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Noch Trauer, oder schon Depression

J

Johanna.Z.

Gast
Hallo ihr,

woran erkennt man das man eine Depressionen entwickelt hat? Ich weiß es einfach nicht. Bin mir unsicher und schrecke vor dem Gang zum Arzt zurück. Ich hoffe ihr könnt mir einen Ratschlag geben...

Warum denke ich das ich eine Depressionen haben könnte?
Seit einigen Monaten (2, vielleicht 3) fallen mir Dinge an mir auf, die absolut untypisch sind für mich:
Trauer! Vor 1 1/2 Jahren hatte mein Mutter mit 78 einen Aortariss. Nach Wochen im Krankenhaus kam sie dann vor ca. 1 Jahren direkt vom Krankenhaus ins Altersheim. Mitte April ist sie für immer eingeschlafen. Das erste Monat war grauenhaft, danach ging die Trauer stark zurück, nur um dann im Sommer mit voller Wucht wieder zu kommen. Jetzt, nach über einem halben Jahr vergeht keine Woche in der ich nicht mehrmals weine. Was noch...
Gedrückte Stimmung
Leicht reizbar Ich weine schnell, dass hatte ich früher nie. Frustessen, ich habe im letzten halben Jahr fast 10 KG zugenommen.
Energiemangel, Antriebslos Stimmungsschwankungen Gefühlt allein gelassen zu werden

Was ich NICHT habe:
Angst, Panik, Schlafstörung, Zwangsstörung, Sexuelle Unlust

Es gibt ganze Wochen in denen es mir gut geht. In denen ich nicht weine, lustig und ausgeglichen bin.
Dann, einen Tag später könne ich den ganzen Tag weinen. Will mit niemandem sprechen, am liebsten niemanden sehen.

Können Depressionen wochenweise auftreten? Ich habe null Erfahrung. Hat man, wenn man Depressiv ist die Symptome dauerhaft, oder kommen und gehen diese? Ich komme mir blöd vor, zum Arzt zu gehen, weil ich denke das wäre übertrieben. Mir geht's doch nicht dauerhaft schlecht... Und ich kann mich einfach nicht dazu Überwinden, den Schritt zu machen und zum Arzt zu gehen.

Sind das schon Anzeichen einer Depression, oder stecke ich einfach noch in einer tiefen Trauer fest?
Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen?

Danke fürs lesen.
LG Julie
 

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Hase C.

Sehr aktives Mitglied
Liebe Julie,

das ist - für mich - tatsächlich eine kniffelige Nuss...

Ich kenn mich mit Trauer nicht so wirklich aus...
erst dachte ich: ja! Das kommt durch den Verlust Deiner Mama.
Aber da Du schriebst, dass du Wochen hast wo es gut ist... mmmh...
Schwierig...
Und da denke ich... das muss nicht unbedingt mit Deiner Mama zutun haben...

Vielleicht ist da doch noch was anderes in Deinem Leben?

Auf jeden Fall... was die Trauer angeht...
Abschied muss man üben.
Ich würde Dir empfehlen: lass Deine Mama in Liebe los.
Sie wurde 78.
Natürlich: es gibt einige andere Menschen, die älter werden....
aber: ist das dann wirklich ein lebenswertes Leben?
Bei manchen: Ja!
Bei den meisten: eher nein, bzw. nein!

Sie war nach dem Vorfall dann im Altenheim, weil es wohl einfach nicht anders ging...
meinst du sie war da noch froh?
(kann ich nicht beurteilen)

Aber trotz allem: Deine Mama ist gegangen... wie mein Papa im Juli.
Er hatte es besser, aber das ist ein anderes Thema.
Er war Jahrgang 1946.

Wenn Deine "Stimmungsschwankungen" am Tod Deiner Mama liegen:
versuch bitte einfach, dass für sie das Ende ihres Lebens gekommen ist.
Bitte sag Dir: "Liebe Mama, ich bin froh, dass Du jetzt Frieden gefunden hast."

Verstehst du?

Ein Lied zu dem Thema:

Ich finde es schön. Aber wenn du möchtest, kann ich Dir ein anderes verlinken, dass für mich noch passender auf Dein Thema ist. :)
 

Eva

Aktives Mitglied
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das keine Depressionen sind. Es ist doch erst 1/2 Jahr her, dass deine Mutter verstarb. Am Anfang ist man in Dauertrauer, dann wechseln langsam die Phasen in: Mal geht es gut, mal nicht. Alles völlig normal.

Ich hatte ein super Verhältnis zu meiner Mutter. Sie lebt schon 20 Jahre nicht mehr. Wenn ich an sie denke, vermisse ich sie immer noch. Wenn ich von ihr rede, könnte ich heute noch heulen.

Mache dir erst mal keinen Kopf. Es wird immer "einfacher" werden. Und die traurigen Phasen werden auch weniger. Hinzu kommt ja auch noch das ganze drum herum mit Corona.
 
S

SelberMacher

Gast
Muss nicht direkt eine Major Depression sein.
Oft ist es eine Jahreszeitlich bedingte affektive Störung ("Herbst-Winter-Depression“)
Bei der saisonal bedingten affektiven Störung handelt es sich um Stimmungsschwankungen, die sich nach den Jahreszeiten richten.
Die Ursache der Störung ist unklar.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Für mich als ehemals Betroffener habe ich festgelegt, dass Trauer einen nachvollziehbaren Grund zu haben hat. Auto kaputt, Geld verloren, Essen angekocht... sind alles Dinge, die ohne Trauer zu regeln sind.
Trauer um den Verlust an etwas, an dem man gehangen hat, muss zugelassen und gelebt werden- jedoch zeitlich begrenzt. Und nur einmal, dann nicht mehr.
Mit der erarbeiteten Strategie fahre ich gut, auch wenn ich mich manchmal dabei erwische, dass die Disziplin zu versagen droht. Aber wenigstes merke ich es dann und ziehe die Reissleine. LG.
 

Eva

Aktives Mitglied
Trauer um den Verlust an etwas, an dem man gehangen hat, muss zugelassen und gelebt werden- jedoch zeitlich begrenzt. Und nur einmal, dann nicht mehr.
Puh, dass finde ich persönlich ganz schön heftig, kann aber akzeptieren, dass du danach lebst.

Ich finde, dass man Trauer nicht zeitlich begrenzen kann. Ich selber habe es nicht erlebt, aber Eltern oder Elternteile, die ein Kind verloren haben, sagen oft, dass die Trauer nie ganz verschwindet.

Ich bin ein Gefühlsmensch, und wenn eine Beziehung in die Brüche ging, habe ich immer lange "getrauert", wenn ich starke Gefühle hatte. Andere sind da durchaus viel schneller mit "fertig". Stimmt nun etwas nicht mir mir? Sehe ich nicht so. Der eine kann Trauer schneller verarbeiten als ein anderer. Und dann geht es ja auch noch darum, wie tief die Bindung wirklich war. Ob mit Eltern oder Partner.
 

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