Es ist für mich unmöglich in dem Thema offen mit meinen Eltern zu sein. Das heißt ich werde zuerst ausziehen müssen.
Ausziehen klingt für mich nach einer ziemlich guten Idee. Du bist erwachsen. Dass ich es ziemlich übergriffig von deinem Vater finde, dass er immer wissen will, wo du bist, hab ich dir schon in deinem anderen Thread geschrieben.
Bisschen räumliche Distanz würde vielleicht nicht nur dir gut tun, sondern auch deinen Eltern.
Es ehrt dich, dass du ihnen helfen willst. Zum helfen gehört aber nicht nur helfen wollen, sondern auch helfen können.
Und wenn du am Rand der Erschöpfung bist und das dann noch versteckst, um sie zu schonen, dann wirst du früher oder später die Energie nicht mehr haben, um zu handeln.
Dann kannst du nicht mehr helfen, weder ihnen noch dir selbst .
Ausserdem möchte ich dich bitten, dass du bei Gelegenheit die Leitsätze reflektierst, die du von deinen Eltern bekommen hast. Sind diese Leitsätze wahr? Sind sie hilfreich?
Was dir im Moment am meisten im Weg steht, ist meiner Meinung nach die Ablehnung professioneller Hilfe, die du von deinen Eltern übernommen hast.
Nein, es ist nicht das gleiche, ob man mit einem Freund spricht oder einem Familienmitglied oder einem Therapeuten - auch wenn man das von der älteren Generation häufiger hört.
Du hast hier nicht verraten, welche Probleme deine Eltern haben und es tut auch nichts zur Sache. Aber gibt ihr Leben der 'wir brauchen keine Hilfe von aussen' Strategie wirklich recht?
Deine Eltern mögen stolz darauf sein, dass sie keine Hilfe von Arzt oder Psychologen bekommen - dafür belasten sie stattdessen ihre Tochter, dich - und ertragen es dann noch nicht mal, wenn du zugibst, am Ende deiner Kräfte zu sein
Eine erfolgreiche Strategie zur Problemlösung sieht meiner Meinung nach anders aus.