In vielen Dialekten haben ja sowieso einige Begriffe andere Bedeutungen, die man auch als Deutscher, der nicht aus derselben Region kommt, falsch versteht. Ich denke da z.B. an die schwäbischen Begriffe "heben" und "Teppich". Da würde eine normale Sprach-App auch nicht weiterhelfen, weil heben so viel wie festhalten bedeutet, und ein Teppich ist eine Decke zum Zudecken (Wolldecke fürs Bett etc.). Und das Niederbayrische wiederum macht es den Zuwanderern unter anderem wegen der verschleifenden bzw. komprimierenden Aussprache schwer ("ibi z'Minga gwen" = "ich bin in München gewesen"), oder die für die Bedeutung wichtige Unterscheidung zwischen nasal und nichtnasal ausgesprochenen Begriffen: "Oa Oa" bedeutet "Ein Ei", wenn man das erste "Oa" nasal ausspricht und das zweite nicht.
Das stimmt. Das stimmt
🙂 und ist verwirrend. Auch die Richtungshinweise (af Minga afe, af Rosenheim owe, af Augsburg ume, af Straubing eine, nur Beispiele) oder Begriffe wie "aschlen" sind verwirrend. Als ich Arabisch an der VHS lernte, musste ich geschäftlich noch zu einem Kunden, Ägypter, hin. Er lebte seit den 60ern in D und sprach so gut bayrisch wie ein Einheimischer mit Akzent. Hochdeutsch auch, nur mit Amtsdeutsch hatte er Probleme. Er hat mich also gefragt, warum ich das an der VHS tun würde, er würde es mir auch beibringen. Das war super. Auf die Frage, was er verlangt, meinte er "Zwoa Oia af Oastern und an Lehzeitn af Stefani" (Zwei Eier zu Ostern und einen Lebkuchen an Weihnachten), also praktisch nichts. Das beantwortet auch Deine Frage, ob man in vier Jahren Arabisch lernen kann...ja, kann man, wenn man lernt, wenn man am Leben teilnimmt, fern sieht, liest, sich unterhält. Da hat man dann schon sehr(!) solide Kenntnisse der Sprache, trotz der anderen Buchstaben und Struktur.
Ich habe es dann später einmal versucht mit Gälisch, schottisches Gälisch. Bücher wenig Auswahl, sprechen tut es keiner in der Nähe, dann gibt es noch Kassetten oder eben direkt in Schottland, wobei weit nicht jeder Schotte gälisch kann.
Aber Deutsch gehört nun wirklich nicht zu den Nischensprachen. Es kann jeder lernen, der sich darum annimmt.
Um das geht es halt...man muß sich darum annehmen. Zufliegen tut einem eine Sprache nicht bzw. nur im Brabbelformat.