Und am nächsten Tag wache ich morgens auf und alles ist anders. Komplett auf null alles was mit Sex zu tun hat. Als hätte ich über Nacht eine Gehirnwäsche bekommen. Also nicht mal schleichend weniger, sondern von jetzt auf gleich. Ohne Ankündigung und ohne das ich das vorher selbst wahrnehmen konnte.

Von jetzt auf gleich wird die Partnerin zur Schwester. Feierabend. 🙈
 
Aber deshalb muss doch trotzdem noch lange nicht an jedem psychischen Problem die Mutter schuld sein, oder?

Schuld, ein Konzept, das hierbei wenig hilfreich ist.
Die wenigsten Eltern wollen ihren Kindern vorsätzlich schaden.
Sie geben ihr Bestes.
Das mehr oder weniger gut ausfallen kann.
Wir alle sind nicht perfekt, auch nicht in der Kinderaufzucht.
Wir geben unseren Kindern, auch wenn wir gar nicht so sonderlich lausige Eltern sind, auch das ein oder andere Päckchen mit.
Ich finde nicht schlimm, mir das einzugestehen.
Und meine Absicht war nicht in jeder Minute gut ich war auch ml wütend, genervt, ungeduldig, ungerecht.
Ich bin ein Mensch mit Fehlern und Schwächen und mache nicht alles richtig.

Ja, und in einigen Fällen läuft mehr schief.
Und in manchen Fällen sehr viel schief.
Bis zu richtig schlimmen Fällen.

Nirgends steht, dass an "jedem" psychischen Problem Mütter schuld wären. Esgibt noch jede Menge amderer Ursachen.
Und Kombinationen.
 

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