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Nichts macht mich mehr glücklich, ich weiß nicht weiter.

Sonatica

Mitglied
Hallo, ihr lieben hilfsbereiten Forum-Mitglieder !

Ich möchte gleich sagen: Das Folgende loszuwerden fällt mir schwer. Ich habe noch nie versucht, das, was in mir vorgeht, genau zu beschreiben und ich glaube auch nicht, dass ich in der Lage bin es ganz in Worte zu fassen.
Ich werde nun einfach mal drauf los schreiben. Ich möchte mich im Vorhinein dafür entschuldigen, wenn der Text unübersichtlich wird oder viele Fehler aufweist.

Ich habe schon seit Längerem das Gefühl, dass irgendetwas emotional mit mir nicht stimmt. Ich stumpfe sozusagen ab, meine Emotionen fallen irgendwie… immer ‚schwächer‘ aus. Angefangen hat es damit, dass ich mich für andere einfach nicht richtig freuen kann. Statt anderen etwas zu gönnen, kommt sofort das Gefühl der Eifersucht und des Neids. Ich empfinde auch kaum Trauer für andere, habe nur wenig Mitleid und muss es meistens vorspielen, weil es mir unglaublich peinlich ist. Mittlerweile kann ich mich auch für mich selbst nicht mehr richtig freuen, sogar die Trauer stumpft langsam ab.

Dinge, die mich früher interessiert haben, erfreuen mich nicht mehr. Keines meiner Hobbies macht mich noch glücklich. Früher habe ich gerne gemalt und gezeichnet, gesungen, gelesen, Serien und Filme angeschaut, Videospiele gespielt, etc. Heute kann ich kein Bild zeichnen, ohne von Anfang an alles daran zu hassen und von mir enttäuscht zu sein. Wenn ich singe, habe ich das Gefühl ich überschätze mich und höre sofort wieder damit auf, weil ich andere nicht damit nerven möchte, außerdem bringt es mir ja nichts zu singen, es hat kein Ergebnis. Bei Filmen und Serien habe ich das Gefühl ich verschwende nur meine Zeit, weil ich eigentlich etwas anderes machen sollte. Am ehesten spiele ich noch Spiele, das macht mich allerdings auch nicht glücklich und ich habe nur wieder das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden.

Das mit dem Zeit Verschwenden ist allgemein eigentlich schon fast lustig. Einkaufen, den Müll rausbringen, kochen, die Wohnung putzen und aufräumen, ja sogar das Anziehen und Richten am Morgen fällt mir mittlerweile schwer. Ich finde für nichts mehr Kraft und vor Allem Motivation, bin schon seit einigen Wochen nur noch sehr selten zur Uni gegangen und traue mich mittlerweile kaum noch hin, weil ich Angst habe danach gefragt zu werden, was los ist. Nun, da ich all diese Dinge immer weiter aufschiebe, habe ich natürlich immer das Gefühl, dass ich eigentlich etwas anderes tun sollte und meine Zeit nicht verschwenden darf. Daher möchte ich auch meinen Hobbies nicht nachgehen, aber meinen Pflichten gehe ich dann auch nicht nach. Stattdessen verbringe ich Tage damit eigentlich nichts zu tun. Ich fühle mich unglaublich faul und es ist mir sehr peinlich, daher traue ich mich nicht darüber mit jemandem zu sprechen. Meine Eltern wissen nur, dass ich mit dem Studiengang unglücklich bin, aber die merken natürlich auch, dass etwas nicht stimmt, haben mir sogar angeboten wieder bei ihnen einziehen zu dürfen, allerdings wissen sie nicht, dass ich momentan das Studium tatsächlich so hinschmeiße…

Hinzu kommt, dass ich mit mir selbst seit je her noch nie zufrieden war. Ich kann keine traumatische Kindheit vorweisen, an der das liegt. Meine Eltern haben sich sehr Mühe gegeben und sind unglaublich tolerant. In der Schule wurde ich nie so richtig gemobbt, nur so das typische Hänseln wie es nun mal bei Schülern so ist. Ich hatte immer das Gefühl, im Schatten der anderen zu stehen. Immer gab es andere, die besser in irgendeiner Sache waren als ich. Ich habe schon immer das starke Bedürfnis, irgendwie etwas Besonderes zu sein. Wenn ich nicht die Beste sein konnte, dann hatte es auch keinen Sinn mir Mühe zu geben. So kommt es, dass ich auch heute noch schnell die Motivation verliere und wenn etwas nicht so läuft, wie ich es möchte, gebe ich auf. Mittlerweile nimmt das schon echt schlimme Ausmaße an. Wenn eine Freundin zum Beispiel eine Buchreihe, die ich ihr selbst empfohlen habe, schneller liest als ich, dann werde ich richtig enttäuscht und wütend und lese zum Teil nicht einmal weiter, weil es mich daran erinnert, dass ich zu dumm zum Lesen bin. Ich weiß, dass dieses Verhalten kindisch ist und es ist mir wie gesagt auch unendlich peinlich, aber leider kann ich es nicht ändern.

Momentan fühle ich mich einfach total am Ende, weiß nicht was ich noch machen soll. Aber eines ist mir klar: Wenn ich so wie jetzt weiter mache schmeiße ich mein Leben weg und das macht mir schreckliche Angst. Ich weiß nicht, ob ich an Depressionen oder Ähnlichem leide oder einfach für meine Faulheit eine Ausrede suche. Ich habe vor einiger Zeit bereits versucht, mich an einen Therapeuten zu wenden, habe mich aber nach dem ersten Gespräch nicht mehr getraut, hin zu gehen, da ich das Gefühl hatte, keine Therapie verdient zu haben. Auch jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es mir dafür schlecht genug geht, aber ich weiß mir einfach nicht mehr selbst zu helfen.

Warum habe ich das nun alles hier aufgeschrieben? Was erwarte ich davon? Ich weiß es nicht, vielleicht möchte ich im Schutze der Anonymität auch einfach nur einmal von meinen eigenen Problemen reden. Für den unglaublich langen Text möchte ich mich entschuldigen, ebenso für meine Rechtschreibung. Ich danke dennoch für alle die, die sich die Zeit genommen haben, dies zu lesen.
 

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Sonatica

Mitglied
Hallo Hulk90,

es ist immer eine kleine Erleichterung, zu wissen, dass man nicht alleine ist mit seinen Problemen. Natürlich wünsche ich mir für dich, dass es für dich bald wieder besser aussieht. Außerdem danke nochmal, dass du dir den Text tatsächlich angetan hast. :eek:
(Würde mich btw gerne auch mal unterhalten, muss aber noch warten, da ich neu bin. :eek:)

LG,
Sonatica
 

Pandoralight

Mitglied
Hallo Sonatica,

welches Videospiel den? Weil der Name mich stark an League of Legends erinnert :D Sona Op. Ok kommen wir aber nun zu deinem Anliegen. Erstmal möchte ich mich bei dir bedanken, dass du diesen Schritt gegangen bist und hier deine psychischen Leiden uns mitzuteilen, denn das ist ein Schritt der beweist Mut und der wird meistens belohnt. Dein Text ist überhaupt nicht schlimm und es ist besser eine lange Erklärung abzugeben als wenn die hälfte fehlt.

In deinem Text habe ich mich auch wieder gesehen und das wichtigste zuerst. Du musst aufhören mit diesem pessimistischen denken. Hör einfach auf damit, wenn diese Gedanken kommen dann scheuchst du sie weg und ersetzt sie durch positive bzw erstmal neutrale Gedanken! Das ist leichter gesagt als getan doch das musst du als erstes machen daran führt kein Weg vorbei.

Das zweite was mir aufgefallen ist, keine Sorge ich kenne das auch, ist das du gerne jemand Besonderes sein möchtest. Das ist in der heutigen Zeit völlig normal, da man die Angst hat in der grauen Masse unterzugehen und mit den Jahren einfach zu verschwinden. Man möchte etwas verändern oder zumindest dafür Sorgen das sich andere an einen erinnern. Ich würde das so betiteln: Unsere Generation (also 90-95) ist geprägt von Talentsuchern die von einem unbändigen Hunger getrieben werden obwohl sie nicht wissen wohin das alles führt. Und damit sind wir auch schon beim Kernproblem (ich bin 22 mach mir nur viel Gedanken), dass wir uns darin verlieren und irgendwann aus diesem Traum (schneller, höher, weiter, besser) aufwachen und wir vor dem nichts stehen.

Ein Mensch lebt aber nunmal davon das er sich Ziele setzt und diese verfolgt. Wenn Menschen verkehrt positiv Denken dann kann das auch schädlich enden. Deshalb mein Ratschlag an dich: Nimm es dir selber nicht übel das du gerade so bist wie du bist, habe Nachsicht mit dir selbst, achte mehr auf dich bei allem was du tust, lobe dich öfters für Alltägliche Dinge und du wirst sehen das du nach und nach wieder dich in deinem Leben festigst.

Und hör auf dich selber zu beschuldigen, dass du faul bist oder zu kindisch. Du bist doch ein junger Erwachsener oder? Da darfst du auch mal wieder Kind sein! Das Leben ist doch sonst viel zu Ernst und nimmt dir den ganzen Spaß wenn du nicht mehr durch die Augen eines Kindes siehst. Bringt mich zum letzten und vielleicht wichtigstens Punkt für dich. Halte die Augen offen für neues, wecke die Neugierde von neuem in dir, dass hilft dir ganz bestimmt. Als jugendlichen Erwachsener lässt du dich hoffentlich auch nicht mehr von verdrehten Tatsachen beeinflussen sondern kannst eigenständige Urteile fällen. Lasse dich niemals zum Sklaven des Systems degradieren.

LG Pandoralight, dass Licht war nie fort wir müssen uns nur daran erinnern wo es war.
 
G

Gast

Gast
Hallo Du,
ich hab Deinen Text gerade gelesen und erkenne mich zu einem sehr sehr großen Teil darin wieder - mit dem Unterschied, dass ich vermutlich einige Jahre älter bin als Du (Jahrgang 1977).
Da ich gerade per Handy schreibe und eigentlich bald schlafen sollte, wird meine Antwort kürzer als ich sie gerne hätte.
Zuallererst ist mir Folgendes ganz ganz wichtig zu sagen: Dein Zustand ist kein Dauerzustand! Du wirst wieder Glück und Sinn erfahren können und Du wirst es auch zu etwas bringen, ohne Dich mit anderen vergleichen zu müssen.
ABER es steht eine Menge Arbeit für Dich an - Arbeit an Dir und Deiner Depression. Diese Arbeit wirst Du jedoch nicht alleine bewältigen können, sondern nur mit einer/einem professionellen Therapeuten!
Und Du brauchst Geduld! Bitte vergiss das niemals. Gib nie ganz auf, auch wenn es manchmal schwer fällt. Es werden immer auch später Momente der Leere und der vermeintlichen Sinnlosigkeit auftauchen. Doch lasse die dann vorübergehen, denn sie gehen vorüber!
Was Du beschreibst hört sich für mich nach einer mindestens mittelschweren Depri an, die normalerweise parallel zur Gesprächstherapie auch medikamentös therapiert wird. Dies habe ich in Anspruch genommen und kann sagen, es hat mir das Leben gerettet! Ich war nie einer, der Pillen mal eben wegen jedem Sch... geschluckt hat. Aber in dieser Hinsicht sag ich sehr überzeugt: Nutze den heutigen hohen Kenntnisstand und die Erfahrung der Psychiatrie in Sachen pharmazeutischer Behandlung von Depression! Und dies in Begleitung einer Gesprächstherapie.
Du bist es Wert, dass Dir geholfen wird - das ist ganzganz sicher! Und Du bist es Wert, dass Deine Krankenkasse dies auch bezahlt!
Daher rate ich Dir gerne folgenden "Fahrplan": Suche Dir zuerst einmal einen Facharzt für Psychiatrie (kurz: Psychiater), dem Du Deine Probleme schilderst. Sei aber bitte ehrlich mit Dir: Ist Dir der Arzt/die Ärztin sympathisch? Das ist wirklich wichtig, denn Du sollst Dich ja ihm/ihr anvertrauen! Der Arzt/die Ärztin hat dafür Verständnis, falls es nicht passen sollte.
Es wird eine Diagnose erfolgen. Du wirst wahrscheins auch neurologisch gecheckt. Und es werden Dir, sofern Du das möchtest (ich kann nur sagen: tu es!), Medikamente verschrieben. Auch gilt: Sei geduldig, denn zum Einen brauchen die Präparate ihre Zeit um anzuschlagen (2-4 Wochen) und zum Anderen kann es auch einmal sein, dass Du ein bestimmtes Mittel nicht verträgst, sodass die Medikation umgestellt werden muss. Man wird sozusagen "eingestellt". Dies kann sich über einige Monate hinziehen. Parallel wird auch Dein Blutbild mit Leberwerten beobachtet, damit der Arzt/die Ärztin sicher sein kann, dass Du dieses Präparat verträgst. Übrigens: Zwei Präparate in Kombination (morgends und abends) sind keine Seltenheit. Also nicht irritieren lassen. Heutzutage sind diese Art Medis (Anti-Depressiva) nicht mehr "süchtigmachend"! Da kannst Du ganz beruhigt sein.
Im Zuge dieser Behandlung wird Dir der Psychiater wahrscheinlich auch eine Gesprächstherapie ans Herz legen - falls nicht, sprich es ruhig von Dir aus an. Normalerweise kann man Dir im selben Atemzug direkt Adressen und Telefonnummern von Psychotherapeuten geben.
Wenn Du dort vorstellig wirst, nicht vergessen: Er/Sie muss Dir sympathisch und vertrauenserweckend für Dich sein. Wenn es gleich passt - super. Wenn nicht - auch nicht schlimm, es gibt viele Psychotherapeuten!
Und noch eine Sache ist sehr wichtig, finde ich: Lass Dich nicht mit "Termin in einem halben Jahr" abspeisen. Du bist ein akuter Fall, was man der Sprechstundenhilfe auch so sagen kann. Wenn partout nichts geht, ruf woanders an!
So, jetzt mach ich Schluß für heute. Vergiss bitte nicht: Du BIST es Wert! Du BRAUCHST Hilfe und sie STEHT Dir ZU! Depressionen und auch Angstsymptomatiken sind Volkskrankheiten. Du wirst Dich wundern, wie viele Menschen darunter leiden und sich entsprechend helfen lassen.
Deine Eltern werden Dich garantiert unterstützen, Deine Freunde auch. So wie Du sie beschrieben hast, bin ich mir sicher.
Gerade in der Anfangszeit würde ich sagen, versuch Dich nicht zu arg mit dem Studium zu quälen. Wenn zwei Semester oder so flöten gehn, na und? Du bist genausoviel und genausowenig Wert wie Deine KommilitonInnen. Du trägst dabei sogar noch dieses verdammte Paket der Depression mit Dir herum, die Dir das Leben schwer macht. Depression ist ärgerlich und lästig, keine Frage. Aber sie ist keine Schwäche und keine Schmach. Depression ist eine Krankheit und niemand muss sich für eine Krankheit schämen!
Übrigens: Du wirst auch erstaunt sein wie leicht Dir Dinge, die Dir während der akuten Phasen schwergefallen sind, irgendwann wieder von der Hand gehen.
So, jetzt aber gute Nacht für heute. :)
Schlaf gut. Der Gast.
 

KeineAhnung22

Aktives Mitglied
Hallo Sonatica,

auch mir geht es sehr ähnlich...

Du schreibst, dass deine Gefühle abflachen. Gefühle möchten gespürt werden, sonst stauen sie sich an oder flachen immer weiter ab. Das ist das, was ich gerade wieder lerne. Es gibt Leute, die sagen, wenn man depressiv verstimmt ist, dann fühlt man nichts. Ich glaube inzwischen, dass da einfach ein unglaubliches Gefühl der Traurigkeit vergraben ist. Mein eigener Eindruck.

Wenn dich die Dinge nicht mehr erfreuen, dann halte Ausschau nach Neuem, was dich erfreuen könnte. Singen macht dir kein Spaß mehr? Hm....vielleicht tanzen? Du schreibst auch nicht, dass du irgendeinen Sport machst?

Wovon träumst du? Bei welchem Gedanken hast du ein ganz wohliges Gefühl dahinter? Was würde dir gut tun?
 

Sonatica

Mitglied
Erst einmal möchte ich mich bei euch allen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, den Text zu lesen und sogar Antworten zu schreiben. Es ist eine riesige Erleichterung, zu wissen, dass ich mit der Sache nicht alleine bin. Natürlich war mir das eigentlich schon vorher klar, aber der Gedanke, dass meine Probleme nicht so 'schlimm' sind wie bei anderen, hat diese Logik überdeckt. Ich habe mich tatsächlich dabei erwischt, dass ich beim Lesen gelächelt habe. Es fühlt sich gut an, mit anderen Menschen über das Thema reden zu können.

@Pandoralight: Erstmal: Ja, tatsächlich auch League, wobei der Name eigentlich eher zufällig dem von Sona ähnelt. :)
Vielen Dank für deine Vorschläge, wie du schon gesagt hast ist es natürlich nicht einfach, pessimistische Gedanken zu verdrängen, aber ich werde versuchen mich immer daran zu erinnern.
Ich beschäftige mich auch viel mit dem Wunsch, etwas Besonderes sein zu wollen (also nicht nur bei mir selbst, mir ist natürlich auch aufgefallen, dass es den meisten so geht). Ich gebe mir auch Mühe, das aus einer logischen Perspektive zu sehen, doch das ist bekanntlicherweise ja nicht so einfach. Dennoch hat mich dein Beitrag wieder daran erinnert, dass ich aufhören muss mich zwanghaft mit anderen zu vergleichen und vielleicht auch die 'kleinen Erfolge' mehr zu 'feiern'.
Vielleicht sollte ich tatsächlich versuchen, mich nicht mehr verzweifelt an meinen alten Hobbies festzuklammern und Neues zu versuchen. Natürlich ist da die Angst vor Enttäuschungen, aber die werde ich zu überwinden lernen müssen. Ich hoffe auch für dich, dass du in deiner, doch wohl ähnlichen Situation, Hilfe finden kannst bzw. bald einen Ausweg findest. Alles Gute und vielen Dank.


@Gast: Wow, dafür, dass du den Text auf dem Handy getippt hast wurde er doch relativ lang und ausführlich. Vielen Dank, ich hoffe deinen Fingern geht es gut. :D
Deine Antwort hat mir Hoffnung gegeben. Ich hatte (und habe) große Angst davor, dass dieser Zustand für immer mein Leben bestimmen wird, da ich leider auch schon Menschen kennen gelernt habe, die auch nach Jahren des Kampfes noch schwerwiegende Probleme haben. Lange habe ich schon mit dem schlimmen Gedanken gekämpft, dass es vielleicht normal ist, beim Erwachsenwerden so seinen Bezug zu den eigenen Gefühlen zu verlieren, und vielleicht ist da auch etwas dran, aber ich kann und will mir ein Leben nicht vorstellen, in dem ich nach und nach mein Lachen verliere. An dem Tag, an dem ich den Text verfasst habe, habe ich kurz danach Kontakt zu einer Psychotherapeutin aufgenommen. Der Gedanke, ich könnte an Depressionen leiden, kam mir natürlich schon öfter, doch ich wollte es nie so ganz wahr haben, da ich das Gefühl hatte, ich würde meine Probleme nur hochspielen. Mittlerweile wäre ich auch einfach froh, endlich zu wissen was mit mir los ist, denn sonst fällt es schwer, aktiv dagegen vorzugehen. Mir ist klar geworden, dass ich es alleine zumindest im Moment nicht schaffen kann, daher der Entschluss, mir doch professionelle Hilfe zu suchen. Dass ich Medikamente brauchen könnte, daran habe ich noch garnicht so richtig gedacht. Aber ich weiß, dass diese sehr hilfreich sein können, da sowohl meine beste Freundin als auch mein Vater auf dem Heilungsprozess mit Hilfe von Antidepressiva sind und ich sehe, dass es einen Effekt hat. Ich danke dir, dein Text hat mich unglaublich motiviert und ich habe mich, zumindest bezogen auf das Thema, noch nie so verstanden gefühlt.

@KeineAhnung22: Auch für dich tut es mir leid, dass du diese Erfahrung machen musst. Ich denke ähnlich. Ich habe oft das Gefühl, dass ein allgemein negatives Gefühl die anderen sozusagen überdeckt. Vielleicht haben wir uns daran zu sehr gewöhnt und spüren es garnicht mehr so sehr. Wenn ich meine Freunde treffe, fragen sie mich oft ob etwas los sei, dass ich traurig aussehe, wobei es mir so vorkommt als wäre alles so wie immer. Mir kommt es oft vor, als würde ich von einem Nebel aus Trägheit umgeben sein, der mich ermüdet, ohne mich körperlich in irgendeiner Form zu betätigen.
Ich habe schon oft überlegt vielleicht einen Tanzkurs zu belegen (lustigerweise liegt meine Wohnung direkt über einer Tanzschule), doch dazu fehlt mir einerseits das Geld und andererseits habe ich Angst, mich vor den anderen Menschen dort zu blamieren. So geht es mir mit vielen anderen Dingen, da ich sozial, sagen wir mal etwas unbeholfen bin. Es fällt mir unheimlich schwer, mit anderen Menschen in ein Gespräch zu kommen und ich fühle mich in ihrer Anwesenheit unwohl. Sogar meine eigenen Freunde sehe ich mittlerweile deswegen selten, da dieses Unwohlsein sich auch dahingehend übertragen hat. Ich denke dass auch dies etwas ist, woran ich aktiv arbeiten werden muss, denn dieses Alleinsein hat auf Dauer bestimmt keinen guten Einfluss auf meine Pyche.
Sport mache ich momentan kaum, höchstens gehe ich mal spazieren oder packe die Inliner aus, für mehr fehlt mir die Motivation. Anfang des Jahres habe ich mir Mühe gegeben, mich sportlich betätigt, bin ins Fitnessstudio gegangen und das hat mir eigentlich auch Spaß gemacht. Allerdings fehlt mir auch dafür mittlerweile das liebe Geld, außerdem habe ich Angst, dass ich nicht oft genug hingehen werde, wenn ich mich anmelde.
Tatsächlich bin ich in einer (Fern-)Beziehung (, was leider nochmal so seine eigenen Probleme mit sich bringt). Wir telefonieren täglich und es gibt momentan nichts, was mich glücklicher macht als die Stimme dieser Person zu hören. Ich möchte mein Glück allerdings nicht allein davon abhängig machen, da ich schon oft gesehen habe, wie andere dadurch ihre Beziehung zerstört haben. Leider kann ich gerade nichts anderes nennen, was mir dieses Gefühl bringt. Meine Zukunftsträume sind mittlerweile wirr und ändern sich täglich, da mich die Suche nach dem 'Traumberuf' plagt und egal woran ich denke, es kommt immer darauf zurück.
 

KeineAhnung22

Aktives Mitglied
Nein, da bist du überhaupt nicht alleine. Du bist nie alleine.

Du beschäftigst dich mit dem Wunsch etwas Besonderes zu sein? Schonmal dran gedacht, dass du bereits etwas Besonderes bist? Aber du - besser dein Verstand - dich gerne wo anders sehen würde?

Wenn ich dir einen Rat geben darf, versuch es nicht mit Antidepressiva. Greif auf natürliche Produkte zurück, dazu zählt besonders Omega-3 (reichlich in Fischöl) oder Tryptophan (in Bananen, Nüssen, Eiweißshakes). Antidepressiva BLOCKIEREN den Serotonin-Abbau, wohingegen bspw. Tryptophan ein entscheidender Stoff für den Serotonin-Aufbau ist. Wenn Tryptophan im Hirn fehlt, dann kann auch kein Serotonin produziert werden. Was klüger ist, das soll jeder für sich entscheiden. Ein altes, abgenutztes Haus am Abriss hindern oder einfach ein neues aufbauen.

Wenn du dich schon schwach fühlst, dann ernähre dich am klügsten so, dass dein Magen nicht tagelang Energie für die Verdauung aufwenden muss. Kohlenhydrate (besonders Weizenprodukte wie Nudeln, Pizza und Co) liegen sehr schwer im Magen.

Ich möchte dir jetzt einmal ein Kompliment machen und glaube, dass du ein sehr hübsches Mädchen bist. Und du klingst auch sehr intelligent.

Halte dich nicht nach der Suche, nach dem Traumberuf auf. Erforsche, was dir Spaß machen könnte und dann suche dir etwas in der Richtung. Meine Richtung ist gerade "Musik". Ein großes Gebiet. Und ich habe nicht viel Ahnung davon. Was genau ich da machen kann, dahin soll es mich dann einfach tragen. Vom Tontechniker, zum Selbst-singen, zum Komponieren, ... ist ja alles möglich. Muss man sich halt reinschnuppern. Bei dem Gedanken wird es mir warm. Aber mein Kopf sitzt auch schwer auf mir. Overload.

Halte uns weiter auf dem Laufenden, was du für Entscheidungen triffst. :)

Gute Nacht!
 

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