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noch nie Beziehung gehabt

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 63394
  • Datum Start Datum Start
Ich bin total verzweifelt. Jetzt kann ich meinen Job nicht mehr weitermachen. Ich habe gar keine Hoffnung mehr auf ein glückliches Leben. Die ganzen letzten Jahre waren sehr schlimm für mich. Beruflich und privat. Ich habe gekämpft, um irgendwie eine Basis zu schaffen und mir ein Leben aufzubauen. Aber jetzt kann ich nicht mehr. Und habe gar nichts. Es tut so weh. In diesem Zustand kann ich es auch vergessen einen Partner zu finden. Also auch bei dieser Baustelle komme ich keinen Schritt weiter und es wird mit den Jahren immer schwieriger :-(. Ich bin so unglücklich und habe gar kein Selbstvertrauen mehr. Ich glaube nicht mehr an mich. Denn ich stehe jetzt mit nichts da. Bin ganz auf mich allein gestellt. Und kriege das nicht hin.
 
A

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Re: noch nie Beziehung gehabt
Ich habe jetzt richtige Existenzängste, weil es bei mir an allen Ecken und Enden nicht stimmt. Habe nichts, das mir Halt gibt.
 
Hallo,

ich hab den Anfang und die letzten Seiten dieses Threads gelesen. Ihr kennt vielleicht diese Masche von Pick up Artists: "Hey, ich brauche mal 'ne weibliche Meinung." Nun, in diesem Fall will ich mal meine männliche Meinung beitragen. Ich hab nämlich den Eindruck, die fehlt hier 'n bisschen.

Erstens: Ich find diese halben Sachen, die Ihr hier mit zweite Wahl und Triebabfuhr usw. bezeichnet, gar nicht so verkehrt. Klar, wenn man es zu eng werden lässt und einen derjenige kontrolliert und in eine Essstörung treibt, dann war das definitiv zu viel, aber es ist auch möglich, eine Affäre mit mehr Distanz zu führen. Hat natürlich alles sein Vor- und Nachteile. Nur wenn man zum einen darunter leidet, dass man noch nie Sex hatte, und zum anderen sagt, dass man keinerlei Halt hat, dann sollte man es vielleicht mal versuchen. Ich habe meine Erfahrungen mit solchen Geschichten, und ich kann sagen, dass es mir damit besser gegangen ist, als wenn ich allein gewesen wäre. Das ist natürlich nur meine subjektive, männliche Sichtweise.

Zweitens: Einer der Gründe, warum es mir damit besser gegangen ist, ist, dass mir Sex an sich etwas bedeutet. Und dass man sich als Mann wie 'ne arme Sau vorkommt, wenn man keine Aussicht auf Sex hat. Das mag bei dir oder bei Frauen generell anders sein. Du kannst es aber nicht wissen, solange du es nicht mal ausprobiert hast. Möglich, dass du auf den Geschmack kommst und sagst, warum hab ich das so lange vernachlässigt. Nicht weil es "normal" ist oder andere dich drängen, sondern weil du selber Sex toll finden würdest. Auch wenn deine Gefühle für den Mann nicht hundertprozentig toll sind.

Und wenn du nicht mit dem Anspruch rangehst, dass das jetzt die tolle Beziehung werden muss, dann kannst du vielleicht auch eher dich trotz deines psychischen Angeschlagenseins darauf einlassen. Nimm's nicht so wichtig, mehr als ein Schmankerl nebenbei. Nach 'nem Richtigen suchen kannst du ja immer noch parallel.

Drittens: Falls das der Fall sein sollte, lass den Gedanken sein, dass das erste Mal was Besonderes und Supertolles sein muss. Dass du dich für den einen Richtigen aufgespart hast. Ich seh's eher als den ersten, amateurhaften Schritt hin zu einer befriedigenden Sexualität.

Viertens: Du hast Schwierigkeiten, einen zu finden, mit dem's passt. Wie attraktiv bist du? Lässt sich das steigern, falls das Aussehen ein Faktor sein sollte? (Andere Kleider, Make up, besseres Profilfoto etc.) Was die Online-Börsen angeht: Dann telefonier halt gleich mit den wenigen, die dich interessieren. Ich halte auch nicht viel von diesem langen Hin- und Hergeschreibe. Im Real Life: Schon mal Speed Dating probiert? Wenn von 100 Männern höchstens einer passt, dann musst du schon ein paar hundert kennenlernen, damit so einer dabei ist. Da kannst du entweder im selben Tempo noch 5 oder 10 Jahre weitermachen, oder du musst Gas geben. Wenn du einigermaßen gut aussiehst, sollte es möglich sein, z.B. in 1 Monat mit 50 Männern zu telefonieren/skypen. (Wenn du überregional in Singlebörsen suchst.) Du könntest dir solche Ziele setzen: 50 pro Monat so kennenlernen, mit mind. 5 davon treffen, das Ganze ein halbes Jahr lang.

Fünftens: Burn-out? In einer stationären Therapie könntest du auch Männer kennenlernen. Sogar gleich welche, die deine Probleme verstehen könnten, weil sie ähnliche haben.

Sechstens: Dir fehlt ein Halt im Leben, der Glaube an dich selbst. Ich denke, dass du Leute brauchst, die es gut mit dir meinen. Wo du die jetzt hernimmst, kann ich dir auch nicht sagen. Jedenfalls nicht aus einer Sekte. Was außerdem noch hilfreich sein könnte:
- Meditation
- Sport oder harte Arbeit (den eigenen Körper spüren)
- Vorbilder suchen, sich mit anderen identifizieren, eine Idee entwickeln, was du sein könntest (das kann passieren durch Lesen einer Autobiografie oder durch Anschauen eines Spielfilms)
- tun, was einem gut tut, Spaß macht, ablenkt
- viel drüber reden (mit den richtigen Leuten)

Nochmal zu dem Sex-Thema, sorry, wenn ich drauf rumreite. (Thema Nummer eins ist nun mal am spannendsten.)

Du hast irgendwo geschrieben, dir fehlt "die Muse und Energie etwas in Angriff zu nehmen". Du meintest wahrscheinlich Muße, nicht Muse, aber vielleicht war's auch ein Freudscher Versprecher und dir fehlt wirklich eine (männliche) Muse, um motiviert und energiegeladen zu sein.

Im Fernsehen gab's mal eine Doku mit Titel "Frauenzimmer" über drei nicht mehr ganz junge Prostituierte in Berlin. Die Geschichte der einen war ungefähr so: Sie erlebte den Sex mit ihrem Mann immer mehr als lästige Pflicht. Erst später, geschieden mit über 50, gelang es ihr, sich zum ersten Mal einen Orgasmus zu verschaffen. Damit kam sie auf den Geschmack. Dann fragte sie sich, wie lerne ich jetzt Männer kennen, um viel Sex zu haben. Und damit kam sie zur Prostitution. Und scheint damit gut leben zu können. Ich erzähl das nicht, um zu sagen, du sollst dasselbe machen, dazu bist du wahrscheinlich nicht der Typ (auch wenn der Gedanke naheliegt, dass du darüber zu Sozialkontakten, Anerkennung, Geld/Arbeit kämst). Ich erzähl's als Beispiel, wie unromantisch und pragmatisch man die Sache auch sehen kann.

Wie gesagt, alles meine unmaßgebliche subjektive Meinung, geäußert zur Anregung.

Ich wünsch dir viel Glück.
 
Ähnliches zieht sich an. Schreibe hier ein Gesuch, es gibt haufenweise beziehungslose, beruflich gescheiterte und herzensgute Männer, die händeringend eine Partnerin suchen.
Suche NICHT nach dem Falschen. Man muss auf Augenhöhe sein, um sich zu verstehen.

Wie meinst du das, dass ich nicht nach dem falschen suchen soll?
 
Hallo,

ich hab den Anfang und die letzten Seiten dieses Threads gelesen. Ihr kennt vielleicht diese Masche von Pick up Artists: "Hey, ich brauche mal 'ne weibliche Meinung." Nun, in diesem Fall will ich mal meine männliche Meinung beitragen. Ich hab nämlich den Eindruck, die fehlt hier 'n bisschen.

Erstens: Ich find diese halben Sachen, die Ihr hier mit zweite Wahl und Triebabfuhr usw. bezeichnet, gar nicht so verkehrt. Klar, wenn man es zu eng werden lässt und einen derjenige kontrolliert und in eine Essstörung treibt, dann war das definitiv zu viel, aber es ist auch möglich, eine Affäre mit mehr Distanz zu führen. Hat natürlich alles sein Vor- und Nachteile. Nur wenn man zum einen darunter leidet, dass man noch nie Sex hatte, und zum anderen sagt, dass man keinerlei Halt hat, dann sollte man es vielleicht mal versuchen. Ich habe meine Erfahrungen mit solchen Geschichten, und ich kann sagen, dass es mir damit besser gegangen ist, als wenn ich allein gewesen wäre. Das ist natürlich nur meine subjektive, männliche Sichtweise.

Zweitens: Einer der Gründe, warum es mir damit besser gegangen ist, ist, dass mir Sex an sich etwas bedeutet. Und dass man sich als Mann wie 'ne arme Sau vorkommt, wenn man keine Aussicht auf Sex hat. Das mag bei dir oder bei Frauen generell anders sein. Du kannst es aber nicht wissen, solange du es nicht mal ausprobiert hast. Möglich, dass du auf den Geschmack kommst und sagst, warum hab ich das so lange vernachlässigt. Nicht weil es "normal" ist oder andere dich drängen, sondern weil du selber Sex toll finden würdest. Auch wenn deine Gefühle für den Mann nicht hundertprozentig toll sind.

Und wenn du nicht mit dem Anspruch rangehst, dass das jetzt die tolle Beziehung werden muss, dann kannst du vielleicht auch eher dich trotz deines psychischen Angeschlagenseins darauf einlassen. Nimm's nicht so wichtig, mehr als ein Schmankerl nebenbei. Nach 'nem Richtigen suchen kannst du ja immer noch parallel.

Drittens: Falls das der Fall sein sollte, lass den Gedanken sein, dass das erste Mal was Besonderes und Supertolles sein muss. Dass du dich für den einen Richtigen aufgespart hast. Ich seh's eher als den ersten, amateurhaften Schritt hin zu einer befriedigenden Sexualität.

Viertens: Du hast Schwierigkeiten, einen zu finden, mit dem's passt. Wie attraktiv bist du? Lässt sich das steigern, falls das Aussehen ein Faktor sein sollte? (Andere Kleider, Make up, besseres Profilfoto etc.) Was die Online-Börsen angeht: Dann telefonier halt gleich mit den wenigen, die dich interessieren. Ich halte auch nicht viel von diesem langen Hin- und Hergeschreibe. Im Real Life: Schon mal Speed Dating probiert? Wenn von 100 Männern höchstens einer passt, dann musst du schon ein paar hundert kennenlernen, damit so einer dabei ist. Da kannst du entweder im selben Tempo noch 5 oder 10 Jahre weitermachen, oder du musst Gas geben. Wenn du einigermaßen gut aussiehst, sollte es möglich sein, z.B. in 1 Monat mit 50 Männern zu telefonieren/skypen. (Wenn du überregional in Singlebörsen suchst.) Du könntest dir solche Ziele setzen: 50 pro Monat so kennenlernen, mit mind. 5 davon treffen, das Ganze ein halbes Jahr lang.

Fünftens: Burn-out? In einer stationären Therapie könntest du auch Männer kennenlernen. Sogar gleich welche, die deine Probleme verstehen könnten, weil sie ähnliche haben.

Sechstens: Dir fehlt ein Halt im Leben, der Glaube an dich selbst. Ich denke, dass du Leute brauchst, die es gut mit dir meinen. Wo du die jetzt hernimmst, kann ich dir auch nicht sagen. Jedenfalls nicht aus einer Sekte. Was außerdem noch hilfreich sein könnte:
- Meditation
- Sport oder harte Arbeit (den eigenen Körper spüren)
- Vorbilder suchen, sich mit anderen identifizieren, eine Idee entwickeln, was du sein könntest (das kann passieren durch Lesen einer Autobiografie oder durch Anschauen eines Spielfilms)
- tun, was einem gut tut, Spaß macht, ablenkt
- viel drüber reden (mit den richtigen Leuten)

Nochmal zu dem Sex-Thema, sorry, wenn ich drauf rumreite. (Thema Nummer eins ist nun mal am spannendsten.)

Du hast irgendwo geschrieben, dir fehlt "die Muse und Energie etwas in Angriff zu nehmen". Du meintest wahrscheinlich Muße, nicht Muse, aber vielleicht war's auch ein Freudscher Versprecher und dir fehlt wirklich eine (männliche) Muse, um motiviert und energiegeladen zu sein.

Im Fernsehen gab's mal eine Doku mit Titel "Frauenzimmer" über drei nicht mehr ganz junge Prostituierte in Berlin. Die Geschichte der einen war ungefähr so: Sie erlebte den Sex mit ihrem Mann immer mehr als lästige Pflicht. Erst später, geschieden mit über 50, gelang es ihr, sich zum ersten Mal einen Orgasmus zu verschaffen. Damit kam sie auf den Geschmack. Dann fragte sie sich, wie lerne ich jetzt Männer kennen, um viel Sex zu haben. Und damit kam sie zur Prostitution. Und scheint damit gut leben zu können. Ich erzähl das nicht, um zu sagen, du sollst dasselbe machen, dazu bist du wahrscheinlich nicht der Typ (auch wenn der Gedanke naheliegt, dass du darüber zu Sozialkontakten, Anerkennung, Geld/Arbeit kämst). Ich erzähl's als Beispiel, wie unromantisch und pragmatisch man die Sache auch sehen kann.

Wie gesagt, alles meine unmaßgebliche subjektive Meinung, geäußert zur Anregung.

Ich wünsch dir viel Glück.

Danke für deine Meinung.
Mir ist auch bewusst geworden, dass ich jahrelang ein Bedürfnis vernachlässigt habe. Ich habe das bis Mitte/Ende zwanzig nicht so richtig wahrgenommen oder darunter gelitten. Aber die Dinge ändern sich. Auch durch mein Burnout ist mir klar geworden, dass ich unbedingt mehr darauf achten muss, was mir meine Gefühle und mein Körper sagen. Ich bin aus Angst im falschen Beruf stecken geblieben und dachte jetzt muss ich mich damit abfinden. Wenn die Seele aber so leidet, kriegt man auch sein restliches Leben nicht in den Griff. Erst solch massive Signale von Körper, Geist und Seele zeigen mir dass dieser Weg einfach nicht mehr geht.

Ich habe nie die Einstellung gehabt, dass ich mich für den einen richtigen aufsparen will. Man weiß nie, was daraus wird. Ich habe es einfach völlig aus meinem Leben ausgeblendet und für mich als normal angesehen, dass ich eben niemand habe. Weil ich meine ganze Energie für meinen beruflichen Weg gebraucht habe. Was jetzt schief ging.

Mit 50 Männer pro Monat in Kontakt kommen, telefonieren?? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Das ist ja dann ein Vollzeitjob.
 
Ja, aber ich wie findet man so jemand? Es ist doch sowieso schon Glück und Zufall.

na ja, jemanden zu finden, der selbst auch wenig Erfahrung hat, finde ich jetzt nicht so schwierig. Das hat man durchaus auch über Singlebörsen oder eben man schaut in Foren.

Insgesamt, so wie mir mittlerweile scheint, gibt es auch weitaus mehr Beziehungslose als man meint. Selbst mit zwischen 30-40 oder z.T. noch älter. Bei mir im Bekannten-/Freundeskreis tummeln sich auch einige.
Ich kann mich ja im Grunde noch nicht mal zu 100% zu den Absolute Beginners zählen, weil ich ja einige Versuche habe, aber es hielt eben nie lange. :|

Burnout zeigt einem häufig andere Dinge auf. Ich hatte selbst Symptome und bin dann aus meinem eigentlichen Beruf "Lehramt" ausgestiegen, aber ein anderer Aspekt trug mit dazu bei: ich bin bei der Abschlussprüfung durchgerasselt.
Mittlerweile läuft es bei mir beruflich wieder gut. Ich habe jetzt halt 3 Neuanfänge gestartet danach bzw. bin jetzt eben bei dem 3. Man muss das ja im Lebenslauf nicht alles 100%ig angeben 😀
 

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