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Nur eine Ente..... :(

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Gast
Tief verschneit heut morgen, kalt, ungemütlich. Kein Morgen, an dem man gern unterwegs ist, es aber muss, wenn man einen Hund hat.

Weit jedoch kamen wir nicht, denn nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt an einer Kreuzung sah ich etwas liegen, um das schon etliche Autofahrer einen Bogen machten, allerdings ohne anzuhalten und an dem einige Fußgänger neugierig darauf starrend, aber dennoch einfach weitergingen...😕

Beim Näherkommen entpuppte sich dieses "Etwas" als eine offenbar verletzte Ente, die hilflos ein Stück vom Straßenrand entfernt auf der Fahrbahn lag.

An der einen Hand den noch jungen und erst seit wenigen Tagen bei mir befindlichen Hund, war ich ratlos - nachschauen konnte ich mit dem Tier an der Leine nicht.
Also erster Gedanke: Polizei.

Zum Glück hatte ich mir angewöhnt, seit einem Sturz ( 😉 ) immer ein Handy dabei zu haben und so wählte ich die örtliche Nummer, nur um hören zu müssen, dass sie dafür nicht zustandig seien und was ich mir vorstellte, das sie nun tun könnten.... 😱

Kurze Diskussion mit dem Beamten, ich mittlerweile in einer Mischung aus Panik (um den Hund, der vor Angst und Kälte schon erbärmlich zitterte) und Wut (auf all die, die einfach vorbei fuhren, auch nachdem sie mich dort stehen und winken sahen) und Traurigkeit, weil in diesem Sch....Kaff offenbar niemand wirklich was tun wollte..:mad:

Endlich hielt ein Auto, ein Pflegedienst der Diakonie, und die Dame fragte, ob sie helfen könne!

Ich brüllte dem Polizeibeamten, der immer noch "bemüht" war, mit klar zu machen, dass sie "nicht zuständig seien", nur noch ins Ohr, er solle es vergessen, es hätte grad jemand endlich angehalten, legte auf - und dann standen 2 erst einmal ratlose Frauen und ein zitternder Hund um die Ente und überlegten, was zu tun sei.

Leider war die Pflegediensttätige so unter Zeitdruck, dass sie uns nicht zum Tierarzt (24 Std. Notdienst) fahren konnte. Aber immerhin - sie hatte einen große Karton im Auto, in den wir die doch noch sehr renitente, aber auch ebenso sehr verletzte Ente packen konnten, sie lieh mir eine Abdeckplane aus ihrem Wagen - und dann musste sie weiter (Terminstress der heutigen Pflegerinnen....😱)

Nun also stand ich da mit dem immer noch zitternden und angstvollen Hund auf meinem Arm, dem Karton mit der verletzten Ente und hatte keinen Schimmer, wie das Ganze zu einem guten Ende bringen, denn die Polizei war ja "nicht zuständig"......:mad:

Und mittlerweile nur noch am Heulen - was immer noch keinen der Vorübergehenden und -fahrenden beeindruckte....🙁 , doch das Problem löste es dennoch ja nicht.

Mein Tierarzt fiel mir ein - ich rief ihn an (es ist der mit dem 24 Std. Notdienst). Kurzes Gespräch - UND ER KAM.

Karton mit Ente + mich mit Hund ins Auto gepackt und ab zur Polzei, denn seine klare Auskunft: "Das wollen wir doch mal sehen; natürlich sind die zuständig! Die und dann der Verein "Tiere in Not", das ist der bürokratische Weg, den wir leider gehen müssen."

Irgendwie muss ich ein bisschen schmunzeln jetzt - wir müssen ein sehr absurdes Bild abgegeben haben - voran der in Rage befindliche Doc mit dem Riesenkarton mit einer Autoabdeckplane und darin einer zeternden Ente, ich heulend hintendrein mit einem zitternden Minihund..😀

Nur wenige Worte des energischen Docs genügten, um die Situation zu klären und aus dem "wir sind nicht zuständig und was sollen wir denn jetzt machen" des Beamten plötzlich ein gezieltes Handeln werden zu lassen! Denn wie sich zeigte (und sie dann auch zugaben, waren sie sehr wohl "zuständig", um da eine Lösung zu finden.....🙁)

Danach fuhr der Doc - er ist echt noch ein wirklicher TIERarzt, dem neben Gottes Eingreifen mein Kater vor 2 Jahren auch sein Leben verdankt und der den Patienten nicht das Geld aus der Tasche zieht, sondern nur soviel nimmt, wie es wirklich angemessen ist (und auch eher drunter..) - mich samt Zitteraal Marke Hund und der Abdeckplane noch nach Hause... Klasse Arzt!!

Aber sonst...? Das Tier lag sehr offensichtlich schon etwas länger dort und in der Zeit, in der ich es sah bis zum Abtransport, fuhren und gingen bestimmt 30 Menschen vorbei.

Und nur EINE hielt und half......

Nur eine Ente...? "Nur" eine kleine Ente.....:wein:

 
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Re: Nur eine Ente..... :(
Traurig, aber leider wahr. Habe ich ähnlich mal mit einer Katze erlebt.

Leider ist es bei Menschen oftmals genauso.
 
die polizei ist nun wirklich nicht zuständig , (zumindest hier in berlin nicht ) wenn dann das ordnungsamt - oder tierarzt . das soll keine entschuldigung für die nichtachtung der passanten sein . ich hätte die ente auch mitgenommen + versucht zu versorgen bis ein arzt kommt .

 
Hallo Christa,

Du hast absolut richtig gehandelt, auch wenn du erstmal auf so taube Ohren gestoßen bist. Für viele Leute ist es immer "nur" eine Ente, ein Fuchs, eine Katze....gibt Millionen davon. Das macht diese eine aber nicht weniger wertvoll...

Ich könnte da auch nicht vorbeigehen. Mich trifft das Leid von Tieren meistens härter als das von Menschen, weil Letztere in meinen Augen eben meistens die Chance haben, sich selbst zu helfen wenn sie es denn wollen...Tiere können das - oft durch unsere Schuld - nicht. Egal, ich schweife ab😉
 
die polizei ist nun wirklich nicht zuständig , (zumindest hier in berlin nicht ) wenn dann das ordnungsamt - oder tierarzt . das soll keine entschuldigung für die nichtachtung der passanten sein . ich hätte die ente auch mitgenommen + versucht zu versorgen bis ein arzt kommt .


Sie WAR zuständig am WE (wo kein Ordnungsamt geöffnet hat!!!), weiterzuvermitteln, wie sie ja selbst nach der Intervention des Tierarztes zugab, Celeste.
Nur mich wollte sie so ohne Hilfe abspeisen.....:mad:

Und einfach so mitnehmen (unter den Arm geklemmt???) konnte ich die noch sehr aggressive Ente nicht, denn wie gesagt: Ich hatte meinen 5 Monate alten Hund dabei, der vor lauter Panik schon nicht mehr wusste, wohin.... 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christa,

Du hast absolut richtig gehandelt, auch wenn du erstmal auf so taube Ohren gestoßen bist. Für viele Leute ist es immer "nur" eine Ente, ein Fuchs, eine Katze....gibt Millionen davon. Das macht diese eine aber nicht weniger wertvoll...

Ich könnte da auch nicht vorbeigehen. Mich trifft das Leid von Tieren meistens härter als das von Menschen, weil Letztere in meinen Augen eben meistens die Chance haben, sich selbst zu helfen wenn sie es denn wollen...Tiere können das - oft durch unsere Schuld - nicht. Egal, ich schweife ab😉


Ich würde gern mehr hören, Selah..... Danke.....😱
 
Hallo Christa,

Ich finde es total toll, wie du gehandelt hast und dein Doc scheint auch ein netter Mensch zu sein.
Leider habe ich das, was dir passiert ist schon vielzu oft erlebt, zum Glück war ich bisher immer mit dem Auto unterwegs und konnte selbst was tun.
(Ein kleiner Igel mitten auf der (4 spurig...)Kreuzung, eingerollt, hat tierisch Angst , alle fahren riesen Bogen, aber keiner hilft, wielange hätte es gedauert bis ihn einer überfahren hätte?! Hab direkt angehalten, Warnblinklicht an und mitgenommen und zu einer Wiese gebracht; meine Mutter hat letztes Jahr eine Babyente gerettet die in einen Abflusschacht draußen gefallen ist, hat auch niemand was gemacht obwohl Mama Ente und die anderen Küken davorstanden und gequakt haben....; und noch viele andere solcher Erlebnisse)
Bin dankbar, wenn überhaupt schon jemand mal irgendwie reagiert.
Mach einfach so weiter wie bisher, die Ignoranz der anderen tut weh, aber solange Menschen wie uns gibt, ist da noch Hoffnung 🙂

Lg
Nazara
 
die polizei ist nun wirklich nicht zuständig , (zumindest hier in berlin nicht ) wenn dann das ordnungsamt - oder tierarzt .

Eine Auskunft, wer denn zuständig ist, können sie aber geben bzw. den Zuständigen dort hinschicken. Wenn es nämlich beispielsweise ein verletzter Hirsch ist, der die halbe Straße versperrt, dann rufen die auch jemanden an, der zuständig ist. Hätten sie bei ner Ente auch machen können.

Schwache Vorstellung von der Polizei im geschilderten Fall.
 
Naja, das ist aber doch gerade der Unterschied, dass bei einer Ente eben keine weitere Gefährdung, z.B. des Straßenverkehrs, besteht. Von daher wundert es mich allerdings schon, dass die Polizei zuständig gewesen sein soll. Ich finde deren Argumentation total richtig... was sollen sie denn da machen, was nicht ein Privatmensch auch hinbekommen könnte? Ich meine... wenn sie bei einer Ente zuständig sein sollen, dann wären sie es am Ende bei einer verletzten Maus oder halb platten Kröte ebenso...! Also ich glaube, irgendwo muss man da schon die Grenze ziehen, sich selbst verantwortlich zu fühlen, wenn man denn helfen will.

Wenn man ein Handy dabei hat, ist das doch eigentlich auch kein Problem. Auskunft anrufen und sich mit dem nächsten Tierschutzverein oder Tierheim verbinden lassen...

Hallo.
Christa, zuerst, ich finde deinen Einsatz wirklich toll, und bei dem Wetter dazu..

Die Polizei, "dein Freund und Helfer"..
paßt auf diese Beamten leider wirklich nicht.

Ich glaube nicht, daß die in deinem Dorf gerade überarbeitet sind..,
eher wollten sie ihre warme Amtsstube wohl nicht verlassen.

Im Gegensatz zu Winnetou sehe ich auch nicht ein, warum eine Frau, der die Ente auch nicht gehört,
auf eigene Kosten rumtelefonieren soll, im Schneegestöber darauf hoffen, daß jemand vorbeikommt und hilft,

während die Beamten sich einfach für nicht zuständig erklären.

Eigentlich solltest du das in einem Artikel in euerm Dorfblatt anprangern.

Trotzdem ist es auch ein schönes Beispiel, daß es noch hilfsbereite Menschen gibt.
Dich!!, die Dame von der Diakonie und den Tierarzt.

Das hat mich sehr für die Ente gefreut!🙂
 
wenn ein verletzter hirsch die straße blockiert ,kommt die polizei um den verkehr zu regeln . ansonsten ist der förster oder tierarzt zuständig . wenn bei jedem verletzten tier die polizei angefahren kommt , kann ich ja in ruhe irgendwo einbrechen ,denn die sind ja wegen tierhilfe unterwegs .
realistisch ,nicht böse gemeint
 

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