Sebastisean84
Neues Mitglied
Hallo liebe Community,
Ich habe einen Opferentschädigungsantrag gestellt wegen Misshandlungen in einer in Deutschland bekannten Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich habe Autismus und ADHS und war schon als Kind schwerst traumatisiert, und im Oktober 24 wurde bei mir eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.
Dort kam es zu Körperverletzungen, wenn ich einen Wutanfall hatte, was vermutlich ein Meltdown war, denn so wurde es auch dokumentiert. Später habe ich mich, wenn ich diese Phasen hatte, verbarrikadiert, weil ich einfach Angst hatte, am Boden geschmissen zu werden und dass mir der Arm verdreht wird, wie es die Polizei mit einem Schmerzgriff macht. Ich bin immer von dort geflüchtet. Ich hatte hohe Weglauftendenzen, wie es bei Autisten häufig der Fall ist.
Ich habe meinen Vater gesucht, weil meine Mutter und meine Schwester mich emotional und körperlich misshandelt haben. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie konnte ich darüber aber nicht sprechen, weil ich es sowieso nicht verstanden habe. Wahrscheinlich, weil ich es für normal gehalten habe. Ich konnte mich nicht an Regeln halten und mein Sozialverhalten war einfach nur abgeguckt und angepasst.
Als ich Fensterscheiben eingeschmissen habe, um zu flüchten, bin ich in einen Kellerzwischenraum gekommen und saß dort in völliger Dunkelheit, in der Regel so 45 Minuten bis 2 Stunden. Einmal wurde ich vergessen, sodass ich erst spät abends wieder zurück auf das Zimmer durfte.
Ich kam erst nach knapp zweieinhalb Jahren dort weg und hatte zwischenzeitlich noch mehrere Gewalterfahrungen und weitere Traumatisierungen erlebt, unter anderem einen Brand.
Zwei Wochen nachdem ich dort entlassen wurde, ist mein einziger sicherer Anker verstorben: mein Vater. Auch wenn er Alkoholiker war, ist er ein lieber Mensch und Vater gewesen. Er war wahrscheinlich ein Bedürfniserfüller, der uns Kindern Geschenke brachte, nur um uns sehen zu dürfen.
Ich war am Boden zerstört und hatte auf nichts mehr Lust. Ich habe sehr vieles viele Jahre lang verweigert. Meine Schwester hat mich regelmäßig geschlagen und provoziert. Später habe ich auf körperliche Schmerzen überhaupt nicht mehr reagiert. In einigen Dokumenten steht, dass ich einfach anfangen musste zu lachen, wenn man mich geschlagen hat, und ja, bei Autisten ist es auch relativ normal, dass man nicht so guten Zugriff auf den eigenen Körper hat. Später hat sie mich dann „nur“ noch gekniffen, und das hat mir häufig mehr wehgetan, als wenn sie mich getreten und geschlagen hat oder mir an den Haaren gezogen hat. Durch die Pädagogin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie war es so, dass ich, wenn sie mich am Handgelenk genommen hat, häufig sehr schrecklich vor Schmerzen geschrien habe. Wenn man mir die Tür vor den Kopf gehauen hat oder die Autotür auf die Hand geschlagen hat, kam von mir nur „alles ok“ oder „alles gut“.
Als Erwachsener kam ich dreimal zu Beginn durch meine Mutter und meine Schwester in die Erwachsenenpsychiatrie. Die haben Täter-Opfer-Umkehr betrieben, beide, und mir wurde aufgrund deren Aussagen erneut die Freiheit genommen. Über Jahre hinweg habe ich ab 2008 versucht herauszufinden, was mit mir nicht stimmt, nachdem meine Mutter mir die Schule sabotiert hatte und ich mich nicht weiterentwickeln und verselbstständigen durfte. Sie hat mir bewusst die Schule zerstört. Ich habe keinen Schulabschluss, obwohl manche davon ausgehen, dass ich hochintelligent bin. Aber was heißt schon intelligent – ich halte mich nach wie vor für dumm und naiv und fühle mich nicht selten wie ein zurückgelassenes Kind.
Weihnachten 22 erzählte mir meine Nichte, dass sie ähnliche Gewalterlebnisse mit meiner Schwester hatte. Da kamen bei mir die ganzen Traumata hoch, und ich bin dann in die Klinik gegangen, in der ich mehr oder weniger ein Durchgangspatient oder, wie man umgangssprachlich sagt, ein Drehtürpatient gewesen bin. Für die hörte sich das zu Beginn nach Trauma an. Ich war wegen meiner massiven Geräuschempfindlichkeit psychotisch gewesen, und in der Vergangenheit hatte ich auch Angst vor Licht. Sie haben das nie mit Autismus in Verbindung gebracht oder mit einer hirnorganischen Funktionsstörung. Ich war dort erneut in einem Stigmatisierung ausgesetzt und man wollte mir mit dem Vorschlaghammer meine Geräuschempfindlichkeit „behandeln“ – genau so hat es sich angefühlt.
Dort haben sie dann einen Metabolitenwert bestimmt (falls jemand das Medikament kennt: Seroquel/Quetiapin), und der war um das Doppelte erhöht bei einer Dosis von 300 mg, was bei denen viele Fragen aufgeworfen hat. Trotzdem sind sie immer noch nicht darauf gekommen, dass das mit meiner Autoimmunerkrankung zusammenhängt, die auch typisch ist für Autismus.
Jetzt hat die Täterin Aussagen gemacht, dass ich dort massiv aggressiv gewesen sei, aber meine Mutter hatte einzelne Ereignisse aufgeschrieben. Sie zieht ja ihre Energie durch ihren Sadismus, und wenn ich leiden musste, ging es ihr ziemlich gut. Aber ich habe ihr schon 94 gesagt, dass ich gelegentlich in einem dunklen Raum gesperrt werde. Erst im November 94 kam es dann zu einem massiv aggressiven Verhalten, weshalb man mich beurlaubte. Es wurde auch festgehalten, dass ich Frauen bis zur Hartnäckigkeit zurückweise und nichts mit Frauen als solchen zu tun haben will, mich aber von Männern habe versorgen lassen und eigentlich eine männliche Bezugsperson gesucht habe. Da hätten doch eigentlich bei denen schon als ich Kind war alle Alarmglocken schrillen müssen.
Jetzt stellt das LVR die Frage, ob es ein feindseliger Übergriff gewesen ist. Aber wenn man sich, dessen bewusst ist, dass man eine Straftat begeht, und diese Straftat wiederholt, dann ist das doch ab einem gewissen Zeitpunkt ein feindseliges Verhalten, wenn man diese Straftaten ignoriert, oder nicht? Ich meine, dass die Täterin sich nicht unbedingt selbst belasten muss, kann ich verstehen. Ich bin ja schon froh gewesen, dass sie bestätigt hat, dass diese Fälle dort so eingetreten sind, wie sie eingetreten sind. OEG.
Kennt sich jemand mit solchen sehr komplexen Thematiken aus? Wegen meiner familiären Situation habe ich noch keinen Opferentschädigungsantrag gestellt.
Ich wollte erst einmal abwarten, wie der Verlauf ist, und der Weiße Ring sagte, dass ich das damals auch hätte beantragen sollen.
Vielen Dank fürs Lesen und über jeden Tipp wäre ich sehr dankbar.
Lieben Gruß
Sebastian
Ich habe einen Opferentschädigungsantrag gestellt wegen Misshandlungen in einer in Deutschland bekannten Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich habe Autismus und ADHS und war schon als Kind schwerst traumatisiert, und im Oktober 24 wurde bei mir eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.
Dort kam es zu Körperverletzungen, wenn ich einen Wutanfall hatte, was vermutlich ein Meltdown war, denn so wurde es auch dokumentiert. Später habe ich mich, wenn ich diese Phasen hatte, verbarrikadiert, weil ich einfach Angst hatte, am Boden geschmissen zu werden und dass mir der Arm verdreht wird, wie es die Polizei mit einem Schmerzgriff macht. Ich bin immer von dort geflüchtet. Ich hatte hohe Weglauftendenzen, wie es bei Autisten häufig der Fall ist.
Ich habe meinen Vater gesucht, weil meine Mutter und meine Schwester mich emotional und körperlich misshandelt haben. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie konnte ich darüber aber nicht sprechen, weil ich es sowieso nicht verstanden habe. Wahrscheinlich, weil ich es für normal gehalten habe. Ich konnte mich nicht an Regeln halten und mein Sozialverhalten war einfach nur abgeguckt und angepasst.
Als ich Fensterscheiben eingeschmissen habe, um zu flüchten, bin ich in einen Kellerzwischenraum gekommen und saß dort in völliger Dunkelheit, in der Regel so 45 Minuten bis 2 Stunden. Einmal wurde ich vergessen, sodass ich erst spät abends wieder zurück auf das Zimmer durfte.
Ich kam erst nach knapp zweieinhalb Jahren dort weg und hatte zwischenzeitlich noch mehrere Gewalterfahrungen und weitere Traumatisierungen erlebt, unter anderem einen Brand.
Zwei Wochen nachdem ich dort entlassen wurde, ist mein einziger sicherer Anker verstorben: mein Vater. Auch wenn er Alkoholiker war, ist er ein lieber Mensch und Vater gewesen. Er war wahrscheinlich ein Bedürfniserfüller, der uns Kindern Geschenke brachte, nur um uns sehen zu dürfen.
Ich war am Boden zerstört und hatte auf nichts mehr Lust. Ich habe sehr vieles viele Jahre lang verweigert. Meine Schwester hat mich regelmäßig geschlagen und provoziert. Später habe ich auf körperliche Schmerzen überhaupt nicht mehr reagiert. In einigen Dokumenten steht, dass ich einfach anfangen musste zu lachen, wenn man mich geschlagen hat, und ja, bei Autisten ist es auch relativ normal, dass man nicht so guten Zugriff auf den eigenen Körper hat. Später hat sie mich dann „nur“ noch gekniffen, und das hat mir häufig mehr wehgetan, als wenn sie mich getreten und geschlagen hat oder mir an den Haaren gezogen hat. Durch die Pädagogin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie war es so, dass ich, wenn sie mich am Handgelenk genommen hat, häufig sehr schrecklich vor Schmerzen geschrien habe. Wenn man mir die Tür vor den Kopf gehauen hat oder die Autotür auf die Hand geschlagen hat, kam von mir nur „alles ok“ oder „alles gut“.
Als Erwachsener kam ich dreimal zu Beginn durch meine Mutter und meine Schwester in die Erwachsenenpsychiatrie. Die haben Täter-Opfer-Umkehr betrieben, beide, und mir wurde aufgrund deren Aussagen erneut die Freiheit genommen. Über Jahre hinweg habe ich ab 2008 versucht herauszufinden, was mit mir nicht stimmt, nachdem meine Mutter mir die Schule sabotiert hatte und ich mich nicht weiterentwickeln und verselbstständigen durfte. Sie hat mir bewusst die Schule zerstört. Ich habe keinen Schulabschluss, obwohl manche davon ausgehen, dass ich hochintelligent bin. Aber was heißt schon intelligent – ich halte mich nach wie vor für dumm und naiv und fühle mich nicht selten wie ein zurückgelassenes Kind.
Weihnachten 22 erzählte mir meine Nichte, dass sie ähnliche Gewalterlebnisse mit meiner Schwester hatte. Da kamen bei mir die ganzen Traumata hoch, und ich bin dann in die Klinik gegangen, in der ich mehr oder weniger ein Durchgangspatient oder, wie man umgangssprachlich sagt, ein Drehtürpatient gewesen bin. Für die hörte sich das zu Beginn nach Trauma an. Ich war wegen meiner massiven Geräuschempfindlichkeit psychotisch gewesen, und in der Vergangenheit hatte ich auch Angst vor Licht. Sie haben das nie mit Autismus in Verbindung gebracht oder mit einer hirnorganischen Funktionsstörung. Ich war dort erneut in einem Stigmatisierung ausgesetzt und man wollte mir mit dem Vorschlaghammer meine Geräuschempfindlichkeit „behandeln“ – genau so hat es sich angefühlt.
Dort haben sie dann einen Metabolitenwert bestimmt (falls jemand das Medikament kennt: Seroquel/Quetiapin), und der war um das Doppelte erhöht bei einer Dosis von 300 mg, was bei denen viele Fragen aufgeworfen hat. Trotzdem sind sie immer noch nicht darauf gekommen, dass das mit meiner Autoimmunerkrankung zusammenhängt, die auch typisch ist für Autismus.
Jetzt hat die Täterin Aussagen gemacht, dass ich dort massiv aggressiv gewesen sei, aber meine Mutter hatte einzelne Ereignisse aufgeschrieben. Sie zieht ja ihre Energie durch ihren Sadismus, und wenn ich leiden musste, ging es ihr ziemlich gut. Aber ich habe ihr schon 94 gesagt, dass ich gelegentlich in einem dunklen Raum gesperrt werde. Erst im November 94 kam es dann zu einem massiv aggressiven Verhalten, weshalb man mich beurlaubte. Es wurde auch festgehalten, dass ich Frauen bis zur Hartnäckigkeit zurückweise und nichts mit Frauen als solchen zu tun haben will, mich aber von Männern habe versorgen lassen und eigentlich eine männliche Bezugsperson gesucht habe. Da hätten doch eigentlich bei denen schon als ich Kind war alle Alarmglocken schrillen müssen.
Jetzt stellt das LVR die Frage, ob es ein feindseliger Übergriff gewesen ist. Aber wenn man sich, dessen bewusst ist, dass man eine Straftat begeht, und diese Straftat wiederholt, dann ist das doch ab einem gewissen Zeitpunkt ein feindseliges Verhalten, wenn man diese Straftaten ignoriert, oder nicht? Ich meine, dass die Täterin sich nicht unbedingt selbst belasten muss, kann ich verstehen. Ich bin ja schon froh gewesen, dass sie bestätigt hat, dass diese Fälle dort so eingetreten sind, wie sie eingetreten sind. OEG.
Kennt sich jemand mit solchen sehr komplexen Thematiken aus? Wegen meiner familiären Situation habe ich noch keinen Opferentschädigungsantrag gestellt.
Ich wollte erst einmal abwarten, wie der Verlauf ist, und der Weiße Ring sagte, dass ich das damals auch hätte beantragen sollen.
Vielen Dank fürs Lesen und über jeden Tipp wäre ich sehr dankbar.
Lieben Gruß
Sebastian