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Nicht deutschprachig, viele in unserer Gesellschaft. Ein Problem?

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Gut, wenn du von diesen Zusammenhängen noch nichts gehört hast dann ist das halt so. Müssen wir auch nicht ausweiten.
Hier stellt sich mir die Frage, auf wen sich diese Aussage bezieht, und woher du glaubst zu wissen, wer von welchen Zusammenhängen bereits gehört hat oder nicht, und welches Gewicht es eigentlich hat, von Aussagen mal gehört zu haben.

Mir persönlich geht es meistens darum, mögliche Zusammenhänge und Ursachen sachlich zu diskutieren, ohne nur auf ein "davon habe ich mal gehört" zurückzugreifen. Ich denke, dass Ghettobildung und Entmischung durch unterschiedliche Bedingungen und Ursachen enstehen kann, die nicht nur den Ausgegrenzten und Ghettoisierten angelastet werden können. Da dürfte es sowohl "Push-" und "Pull-"Faktoren geben, die zu einer Ghettoisierung bestimmter Personengruppen führen können. Und was die Sprachbeherrschung und -verwendung betrifft, gibt es wahrscheinlich eine gegenseitige Wechselwirkung.
 
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Ghettobildung ist keineswegs ein Vorrecht der Ausländer, die gibt es unter Deutschen genauso. Diese gibt es in Deutschland, aber auch im Ausland. Wer kennt das nicht, wenn sich Deutsche in Paraguay zusammenrotten, Lederhosen anziehen und im "echten bayrischen Brauhaus" nach den Weißwürschten rufen? So, das ist alles ganz normal.
 
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Ich habe nicht ausgesagt das ICH davon gehört hätte, denn das sind Dinge die weiss man sobald man sich fünf Minuten mit dem Thema beschäftigt hat. Das Internet hilft hier weiter. Aber eigentlich benötigt man hierfür auch keinen der dir das sagt, sodass du behaupten könntest "davon habe ich mal gehört".

Wer sich in die Thematik der Ghettobildung einliest erfährt Faktoren wie die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich und dann wiederum wie es zu dieser Armut und vermehrten Ghettobildung kommt. Das ist wahrlich kein Thema bei dem Experten im dunkeln tappen, höchstens an mancher Stelle gerne verschwiegen wird.

Wenn du sachlich diskutieren und dein Wissen hierüber einbringen möchtest dann tue dies doch.
Keine Ahnung inwiefern du glaubst, ein "ich denke" sei einem "davon habe ich mal gehört" höhergestellt.

Im übrigen habe ich überhaupt nicht zum Thema gemacht, wem eine solche Ghettobildung bzw. fehlende Intergration, respektive "Deutschkenntnisse" angelastet werden können, sollen, oder dürfen.
 
Wer kennt das nicht, wenn sich Deutsche in Paraguay zusammenrotten, Lederhosen anziehen und im "echten bayrischen Brauhaus" nach den Weißwürschten rufen? So, das ist alles ganz normal.
In vielen Ländern gab und gibt es kulturelle Ghettobildungen, mit unterschiedlichen Ursachen. Neben den erwähnten deutschen Siedlungen in Südamerika (z.B. auch in Brasilien und Chile) denke ich z.B. an die Chinatowns in verschiedenen Städten weltweit. Allein daran zeigt sich meiner Ansicht nach schon, dass es nicht eine einzelne Ursache für Ghettobildungen gibt. Genau das finde ich eben dann am Thema interessant: zu ergründen, welche Faktoren dazu beitragen könnten. Und - um aufs Threadthema zurückzukommen - welche Rolle die jeweiligen Sprachen dabei spielen.
 
Ich glaube auch daß gerade diese Ghettobildung der Deutschen im Ausland viel schlimmer ist, als die Ghettobildung der Ausländer in Deutschland. Man überklege sich nur mal, was für tolle Sachen die Italiner mitgebracht haben: Zum Beispiel die Pizza, ein erstklassiges Resteessen quer durch die Mülleimer, der Türke, den Döner, von dem man nicht weiß, obs wirklich Fleisch ist, der Chinese seine Bambussprossen usw.
Was hat der Deutsche ins Ausland gebracht: Weißwürste, wie schon erwähnt, Tony Marschall, Andrea Berg und die Spatzelruder Kasten. Schlimm für jede Kultur.
So.🙂🙂
 
Umgekehrt bin ich oft überrascht, wie rasch manche Zuwanderer Deutsch gelernt haben. Erst vor kurzem habe ich mich mit einem Syrer unterhalten, der seit etwa vier Jahren hier ist.
Die wollen aber auch. Ich habe schon erzählt von dem afghanischen Azubi? Der Bursche ist der Traum von jedem Ausbilder. Besser konnte man sich keinen backen. Er lernt in jeder freien Minute. Es ist unglaublich. Er darf als einziger Angestellter auch das Handy während der Arbeitszeit benutzen (wegen Übersetzung).
Laut eigener Aussage und es ist ja auch so, muß er zwei Fremdsprachen parallel lernen: deutsch und (nieder)bayrisch. Einmal ein Beispiel, daß das gar nicht so einfach ist:

deutsch: die Kartoffel (Singular), die Kartoffeln (Plural)
bayrisch: oa Oapfe (sg.), zwoa Eapfe (pl.)
bayr./hochdeutsch: die Erdäpfel (z.B. Erdäpfelsuppe)
deutsch: der Apfel, die Äpfel
bayr.: oa Opfe, zwoa Epfe
(und so schreibt er es auch in seinen Block, dazu die englische Vokabel oder er zeichnet etwas dazu, wenn die Vokabel in Paschtun nicht kennt)
...das ist eine Herausforderung für ihn, die er aber mit einer Hingabe meistert, die verblüfft.
Klar gab es da in der Vergangenheit auch schon hin und wieder sprachliche Mißverständisse, manche total witzig. Aber im allgemeinen funktioniert die Ausbildung sehr gut, viel besser, als man erwartet hätte.
 
Was hat der Deutsche ins Ausland gebracht: Weißwürste, wie schon erwähnt, Tony Marschall, Andrea Berg und die Spatzelruder Kasten. Schlimm für jede Kultur.
So.🙂🙂
In Brasilien und Chile habe ich es selbst erlebt. Wir sind unter anderem in Blumenau und Pomerode gewesen, und die kulturelle Bereicherung für Brasilien besteht darin, eines der größten Oktoberfeste der Südhalbkugel etabliert zu haben. Außerdem gibt es in der Region die beliebten Biersorten Opa-Bier, Eisenbahn-Bier und Kunstmann. In Pomerode durften wir ein echtes Trachtenfest erleben, mit Lederhosen und Dirndl, soweit das Auge reichte. Außerdem gibt es einige Fachwerkhäuser (wobei die meisten davon irgendwie synthetisch aussahen, irgendwie kulissenhaft). In Pomerode sprechen auch tatsächlich viele Leute Deutsch, obwohl sie noch nie in Deutschland waren.

Edit: ich habe gerade nachgeschaut: das Kunstmann-Bier gibt es in Chile, nicht in Brasilien.
 
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Laut eigener Aussage und es ist ja auch so, muß er zwei Fremdsprachen parallel lernen: deutsch und (nieder)bayrisch.
Das finde ich auch interessant und bewundernswert, wie gut die Zuwanderer oft mit den regionalen Dialekten klarkommen. Häufig entstehen daraus witzig klingende Sprachformen, weil sich Hochdeutsch und Dialektausdrücke bzw. Dialektaussprache mischen.
 
Das finde ich auch interessant und bewundernswert, wie gut die Zuwanderer oft mit den regionalen Dialekten klarkommen. Häufig entstehen daraus witzig klingende Sprachformen, weil sich Hochdeutsch und Dialektausdrücke bzw. Dialektaussprache mischen.
Ja, da könnte man ab und zu richtig schmunzeln.

In diesem Betrieb bemüht man sich zwar schon, mit ihm hochdeutsch zu reden, aber logisch...es wird unbewusst immer wieder in den Dialekt zurückgefallen. Einmal hat ihm sein Chef aufgetragen, er soll einen frischen Hodern (bayrisch für Lappen, Tuch) nehmen und etwas abwischen. Daß er wischen soll, hat er verstanden, aber nicht mit was er das ausführen soll. Also hat er das, was er verstanden hat in sein Handy eingetippt und war danach verwirrt und peinlich berührt. Wandte sich dann an den Chef und bat um Hilfe, weil er nicht wüsste, wie er so etwas tun sollte. Das Mißverständnis klärte sich dann auch, als er ihm zeigte, was er in die Übersetzungs-App eingegeben hat: Hoden.
Das wird scheinbar ein running gag.
 
In vielen Dialekten haben ja sowieso einige Begriffe andere Bedeutungen, die man auch als Deutscher, der nicht aus derselben Region kommt, falsch versteht. Ich denke da z.B. an die schwäbischen Begriffe "heben" und "Teppich". Da würde eine normale Sprach-App auch nicht weiterhelfen, weil heben so viel wie festhalten bedeutet, und ein Teppich ist eine Decke zum Zudecken (Wolldecke fürs Bett etc.). Und das Niederbayrische wiederum macht es den Zuwanderern unter anderem wegen der verschleifenden bzw. komprimierenden Aussprache schwer ("ibi z'Minga gwen" = "ich bin in München gewesen"), oder die für die Bedeutung wichtige Unterscheidung zwischen nasal und nichtnasal ausgesprochenen Begriffen: "Oa Oa" bedeutet "Ein Ei", wenn man das erste "Oa" nasal ausspricht und das zweite nicht.
 
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